Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur Stiftung mit Sitz in Freiburg im Breisgau siehe Friedrich-August-von-Hayek-Stiftung.

Die Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft e. V. wurde 1998 von einer Gruppe von Wissenschaftlern, Unternehmern und Publizisten in Freiburg gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.

Betätigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft bezweckt gemäß Statuten die „Förderung der wirtschafts-, rechts- und gesellschaftswissenschaftlichen Forschung und Erkenntnis im Geiste Friedrich A. von Hayeks sowie deren Verbreitung“. Sie veranstaltet jährliche Hayek-Tage mit der Verleihung der Hayek-Medaille sowie mit einem bundesweiten universitären Essaywettbewerb für die Ideen Friedrich August von Hayeks.[1] Sie fördert Gesprächskreise, sogenannte Hayek-Clubs, die im deutschsprachigen Raum der Vernetzung und dem regelmäßigen Austausch dienen sollen[2], und veranstaltet Juniorenkreise sowie die Akademie der Freiheit.[3] Sie hat Stand 24. Juli 2017 316 Mitglieder. Ihre Arbeit wird unter anderem finanziert von der Friedrich A. von Hayek Stiftung.

Spaltung und Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ersten Halbjahr 2015 akzentuierte sich innerhalb der Gesellschaft eine Auseinandersetzung zwischen Gerd Habermann und Karen Horn, die an den Hayek-Tagen im Juni 2015 eskalierte. Horn hatte in verschiedenen Artikeln zur Abgrenzung gegenüber rechtem und rechtsnationalem Gedankengut aufgerufen.[4] Sie sorge sich darum, dass Vorurteile und üble Nachrede nicht nur wie gewohnt gegen Keynesianern und Sozialisten, sondern auch gegen „Demokratie, Feminismus, Pluralität, Homosexualität und Atheismus“ als Feindbilder überhand nähmen.[5]

In einem offenen Brief forderten 26 Mitglieder Horn darauf zum Rücktritt auf: Den Artikel könnten sie nur „als Versuch verstehen, der Gesellschaft ein einseitiges und verengtes Liberalismusverständnis aufzuzwingen und große Teile der Mitgliederschaft als ,reaktionär‘ auszugrenzen“. Die Gesellschaft brauche an der Spitze jemanden, der den Geist der Freiheit vorlebe.[5]

Auf der Mitgliederversammlung im Juni 2015 schlug die Vorsitzende Karen Horn weitgehende Satzungsänderungen vor, denen die Mehrheit der Mitglieder nicht zustimmte.

Im Juli 2015 traten rund 50 Vereinsmitglieder aus und veröffentlichten eine Erklärung,[6] darunter die Vorsitzende Karen Horn, der stellvertretende Vorsitzende Michael Wohlgemuth, drei Mitglieder des Stiftungsrates sowie Lars Feld, IW-Chef Michael Hüther, FDP-Chef Christian Lindner und Hans-Olaf Henkel.[4][7]

Der Ökonom Peer Ederer wurde im Frühjahr 2017 als für Finanzen zuständiges Mitglied der Friedrich A. von Hayek Stiftung abberufen. Er hatte Interna an den Spiegel weitergegeben und durch die resultierende Veröffentlichung den Datenschutz und Persönlichkeitsrechte einzelner Mitglieder verletzt, insbesondere durch die Nennung der Höhe der Bezüge, die Gerd Habermann für seine Tätigkeit bekam. Vater Günter Ederer und sein Sohn Peer traten im Juni 2017 aus der Hayek-Gesellschaft aus, weil sie das Vermächtnis von Friedrich August von Hayek „in einen nationalistisch-völkischen Sumpf gezogen“ sähen.[8]

Parteimitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Datum vom 9. Februar 2016 hatte der Vorsitzende der Hayek-Gesellschaft, basierend auf einer „großen Mehrheit innerhalb des Vorstands“, Beatrix von Storch brieflich um einen freiwilligen Austritt aus der Hayek-Gesellschaft gebeten. Das öffentlich wahrnehmbare Verhalten entspreche nicht dem Zweck der Hayek-Gesellschaft und dem Gedankengut von Hayeks. Von Storch ist dieser Bitte jedoch nicht nachgekommen.[9][8]

Neben ihr sind zwei weitere aussichtsreiche AfD-Kandidaten für die Bundestagswahl auch 2017 noch Mitglied: Alice Weidel und Peter Boehringer (auf Platz zwei der bayerischen Landesliste).

Organe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hayek-Medaille[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hayek-Medaille erhielten:

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 gehörten der Gesellschaft 300 Wissenschaftler, Unternehmer und Autoren an,[11] darunter:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeine Informationen zur Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft e. V.. Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. Abgerufen am 22. Juli 2015.
  2. Hayek-Clubs. Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. Abgerufen am 22. Juli 2015.
  3. Akademie der Freiheit. Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. 14. Juni 2016. Abgerufen am 14. Juni 2016.
  4. a b Philip Plickert: Liberaler Verein: Austritte erschüttern Hayek-Gesellschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. Juli 2015, abgerufen am 16. Juli 2017.
  5. a b Heike Göbel:Streitbare Geister der Freiheit, FAZ, 26. Juni 2015
  6. Erklärung von Leipzig: Austritte aus der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. Juli 2015, abgerufen am 16. Juli 2017 (mit Stellungnahme von Karen Horn).
  7. Peter A. Fischer: Exodus aus der Hayek-Gesellschaft: Streit unter Liberalen eskaliert. In: Neue Zürcher Zeitung. 14. Juli 2015, abgerufen am 16. Juli 2017.
  8. a b Katja Riedel & Sebastian Pittelkow: Die Hayek-Gesellschaft - „Mistbeet der AfD“? In: Süddeutsche Zeitung. 14. Juli 2017
  9. Eine Mitteilung des Vorstands der Hayek-Gesellschaft in Bezug auf die Mitgliedschaft von Frau Beatrix von Storch in der Hayek-Gesellschaft. 29. November 2016
  10. a b c d Vorstandsmitglieder. Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. Abgerufen am 22. Juli 2015.
  11. Philip Plickert: Heftiger Streit in der Hayek-Gesellschaft. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 27. Juni 2015. Abgerufen am 9. April 2016. (PDF; 277 kB).