Friedrich August von Graevenitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich August von Graevenitz (* 21. April 1730; † 6. Juni 1809 auf Gut Rostersdorf im Landkreis Wohlau) war ein preußischer General der Infanterie und Chef des gleichnamigen Infanterieregiments.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Eltern waren Hans Friedrich Wilhelm von Graevenitz (* 13. April 1689; † 1. November 1746), Oberst sowie Kommandeur des Regiments „Walrave“ und dessen Ehefrau Helene Maria, geborene Hochklimmern († 1744), die er 1717 geheiratet hatte. Der Generalmajor Georg Adam von Graevenitz war sein Bruder.

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1745 kam Graevenitz als Fahnenjunker in das Regiment „Borke“. Im gleichen Jahr nahm er an den Schlachten von Groß-Jägersdorf und Hohenfriedberg und Soor teil. Nach der ersten Schlacht wurde er Fähnrich und nach der zweiten Leutnant. Im Jahr 1752 wurde er als Leutnant auf Werbung geschickt. Er nutzte die Gelegenheit, sich umfassend weiter zu bilden. Dazu gehörte nicht die militärische Literatur, sondern auch die Werke der Dichtkunst von denen er einige selbst verfasste.

Mit Beginn des Siebenjährigen Krieges wurde er in das Regiment „Schulze“ versetzt. Das Regiment kam zur Armee des Feldmarschalls Kurt Christoph von Schwerin nach Böhmen. Der Feldmarschall benutzte einige fähige Offiziere für spezielle Aufgaben, darunter war auch Graevenitz. Nach Beendigung der Aufträge wurde er Generaladjutant bei General Schulze. Nachdem der General in der Schlacht bei Breslau gefallen war, wurde er Generaladjutant von General Knobloch. Während der Kämpfe im Gefecht von Maxen geriet er in Gefangenschaft. In seiner achttägigen Gefangenschaft war er regelmäßiger Gast an der Tafel des Herzogs von Zweibrücken, dem Kommandeur der kaiserlichen Truppen, der guten technischen Kenntnisse und Umgangsformen seine unfreiwilligen Gastes schätzte. Prinz Heinrich von Preußen schickte Zweibrücken eine Liste möglicher Austauschkandinaten und so kam auch Graevenitz schnell wieder frei. Obwohl er nur Leutnant war, schickte man ihn mit einem Hauptmann als Begleitung nach Dresden. Während das Regiment 1758/59 in den Winterquartieren lag, korrespondierte er mit dem Militär und Dichter Heinrich von Kleist.

Im Jahr 1759 kämpft er bei Saalfeld und beim Vorstoß des Generals Knobloch bei Lobenstein und Steinwiese. In der Schlacht bei Kunersdorf wurde er verletzt. Er kam zusammen mit dem General Knobloch, der ein Auge verloren hatte, nach Stettin. Danach kehrt er zur Armee zurück. Dann kam er zum Stab von Friedrich II. und erhielt seine Beförderung zum Hauptmann. Im Januar 1760 erhielt er vom König die Aufgabe in Breslau das Regiment mit Wiedergenesenen und Rekruten wieder aufzufüllen. In der nachfolgenden Belagerung von Breslau leistete das Regiment gute Dienste. Nach der Schlacht bei Liegnitz (1760) ging das Regiment im Schlesischen Gebirge in die Winterquartiere.

Im Kriegsjahr 1761 kam das Regiment zum Korps des Generals Platen. Im September des Jahres machte es einen Vorstoß nach Polen, um dort Vorräte der russischen Armee zu zerstören. Graevenitz kämpfte bei Kloster Gröstin, wo eine große russische Wagenburg erobert werden konnte. Danach marschierte es über Landsberg an der Warthe zu den Entsatztruppen in Richtung Kolberg. Es stand im Gefecht bei Spie und kam in das befestigte Lager des Korps unter General Württemberg. Von dort sollte Nachschub von Stettin nach Kolberg kommen. Das Korps Platen sollten dabei den Weg sichern und das Regiment Knobloch war in Neumühle und Treptow stationiert. Die Stadt wurde von den Russen eingeschlossen und musste sich ergeben, nachdem die Munition ausgegangen war. Es wurde in Preußen interniert, aber nach dem Tod der Zarin Elisabeth wurde es nach Breslau entlassen. Kurz danach wurde es zur Belagerung von Schweidnitz abgezogen. Im Jahr 1763 nach dem Frieden von Hubertusburg erhielt er dann seine eigene Kompanie.

Im Jahr 1775 wurde er Major. Im Bayrischen Erbfolgekrieg wurde er Kommandant von Troppau. Er wurde Oberstleutnant und 1785 als Kommandeur in das Regiment „Prinz Heinrich“ versetzt. Nach der Inspektion des Regiments im Jahr 1786 durch König Friedrich II., war dieser so zufrieden, dass er Graevenitz 2000 Taler schenkte. Im Jahr 1790 war er Oberst und kommandierte ein Korps von 6000 Mann im Glatzer Gebirge. Im Jahr 1791 erhielt er von Friedrich Wilhelm II. den Orden Pour le Mérite. Im Jahr darauf wurde er Generalmajor und erhielt das Regiment „Eckartsberg“, zugleich erhielt er die Inspektion Ansbach-Bayreuth.

Mit dem Ersten Koalitionskrieg marschierte der französische General Custine in Deutschland ein. Nach der Eroberung von Frankfurt am Main durch die Preußen, wurde danach auch Mainz eingeschlossen. Nach ihrer Eroberung wurde Graevenitz Kommandant der Festung Mainz. Sein Bitte ,wieder zur Feldarmee versetzt zu werden, wurde vom König abschlägig beschieden und er kam wieder nach Ansbach-Bayreuth. Nach dem Basler Frieden von 1795 erhielt er das neuerrichtete Regiment Nr. 57 in Glogau und dazu die südpreußische Inspektion. Nachfolgend bildete er seine Truppen aus und nahm an zahlreichen Manövern teil, wo es sich ausgezeichnet schlug. Der Fürst von Hohenlohe war sehr beeindruckt und so auch der König. So bekam Graevenitz den Roten Adlerorden, wurde Generalleutnant und erhielt 1804 auch noch den Schwarzen Adlerorden. 1805 sicherte Graevenitz die preußische Grenzen gegen die Russen in Südpreußen. Als die Franzosen 1805 nach Thüringen und Sachsen vorrückte, wollte auch Graevenitz gegen sie vorrücken, was vom König auf Grund seines Alters abgelehnt wurde. Er wurde im Mai 1806 mit einer Pension von 2000 Taler pensioniert und wurde zum General der Infanterie ernannt.

Er zog sich danach auf sein Gut Rostersdorf zurück. Als der Vierte Koalitionskrieg ausbrach, wandte er sich an den Kommandanten von Glogau, um seine Hilfe anzubieten. Aber der König verhinderte, dass er wieder zur Armee ging. So starb er 1809 auf seinem Gut.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er seit 1764 mit Juliane Friederike von Grawert († Dezember 1807) verheiratet. Sie war die Schwester des Generals Julius von Grawert. Er hatte mit ihr folgende Kinder:

  • Ludwig (starb jung)
  • Friedrich August Ferdinand (* 26. Dezember 1766; † 24. Mai 1846), Regierungsrat ∞ 1797 Eleonore Marie Christine Vietinghoff genannt Scheel (* 8. Oktober 1773; † 29. Juli 1864)
  • Heinrich Friedrich Ludwig (* 10. September 1771; † 1823)
  • Julie Wilhelmine Elisabeth (* 1778; † 8. Juni 1816) ∞ 1801 Meckel von Hemsbach, Kammerrat
  • Karl Wilhelm Georg (1780–1849), preußischer Generalmajor
∞ 12. März 1804 Friederike Henriette von Falkenhausen aus dem Haus Wald (* 17. Juli 1783; † 19. Dezember 1823)
∞ 31. Mai 1825 Bertha Schmeling (* 22. Januar 1804; † 15. Juli 1882)
  • Friederike Amalie Henriette (1783–1820)
∞ 24. April 1799 Graf Julius von Rauhaus und Cormons († 1814)
∞ von Montowt, preußischer Major
  • Sophie Charlotte Auguste (* 21. September 1786; † 26. September 1837) ∞ Ernst von Bieberstein, preußischer Oberst
  • Gustav Leopold (* 5. September 1782; † Juni 1815 bei Namur)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]