Friedrich Becker (Künstler)

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Geteilte Kugel (1992). Ludwigshafen am Rhein

Friedrich Becker (* 25. Mai 1922 in Ende bei Herdecke; † 15. Mai 1997 in Düsseldorf) war Künstler, Goldschmied und Schöpfer des „kinetischen“ Schmucks.

Leben und Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Geburt wächst Friedrich Becker im Sauerland in Grevenstein auf. 1936 beginnt er eine Maschinenschlosserlehre in Düsseldorf. Vier Jahre später zieht er nach Thorn um dort Luftfahrttechnik zu studieren. Ab 1942 versieht er, bis zu seiner amerikanischen Gefangenschaft im Jahre 1945, Militärdienst bei der Luftwaffe. 1947 beginnt Becker in Iserlohn eine Lehre als Goldschmied. Ein Jahr danach verlässt er wegen sehr guter Leistungen die Schule und beginnt in Düsseldorf ein Studium an der Meisterschule für Werkkunst. 1951 besteht er nach vorzeitiger Zulassung die Prüfung mit „Auszeichnung“. Als Assistent von Prof. Karl Schollmayer beginnt im folgenden Jahr seine Lehrtätigkeit an der Werkkunstschule Düsseldorf. Im selben Jahr besteht er seine Meisterprüfung in Arnsberg, gründet eine eigene Werkstatt in Düsseldorf und heiratet Hildegard Kückelmann. 1964 übernimmt Becker die Leitung der Gruppe „Metallgestaltung“ an der Werkkunstschule. Nach Entwürfen im Jahr 1967 redet man erstmals von dem Begriff „kinetischer Schmuck“. Im selben Jahr lehnt der Künstler das Angebot der Staatlichen Zeichenakademie Hanau, Direktor zu werden, ab. 1970 wird Becker Pädagogischer Fachleiter der Werkkunstschule Düsseldorf und drei Jahre später im Jahr 1973 Professor an der Fachhochschule Düsseldorf. 1981 wird Becker emeritiert. Am 15. Mai 1997 stirbt Friedrich Becker in Düsseldorf kurz vor der Verleihung des Ehrendoktor-Titel in London durch das Royal College of Art.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1958: Amtskette für den Oberbürgermeister von Düsseldorf, Georg Glock.
  • 1959: Lebensgroßer Corpus aus Silber für das Düsseldorfer Dominikanerkloster.
  • 1961: Schaffung des Ehrenrings für verdiente Bürger der Stadt Schmallenberg.
  • 1962: Ehrenring für den Wirtschaftsminister Dr. Lauscher.
  • 1963: Neue Ratsglocke für den Oberbürgermeister von Düsseldorf.
  • 1964: Amtskette für den Bürgermeister von Schmallenberg, Paul Falke.
  • 1965: Ehrenring der Stadt Düsseldorf für Königin Elisabeth II. verliehen am 25. Mai 1965 in Düsseldorf. Brunnen aus Remanit für die Messehallen der Stadt Hannover.
  • 1967: Beginn der Schaffensperiode „kinetischer Schmuck“.
  • 1968: Schmuckmuseum Pforzheim kauft erste kinetische Objekte. Amtskette für den ersten Rektor der Universität Dortmund, Prof Schmeißer.
  • 1969: Beckers Film über kinetische Gegenstände wird im deutschen Fernsehen gezeigt.
  • 1973: Goldene Fingerkuppe für Putto des Triton-Brunnens in Düsseldorf. Einweihung „Weinbrand-Brunnens“ in Hamburg.
  • 1974: Entwurf der „Paul-Langerhans-Medaille“. Drei kinetische Objekte werden in Puerto Rico aufgestellt.
  • 1976: Aufstellung des kinetischen Sonnenrades vor der Freizeitstätte Düsseldorf Garath.
  • 1978: Herstellung einer Wellenkinetik für Schacht der Wendeltreppe der Albrecht-Dürer-Schule in Düsseldorf.
  • 1983: Der „Gläserne Brunnen“ wird in Grevenhorst aufgestellt.
  • 1985: Neue Monstranz für die Kirche St. Andreas, Düsseldorf.
  • 1987: „Kinetisches Wandrelief“ einer Sauerländer Brauerei wird in Foyer der IHK Arnsberg montiert.
  • 1992: Entwurf einer Amtskette für den Rektor der Universität Düsseldorf, Gert Kaiser.
  • 1993: Plastik „Dynamik“ für das neue Verwaltungsgebäude einer Brauerei in Grevenstein.

Preise / Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1958: Preis im Internationalen Wettbewerb des Zentralverbandes für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk
  • 1959: Bayerischer Staatspreis - Goldmedaille
  • 1965: Staatspreis im Werkbereich Schmuck aus Metall für das Kunsthandwerk von Nordrhein-Westfalen
  • 1969: Zweiter Preis im dritten Internationalen Wettbewerb „Der goldene Armschmuck“, Pforzheim
  • 1970: Erster Preis im Wettbewerb um das neue Preissymbol des „Prix Jeunesse International“, München
  • 1971: Ehrenmitglied der „Worshipful Company of Goldsmiths“ in London. Sieger des Brunnen-Wettbewerbs in Bottrop.
  • 1973: Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (1. Klasse)
  • 1987: Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis, Idar-Oberstein.
  • 1990: Ernennung zum Ehrenmitglied des „Forum für Schmuck und Design“, Köln.
  • 1997: Der Künstler stirbt vor der Verleihung des Ehrendoktor-Titels des Royal College of Art (London).

Friedrich Becker Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Vergabe des mit 5.000 Euro dotierten Friedrich Becker Preises, einer privaten Stiftung von Hildegard Becker in Düsseldorf, erinnert die Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. an den besonderen Menschen und großen Gestalter Professor Friedrich Becker (1922–1997).

Die bisherigen Preisträger:

  • 1999: Rudolf Bott
  • 2002: Anette Walz
  • 2005: Peter Bauhuis
  • 2008: Robert Baines
  • 2011: Alexander Vohswinkel
  • 2014: Sam Tho Duong; Ausstellung im Museum Kunstpalast, Düsseldorf[1]

Seit 2014 wirkt das Museum Kunstpalast, Düsseldorf, bei der Preisvergabe mit.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elke Pastré, Friedrich Becker, Erfinder des kinetischen Schmucks, Diss., 1995, Heidelberg
  • Friedrich Becker, Schmuck. Kinetik. Objekte, 1997, ARNOLDSCHE Verlagsanstalt GmbH, ISBN 3-925369-76-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedrich Becker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitteilung zur Ausstellung, abgerufen am 22. September 2014.