Friedrich Boie

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Friedrich Boie (* 4. Juni 1789 in Meldorf, Schleswig-Holstein; † 3. März 1870 in Kiel) war ein deutscher Jurist, Ornithologe und Entomologe.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Friedrich Boie war der Bruder des Herpetologen Heinrich Boie. Sein Vater war der Lyriker Heinrich Christian Boie. Er studierte Rechtswissenschaften und wirkte als Justiziarus und Gerichtshalter für verschiedene Güter in Holstein, darunter Bockhorn, Bothkamp, Depenau und Schönböcken, Waterneverstorf Bossee, Klein Königsförde, Deutsch-Nienhof, Klein-Nordsee, Oppendorf, Pohlsee und Westensee.

Nach dem frühen Tod seines Bruders Heinrich auf Java verwaltete Friedrich dessen Nachlass und veröffentlichte Heinrich Boies Briefe, in denen dieser viele neue Reptilien- und Amphibienarten beschrieben hatte. Friedrich Boie schrieb regelmäßig wissenschaftliche Artikel in der enzyklopädischen Zeitung Isis von Lorenz Oken, darunter Bemerkungen über Merrem's Versuch eines Systems der Amphibien, der 1827 veröffentlicht wurde.

Am 24. August 1860 wurde Friedrich Boie in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen. Zu den Gattungen und Arten, die Boie erstmals beschrieb, zählen die Steinkäuze (Athene), die Tauchentengattung Aythya, die Mennigvögel (Pericrocotus), die Kleine Noddi-Seeschwalbe oder Weißkopfnoddi (Anous minutus) und die Mauritiusboa (Bolyeria multocarinata).

Literatur[Bearbeiten]

  • Eduard Alberti: Lexikon der Schleswig-Holstein-Lauenburgischen und Eutinischen Schriftsteller von 1829 bis Mitte 1866. Band 1 (A-L), Akademische Buchhdlg., Kiel, 1867 (online, Bayerische Staatsbibliothek, digital), S. 69 Nr. 171
  •  Karl August Möbius: Friedrich Boie † Nekrolog. In: Journal für Ornithologie. Bd. 18, Nr. 3, 1870, S. 231-233 (online, abgerufen am 31. Oktober 2011).