Friedrich Dörr (Theologe)

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Friedrich Dörr (* 7. März 1908 in Obereschenbach; † 13. Mai 1993 in Eichstätt) war ein katholischer Priester und Theologieprofessor, der sich vor allem auch als Kirchenlieddichter hervorgetan hat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus einer Bäckerfamilie stammende Dörr war der Sohn von Georg Dörr, der bis 1933 Bürgermeister seiner Heimatstadt war. Friedrich besuchte seit seinem elften Lebensjahr als Mitglied des Collegium Willibaldinum das humanistische Gymnasium Eichstätt. Bald nach dem Reifezeugnis 1927 studierte er ab Herbst desselben Jahres in Rom am Collegium Germanicum Philosophie und Theologie.

1930 promovierte er an der päpstlichen Universität Gregoriana zum Dr. phil. Am 29. Oktober 1933 empfing er in Rom durch Kardinal Francesco Marchetti Selvaggiani die Priesterweihe. 1935 schrieb er die theologische Doktorarbeit Diadochus von Photike und die Messaliner.

Im August 1935 kehrte er in die Diözese Eichstätt zurück und wirkte in Erkertshofen, Fünfstetten, Wemding, Dietfurt, St. Walburg und Eichstätt sowie am Dom zu Eichstätt als Seelsorger. Im April 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen, wo er zunächst als Sanitätssoldat, dann ab 1942 als Kriegspfarrer wirkte. Als solcher kam er in Südfrankreich, vor Leningrad, im Kaukasus und in Kroatien zum Einsatz. Im März 1944 wurde er Standortpfarrer in Dänemark und Westpreußen. Kurz vor seinem Tod schrieb Dörr in dem Aufsatz Wenn ich gehe, wird mein Platz nicht mehr besetzt über seine Kriegserlebnisse. Er wurde Zeuge von Bekehrungen, aber auch von Erschießungen desertierter Soldaten, bei denen er zugegen sein musste.

Sofort nach Kriegsende wurde er zum 1. November 1945 an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Eichstätt Professor für Systematische Philosophie und Pädagogik. Von 1964 bis 1968 war er Rektor der Hochschule. Außerdem amtierte er als Vorsitzender der Studentenhilfe Eichstätt.

Neun Jahre lang, von 1966 bis 1975, arbeitete er in der Liedkommission des Gotteslobes mit und verfasste dafür eigene Lied- und Hymnentexte. Johannes Baptist Lotz schätzte sie aufgrund ihrer dogmatischen Tiefe bei einfach-klarer und doch schönflüssiger Form. Zu seinen bekanntesten Liedern gehören Was uns die Erde Gutes spendet und O heilger Leib des Herrn. Auch bei zahlreichen Eigenteilen des Stundenbuchs hat er mitgearbeitet.

1948 gründete er in Eichstätt den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, für den er sich sehr engagierte. Dörr gehörte als außerordentliches Mitglied der Sektion Künste der Bayerischen Benediktinerakademie an. Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung KÖHV Rugia im ÖCV.

Liedtexte im Gotteslob (Ausgaben 1975 und 2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bevor des Tages Licht vergeht (nach Te lucis ante terminum; Gotteslob (1975) 696; Gotteslob 663)
  • Christus, du bist der helle Tag (nach Christe, qui lux es et dies; GL (1975) 704; GL 90)
  • Dreifaltiger verborgner Gott (GL (1975) 279)
  • Du König auf dem Kreuzesthron (GL (1975) 553)
  • Du Licht des Himmels, großer Gott (nach Deus qui coeli lumen es; GL 615)
  • Gott ruft sein Volk zusammen (GL (1975) 640; GL 477)
  • Ich bin getauft und Gott geweiht (GL (1975) 635; GL 491)
  • Komm, Heilger Geist, der Leben schafft (nach Veni Creator Spiritus; GL (1975) 241; GL 342)
  • Kündet allen in der Not (GL (1975) 106; GL 221)
  • Maria, dich lieben (GL (1975) 594; GL 521)
  • O Gott, dein Wille schuf die Welt (nach Deus creator omnium; GL 628)
  • O heilger Leib des Herrn (GL (1975) 538)
  • O lieber Jesu, denk ich dein (nach Jesu dulcis memoria; GL (1975) 550; GL 368)
  • Sakrament der Liebe Gottes (nach Tantum ergo; GL (1975) 542; GL 495)
  • Was uns die Erde Gutes spendet (GL (1975) 490; GL 186)
  • Wir sind getauft auf Christi Tod (GL (1975) 220, 3+4; GL 329, 3+4)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]