Friedrich Ernst Witte

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Friedrich Ernst Witte (* 1803 in Hannover; † 2. September 1872 ebenda) war ein deutscher Verwaltungsjurist, der sich auch als Geologe und Paläontologe betätigte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Witte wurde 1803 als Sohn von Wilhelmine Sophie Elisabeth, geborene Boettcher (1777–1854), und dem Konsistorial- und Hofrat Christian von Witte (1773–1854) in Hannover geboren. Seine Schwester war die Lyrikerin Minna Witte. Er studierte nach dem Besuch des Gymnasiums von 1820 bis 1824 Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen.[1] In Göttingen trat er dem Corps Hannovera bei.[2] Er war einer der Mitunterzeichner des SC-Comments des Göttinger Senioren-Convents vom 20. Januar 1822 und spielte in den Untersuchungen des Prorektors der Universität Karl Gustav Himly im Sommer 1822 eine größere Rolle.[3]

Nach Beendigung seiner Ausbildung trat er 1825 in den hannöverschen Justizdienst ein und wurde zunächst Auditor in Calenberg. Witte wurde 1833 Procurator bei der Justizkanzlei Hannover und 1842 dort Hofrat. 1844 wurde er Oberfinanzrat im Königlichen hannoverschen Ministerium für Finanzen und Handel. Witte wurde 1856 Obergerichtsrat und Richter am Obergericht Hannover sowie am General-Kriegsgericht.[4] Ab 1863 war er Vizedirektor des Obergerichts Hannover. Am 1. November 1866 ging er in den Ruhestand,[4] den er in Hannover verlebte.[4]

„Diplom“ der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover von 1. Oktober 1859 für Staatsminister Alexander von Münchhausen mit Unterschrift des Vorstands Witte;
Druck der Hof-Steindruckerei von Julius Giere

Witte war von 1853 bis 1866 Erster Vorsitzender der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover.[4] Im Sommer 1861 hatte Witte den Kreisarzt und Fossiliensammler Carl Friedrich Häberlein (1787–1871) in Pappenheim bei Solnhofen besucht und dort ein fossiles Skelett eines Urvogels gesehen, welches kurz vorher bei Langenaltheim gefunden worden war. Dieses Skelett wurde später als Archaeopteryx bekannt. Witte sah die Bedeutung des Funds voraus und versuchte, unter Einbeziehung des Zoologen Johann Andreas Wagner den Eigentümer des Funds, Häberlein zu überzeugen, den Fund an ihn zu verkaufen. Die Fossile wurde dann aber auf Betreiben des Darwin-kritischen Naturforschers Richard Owen an das heutige Natural History Museum in London verkauft und dort zunächst für Jahre in das Magazin genommen.

Witte war Mitglied des Hannöverschen Staatsrats bis 1851 und als außerordentliches Mitglied von 1857 bis 1866 (Abteilung Justiz).

Witte war unverheiratet[4] und verstarb 1872 in Hannover. Seine paläontologische Sammlung vermachte er der Universität Göttingen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Friedrich Ernst Witte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. immatrikuliert 19. Oktober 1820
  2. Kösener Corpslisten 1960, 42, 254
  3. Franz Stadtmüller: Geschichte des Corps Hannovera zu Göttingen 1809–1959. Göttingen 1963, S. 75–80
  4. a b c d e Archaeopteryx: Jahreszeitschrift der Freunde des Jura-Museums Eichstätt. Band 6, 1988, S. 21 ff.