Friedrich Hausmann (Mineraloge)

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Johann Friedrich Ludwig Hausmann (* 22. Februar 1782 in Hannover; † 26. Dezember 1859 in Göttingen) war ein deutscher Mineraloge, Geologe und Bodenkundler.

Familie[Bearbeiten]

Hausmann heiratete 1809 Wilhelmine, geborene Lüder (1786-1841). Aus der Ehe gingen vier Söhne und zwei Töchter hervor:

  • Maria (1795-1885) ∞ Friedrich Christoph Henrici
  • Henriette (1812-1879) ∞ Johann Eduard Wappäus
  • Karl Georg Ernst Friedrich (1816-1879), preußischer Generalleutnant

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Hausmann studierte am Collegium Carolinum in Braunschweig und an der Universität Göttingen. 1803 trat er als Auditor beim Bergamt in Clausthal ein, wurde 1805 Kammersekretär beim Bau- und Hüttendepartement in Braunschweig, unternahm 1806 und 1807 eine geognostische und hüttenmännische Reise durch Skandinavien und wurde 1809 Generalinspektor der Berg-, Hütten- und Salzwerke des Königreiches Westfalen in Kassel.

Nach dem Tode von Johann Beckmann übernahm Hausmann 1811 die Professur für Mineralogie und Technologie an der Universität Göttingen. Er musste jedoch auch Vorlesungen über Bergbau und Eisenhüttenkunde, sowie über Land- und Forstwirtschaft anbieten. Fast dreißig Jahre lang hielt er in Göttingen in Anlehnung an J. Beckmanns berühmtes „Lehrbuch der teutschen Landwirthschaft“ landwirtschaftliche Vorlesungen, die er zuletzt unter dem Titel „Die Lehre vom Ackerbau“ ankündigte.

Den Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit widmete Hausmann u. a. der Untersuchung der norddeutschen Gebirge, besonders des Oberharzes, aber auch des Weserberglandes. Seine Arbeiten, von denen einige später als epochemachend eingestuft wurden, zeichnen sich aus durch Zuverlässigkeit und dokumentieren seine kritische Beobachtungsgabe. 1821 gründete er den „Göttingischen Verein bergmännischer Freunde“, dessen Publikationsorgan „Studien“ er von 1824 bis 1858 herausgegeben und redaktionell betreut hat. Mit seinen Studenten unternahm er alljährlich ausgedehnte geologische Exkursionen.

Aufsehen in Fachkreisen erregte Hausmann mit seinem 1825 erschienenen Buch „Versuch einer geologischen Begründung des Acker- und Forstwesens“. In der bereits 1818 in lateinischer Sprache erschienenen Abhandlung weist Hausmann auf die volkswirtschaftliche Bedeutung des Bodens als Standort für die Kulturpflanzen hin und beklagt die Vernachlässigung bodenkundlicher Fragen durch die Geologen. Mit dieser Schrift gehört Hausmann zu den Mitbegründern einer rationalen Bodenkunde. Seit dem Wintersemester 1830/31 hielt er an der Universität Göttingen auch Kollegs über „land- und forstwirtschaftliche Bodenkunde“.

Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Krystallogische Beiträge. Braunschweig 1803.
  • Norddeutsche Beiträge zur Berg- und Hüttenkunde. Braunschweig 1806-1810.
  • Handbuch der Mineralogie. Göttingen 1813, 3 Bde.; 2. Aufl. 1828-1847.
  • Reise durch Skandinavien. Göttingen 1811-1818.
  • Untersuchungen über die Formen der leblosen Natur. Göttingen 1821.
  • Versuch einer geologischen Begründung des Acker- und Forstwesens. Berlin 1825.
  • Über den gegenwärtigen Zustand und die Wichtigkeit des Hannoverschen Harzes. Göttingen 1832.
  • Über die Bildung des Harzgebirges: ein geologischer Versuch. Berlin 1842.
  • Studien des Göttinger Vereins bergmännischer Freunde. Herausgegeben von J. F. L. Hausmann. Göttingen 1824-1858, 6 Bde., darin u. a.:
  • Übersicht der jüngern Flötzgebilde im Flußgebiet der Weser (1824).
  • Beitrage zur metallurgischen Krystallkunde Göttingen (1850).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Friedrich Hausmann – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. G. Bornemann: Ueber die Liasformation in der Umgegend von Göttingen und ihre organischen Einschlüsse. Inaugural-Dissertation, A. W. Schade, Berlin 1854