Friedrich Ludwig Schrumpf

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Friedrich Ludwig Schrumpf (* 15. August 1765 in Assweiler/Asswiller; † 2. April 1844 in Biebrich am Rhein) war ein deutscher Architekt und nassauischer Baubeamter. Er war Zeichenlehrer in Herborn, bevor er herzoglich nassauischer Hofbaumeister und zuletzt Hofbaudirektor wurde. Schrumpf war Anhänger des Palladianismus, einem Baustil, der im Klassizismus um 1800 erneut Bedeutung erlangte. Er entwarf zahlreiche Bauten im Herzogtum Nassau, vor allem in den Residenzen Weilburg und Wiesbaden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinen bekanntesten Bauten zählen die Receptur (begonnen 1816, bezogen nach Leerstand erst 1829) und das Palais von Dungern (1822) in Weilburg, das Jagdschloss Platte bei Wiesbaden (1823–1826), sowie der Vorgängerbau der Bonifatiuskirche in Wiesbaden (ab 1828 errichtet, 1831 eingestürzt). Weitere Bauten sind die evangelischen Kirchen in Oberneisen (1816–1819) und Driedorf (1821–1827). Für die Evangelische Pfarrkirche in Marienberg, deren Vorgängerbau 1813 abgebrannt war, entwarf Schrumpf 1816 einen Neubau mit achteckigem Kirchenschiff ohne Turm. Ein zweiter Entwurf sah ein rechteckiges Schiff vor, ebenfalls ohne Turm. 1819 wurde schließlich eine überarbeitete vergrößerte Form des zweiten Entwurfs mit Turm durch Eberhard Philipp Wolff ausgeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Kiesow: Das verkannte Jahrhundert. Der Historismus am Beispiel Wiesbaden. Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2005, ISBN 3936942536.
  • Hans-Joachim Häbel: Vom Herborner Zeichenlehrer zum herzoglich nassauischen Hofbaumeister. Friedrich Ludwig Schrumpf (1765–1844). Der Erbauer des Jagdschlosses Platte bei Wiesbaden. In: Nassauische Annalen, Band 102 (1991), S. 115–144.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Fotos von Friedrich Ludwig Schrumpfs Werken:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Einsingbach: Biebrich am Rhein 874–1974. H. G. Seyfried, Wiesbaden 1974, S. 112.