Friedrich Meisner

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Karl Friedrich August Meisner (* 6. Januar 1765 in Ilfeld; † 12. Februar 1825 in Bern) war ein deutscher Pädagoge und Naturforscher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Meisner wurde in Ilfeld im Kurfürstentum Hannover geboren und war der Sohn des Rektors des Ilfelder Pädagogiums Karl Friedrich Meisner (1724–1788) und dessen Ehefrau Justine Wilhelmine (geb. Spangenberg). Von seinen sechs Geschwistern sind namentlich bekannt[1]:

Friedrich Meisner heiratete 1799 die Patrizierin Rosina Elisabetha (* 25. Januar 1765; † 1802)[2], Tochter des Landvogts von Zweisimmen Karl von Steiger (1714–1800), allerdings verstarb seine Ehefrau bereits früh bei der Geburt des dritten Kindes. Gemeinsam hatten sie einen Sohn und eine Tochter. 1805 heiratete er in zweiter Ehe die Sängerin und Komponistin Margaritha (* 22. Mai 1781 in Bern; † unbekannt), Tochter des Kaufmanns David Fueter.

Er hatte sich nicht um das Schweizer Bürgerrecht beworben. Erst sein in Basel niedergelassener und an der dortigen Universität wirkender Sohn Carl Meissner erhielt das Basler- und somit das schweizerische Bürgerrecht.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er erhielt mit seinen Geschwistern Unterricht durch verschiedene Privatlehrer, besuchte seit 1775 das Pädagogium Ilfeld[3] und begann 1782 ein Studium der Naturwissenschaften, Philologie, Philosophie und alten Sprachen an der Universität Göttingen; besonders interessierten ihn Vorlesungen bei Johann Friedrich Blumenbach, mit dem er später in Korrespondenz stand; weiterhin hörte er noch die Vorlesungen von Abraham Gotthelf Kästner, Christian Gottlob Heyne, Johann Dominik Fiorillo und Georg Christoph Lichtenberg. Während seines Studienaufenthaltes wurde er auch Mitglied des philologischen Seminars, das unter der Leitung von Christian Gottlob Heyne stand und trat einem Zirkel bei, in dem Aufsätze und Abhandlungen rezensiert und besprochen wurden; diesem Zirkel gehörte unter anderem auch der spätere Schriftsteller Leonhard Wächter an. Krankheitsbedingt musste er das Studium unterbrechen, hielt sich in dieser Zeit in Ilfeld auf und machte in dieser Zeit die Bekanntschaft mit dem Schriftsteller Leopold Friedrich Günther von Goeckingk.

Werdegang Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anschliessend erhielt er 1786 eine Stelle als Lehrer in Bremen, dort anfangs in einem privaten Haushalt und später in einem Erziehungsinstitut; in Bremen wirkte er auch, durch Vermittlung von Daniel Schütte, den er aus Göttingen kannte und den er in Bremen zufällig traf, in dem von Adolph Knigge geleiteten Liebhabertheater als Musikdilettant mit und spielte Cello.

1793 entschloss er sich, eine Stelle als Lehrer in Ilfeld anzunehmen; eine durch Christian Gottlob Heyne bereits zugesagte Stelle als Lehrer am Pädagogium, wurde jedoch, ohne Rücksprache mit Christian Gottlob Heyne, durch den Sohn des Konrektors Heinrich Alexander Günther Pätz (1734–1808)[4] besetzt. Daraufhin erhielt er von Christian Gottlob Heyne das Angebot, die Stelle eines Hauslehrers beim Landvogt zu Blankenburg, von Wattenwyl, zu besetzen. Dieses Angebot nahm er umgehend an und reiste nach Bern und trat sein neues Amt an.

Werdegang Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1799 gründete er in Bern eine höhere Lehranstalt für Knaben, die später auch von Bernhard Studer besucht wurde. Als 1805 die Privatschulen durch den Staat aufgelöst wurden, erhielt er, nach ihrer Wiederherstellung, eine Anstellung an der Berner Akademie (heute: Universität Bern) als Professor für Naturgeschichte und Geographie. 1807 eröffnete er seine höhere Lehranstalt jedoch erneut und führte diese noch fünf Jahre lang fort, seine Schüler kamen unter anderem aus den Familien von Emanuel Friedrich von Fischer, Albrecht Viktor von Tavel (1791–1854),[5] Johann Rudolf Friedrich Ith,[6] Gottlieb Anton Simon. 1815 gründete er eine Lehranstalt für Mädchen und führte diese bis 1824 fort. Er holte sich für seine Bildungseinrichtung auch Hilfe aus Deutschland und so kam der spätere Hochschullehrer Karl Jahn, durch seinen Ruf in die Schweiz, und erhielt seine erste Anstellung 1805 in seiner Lehranstalt.

Auch durch Bern reisende Musiker wurden in seinem Haus aufgenommen, die auch in seinem Haus musizierten, so unter anderem Carl Maria von Weber, Conradin Kreutzer, Louis Spohr und Franz Xaver Wolfgang Mozart; mit Conradin Kreutzer stand er in freundschaftlicher und mit Louis Spohr in sachlicher Korrespondenz.

Als er starb, hinterließ er bedeutende mineralogische und zoologische Privatsammlungen sowie handschriftliche Arbeiten.

Schriftstellerisches und naturwissenschaftliches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Meisner durchstreifte die Alpen, sammelte, beobachtete und zeichnete hierbei und gab 1801 eine erste Reisebeschreibung heraus, der in der Zeit von 1820 bis 1825 noch vier Bände folgten. Seit 1801 erhielt er die Aufsicht über die Vogelsammlung von Daniel Sprüngli und erstellte hierzu ein systematisches Verzeichnis der schweizerischen Vögel. In der Folge machte er sich um das Zustandekommen, die wissenschaftliche Ordnung und die Leitung einer öffentlichen naturhistorischen Sammlung (heute: Naturhistorisches Museum Bern) in Bern verdient. Gemeinsam mit Heinrich Rudolf Schinz verfasste er 1815 die erste Schweizer Avifauna Die Vögel der Schweiz.

August Gottfried Ferdinand Emmert (1777–1819) unterrichtete ihn im Sezieren, so dass er die vergleichende Anatomie mit der Zoologie verbinden konnte.

Er stand in Korrespondenz mit vielen Gelehrten, unter anderem mit Johann Friedrich Blumenbach, Martin Hinrich Lichtenstein, Louis Jurine, Georg Friedrich Treitschke, Ferdinand Ochsenheimer, Arnold Escher von der Linth, Samuel Thomas von Soemmerring, Coenraad Jacob Temminck, Georges Cuvier, Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied, Joseph Koechlin-Schlumberger (1796–1863), Johann Gottfried Bremser, Blasius Merrem und Johann Friedrich Eschscholtz.

Er schrieb 1806 ein Handbuch der Zoologie, von 1807 bis 1811 ein Museum der Naturgeschichte in 6 Heften mit Abbildungen, und 1816, gemeinsam mit dem Zürcher Heinrich Rudolf Schinz, Die Vögel der Schweiz. Dazu war er auch Mitarbeiter des Bernischen Almanachs Die Alpenrosen.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mit einigen Freunden rief er 1802, die schon 1786 begründete, Bernische Naturforschende Gesellschaft des Pfarrers Jakob Samuel Wyttenbach wieder neu ins Leben, zur Beförderung der Naturkunde überhaupt und der vaterländischen insbesondere, und zur Aufmunterung und Unterstützung junger Leute in diesem Studium,[7] und hielt dort die erste wissenschaftliche Vorlesung.
  • 1804 wurde er korrespondierendes Mitglied der naturalistes in Genf und 1808 der Wetterauischen Gesellschaft für die gesammte Naturkunde.
  • Seit 1813 war er ordentliches Mitglied der Societät für die gesammte Mineralogie zu Jena[8] und der herzoglich Sachsen-Gothaischen und Meiningischen Societät der Forst- und Jagdkunde zu Dreißigacker.
  • 1815 wurde er Gründungsmitglied des Berner Musikvereins.
  • Ebenso war er bei der Allgemeinen Schweizerischen Gesellschaft für die Gesamten Naturwissenschaften seit 1815 in Genf, tätig. Er war ihr erster Sekretär und gab in ihrem Auftrage, unterstützt von dem Genfer Botaniker Nicolas Charles Seringe, eine Zeitschrift, zuerst von 1817 bis 1823 unter dem Titel Naturwissenschaftlicher Anzeiger, und darauf von 1824 bis 1825 in 2 Bänden die Annalen der allgemeinen Schweizerischen Gesellschaft für Naturwissenschaften heraus.
  • 1818 wurde er ordentliches Mitglied der Kaiserlichen naturforschenden Societät zu Moskau.
  • 1822 erfolgte dann seine Mitgliedschaft als korrespondierendes Mitglied der Senkenbergischen naturforschenden Gesellschaft zu Frankfurt am Main.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Joachim Heerde: Das Publikum der Physik: Lichtenbergs Hörer. Wallstein Verlag, 2006, ISBN 978-3-8353-0015-6 (google.de [abgerufen am 1. Januar 2020]).
  2. Berner Geschlechter - Personen. Abgerufen am 1. Januar 2020.
  3. Carl Maria von Weber - Gesamtausgabe. 16. Dezember 2017, abgerufen am 1. Januar 2020.
  4. scopeArchiv - Archivplansuche. Abgerufen am 2. Januar 2020.
  5. Christoph Zürcher: Albrecht Viktor von Tavel. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 10. Oktober 2011, abgerufen am 19. Oktober 2020.
  6. Christoph Zürcher: Johann Rudolf Friedrich Ith. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 6. November 2007, abgerufen am 1. Januar 2020.
  7. Naturforschende Gesellschaft in Bern. Abgerufen am 31. Dezember 2019.
  8. 235 Jahre "Societät für die gesammte Mineralogie zu Jena". Abgerufen am 2. Januar 2020.