Friedrich Middelhauve

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Middelhauve (* 17. November 1896 in Siegen, Westfalen; † 14. Juli 1966 in Bad Mergentheim, Baden-Württemberg) war ein deutscher Verleger und Politiker der FDP.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem Studium der deutschen Literatur, Geschichte und Kunstgeschichte erfolgte 1921 die Promotion (Doktor) Middelhauves zum Dr. phil. an der Universität zu Köln. Er arbeitete danach zunächst als selbständiger Buchhändler in Leverkusen und ab 1922 als Verleger. 1924 gründete er eine Druckerei in Opladen. 1938 übernahm er ein Papierverarbeitungswerk in Köln.

Friedrich Middelhauve war 1947 Gründer und Inhaber des gleichnamigen schöngeistigen Verlages, der als Erster die Werke von Heinrich Böll veröffentlichte. Diesen Verlag führte später seine Tochter Gertraud unter ihrem Namen. Mit dem Westdeutschen Verlag gründete Middelhauve außerdem einen der bis heute führenden sozialwissenschaftlichen Verlage Deutschlands. Er war Mitglied der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Solingen.

Middelhauve war verheiratet mit Bertha und hatte drei Kinder: Friedrich Middelhauve jun., Gertraud Middelhauve und Mechthild Ruf geb. Middelhauve.

Parteitätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Middelhauve war in der Weimarer Republik Mitglied der Deutschen Staatspartei (DDP). Während des Nationalsozialismus war er nicht politisch aktiv.

1945 gründete Middelhauve zuerst die Deutsche Aufbaupartei in Opladen. Er überführte diese jedoch bald in die FDP und gehörte schnell mit Franz Blücher, Hermann Höpker-Aschoff und Erich Mende zu deren Führungsfiguren im Rheinland. Von 1947 bis 1956 war er als Nachfolger von Gustav Altenhain Landesvorsitzender in Nordrhein-Westfalen.[1] Von 1952 bis 1956 war er zudem stellvertretender Bundesvorsitzender. Er war außerdem Vizepräsident der Deutschen Gruppe der Liberalen Weltunion, der späteren Liberalen Internationale.

Middelhauve hatte über Ernst Achenbach engen Kontakt zum rechtsextremen Kreis um Werner Naumann, der einen innerparteilichen Umsturz plante, aber von den Briten Anfang 1953 ausgehoben wurde. Mit Achenbach und diversen ehemaligen Nationalsozialisten entwarf Middelhauve auch das Deutsche Programm, dem die Landesverbände Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg auf dem Bundesparteitag 1952 in Bad Ems das Liberale Manifest der FDP gegenüberstellten und es durchsetzten.

Nach dem Coup der sogenannten Jungtürken (Wolfgang Döring, Erich Mende, Walter Scheel, Willi Weyer und Hans Wolfgang Rubin) im Jahr 1956, die nach Absprache mit Thomas Dehler den CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold mit einem konstruktivem Misstrauensvotum ablösten und durch den SPD-Politiker Fritz Steinhoff ersetzten, legte Middelhauve, der innerparteilich als Ziehvater der Jungtürken galt, sein Amt als Landesvorsitzender nieder und zog sich mit Auslaufen seines Landtagsmandates zwei Jahre später aus der Politik zurück. Im Gegensatz zum sogenannten Ministerflügel um August-Martin Euler blieb er jedoch bis zu seinem Tode Parteimitglied.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Middelhauve war vor 1933 stellvertretender Vorsitzender des Wahlkreises Düsseldorf-Süd und Vorsitzender des Kreisverbandes Rhein-Wupper der Deutschen Staatspartei. Von 1946 bis 1958 war Middelhauve Landtagsabgeordneter. 1946/47 war er auch Stadtrat in Leverkusen. Von 1949 bis zum 17. Oktober 1950 und von 1953 bis zum 10. September 1954 gehörte Middelhauve auch dem Deutschen Bundestag an.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1954 bis 1956 war Middelhauve stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Verkehr in Nordrhein-Westfalen.

Der Nachlass Middelhauves wird im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland verwahrt und bildet dort den Bestand RWN 0172.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kabinett Arnold III

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christof Brauers: Die FDP in Hamburg 1945 bis 1953, Martin Meidenbauer Verlagsbuchhandlung, München 2007, ISBN 978-3-89975-569-5, S. 281.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]