Friedrich Philipp Rosenstiel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Friedrich Philipp Rosenstiel

Friedrich Philipp Rosenstiel (* 2. Oktober 1754 in Mietesheim im Elsass, Grafschaft Hanau-Lichtenberg; † 18. Mai 1832 in Berlin) war ein preußischer Beamter und Direktor der Königlich Preußischen Porzellan-Manufaktur sowie Preußischer Staatsrat.[1]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Sohn eines evangelisch-lutherischen Predigers und Assessors des Konsistoriums zu Buchsweiler.[2]:392 1781 heiratete er Luise Elisabeth Decker (1764–1832), eine Tochter des Oberhofbuchdruckers Georg Jacob Decker.[2]:395 Mit ihr hatte er sechs Söhne und vier Töchter, darunter Henriette (1784–1832), die mit dem Grafiker und Bildhauer Johann Gottfried Schadow, und Adelaide (Lyda) (1788–1861), die mit dem Geheimen Ober-Bergrat Carl Karsten verheiratet waren. Sein Sohn Wilhelm (1789–1871), der Inhaber der Deckerschen Hofbuchdruckerei in Posen geworden war, erhielt 1845 den erblichen Adel (von Rosenstiel).[3][4] Friedrich Philipps älterer Bruder war Heinrich Karl Rosenstiel.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Ausbildung auf dem Gymnasium in Buchsweiler, das er schon als Vierzehnjähriger mit dem Zeugnis „völliger Reife zur Universität“ verließ, studierte er u. a. mit Johann Wolfgang von Goethe[5] in Straßburg bei Johann Schweighäuser, Johann Daniel Schöpflin, Jeremias Jakob Oberlin und Christoph Wilhelm von Koch Theologie und Rechtswissenschaft.[2]:393 Als Neunzehnjähriger übernahm er eine Erzieherstelle im Hause der Familie von Stein für den jüngeren Bruders des späteren Preußischen Staatsministers.[2]:393 Hier lernte er seinen späteren Förderer, den preußischen Minister Friedrich Anton von Heynitz, kennen. Dieser holte ihn 1777 nach Berlin und verschaffte ihm eine Stelle als Assessor bei der Bergwerks- und Hüttenadministration.[2]:394 Nach seiner Beförderung 1781 zum Berg- und 1786 zum Ober-Bergrat, was 1787 mit der Mitgliedschaft in der neu errichteten Königlichen Porzellan-Manufaktur-Kommission verbunden war, wurde er 1790 ordentliches Mitglied der Akademie der Künste.[2]:395 1802 wurde ihm die Direktion der Porzellanmanufaktur übertragen, 1804 erfolgte die Ernennung zum Geheimen Oberfinanzrat und Kriegs- und Domänenrat bei dem Bergwerks- und Hüttendepartement. In diesen Funktionen entsandte ihn der König 1805 nach Paris und 1815 nach Wien. Seit 1810 war seine Tätigkeit auf die Königliche Porzellanmanufaktur beschränkt.[2]:395 Ab 1821 war dort Georg Frick sein technischer Mitdirektor.

Er pflegte Umgang mit zahlreichen bekannten Zeitgenossen wie Karl Wilhelm Ramler, Johann Jacob Engel, Friedrich Nicolai, Wilhelm Abraham Teller und Dietrich Ludwig Gustav Karsten.[2]:395 Rosenstiel trat 1781 der Berliner Freimaurerloge Zur Eintracht bei, die zur Großen National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“ gehörte, deren Großmeister er später wurde[6]. Er war langjähriges Mitglied des Montagsklubs. Der König zeichnete ihn mit dem Roten Adlerorden 2. und 3. Klasse aus.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Schmalz: Encyclopaedie der Cameralwissenschaften. (Rosenstiel war Mitautor der verbesserten Auflage Königsberg 1819, Digitalisat).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich August Schmidt, Bernhard Friedrich Voigt: Neuer Nekrolog der Deutschen (Band 10, Teil 1). 1834, S. 392–397 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joseph Meyer: Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände. Band 6. 1851, S. 357; Nadja Stulz-Herrnstadt: Berliner Bürgertum im 18. und 19. Jahrhundert. Berlin, New York 2002, S. 358.
  2. a b c d e f g h Neuer Nekrolog. Ilmenau 1834
  3. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch. Adelige Häuser. 1921, S. 704.
  4. Nadja Stulz-Herrnstadt: Berliner Bürgertum im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert, Walter de Gruyter, 2002, Seite 226,227,books.google.de
  5. Grumnach: Goethe, Begegnungen und Gespräche. Berlin 1965, S. 186 (Zitat eines Briefes A. v. Goethe an seinen Vater).
  6. Geschichte der Grossen National-Mutterloge in den Preussischen Staaten genannt zu den drei Weltkugeln, Berlin 1903, S. 496.