Friedrich Sieburg

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Friedrich Carl Maria Sieburg (* 18. Mai 1893 in Altena; † 19. Juli 1964 in Gärtringen) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Literaturkritiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Sieburg stammte aus einer Kaufmannsfamilie. Er besuchte zunächst das Realgymnasium in Altena, danach ein humanistisches Gymnasium in Düsseldorf. Als 16-Jähriger veröffentlichte er erste Gedichte in den Düsseldorfer Nachrichten.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912 begann er das Studium der Philosophie, Geschichte, Literatur und Nationalökonomie in Heidelberg. 1919 promovierte Sieburg in Münster in Literaturwissenschaft (Thema: Die Grade der lyrischen Formung. Beiträge zu einer Ästhetik des lyrischen Stils). Zu seinen Universitätslehrern zählten Max Weber und Friedrich Gundolf. Er hatte Verbindung zum George-Kreis. Im Ersten Weltkrieg war er zunächst als Infanterist, ab 1916 als Fliegeroffizier im Einsatz.

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1919 bis 1923 lebte Sieburg als freier Schriftsteller in Berlin, war Anhänger der Revolution und schrieb in dieser Zeit vor allem Filmkritiken. Von 1923 an war er, anfangs in loser Form, für die Frankfurter Zeitung in Kopenhagen tätig. Im Mai 1926 wurde er ihr Auslandskorrespondent in Paris. Dort entstand auch sein bekanntestes Buch Gott in Frankreich? (1929). 1930 bis 1932 war er Auslandskorrespondent in London, danach wieder in Paris.

1929 veröffentlichte Sieburg einen Artikel in der jungkonservativen Monatszeitschrift Die Tat, was man als Abkehr von der bürgerlich-liberalen Generallinie bewerten darf, die die Frankfurter Zeitung auszeichnete. 1932 veröffentlichte er auch einige Beiträge in der Täglichen Rundschau, die wie Die Tat von Hans Zehrer geleitet wurde, dessen Hinwirken auf ein Querfrontbündnis zwischen „linken“ Nationalsozialisten um Gregor Strasser, Gewerkschaftern und Sozialdemokraten zur Verhinderung eines Reichskanzlers Adolf Hitler von Sieburg unterstützt wurde. In seinem Buch Es werde Deutschland, das er im November 1932 abschloss, das aber erst nach Hitlers Machtübernahme erscheinen konnte, bewegte er sich, wie sein Freund Carl Zuckmayer 1944 in seinem Geheimreport urteilte, auf einer „sehr gefährlichen und ganz verschwommenen Grenze – zwischen Nationalismus, Kritik des ‚liberalen Denkens‘ und politischer Progressivität“. Dazu gehörte allerdings auch die entschiedene Ablehnung des Antisemitismus, weshalb das Buch 1936 verboten wurde.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar hatte sich Sieburg in der Kampfschrift Es werde Deutschland parteipolitisch noch nicht festgelegt, bekannte sich in der englischen Übersetzung, die nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten erschien, aber zum Nationalsozialismus und warb tagespublizistisch im Ausland für das „neue Deutschland“, wodurch er beim ehemaligen Weggefährten Kurt Tucholsky oder dem Emigranten Lion Feuchtwanger als Herold des NS-Regimes erschien und sich die Verachtung der deutschen Emigranten zuzog. Auf der anderen Seite missbilligte er die Machtergreifung in Briefen an den Verleger Heinrich Simon, für dessen Frankfurter Zeitung er von 1932 bis 1939 als Auslandskorrespondent in Paris tätig war. Für autoritäre Regime wie in Portugal und Japan fand er in den Büchern Neues Portugal (1937) und Die stählerne Blume (1939) anerkennende Worte. Die 1935 von ihm verfasste Biografie Robespierre kann nur mit Einschränkungen der Inneren Emigration zugerechnet werden.[1]

1939 wurde Sieburg in den deutschen Auswärtigen Dienst berufen. Nach Longerich, der sich auf Max W. Clauss beruft, wurden etwa zwei Dutzend NS-nahe Journalisten im Sommer zu Ribbentrop nach Fuschl am See geholt und dort durch Friedrich Berber, der hier als Chef auftrat, ultimativ zum Auslandseinsatz als NS-Propagandisten aufgefordert. Clauss gibt an, sich verweigert zu haben, während Sieburg, Hans Georg von Studnitz und Karl Megerle sofort zusagten.[2] Sieburg war ab Februar 1940 an der Deutschen Botschaft in Brüssel als „Sonderbeauftragter“ des Auswärtigen Amtes tätig. Er erhielt den Rang eines Botschaftsrats.[3] Von 1940 bis 1942 hielt er sich im besetzten Frankreich auf.[4] In einer später auch gedruckten Rede im März 1941 France d’hier et de demain vor der „Groupe Collaboration“[5], deren Ziel ebendiese Kollaboration mit den Nazis gewesen ist, erklärte Sieburg, er sei durch das Leben in Frankreich „zum Kämpfer und zum Nationalsozialisten erzogen“ worden.[6] In der Mitgliederkartei der NSDAP liegt sein Aufnahmeantrag vom 9. April 1941 vor, den er in Paris bei der NSDAP-Auslandsorganisation stellte und der am 1. September 1941 bewilligt wurde.[7] Im Fragebogen der französischen Militärregierung gab er nach dem Zweiten Weltkrieg an, nicht Mitglied der NSDAP gewesen zu sein.

1942 kehrte Sieburg nach Deutschland zurück und arbeitete wieder für die Frankfurter Zeitung bis zu ihrem Verbot 1943. Danach wechselte er zur Börsenzeitung und war für das Auswärtige Amt „Ehrenbegleiter“ von Marschall Henri Philippe Pétain.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieburg erlebte das Kriegsende in Bebenhausen, das zur Französischen Besatzungszone gehörte und wurde von der französischen Besatzungsmacht mit einem Publikationsverbot (1945–1948) belegt.

Sieburgs Schriften Neues Portugal (1937) und Die rote Arktis (1932) wurden in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. in der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[8][9]

1948 wurde er Mitarbeiter, 1949 auch Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Gegenwart. In seinen Büchern über Frankreich distanzierte er sich jetzt stark vom Nationalsozialismus, nahm Abstand von einem deutschen Sonderbewusstsein und pries die moderne französische Literatur. Seit 1956 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig, war er bis zu seinem Tode einer der bedeutendsten Zeit- und Literaturkritiker Deutschlands. Insbesondere Sieburgs Inhaltswiedergaben, in denen er die Kritik vorwegnimmt und damit jegliche abschließende Argumentation überflüssig macht, gelten als unübertroffen.

1953 ernannte ihn das Land Baden-Württemberg zum Professor.[4] Seit 1956 war er ein ordentliches Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Friedrich Sieburg unterstützte die Regierung Adenauer, war ein Gegner der Nachkriegsliteratur und kritisierte die Gruppe 47 mehrfach in scharfer bis polemischer Form. Die Kunst wie das Leben beurteilte er als Konservativer anhand des subjektivistischen Maßstabs, der nur das Außergewöhnliche gelten lässt.[10]

Von 1963 bis zu seinem Tod 1964 wohnte Sieburg in der Villa Schwalbenhof in Gärtringen. Sein Neffe Heinz-Otto Sieburg hat als Universitätsprofessor für neuere Geschichte in Saarbrücken gleichfalls mehrere Werke zum deutsch-französischen Verhältnis verfasst.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grunddiagnose der mangelnden deutschen Nationalidentität bildete den Hintergrund von Sieburgs literaturkritischer Publizistik. Sein Schaffen verstand sich vorrangig als Beitrag zur nationalen Identitätsstiftung. Es stellt den Versuch dar, mit literarischen Essays und kritischen Rezensionen eine geistige Nationalgeschichte zu entwerfen, Befindlichkeiten auszuloten und auf diese Weise Zeitkritik zu betreiben.

Literatur sollte den Deutschen ermöglichen, sich ihrer selbst zu vergewissern; mit ihr als „nationaler Sache“ wollte Sieburg die Umrisse des vielschichtigen, schwer zu fassenden Wesens der deutschen Kultur herausarbeiten.[11]

Da Deutschland durch den Nationalsozialismus politisch disqualifiziert schien, sollte die Aufbauarbeit, als die man Sieburgs Literaturkritik bis in die 1950er Jahre betrachten muss, nur noch vom „Geistigen“ ausgehen.

Als geistiges Koordinatensystem für Sieburgs Zeit- und Literaturkritik kann Thomas Manns Deutung des deutschen Nationalcharakters angesehen werden.[12] Das deutsche Verhältnis zur Welt war für Mann „abstrakt und mystisch“, gewissermaßen „musikalisch“ und gleichzeitig vom hochmütigen Bewusstsein bestimmt, „der Welt an Tiefe überlegen zu sein.“[13] Diese Erklärungsmuster, die im Doktor Faustus und der Deutschlandrede zum Ausdruck kamen und den Nationalsozialismus in einen Zusammenhang mit der deutschen Innerlichkeit brachten, bereicherte Sieburg mit spezifisch französischen Elementen. So bezeichnete er die Deutschen im Gegensatz zu den Franzosen nun als ein Volk, das dem Leben gegenüber versage.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieburgs Wirken als Literat und Literaturkritiker wurde kontrovers beurteilt. Während Mitglieder der Gruppe 47 ihn ablehnten und Alfred Andersch ihn beschimpfte, gab es Urteile, die bei aller Kritik an seinem Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus auch Leistungen hervorhoben und bemüht waren, den ästhetischen Maßstab des Kritikers Sieburg zu verstehen und zu würdigen.

Thomas Mann etwa war tief beeindruckt von einer Rezension des Felix Krull, den Sieburg in dem Aufsatz Kultur ist Parodie 1954 überschwänglich gelobt und dabei von dem unsäglichen geistigen Vergnügen gesprochen hatte, das dieses Werk, die große parodierte Nachfolge des Wilhelm Meister, bereite. Es sei undenkbar, „daß ein schreibender Sterblicher die Sprache vollendeter, raffinierter und bedeutungsvoller handhabe als Thomas Mann in diesem Schelmenroman.“[14]

Gegenüber Erika Mann bezeichnete er Sieburg, der sich „erstaunlich begeistert“ gezeigt habe, als „sonderbaren Kopf“. In Sieburgs Buch Die Lust am Untergang ließen sich gescheite und stilistisch hochstehende Dinge finden, wenn auch unter der „undeutschen Perspektive Literatur ist Kritik.“ Seinem Tagebuch vertraute Thomas Mann an, dass er Ähnlichkeiten mit den Betrachtungen eines Unpolitischen sieht. Das muss kein Lob sein, denn Mann distanzierte sich ja später deutlich von seiner frühen, antidemokratischen Schrift[15] Sieburg hatte einige Jahre zuvor in dem Artikel Frieden mit Thomas Mann, der in der Zeitschrift Die Gegenwart veröffentlicht wurde, Thomas Manns Werk als die „größte kulturkritische Leistung“ bezeichnet, „die der deutsche Geist hervorgebracht hat.“ Ausgangspunkt dieses Aufsatzes war das politische Problem der doppelten Ehrung Thomas Manns diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs mit dem Goethepreis in Frankfurt und der Ehrenbürgerwürde in Weimar. So gehe der Eiserne Vorhang „mitten durch die gebrechliche Welt unserer geistigen Werte.“

Gottfried Benn lobte Sieburgs Nur für Leser – Jahre und Bücher und nannte es einen „Brockhaus der literarischen Ereignisse.“ Sieburg beweise Konzilianz auch gegenüber Autoren, die ihm nicht am Herzen liegen würden. Der Autor habe mit großem Stilgefühl und Sensibilität ein populäres Buch von „belehrender Weitsicht und erlesener literarischer Struktur“ geschrieben.[16]

Nach Klaus Harpprecht hat sich Sieburg in einem „beschämenden Ausfall“ von Heinrich Heine demonstrativ und trotzig wie von einem geheimen Mentor losgesagt. Sein demonstrativer Patriotismus während der Zeit des Nationalsozialismus sei von Selbstmitleid gezeichnet und Ausdruck des „leidenden Opportunismus einer deutschen Bürgerseele.“ Man könne von einem „Pathos der Anpassung“ sprechen. Für Sieburg habe sich im Nachkriegsdeutschland die heraufziehende Barbarei im Verfall der Sprache angekündigt. Das deutsche Bürgertum könne in seinen geistreichen Schriften viele Wahrheiten entdecken und sich in ihnen wiederfinden.[17]

Der Publizist Wolf Jobst Siedler bezeichnete Sieburg als einen „linksschreibenden Rechten“ und lobte ihn als großen Stilisten.[18] Er habe dem Klischee nicht entsprochen, nach dem der Konservatismus stumpf oder von rechtschaffener Biederkeit zu sein habe, während Witz und geistvolle Ironie Sache der Linken sei. Friedrich Sieburg habe den Schriftstellern, die ihn verabscheuten, „den Witz entwendet“, was ihn zur Gegenfigur der deutschen Nachkriegsliteratur gemacht habe. Er sei ein linker Literat, der rechts schreibe, was bürgerliche Anhänger übersehen würden. Die dumpfe Polemik gegen ihn attackiere ihn auf „rechte, also auf gesinnungsstarke Weise.“ Auf der Gegenseite gebe es keinen Kritiker von seinem Rang, was den Zorn der Gegner auf ihn nur erhöhe.

Auch Fritz J. Raddatz nennt Sieburg den einflussreichsten Kritiker der Nachkriegszeit. Sein rückwärtsgewandtes Urteil sei indes zufällig gewesen, er habe zwar Alexander Kluge entdeckt, Paul Celan allerdings nicht gesehen. Sein Konservatismus habe ihn gezwungen, aus dem Gewesenen einen unerreichbaren Maßstab zu errichten, um das Gegenwärtige zu verdammen. Seine auffällige Unkenntnis der Literaturtheorie habe dazu geführt, die geistesgeschichtlichen Debatten der Gegenwart zu ignorieren und Theodor W. Adorno, Georg Lukács und Max Horkheimer nicht zu „kennen“. Der Geschmack sei das einzige Kriterium gewesen, sein Urteil somit zwar geschmackssicher aber weltarm.[19]

Marcel Reich-Ranicki lobt den Stilisten Sieburg, betont seine umfassende Bildung ebenso wie seinen Scharfsinn und literarischen Geschmack. Er habe melodisch und exakt geschrieben und eine ungewöhnliche Vorliebe für das Saloppe wie für die würdevolle, etwas antiquierte Ausdrucksweise gehabt, wodurch die Wirkung seiner Diktion noch gesteigert worden sei.[20] Allerdings habe Sieburg ihn später eher geduldet als gefördert. Nachdem Reich-Ranicki eine Artikelserie über DDR-Schriftsteller in der Welt veröffentlicht hatte, veranlasste Sieburg 1960 die Kündigung der Zusammenarbeit mit ihm und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er habe befürchtet, die Konkurrenz wolle eine Gegenfigur aufbauen.[20]

Es sei Sieburg indes gelungen, der „nationalsozialistischen Sklaverei für sich selber ungewöhnlich bequeme Seiten abzugewinnen, ohne dass er dem Regime sonderliche Zugeständnisse gemacht hätte.“ Im Vergleich zu Publikationen anderer deutscher Journalisten sei der fatale Pariser Vortrag von 1941 zwar kein angenehmes, dafür aber eher milde anmutendes Dokument. Sieburgs Genie sei vor allem im gesellschaftskritischen Feuilleton zum Ausdruck gekommen, und viele Erscheinungen des bundesdeutschen Alltags habe er als Erster registriert. Trotz aller stilistischen und literarischen Vorzüge seien Sieburgs späte Kritiken von gereiztem Selbstgefühl gekennzeichnet, das seit 1945 immer wieder verletzt worden sei. Er habe sich vor allem mit eigenen Befindlichkeiten beschäftigt und seine Wunden auch gegenüber der Öffentlichkeit nicht ohne Selbstmitleid präsentiert. Die Beschreibung mancher Werke tendiere zur Selbstverteidigung; seine Klage über das ihm im Nachkriegsdeutschland widerfahrene Unrecht sei nicht frei von Larmoyanz. Dennoch sei er „wohl der geistreichste, ja der beste deutsche Feuilletonist der frühen Nachkriegszeit.“[21]

Werke (in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Erlösung der Straße. Gedichte. Kiepenheuer 1920
  • Gott in Frankreich? Societäts-Verlag, Frankfurt 1929 (französische Übersetzung Dieu est-il français? 1930)
  • Frankreichs rote Kinder. Societäts-Verlag, 1931; 2. Aufl. Wunderlich, Tübingen 1949[22]
  • Die rote Arktis, ‚Malygins‘ empfindsame Reise. Societäts-Verlag 1932
  • Es werde Deutschland. Societäts-Verlag 1933
  • Polen, Legende und Wirklichkeit. Societäts-Verlag 1934
  • Robespierre. Societäts-Verlag 1935
  • Neues Portugal. Bildnis eines alten Landes., Societäts-Verlag 1937
  • Afrikanischer Frühling. Eine Reise. Societäts-Verlag 1938
  • Blick durchs Fenster. Aus 10 Jahren Frankreich und England. Societäts-Verlag 1939
  • Die stählerne Blume. Eine Reise nach Japan. Societäts-Verlag 1939
  • La fleur d'acier (Voyage au Japon). Grasset, Paris 1942
  • Schwarzweiße Magie. Über die Freiheit der Presse, Wunderlich, Tübingen 1949
  • Unsere schönsten Jahre. Ein Leben mit Paris. Wunderlich 1950
  • Was nie verstummt. Begegnungen. Wunderlich 1951
  • Geliebte Ferne. Der schönsten Jahre anderer Teil. Wunderlich 1952
  • Die Lust am Untergang. Selbstgespräche auf Bundesebene. Rowohlt 1954; wieder: Eichborn 2010 ISBN 3-8218-6229-7
  • Napoleon. Die hundert Tage. Deutsche Verlagsanstalt DVA, Stuttgart 1956
  • Chateaubriand. Romantik und Politik. DVA 1959
  • Das Geld des Königs. Eine Studie über Colbert. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1960
  • Helden und Opfer. Fünf historische Miniaturen. Insel 1960
  • Lauter letzte Tage. Prosa aus zehn Jahren. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1961
  • Napoleon: Die 100 Tage. Ullstein 1987, ISBN 3-548-37054-3
  • Abmarsch in die Barbarei. Gedanken über Deutschland. Hg. Klaus Harpprecht, DVA 1983
  • Zur Literatur: 1924–1956. Hrsg. Fritz Raddatz, Ullstein 1987 ISBN 3-548-37061-6
  • Zur Literatur: 1957–1963. Hrsg. Fritz Raddatz, Ullstein 1987 ISBN 3-548-37062-4

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(neueste zuerst)

  • Harro Zimmermann: Friedrich Sieburg – Ästhet und Provokateur. Eine Biographie. Wallstein, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1722-2.
  • Klaus Deinet: Friedrich Sieburg (1893–1964). Ein Leben zwischen Frankreich und Deutschland. NoRa Verlag, Berlin 2014, ISBN 978-3-86557-337-7.
  • Gunther NickelSieburg, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 24, Duncker & Humblot, Berlin 2010, ISBN 978-3-428-11205-0, S. 331–333 (Digitalisat).
  • Gunther Nickel: Über die Schwierigkeiten politischer Hermeneutik am Beispiel Friedrich Sieburgs. In: Michael Braun, Georg Guntermann (Hrsg.): Gerettet und zugleich von Scham verschlungen. Neue Annäherungen an die Literatur der „Inneren Emigration“. (= Trierer Studien zur Literatur, Bd. 48). Lang, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-631-56740-1, S. 39–58.
  • Hans-Cristof Kraus: Als konservativer Intellektueller in der frühen Bundesrepublik. Das Beispiel Friedrich Sieburg. In: Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Die kupierte Alternative. Konservativismus in Deutschland nach 1945 (= Studien und Texte zur Erforschung des Konservatismus, Band 6). Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 978-3-428-11781-9.
  • Cecilia von Buddenbrock: Friedrich Sieburg 1893–1964. Ein deutscher Journalist vor der Herausforderung eines Jahrhunderts. Societät, Frankfurt 2007. ISBN 978-3-7973-1031-6.
    • Erstfassung in französischer Sprache: F. S. 1893–1964. Un journaliste allemand à l'épreuve du siècle. Éditions de Paris, Paris 2005, ISBN 2-85162-023-1.
  • Gunther Nickel: Des Teufels Publizist. Ein „höchst komplizierter und fast tragischer Fall“. Friedrich Sieburg, Carl Zuckmayer und der Nationalsozialismus. Mit dem Briefwechsel zwischen S. und Z. In: Ulrike Weiß (Red.): Zur Diskussion: Zuckmayers „Geheimreport“ und andere Beiträge zur Zuckmayer-Forschung. (= Zuckmayer-Jahrbuch, Bd. 5). Wallstein, Göttingen 2002, ISBN 978-3-89244-608-8, S. 247–295.
  • Joachim Kersten: „Niemand hat Glück mit Deutschland.“ 33 Bausteine zu einem Portrait von F. S. In: Angelika Ebbinghaus, Karl Heinz Roth (Hrsg.): Grenzgänge. Deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts im Spiegel von Publizistik, Rechtsprechung und historischer Forschung. Festschrift für Heinrich Senfft zum 70. Geburtstag. Zu Klampen, Lüneburg 1999, ISBN 3-924245-77-0, S. 51–93 (Friedrich Sieburg war Heinrich Senffts zweiter Stiefvater).
  • Marcel Reich-Ranicki: Friedrich Sieburg – Der Feuilletonist als Kritiker. In: Ders.: Die Anwälte der Literatur. dtv, München 1996, S. 237–245.
  • Hermann Uhrig: Sieburg, Friedrich. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 10, Bautz, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X, Sp. 43–56.
  • „Die Schwalben fliegen hoch“. Erinnerungen an Friedrich Sieburg zum 100. Geburtstag. Herausgegeben von der Gemeinde Gärtringen. Ebd. 1994.
  • Tilman Krause: Mit Frankreich gegen das deutsche Sonderbewußtsein. Friedrich Sieburgs Wege und Wandlungen in diesem Jahrhundert. Akademie, Berlin 1993, ISBN 3-05-002385-6.
  • Margot Taureck: Friedrich Sieburg in Frankreich. Seine literarisch-publizistische Stellungnahmen zwischen den Weltkriegen im Vergleich mit Positionen Ernst Jüngers. Carl Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03900-5.
  • Peter Longerich: Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop. Oldenbourg, München 1987, ISBN 3-486-54111-0.
  • Hans Georg von Studnitz: Menschen aus meiner Welt. Ullstein, Frankfurt am Main 1985, ISBN 3-550-07197-3.
  • Joachim Fest: Friedrich Sieburg. Ein Portrait ohne Anlass. In: Ders.: Aufgehobene Vergangenheit. Portraits und Betrachtungen. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1981, ISBN 3-421-06085-1, S. 70–95.
  • Monika Miehlnickel: Feuilletonistische Sprache und Haltung bei Friedrich Sieburg und Sigismund von Radecki. Diss. Freie Universität Berlin 1962.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Killy: Innere Emigration, Bd. 13, S. 437
  2. Longerich, siehe Lit., S. 51. Die Aufzeichnungen Clauss’ sind nicht veröffentlicht und lagern im Nachlass seiner Witwe Inge.
  3. Differenzen zwischen verschiedenen Nazi-Instanzen, wegen Ämterwirrwar zwischen Goebbels' Propagandaministerium, das schon Leute vor Ort hatte, und dem AA, um seine Berufung dorthin bei Longerich, S. 196, dort auch die Archivquelle beim AA
  4. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt 2007, S. 569.
  5. Pierre Philippe Lambert, Gérard Le Marec: Partis et mouvements de la Collaboration. Paris : Grancher 1993
  6. Zitat bei Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, S. 582. Die ganze Rede erstmals in Deutsch bei Franz Schonauer, Deutsche Literatur im 3. Reich. Versuch einer Darstellung in polemisch-didaktischer Absicht. Walter, Olten 1961, S. 168–175
  7. Nach einem in Sieburgs Nachlass überlieferten Schreiben wurde dieser Antrag jedoch erst am 9. April 1942 eingereicht und am 28. November 1942 abgelehnt. Es ist bislang nicht gelungen, diese Unstimmigkeit aufzuklären. Möglicherweise eine von Sieburg selbst vorgenommene Fälschung aus der Nachkriegszeit. Eine offizielle Tabelle der NSDAP (bei Longerich S. 195) gibt ebenfalls 1941 an.
  8. polunbi.de
  9. polunbi.de
  10. Friedrich Sieburg. In: Walther Killy: Literaturlexikon, Bd. 11, S. 29
  11. Tilman Krause: Mit Frankreich gegen das deutsche Sonderbewusstsein, Friedrich Sieburgs Wege und Wandlungen in diesem Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin 1993, S. 191
  12. Tilman Krause: Mit Frankreich gegen das deutsche Sonderbewusstsein, Friedrich Sieburgs Wege und Wandlungen in diesem Jahrhundert. Akademie-Verlag, Berlin 1993, S. 203–204
  13. Thomas Mann: Essays, Band 5, Deutschland und die Deutschen. Fischer, Frankfurt, 1996, S. 265
  14. Friedrich Sieburg: Kultur ist Parodie, Zur Literatur 1924–1956. S. 381, DVA, Stuttgart 1981
  15. Klaus Harpprecht: Thomas Mann, Eine Biographie. Rowohlt, 1995, 110. Kapitel, S. 2006
  16. Gottfried Benn: Gesammelte Werke 3, Zwei Bücher, Vermischte Schriften, Autobiographische Schriften. Frankfurt, Oktober 2003, S. 1811
  17. Klaus Harpprecht in: Friedrich Sieburg, Abmarsch in die Barbarei, Der Bürger am Abgrund. DVA, Stuttgart 1983, S. 24–31
  18. Plädoyer für einen linksschreibenden Rechten. In: Die Zeit, Nr. 20/1963
  19. Fritz J. Raddatz: Schreiben ist Leben. Vorwort in: Friedrich Sieburg, Zur Literatur 1924–1956. DVA, Stuttgart 1981, S. 13
  20. a b Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben, Vierter Teil, Als Deutsche anerkannt. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2000, S. 397
  21. Ein verzweifelter Genießer des Lebens
  22. Essay von Kai Küchler zu diesem Buch