Friedrich Wilhelm IV.

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Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, Porträtaufnahme von Hermann Biow, Daguerreotypie von 1847
Unterschrift
Friedrich Wilhelm IV. mit Ehrenzeichen (um 1850)

Friedrich Wilhelm IV. (* 15. Oktober 1795 in Berlin; † 2. Januar 1861 in Potsdam) war vom 7. Juni 1840 bis zum 2. Januar 1861 König von Preußen. Er entstammte der Dynastie der Hohenzollern. Der König galt als ein "Romantiker auf dem Thron", der von den Idealen des mittelalterlichen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation inspiriert wurde. Eine besondere Rolle fiel Friedrich Wilhelm während der Revolution von 1848 zu, als er die von der Frankfurter Nationalversammlung angebotene Kaiserkrone ablehnte.

Leben bis zum Herrschaftsantritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prinz Friedrich Wilhelm

Friedrich Wilhelm war der älteste Sohn des späteren Königs Friedrich Wilhelms III. (Regierungszeit: 1797–1840) und der Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz. Er wurde um 6 Uhr morgens, am 15. Oktober 1795 im Berliner Kronprinzenpalais geboren.[1] Die Nachricht der Geburt wurde durch das Abfeuern von 24 Kanonen bekannt gegeben. Am 28. Oktober 1795 wurde er im Kronprinzenpalais getauft. Friedrich Wilhelm wuchs wohlbehütet in einem eher bürgerlichen als adligen Elternhaus auf.

Nach dem Tode seines Großvaters Friedrich Wilhelm II. bestieg am 16. November 1797 Friedrich Wilhelms Vater den preußischen Thron; der Zweijährige war damit Kronprinz von Preußen. „Fritz“ war ein begabtes und aufgewecktes, aber auch ungehorsames und eigenwilliges Kind, das auch seinen Erziehern Probleme machte. Im Mai 1803 schrieb Königin Luise über ihren Sohn[2]:

„Fritz ist über alle Maßen lebhaft, oft unbändig, aber sehr gescheit und ein gutes Herz.“

Luise von Mecklenburg-Strelitz über Friedrich Wilhelm

Friedrich Wilhelm hatte herausragende rhetorische Fähigkeiten und galt als gebildet und phantasiereich, aber auch als sehr unbeständig, inkonsequent und von Natur aus unpraktisch.[3]

Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1810, gezeichnet von Heinrich Anton Dähling

Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Erzieher Friedrich Wilhelms und seines jüngeren Bruders Wilhelm bestimmten die Eltern 1801 den Rektor am Pädagogium des Klosters Unserer lieben Frauen zu Magdeburg; Friedrich Delbrück.[2] Die Erziehung Delbrücks zielte vor allem darauf ab, dem jungen Friedrich Wilhelm Christentum, Humanismus und Klassizismus zu vermitteln. Damit sollte er der erste preußische König seit Friedrich II. werden, der keine Erziehung im Sinne der Aufklärung erhielt.[4] Vielmehr wurde Friedrich Wilhelm vom Einfluss der Romantik geprägt. Friedrich Wilhelms Stundenplan wurde von Delbrück nicht allzu streng geregelt. So erkannte der Erzieher bereits beim fünfjährigen Kronprinzen künstlerisches Talent und bestellte einen Zeichenlehrer. Im Jahr 1803 begann der Französischunterricht, der Sprache an den Fürstenhöfen Europas. Später führte Delbrück auch Lateinunterricht ein und weckte dabei das Interesse des späteren Königs für die klassische Antike. Der durch Delbrück und andere Hauslehrer erteilte Unterricht in Geschichte, Geographie, Physik, Latein, Französisch, Englisch, Mathematik, Musik und Zeichnen erreichte nicht das zum Besuch einer Universität nötige Niveau[5], sondern beschränkte sich auf lebensnahe Stoffe.

Für die militärische Ausbildung bestellte Friedrich Wilhelm III. zwei Unteroffiziere. Bereits als Zehnjähriger wurde der Kronprinz am 15. Oktober 1805 zum Leutnant der Garde ernannt. Dennoch wurde der spätere Friedrich Wilhelm IV. nie zu einem überzeugten Soldaten, weswegen sein Ansehen im Offizierskorps weit hinter dem seines Bruders Wilhelm zurückstand.

1809 wurde Friedrich Delbrück als Erzieher abgelöst und 1810 durch Jean Pierre Frédéric Ancillon ersetzt, dem Friedrich Wilhelm ein Leben lang verbunden bleiben sollte.

Zeit der Napoleonischen Kriege (1806–1815)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste große Zäsur im Leben des Kronprinzen war die Niederlage der preußischen Armee gegen die französischen Truppen Napoleons I. in der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806. Am 17. Oktober 1806 musste Friedrich Wilhelm in Begleitung von Delbrück Berlin fluchtartig verlassen, da die Gefahr einer Gefangennahme durch die Franzosen drohte.[6] Die königliche Familie floh nach Ostpreußen. Den 11-jährigen Friedrich Wilhelm prägte die Erfahrung dieser Niederlage nachhaltig. Während seine Schwester Charlotte, die spätere Gemahlin des Zaren Nikolaus I., sich später erinnerte, dass für die Kinder die Freude daran, zu reisen, größer gewesen sei als der Kummer darüber, zu flüchten, erhielt der Kronprinz hier einen ersten Begriff von der Verantwortung, die die politische Führung eines Landes mit sich brachte. Zu seinem zwölften Geburtstag am 15. Oktober 1807 schrieb Königin Luise an Friedrich Wilhelm[6]:

„Aus der ersten Kindheit bist du nun heraus, und ernstes Nachdenken tritt nun an die Stelle von mancher Spielerei.“

Nach dem Zusammenbruch Preußens wurde die Erziehung Friedrich Wilhelms auf Druck der Eltern mehr den Erfordernissen einer Regierungsvorbereitung angepasst. Das Verhältnis des Kronprinzen zu Staatsreformern wie Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein und Karl August Fürst von Hardenberg war angespannt. Dem Kronprinzen war durch Friedrich Delbrück so sehr eine Abscheu gegenüber Revolutionären eingeimpft worden, dass er für die Forderung Hardenbergs, Preußen müssen durch eine "Revolution von oben", den Preußische Reformen, instand gesetzt werden, kein Verständnis hatte.[7] Der von aufgeklärten Ideen beeinflusste Freiherr vom Stein empfand wiederum, dass der von romantischen Ideen beeinflusste Friedrich Delbrück den Kronprinzen auf eine "verweichlichte Art" erziehen würde und erreichte beim König 1809, dass Delbrück entlassen wurde.

Friedrich Wilhelm war 14-jährig, als seine Mutter Luise am 19. Juli 1810 verstarb und er somit Halbwaise wurde. Am Morgen desselben Tages erlaubte ihm sein Vater, die im Sterben liegende Mutter ein letztes Mal zu sehen. Über diese zweite große Zäsur in seiner Kronprinzenzeit schrieb er am 26. Juli 1810[8]:

„An ihrem Sterbebette fasste ich den Entschluss, mich von allen meinen Fehlern zu bessern, denn dies war ja einer ihrer sehnlichsten Wünsche.“

Friedrich Wilhelm über den Tod von Königin Luise

Den Höhepunkt der Jugendjahre Friedrich Wilhelms bildete die Teilnahme an den Feldzügen gegen Kaiser Napoleon I. in den sogenannten Befreiungskriegen von 1813/1814. Für Friedrich Wilhelms Kriegsverständnis verwischten die Grenzen zwischen Patriotismus und religiösem Eifer. So empfand er den Konflikt als "Kreuzzug" gegen die gewaltsam durch Napoleon aufgezwungenen Ideen der Aufklärung und Französischen Revolution.[9] Folglich schrieb Friedrich Wilhelm in seinem Feldzugstagebuch über "des Satans (gemeint: Napoleons) finstre Heerscharen". Für ihn war Napoleon als Erbe der Französischen Revolution eine Gottesstrafe, die man nun niederringen müsse. Die frankophobe Abneigung sollte Friedrich Wilhelm sein ganzes Leben beibehalten.

Der Anblick des Schlachtfeldes bei Großgörschen mit seinen 8500 gefallenen preußischen Soldaten hatte trotzdem zur Folge, dass der spätere König versuchen sollte, Kriege als politisches Mittel möglichst zu vermeiden. An seinen Vater schrieb Friedrich Wilhelm drei Tage vor seinem 20. Geburtstag rückblickend[10]:

„Wie kann man noch einen Krieg mit heiligem Eifer führen, wenn Napoleon nicht mehr sein wird!“

Der endgültige Sieg über das napoleonische Frankreich im Jahre 1815 bildet den Hintergrund des von Friedrich Wilhelm 1816–17 verfassten Briefromans Die Königin von Borneo. Seine finanzielle Großzügigkeit führte während der Kronprinzenzeit zu erheblichen Schulden.[11]

Politische Verhältnisse (1815–1840)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vater: Friedrich Wilhelm III. (Regierungszeit: 1797–1840)

→ Hauptartikel: Friedrich Wilhelm III.

Nach dem Sieg über Kaiser Napoleon I. herrschte im Deutschen Bund die sogenannte Restaurationspolitik mit repressiven Maßnahmen vor. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort "restaurare"- wiederherstellen- ab, womit die Wiederherstellung des politischen Zustandes vor der Französischen Revolution gemeint ist.[12] Allerdings kann dieser Begriff nur eingeschränkt auf Preußen bezogen werden. Die Preußischen Reformen wurden nach 1815 zwar nicht rückgängig gemacht, aber auch nicht weitergeführt. Auch die Grenzen von vor 1806 bzw. der Niederlage gegen Napoleon wurden nicht wiederhergestellt.

Mit den Karlsbader Beschlüssen vom 20. August 1819 ließ es Friedrich Wilhelm III. zu, dass mißliebige Professoren entlassen, Burschenschaften verboten wurden sowie alle Bücher, Zeitschriften und Zeitungen unter 320 Seiten zensiert wurden.[13] Bürgerlichen Freiheitsbestrebungen wie nationale Einheitsbewegungen oder die Forderung nach einer Verfassung wurden unterdrückt. Im Jahr 1836 kam es im Rahmen der Demagogenverfolgung durch eine 1833 unter Justizminister von Kamptz gebildete Ministerialkommission zur Verurteilung von 209 Studenten. Die 39 Todesurteile wurden nicht vollstreckt, sondern in Festungshaft verwandelt.[14] Friedrich Wilhelm III. versprach in den Jahren 1810, 1812, 1813, 1815, 1820 und 1821 die Einführung einer Verfassung.[15] Doch es blieb bei leeren Versprechen des Königs.

Mit der katholischen Kirche war 1825 durch das Mischehengesetz ein Konflikt entstanden. Während preußisches Recht vorschrieb, dass Kinder die Religion ihres Vaters anzunehmen hatten, forderte die römisch-katholische Lehre, dass der protestantische Partner zu unterschreiben hatte, die Kinder als Katholiken zu erziehen.[16] Der Erzbischof von Köln, Clemens August Droste zu Vischering, und der Erzbischof von Posen und Gnesen, Martin von Dunin, setzten sich in diesem Bereich über das preußische Recht hinweg und wurden daraufhin verhaftet.

In außenpolitischen Angelegenheiten blieb Preußen neutral. Der Frieden in Europa wurde durch die Heilige Allianz gesichert.

Vermählung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Wilhelm IV. und seine Gemahlin Elisabeth 1847

Um den Fortbestand der Hohenzollern-Dynastie zu sichern, schickte König Friedrich Wilhelm III. seinen Sohn im Jahr 1819 auf "Brautschau". Am 5. Juli 1819 erhielt der Kronprinz die Einladung des bayerischen Königs Maximilian I. Joseph nach Baden-Baden.[17] Dort hielt sich der bayerische Hof zur Kur auf. Die durch eine Heirat geschlossene politische Verbindung zwischen dem deutschen Mittelstaat Bayern und der deutschen Großmacht Preußen war sowohl von preußischer als auch von bayerischer Seite erwünscht.

Als Oberhaupt der evangelischen Kirche in Preußen akzeptierte Friedrich Wilhelm III. jedoch keine Heirat zwischen der katholischen Kronprinzessin Elisabeth Ludovika von Bayern und Kronprinz Friedrich Wilhelm.[18] Auch die preußischen Hausgesetze, an die der König gebunden war, schrieben die Verpflichtung zur protestantischen Konfession ausdrücklich vor. Der Kronprinz war jedoch in Elisabeth verliebt und schrieb seinem ehemaligen Erzieher Jean Pierre Frédéric Ancillon[19]:

„Ein liebliches, ein rundes anmutiges Antlitz, Augen so klar wie der neapolitanische Himmel, schwarze Brauen, dunkle Haare, dabei ein Anstand, wie ich ihn träumen kann“

Die Ehefrau: Elisabeth Ludovika

Die Standhaftigkeit, mit der sich Elisabeth weigerte zum Protestantismus zu konvertieren, steigerte Friedrich Wilhelms Wertschätzung zu Elisabeth noch.

Eine Vermählung sah der protestantische Kronprinz zugleich als Chance an, die konfessionellen Spannungen im Rheinland (Kölner Mischehenstreit) abzubauen.[18] Erst nach umfänglichen diplomatischen Bemühungen beider Seiten gelang es, eine Kompromissformel zu finden, nach der Elisabeth ihre Konfession zwar (zunächst) beibehalten sollte, sich aber verpflichtete, Unterricht in den protestantischen Glaubenslehren zu nehmen, und überdies Zurückhaltung im Praktizieren des Katholizismus versprach.

Am 29. November 1823 heiratete Friedrich Wilhelm Prinzessin Elisabeth von Bayern. Nach längerer Zeit des Lebens am preußischen Hofe kam es dann schließlich zum freiwilligen Übertritt Elisabeths zum reformierten Bekenntnis der Hohenzollern. Die Ehe zwischen Friedrich Wilhelm und Elisabeth verlief allen Zeugnissen zufolge glücklich. 1828 erlitt Elisabeth eine derart schwere Fehlgeburt, dass sie danach keine Kinder mehr empfangen konnte.[20] Friedrich Wilhelm III. bestimmte seinen Zweitgeborenen, den jüngeren Bruder des Kronprinzen Friedrich Wilhelm, Prinz Wilhelm, zu dessen Thronfolger. Nach der Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV. trug Wilhelm den Namen Prinz von Preußen.[21] Als Kronprinz übte Friedrich Wilhelm zeitweise die rein repräsentative Funktion eines Statthalters in Pommern aus.[22]

Friedrich Wilhelms IV. als König[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büste, Original um 1840

Zeit des Vormärzes (1840–1848)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regierungswechsel (1840)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV. am 7. Juni 1840 war im liberalen und patriotischen Lager mit großen Erwartungen verknüpft, die der neue König in den ersten 6 Monaten seiner Regentschaft durchaus erfüllte. Aufgrund einer am 10. August 1840 verkündeten Amnestie wurden alle politischen Gefangenen entlassen.[23] Auch politisch motivierte Untersuchungen und Gerichtsverfahren wurden zunächst abgebrochen. Damit entfiel der staatspolizeiliche Auftrag der Ministerialkommission, welche auf Anordnung des Königs am 6. Oktober 1840 aufgelöst wurde. Bereits im Juli 1840 erlaubte Friedrich Wilhelm IV. dem Professor Ernst Moritz Arndt die Wiederaufnahme seiner Lehrtätigkeit an der Universität Bonn.[24] Der Militärreformer Heinrich von Boyen kehrte im März 1841 in sein Amt als Kriegsminister zurück, das er seit 1820 nicht mehr innegehabt hatte.[25] Die Brüder Grimm wurden auf Einladung des Königs an die Universität nach Berlin berufen.

Diese Zugeständnisse führten dazu, dass die Liberalen zunächst übersahen, dass Friedrich Wilhelm IV. keineswegs einer der ihren war.[26] Aus der Sicht des Königs sollten die Zugeständnisse ein mittelalterlich-feudales Treueverhältnis zwischen preußischem Volk und Monarch wiederherstellen, das die liberale Reformierung des Staates überflüssig machen sollte.[27] Vom Gottesgnadentum leitete er eine heilige Inspiration seiner Herrschaft ab[28]:

„Es gibt Dinge, die man nur als König weiß, die ich selbst als Kronprinz nicht gewusst und nun erst als König erfahren habe“

Friedrich Wilhelm IV.

Ständehuldigung (1840)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huldigung vor Friedrich Wilhelm IV. am 15. Oktober 1840 vor dem Königlichen Schloss zu Berlin, Gemälde von Franz Krüger, 1844

Als offizielle Zeremonie des Amtsantrittes diente die Huldigung von Ständen und Untertanen. Im Kern war die Huldigung ein Eidschwur, welchen Vertreter im Namen des ganzen Volkes vor ihrem Monarchen sprachen.[29] Wie sein Vater im Jahr 1798 beschränkte sich Friedrich Wilhelm IV. auf Huldigungsfestlichkeiten lediglich in Königsberg und Berlin. Friedrich Wilhelm hatte angekündigt, „von den Ständen des Königreichs Preußen (Ostpreußen, Westpreußen und Litthauen) und von denen des Großherzogtums Posen am 10. September d. J. in Königsberg, von den Ständen aller übrigen Landesteile aber am 15. Oktober d. J. in Berlin die Huldigung einzunehmen“.[30] Während in Königsberg die Ständevertreter aus den preußischen Provinzen außerhalb des Deutschen Bundes (d. h. Preußen, das Königreich, und Posen, das Großherzogtum) empfangen wurden, erschienen in Berlin die Ständevertreter aus den Provinzen innerhalb des Deutschen Bundes (d. h. Brandenburg, Pommern, Sachsen, Schlesien, Rheinprovinz und Westfalen).[31] Im August 1840 reiste Friedrich Wilhelm IV. nach Königsberg.[32] Während des festlichen Einzuges ertönten Kirchenglocken und Kanonendonner. Lobgedichte auf den Herrscher wurden verlesen. Am 10. Oktober 1840 begannen die Hauptzeremonien der Königsberger Huldigung: Um 8:30 Uhr ging der König mit den Kammerherren und Prinzen der Königsfamilie in die Schlosskirche, um die Predigt zu hören.[33] Danach begab er sich in den Schlosshof, wo sich ein Thron mit Baldachin befand.[31] Nachdem der König den Eidschwur der Ständevertreter entgegengenommen hatte, versprach er "ein gerechter Richter, ein treuer, sorgfältiger, barmherziger Fürst und ein christlicher König" sein zu wollen. Als erster preußischer König richtete Friedrich Wilhelm IV. eine improvisierte Rede an die aus 30 000 Zuhörern bestehende Menge und entfachte dadurch unwillentlich öffentliche Spekulationen über königliche Verfassungspläne.[34]

Am 15. Oktober 1840 begannen die sich 5 Tage hinziehenden Huldigungsfestlichkeiten in Berlin. Der König betonte bei dieser Gelegenheit symbolisch die Standesunterschiede: Während Fürsten, Standesherren und Ritterschaft (d. h. der Adel) im Großen Säulensaal des Berliner Schlosses huldigen durften, ließ der König die bürgerlichen Vertreter der Städte und Landkreise zwei Stunden im Herbstregen vor der im Lustgarten eigens zum Saal errichteten Freitreppe warten. Der Oberbürgermeister von Berlin durfte auf ihr nur so weit emporsteigen, dass er von unten herauf zum König sprechen konnte.[35] Die Beziehung zwischen Monarch und Volk zeigte erste, größere Risse.

Verfassungsfrage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur 2 Monate nach dem Ende der Ständehuldigung teilte Friedrich Wilhelm dem Oberpräsidenten der Provinz Preußen mit, dass er keinen konstitutionellen, sondern christlich-ständisch geführten Staat anstrebte[36]:

„Ich fühle mich ganz und gar von Gottes Gnaden und werde mich so mit seiner Hilfe bis zum Ende fühlen. Glanz und List überlasse ich ohne Neid sogenannten konstitutionellen Fürsten, die durch ein Stück Papier (gemeint: Verfassung) dem Volk gegenüber eine Fiktion, ein abstrakter Begriff geworden ist.“

Friedrich Wilhelm IV.
Titelblatt der 1841 erstveröffentlichten Schrift Vier Fragen, beantwortet von einem Ostpreußen

In der Denkschrift "Vier Fragen beantwortet von einem Ostpreußen" erinnerte der Königsberger Arzt Johann Jacoby den König an das uneingelöste Verfassungsversprechen Friedrich Wilhelms III. und forderte die Wahl eines preußischen Parlaments.[37] Der König regte daraufhin einen Prozess wegen "Majestätsbeleidigung" und "Hochverrat" gegen Jacoby an. Auf Hochverrat stand im preußischen Rechtswesen die Todesstrafe. Als sich jedoch das Oberlandesgericht Königsberg für nicht zuständig erklärte und das Berliner Kammergericht Jacoby freisprach, mischte sich der verärgerte König in den Prozess ein. Auf seinen Druck hin wurde Jacoby zu 2 Jahren Festungshaft verurteilt, zu denen es aber nicht kam, da Jacoby Berufung einlegte und danach ein weiteres Mal durch das Berliner Kammergericht freigesprochen wurde.

Als Gegenpol zu allen parlamentarisch geprägten Volksvertretungen richtete Friedrich Wilhelm IV. sein Augenmerk auf die bereits 1823 gegründeten Provinziallandstände, den Vertretungskörperschaften der acht preußischen Provinzen.[38] Allerdings sah der König in dieser Institution vor allem eine Kreditquelle für das entstehende Eisenbahnnetz. Das Staatsverschuldungsgesetz vom 17. Januar 1820 schrieb fest, dass es der preußischen Regierung untersagt war, Kredite ohne Freigabe durch eine "landesweite Ständeversammlung" aufzunehmen. [39] Der König sah sich gezwungen, im Oktober 1842 die "Vereinigten ständischen Ausschüsse", bestehend aus je zwölf Delegierte der Provinziallandtage, zur gemeinsamen Beratung nach Berlin einzuberufen.[40] Während der Verhandlungen über die für den Bau der Eisenbahnlinie zwischen Berlin und Königsberg notwendigen Staatsanleihen machten die "Vereinigten ständischen Ausschüsse" darauf aufmerksam, dass es für deren Aufnahme der Zustimmung eines Gesamtlandtages bedürfe. Als Folge dieser Forderung ließ Friedrich Wilhelm IV. die Versammlung am 10. November 1842 wieder auflösen.[41]

Zensurpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten drei Jahre seiner Regentschaft lockerte Friedrich Wilhelm IV. die Zensurvorschriften. In der Zensurinstruktion vom 24. Dezember 1841 sprach der König davon, die "Presse von unstatthaften (gemeint: unerlaubten) Beschränkungen" zu befreien.[42] Am 4. Oktober 1842 hob er die Zensur von Büchern über 20 Bogen bzw. 320 Seiten auf. Allerdings schränkte er diese Zugeständnisse auch schnell wieder ein. Die am 28. Mai 1842 eingeführte Bilderfreiheit bzw. Karikaturfreiheit wurde bereits am 3. Februar 1843 zurückgenommen. In diesem Zusammenhang bezeichnete Karl Marx die Zensurpolitik Friedrich Wilhelms IV. als "Scheinliberalismus". In Wahrheit hatte die Regierung einsehen müssen, dass eine vollumfängliche Unterdrückung der Presse nicht mehr möglich war.[43]

Außenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Territorium des Staates Preußen; dunkelblau innerhalb, hellblau außerhalb des Deutschen Bundes

→ Hauptartikel: Rheinkrise (1840)

Die Gefahr eines Krieges mit Frankreich überschattete die Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV.[44] Die französische Außenpolitik forderte eine Revision des Wiener Kongresses und die Wiederherstellung einer "natürlichen" Rheingrenze nach Osten, wie sie unter Kaiser Napoleon I. geschaffen worden war. Die deutsch-nationale Empörung gegenüber Frankreich fiel beim König auf fruchtbaren Boden. Allerdings schwebte ihm kein einheitlicher Nationalstaat vor, sondern eine Erneuerung des Heiligen Römischen Reiches.[45] Nikolaus Becker, dem Dichter des patriotischen Rheinliedes, in dem es hieß "sie sollen ihn nicht haben, den freien, deutschen Rhein", schenkte der König 1000 Taler.[46] Obwohl der französische König Louis-Philippe I. Truppenverstärkungen verweigerte und sich nach dem Rücktritt seines Ministers Adolphe Thiers Preußen wieder annäherte, bestand Friedrich Wilhelm auf einer effizienteren Militärverteidigung des Deutschen Bundes gegen Frankreich.[47] Dafür war er in außenpolitischer Hinsicht an einer engen Zusammenarbeit mit Österreich interessiert, mit dem Preußen auch durch die Heilige Allianz weiterhin verbunden blieb.

Innenpolitisch wollte der König dagegen den österreichischen Einfluss einschränken. 1842 brachte er daher die Arbeit der Bundeszentralbehörde zur Durchsetzung der Karlsbader Beschlüsse zum Erliegen.

Religionspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kölner Dom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kölner Dom im Jahr 1824

Nach der Empörung über die Verhaftung des Kölner Erzbischofs Clemens August Freiherr Droste zu Vischering in der Regierungszeit Friedrich Wilhelms III., lag Friedrich Wilhelm IV. viel daran seine katholischen Untertanen mit dem preußischen Staat zu versöhnen.[48] Zu diesem Zweck genehmigte der König im Jahr 1840 die Gründung eines Kölner Dombau-Vereins. 1842 bereiste er die Provinzen Rheinland und Westfalen. Symbolischer Höhepunkt dieser Visitationsreise war die Grundsteinlegung zur Vollendung des katholischen Kölner Doms am 4. September 1842. Die Hälfte der hierfür anfallenden Finanzierungen kamen aus der preußischen Staatskasse. Friedrich Wilhelm IV. trat während des Dombaufestes gemeinsam mit dem Kölner Erzbischof Johannes von Geissel auf. Indem Friedrich Wilhelm IV. den spätmittelalterlichen Südturmkran mit preußischem Adler und Bundesfahne schmücken ließ, inszenierte er während des Dombaufestes eine Einheit zwischen Mittelalter und Gegenwart.[49] In seiner Dombaufestrede hieß es:

„Meine Herren von Köln! Es begibt sich Großes unter Ihnen. Dies ist, sie spüren es, kein gewöhnlicher Prachtbau. Er ist das Werk des Brudersinnes aller Deutschen, aller Bekenntnisse. (...) Hier, wo der Grundstein liegt, sollen sich die schönsten Thore der Welt erheben. Deutschland baut sie- so mögen Sie für Deutschland durch Gottes Gnade Thore einer neuen, großen, guten Zeit werden(...).“

Kölner Dombaufestrede Friedrich Wilhelms IV.

Der Kölner Dom stellte aus der Sicht des Königs das Symbol eines künftigen Deutschland in der Gestalt des mittelalterlichen Heiligen Römischen Reiches dar.

Konfliktbeilegung mit dem Vatikan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Verhandlungen mit der römischen Kurie kündigte der König im Juni 1840 an, eine Abteilung für katholische Angelegenheiten im Kultusministerium einzurichten, die ausschließlich aus katholischen Räten bestehen solle.[50] Außerdem gab die preußische Regierung ihre Mischehengesetze auf und garantierte einen freien Verkehr der preußischen Bischöfe mit dem Vatikan. Die inhaftierten Bischöfe von Köln und Posen, Clemens August Freiherr Droste zu Vischering und Martin von Dunin, erhielten staatliche Entschädigungen. Der Streit zwischen der römisch-katholischen Kirche und dem preußischen Staat war damit vorerst beendet.

Konfliktbeilegung mit Altlutheranern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Wilhelms Vater hatte mit der Gründung der Evangelischen Kirche in Preußen eine unmittelbar vom Landesherrn abhängige Institution geschaffen, der alle Protestanten angehören mussten. Als Reaktion darauf formierten sich im Jahr 1830 die sogenannten Altlutheraner.[51] Sie nahmen für sich in Anspruch die "wahre" lutherische Kirche darzustellen und waren damit staatlichen Verfolgungsmaßnahmen ausgesetzt (Haftstrafen, Verbot der Organisation und der gewaltsamen Unterbrechung von Gottesdiensten). Friedrich Wilhelm IV. hob das Verbot der altlutherischen Kirchenbildung auf, ließ Pfarrer frei und erteilte mit einer Generalkonzession vom 23. Juli 1845 Korparationsrechte. Auch den Bau von Kirchengebäuden ließ Friedrich Wilhelm IV. zu, wenn auch mit Einschränkungen (Kirchen ohne Türme und Glocken).

Erstes Attentat (1844)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Attentäter: Heinrich Ludwig Tschech

Der ehemalige Bürgermeister von Storkow, Heinrich Ludwig Tschech, verübte am 26. Juli 1844 am Portal des Berliner Schlosses ein Pistolenattentat auf Friedrich Wilhelm IV. und seine Gattin Elisabeth Ludovika von Bayern.[52] Die erste Kugel, vom Mantel und dem Überrock in ihrer Durchschlagkraft geschwächt, verursachte nur eine leichte Quetschung auf der Brust des Königs.[53] Die zweite Kugel drang in das Holzgestell der Kutsche ein, dicht über dem Kopf Elisabeths, deren Hut getroffen wurde. Tschech hatte sich, nachdem ihm eine Wiedereinstellung in den Staatsdienst verweigert worden war, ungerecht behandelt gefühlt. Das Attentat erzeugte in der Öffentlichkeit zunächst Sympathien für den preußischen Monarchen, wobei man davon ausging, dass Tschech aufgrund seiner zerrütteten Psyche die Todesstrafe erspart bleiben würde.[54] Tschech wurde jedoch vom König zum Tode verurteilt und am 14. Dezember 1844 hingerichtet. Damit verspielte Friedrich Wilhelm wiederum Sympathien und zahlreiche Spottgedichte sowie Karikaturen auf den König machten die Runde.

Der Vereinigte Landtag (1847)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Hauptartikel: Vereinigte Landtag (Preußen)

Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, 1847

Erst Ende 1844 konnte sich Friedrich Wilhelm IV. zu dem Entschluss durchdringen, binnen der nächsten drei Jahre eine nationale Versammlung der Provinziallandtage einzuberufen. Am 3. Februar 1847 erließ der König ein Dekret zur Bildung des Vereinigten Landtages. Nach Vorstellungen Friedrich Wilhelms sollte der Vereinigte Landtag das Recht der Steuerbewilligung und der Genehmigung von Staatsanleihen haben, nicht jedoch das Recht der Selbsteinberufung. Ob und wann der Landtag zusammentreten könne, darüber wollte allein Friedrich Wilhelm IV. entscheiden können.[55] Am 11. April 1847 hielt der König zur Eröffnung des Landtages im Weißen Saal des Berliner Schlosses eine mehr als eine halbe Stunde dauernde und frei vorgetragene Thronrede. In diesem Vortrag betonte er ausdrücklich, dass der Vereinigte Landtag kein legislatives Parlament sei und daher keine Verfassung ausarbeiten könne[56]:

„Es drängt mich zu einer feierlichen Erklärung: dass es keiner Macht der Erde jemals gelingen soll, Mich zu bewegen, das natürliche, gerade bei uns durch seine innere Wahrheit so mächtig machende Verhältnis zwischen Fürst und Volk in ein conventionelles, constitutionelles zu wandeln, und dass ich es nun und nimmermehr zugeben werde, dass sich zwischen unseren Herrn Gott im Himmel und dieses Land ein beschriebenes Blatt gleichsam als zweite Vorsehung eindränge, um uns mit seinen Paragraphen zu regieren und durch sie die alte, heilige Treue zu ersetzen.“

Das liberale Zugeständnis einer Verfassung setzte der König mit dem Beginn einer Revolution gleich, die die gottgewollte Ordnung der Gesellschaft stürzen würde.[56] Daher bestritt er den Abgeordneten des Landtages jedes Recht zum kontroversen politischen Diskurs:

„Das aber ist ihr Beruf nicht: Meinungen zu repräsentieren, Zeit- und Schulmeinungen zur Geltung bringen zu sollen. Das ist völlig undeutsch und obendrein völlig unpraktisch […], denn es führt nothwendig zu unlösbaren Konflikten mit der Krone, welche nach dem Gesetze Gottes und des Landes und nach eigener Bestimmung herrschen soll, aber nicht nach dem Willen von Majoritäten regieren kann und darf […].“[57]

Mit diesen Äußerungen rief Friedrich Wilhelm nicht nur den Unmut der Liberalen hervor, sondern stieß auch bei Verfechtern einer altständischen Ordnung und selbst bei den Hochkonservativen auf Unverständnis. Nachdem der Landtag die Finanzierung der Bahnverbindung zwischen Berlin und Königsberg an die Bedingung einer regelmäßigen Zusammenkunft geknüpft hatte, löste der König den Vereinigten Landtag am 26. Juni 1847 auf. Dieses kompromisslose Vorgehen des Königs verstärkte die Legitimationskrise des absolutistischen Staates.

Die Revolution von 1848/1849[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sturz der französischen Julimonarchie vom 24. Februar 1848 leitete in ganz Europa eine revolutionäre Bewegung ein. Die Nachricht vom Rücktritt des österreichischen Staatskanzlers Klemens Wenzel Lothar von Metternich aufgrund von Protesten in Wien erreichte den preußischen König um einen Tag verspätet am 14. März 1848.[58] In einem Brief teilte Friedrich Wilhelm IV. Metternich seine Empörung über die Revolution im Kaisertum Österreich mit:

„Wer riefe nicht aus- Welch ein Mann (gemeint: Metternich)!- und welche Zeit!!! die den Mann nicht verträgt!“

Brief Friedrich Wilhelms IV. an Metternich vom 14. Februar 1848

Seit Anfang März drohte der revolutionäre Funke auch auf Berlin überzuspringen. Am 9. März 1848 und den darauf folgenden Tagen hatten sich im Tiergarten zehntausende Berliner zu Volksversammlungen zusammengefunden.[59] Am 11. März 1848 kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen Volksversammlung und städtischen Magistrat. Politische, gesetzliche und konstitutionelle Forderungen wurden erhoben.[60]

Berliner Barrikadenaufstand (18. März 1848)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. März 1848 planten die Aufständischen für den 18. März 1848 eine Demonstration auf dem Schlossplatz.

Karikatur von 1848 über den janusköpfigen Friedrich Wilhelm, der erst schießen lasse und dann auf die deutschen Farben schwöre

Um einer Revolution in Berlin zuvorzukommen, entschloss sich der König widerstrebend zu Zugeständnissen, was nicht zuletzt dem Einfluss seines Oberhofpredigers Friedrich Strauß zugeschrieben wird. Er hoffte die Demonstration damit abwenden zu können. In einem Patent vom 18. März 1848 hob der König die Pressezensur auf, versprach die Beseitigung der Zollschranken, die Einberufung des Landtages und eine Reform des Deutschen Bundes.[61] Um den König zu danken oder ihn zu weiteren Reformmaßnahmen zu ermutigen, versammelten sich am Mittag laut zeitgenössischen Angaben zehntausend oder mehr Menschen auf dem Schlossplatz. Der Beifall und die Hochrufe, die vom Platz zu vernehmen waren, lockte gegen 13:30 Uhr den König und seine Entourage auf den Schlossbalkon.[62] König und Staatsminister Ernst von Bodelschwingh verlasen die Reformpatente. Die nicht nachlassende Zahl der hinzuströmenden Bürger drängte den Rand der Masse an das Schlossportal. Die im Schlosshof postierten Soldaten befürchteten eine Erstürmung des Berliner Schlosses durch die Masse. Mit dieser Entwicklung gewannen auf Friedrich Wilhelm IV. die Militärpartei an Einfluss. Der König verlor die Nerven und gab den preußischen Truppen Befehl, "den Schlossplatz zu säubern und dem dort herrschenden Skandal endlich ein Ende zu machen". Beim Aufmarsch lösten sich aus Versehen zwei Schüsse, die aber niemanden trafen bzw. verletzten. Dennoch geriet die Masse vollends in Panik. Das Gerücht eines blutigen, vom Militär verursachten Massakers mit Hunderten von Toten machte die Runde und es kam zu verlustreichen Straßenkämpfen in Berlin.

Zugeständnisse an Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. März wurde das Militär abgezogen. Anlässlich dieses Rückzuges sangen enttäuschte Gardetruppen eine Umdichtung des Preußenliedes mit der Zeile „hier fiel ein König, aber nicht im Streit“. Am 21. März ritt der König mit einer schwarz-rot-goldenen Schärpe durch die Stadt und verkündete seinen Willen für die Einheit und Freiheit Deutschlands. Insgeheim aber schrieb er seinem Bruder, dem Prinzen Wilhelm:

„Die Reichsfarben musste ich gestern freiwillig aufstecken, um Alles zu retten. Ist der Wurf gelungen […], so lege ich sie wieder ab!“

Demzufolge war Friedrich Wilhelm von Anfang an entschlossen, bei veränderten Kräfteverhältnissen der Revolution durch eine Gegenrevolution zu begegnen. Größere Bekanntheit erlangte in diesem Zusammenhang die so genannte „Kamarilla“ im Hintergrund Friedrich Wilhelms: eine Gruppe konservativer Politiker, darunter der Staatsminister Ludwig von Massow, der General Leopold von Gerlach, dessen Bruder, der Richter und Publizist Ernst Ludwig von Gerlach und später auch der Kabinettsrat Marcus von Niebuhr, welche beharrlich versuchten, die Regierungspolitik des Königs in ihrem Sinne zu beeinflussen.[63] Als Ideengeber der „Kamarilla“ wirkten die konservativen Theoretiker Heinrich Leo und Friedrich Julius Stahl, gegen Ende 1848 traten auch Otto von Bismarck und Hans-Hugo von Kleist-Retzow der Gruppe hinzu.

In neueren Veröffentlichungen (zum Beispiel von David Barclay und von Rüdiger Hachtmann) wird das wohlüberlegte Kalkül Friedrich Wilhelms in der Revolution hervorgehoben, das es ihm erlaubte, bei vorübergehendem Zurückweichen auf Dauer die absolutistische Macht zurückzugewinnen.

Gegenrevolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzstich der Kaiserdeputation 1849

Nachdem er im November 1848 die Berliner Bürgerwehr hatte entwaffnen lassen, ließ er die Preußische Nationalversammlung in die Provinz nach Brandenburg an der Havel verlegen und schließlich auflösen.

Karikatur zur Ablehnung der Kaiserkrone. Kreidelithografie nach einer Zeichnung von Isidor Popper.

Er war Urheber des „Gesetzes zum Schutze der persönlichen Freiheit“ vom 24. September 1848, mit dem die Schutzhaft eingeführt wurde.

Am 5. Dezember 1848 wurde durch das gegenrevolutionäre Ministerium des Grafen Brandenburg eine neue preußische Verfassung oktroyiert, die zwar ein frei gewähltes Parlament vorsah, aber die Macht doch größtenteils bei den Monarchen beließ. Friedrich Wilhelm akzeptierte die Verfassung, die jedem seiner Nachfolger bei Gelegenheit der Inthronisation erneut zur Anerkennung vorgelegt werden musste. Im Geheimen ordnete er an, dass bei dieser Vorlage dem jeweiligen Descendenten auch ein Schriftstück vorzulegen sei, in dem Friedrich Wilhelm ihn aufforderte, der Verfassung die Anerkennung zu versagen. Dieses zusätzliche Schriftstück wurde von Wilhelm I. und Friedrich III. ignoriert und von Wilhelm II. verbrannt.

Während Friedrich Wilhelm in Preußen gezwungenermaßen die Verfassung akzeptierte, übte er gleichzeitig massiven Druck auf seinen Neffen, den Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin, aus, die Verfassung in beiden Mecklenburg zu verhindern bzw. zu beseitigen, was im Bündnis mit der reaktionären Ritterschaft und dem Mecklenburg-Strelitzer Herzog durch den Freienwalder Schiedsspruch auch gelang und entscheidend zur Konservierung rückständiger Verhältnisse in Mecklenburg beitrug.

Am 3. April 1849 trug die Kaiserdeputation der Frankfurter Nationalversammlung dem König die Kaiserkrone an. Die Kaiserdeputation wurde dabei nur durch den Lieferanteneingang in das Schloss eingelassen. Friedrich Wilhelm verlas eine vom Ministerpräsidenten Brandenburg verfasste Rede, die eine bedingte Annahme der Krone intendieren sollte, akzentuierte den Text allerdings derart, dass die Kaiserdeputierten eine Ablehnung herauslesen mussten. Intern hatte er seine persönliche Ablehnung damit begründet, er wolle keine „Krone aus der Gosse“ akzeptieren, wobei er diese Krone auch als „Hundehalsband“ titulierte. Die von Volksvertretern angebotene Krone bestand für Friedrich Wilhelm, der in seinem monarchischen Selbstbild vom traditionellen Gedanken des Gottesgnadentums ausging und die Idee der Volkssouveränität ablehnte, nur aus „Dreck und Letten“. Der König hielt die freiwillige Zustimmung der Fürsten und Freien Städte für unabdingbar, die Wahl durch die Volksvertreter hingegen nur für eine wünschenswerte Ergänzung. Dies entsprach dem damals herrschenden Staatsrecht (Wiener Schlussakte).

Nach der militärischen Niederschlagung der Reichsverfassungskampagne durch überwiegend preußische Truppen war die Deutsche Revolution endgültig gescheitert. Friedrich Wilhelm und sein zum Außenminister ernannter persönlicher Vertrauter General Joseph Maria von Radowitz versuchten 1849/50, die kleindeutsche Einheit durch Verhandlungen mit den anderen deutschen Staaten zu erreichen. Grundlage dafür war das Dreikönigsbündnis, aus dem die Erfurter Union entstand. Das Projekt scheiterte schließlich am Widerstand Österreichs und Russlands in der Olmützer Punktation.

Die preußische Verfassung von 1848[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handschriftliches Billet Friedrich Wilhelms IV. (1852)[64]
Statue von Friedrich Wilhelm IV. auf der Burg Hohenzollern

Die gewaltlose Entfernung und Auflösung der preußischen Nationalversammlung und die oktroyierte Verfassung (5. Dezember 1848) signalisierten das Ende der Revolution in Preußen durch einen Staatsstreich. Da die Verfassung lediglich oktroyiert, also ohne Abstimmung von oben verkündet wurde, konnte man von weiteren Änderungen ausgehen.

Die durch diese Verfassung berufenen zwei Kammern traten erstmals am 26. Februar 1849 zusammen. Für die erste Kammer galt ein hohes Zensuswahlrecht, hier dominierte demnach der Adel. Für die zweite Kammer galt bei der ersten Wahl noch das allgemeine und gleiche Wahlrecht. Die zweite Kammer legte sich sofort mit der Regierung an, als sie am 21. April 1849 die Reichsverfassung anerkannte. Da dies unvereinbar mit den Machtansprüchen des Königs war, löste er die zweite Kammer auf (27. April 1849). Am 30. Mai 1849 führte er per Notverordnung das Dreiklassenwahlrecht für die zweite Kammer ein. Nach Einkommen differenzierte und zahlenmäßig stark voneinander abweichende Gruppen wählten nunmehr eine fixierte Anzahl von Abgeordneten.

Letzte Regierungsjahre (1850–1858)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inkrafttreten der Verfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Einarbeitung zahlreicher Änderungswünsche und Vorbehaltsklauseln zu Gunsten der Krongewalt trat die revidierte Verfassung am 2. Februar 1850 in Kraft. 1853 beschloss der König die Erblichkeit eines Sitzes in dem nun geschaffenen „Herrenhaus“ für bestimmte Personen. Er behielt sich ebenso das Recht vor, einzelne Abgeordnete selbst zu bestimmen. Die Verfassung blieb bis zur Novemberrevolution 1918 gültig.

Eingliederung von Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzte Talermünze mit dem Konterfei Friedrich Wilhelms IV., 1860

1850 wurden die Fürstentümer Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen Preußen als neuer süddeutscher Regierungsbezirk Hohenzollerische Lande angegliedert. Daneben kommt ihm eine bedeutende Rolle beim Wiederaufbau der Burg Hohenzollern zu.[65]

Zweites Attentat (1850)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als der König am 22. Mai 1850 aus den Königszimmern des Potsdamer Bahnhofs kam, um in einen Salonwagen nach Potsdam einzusteigen, schoss der ehemalige Garde-Feuerwerker Max Sefeloge aus nächster Nähe auf den König.[66] Der König erlitt eine stark blutende Fleischwunde am rechten Arm, die nur langsam heilte. Der Attentäter wurde für den Rest seines Lebens in die Irrenanstalt in Halle verwiesen.

Anschlagsort der Royalisten: Schloss Neuenburg (Schweiz)

Neuenburger Frage (1856/1857)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel → Neuenburgerhandel

Eine weitere Krise der späten Regierungszeit Friedrich Wilhelms IV. wurde durch das Fürstentum Neuenburg ausgelöst. Das im Westen der Schweiz liegende Land gehörte seit 1717 zum Besitz der preußischen Hohenzollern-Dynastie, war zugleich aber auch seit dem Westfälischen Frieden von 1648 ein Teil der Schweiz.[67] Die preußischen Könige regierten das Fürstentum durch Gouverneure, die sich nur selten in die inneren Angelegenheiten des Fürstentums einmischten. Mit dem Jahr 1848 war Neuenburg jedoch Teil einer demokratischen Republik geworden, die die Rechte des preußischen Monarchen nicht mehr bereit war, anzuerkennen. Im Londoner Protokoll von 1852 erkannten die europäischen Großmächte zwar Preußens rechtlichen Anspruch auf das Fürstentum an, halfen jedoch nicht aktiv bei dessen Durchsetzung, weshalb der König auf einen militärischen Einmarsch verzichtete. Im Sommer 1856 kam der Oberstleutnant der Artillerie des ehemaligen Fürstentums Neuenburg, Graf Ludwig August von Pourtales, nach Berlin, um sich von Friedrich Wilhelm IV. das Einverständnis für einen Putsch einzuholen, der die Rechte der Krone wiederherstellen sollte.[68] Obwohl der König sich nicht mit ihm traf, zog der Graf aus einem Gespräch mit Kronprinz Wilhelm den Schluss, dass Friedrich Wilhelm IV. sein Vorgehen billigen würde. Am 2. September 1856 rebellierte schließlich Royalisten bzw. Königsanhänger gegen die demokratische Regierung des Kantons und besetzte strategisch wichtige Orte. Die republikanischen Milizen schlugen den Aufstand jedoch nieder. 667 Royalisten gerieten in Gefangenschaft, wogegen Friedrich Wilhelm IV. mit einer Teilmobilmachung protestierte. Es gelang ihm, den französischen Kaiser Napoleon III. als Vermittler zu gewinnen. Auf französischen Druck hin wurden die Hochverratsprozesse gegen die Royalisten eingestellt und die Königsanhänger freigelassen. Im Gegenzug erzwangen die Großmächte Großbritannien, Frankreich, Österreich und Russland, das Friedrich Wilhelm IV. im Vertrag von Paris am 26. März 1857 auf Neuenburg verzichtete; nur den Titel eines Fürsten von Neuenburg durfte er behalten.

Regierungsunfähigkeit (1857/1858)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem 14. Juli 1857 erlitt Friedrich Wilhelm IV. mehrere Schlaganfälle, wodurch auch sein Sprachzentrum in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nachdem die Stellvertretung durch den Prinzen von Preußen drei Mal verlängert worden war, sorgte seine Frau Elisabeth dafür, dass der kranke König am 7. Oktober 1858 die Regentschaftsurkunde für den Prinzen von Preußen unterschrieb. Hiernach unternahm das königliche Paar eine Reise nach Italien. Unter anderem besuchte der genesende König zweimal Papst Pius IX. und die Vatikanischen Museen.

Tod und Bestattung (1858–1861)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabplatten Friedrich Wilhelms IV. und der Elisabeth Luise in der Potsdamer Friedenskirche
Die Gruft mit den Sarkophagen von Friedrich Wilhelm und Elisabeth unterhalb des Altars

Über das Sterben des kranken Königs liegt das Zeugnis seines Flügeladjutanten Prinz Kraft zu Hohenlohe-Ingelfingen vor. Zu dessen Aufgaben gehörte die Benachrichtigung der nächsten Anverwandten. Um Mitternacht, mit Beginn des Jahres 1861, telegrafierte Hohenlohe an den Prinzregenten: „Plötzlich schnellerer Verlauf zum Ende als dies zu erwarten war. Ableben jeden Augenblick möglich. Alleruntertänigstes Anheimstellen, ob und wann von der Königlichen Familie dies in der Nacht mitzuteilen.“

Der Prinz von Preußen ließ die gesamte königliche Familie benachrichtigen und reiste unverzüglich nach Potsdam. Es wird berichtet, dass in Berlin bald keine Lokomotiven mehr zu bekommen waren, weil jeder aus dem Königshause einen Extrazug nahm, um von dem Sterbenden Abschied zu nehmen. Prinz Friedrich Karl soll mit dem Schlitten nach Schloss Sanssouci gekommen sein.

So vollzog sich der Tod des Monarchen fast öffentlich. Am 2. Januar 1861 setzte ein letzter Schlaganfall den Leiden des Königs im Schloss Sanssouci ein Ende.

Der König wurde seinen testamentarischen Anweisungen von 1854 entsprechend in der Friedenskirche in Potsdam bestattet, nachdem sein Herz dem Körper entnommen und im Mausoleum im Schlosspark Charlottenburg im heutigen Berlin – an der Ruhestätte seiner Eltern – begraben worden war.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalskizze Friedrich Wilhelms für das Schildhorndenkmal, 1844

Architektonische Anregungen erhielt der Kronprinz Friedrich Wilhelm bereits von seiner Bildungsreise nach Italien, die ihn im Herbst 1828 über Florenz und Rom bis nach Neapel führte.[20] Noch ganz von den Eindrücken der antiken Baukunst Italiens überwältigt, ließ Friedrich Wilhelm ab 1829 durch Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius die Römischen Bäder in Potsdam anlegen. Aber auch mittelalterliche Bauwerke, vor allem frühchristliche Sakralbauten, begeisterten den späteren König von Preußen. Angeregt wurde er hierin besonders durch das zwischen 1822 und 1827 von Cotta in München herausgegebene Stichwerk Denkmale der christlichen Religion, aufgenommen von den Architecten J. G. Gutensohn und J. M. Knapp (auch: Die Basiliken des christlichen Roms).[69]

Über 7000 Seiten, die von Friedrich Wilhelm IV. mit Architekturskizzen versehen wurden, haben sich bis heute erhalten.[70] Um diese architektonischen Visionen umzusetzen, war der König auf eine Reihe bedeutender Baumeister angewiesen. Zu nennen sind hier Karl Friedrich Schinkel, dessen Schüler Friedrich August Stüler, Ludwig Persius und Christian Daniel Rauch, deren architektonisches Schaffen eine kongeniale Ergänzung in den Arbeiten an den großen Parkanlagen durch Peter Joseph Lenné und Hermann von Pückler-Muskau fand. Nach seiner Arbeitsmethode übergab der König die Skizzen dem zuständigen Architekten und besprach diese mit dem Architekten. Die überarbeiteten Pläne wurden dann erneut dem König vorgelegt, der entweder die Überarbeitungen akzeptierte oder erneut modifizierte. Er ließ sich generell die Fassadenentwürfe aller öffentlichen Bauten vorlegen.

Friedrich Wilhelm versuchte, Formen der Antike und Renaissance im „Preußischen Arkadien“ umzusetzen.

Potsdam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sommerresidenz: Schloss Sanssouci

Die unter Mitwirkung oder Förderung des Königs sich befindenden Bauten lagen mit Ausnahme des Neuen Museums hauptsächlich außerhalb Berlins.[20] Vor allem Potsdam, der einstige Wirkungsort Friedrichs des Großen, hatte eine große Anziehungskraft auf Friedrich Wilhelm IV. Seinen dynastischen Vorfahren verehrte der König, weil er Preußen zum einen zur Großmachtstellung verhalf und zum anderen Kunst und Kultur in einem bis dahin nicht gekannten Maße gefördert hatte.[71] Schloss Sanssouci, das seit dem Tod Friedrichs II. nicht mehr bewohnt gewesen war, nutzte Friedrich Wilhelm IV. bis zu seinem Tod als Sommerresidenz. Er ließ das friderizianische Interieur aufwendig wiederherstellen und die Schlossanlage baulich erweitern. Am 2. Januar 1861 starb Friedrich Wilhelm IV. in Schloss Sanssouci.

Der Begräbnisort: Friedenskirche

Der vom Gottesgnadentum durchdrungene Friedrich Wilhelm verabscheute den Deismus Friedrichs des Großen.[71] Aus diesem Grund schuf er als Gegenpol zum rein weltlichen Lustschloss Sanssouci am östlichen Abschluss der Parklandschaft die Friedenskirche. Das Bauwerk wurde vom tiefreligiösen König nicht aufgrund eines erhöhten Bedarfs an Gottesdiensthäusern gebaut, sondern um das Seelenheil seiner Dynastie zu sichern.[72] Eine Skizze für den Bau fertigte er selbst im Jahr 1839 an. Dieser Entwurf orientierte sich bereits an der frühchristlichen San Clemente in Rom.[73] Die von Ludwig Persius überarbeiteten Versionen lehnte der König jedoch mehrfach ab: So kritisierte der König unter anderem, dass beim ersten Entwurf ein Turm fehlen würde oder die Größenverhältnisse nicht stimmig wären. Erst am 20. Oktober 1843, nach fast zwei Jahren Planungen, genehmigte der König abgewandelte Baupläne. Vorbild des frei stehenden Glockenturms der Friedenskirche war der Campanile von Santa Maria in Cosmedin in Rom. Diese Kirchen hatte der Kronprinz in dem Kupferstichwerk Denkmale der christlichen Kirchen Roms kennengelernt.

Sommerwohnsitz des Kronprinzen: Schloss Charlottenhof

Schloss Charlottenhof (Bauzeit. 1826-1828) war der erste eigene Wohnsitz Friedrich Wilhelms. Hier konnte er, frei von Regierungsgeschäften, seinen Interessen nachgehen, hier entstanden viele seiner Zeichnungen.[74] Er bezeichnete Charlottenhof nach der Heimat des griechischen Götterboten Hermes als sein persönliches "Arkadien". Nördlich des Park Sanssouci, zwischen Mühlenberg und Belvedere auf dem Klausberg, plante Friedrich Wilhelm IV. eine Triumphstraße. Das Bauvorhaben konnte jedoch aus finanziellen Gründen nur zum Teil realisiert werden.[75] Auf Gelder für seine Schloss- und Parkprojekte durfte Friedrich Wilhelm IV., so hatte es noch Friedrich Wilhelm III. festgelegt, nur aus der sogenannten Familienfideikommissrente zurückgreifen.[76] Dem König standen also nur insgesamt 2,5 Millionen Taler für höfische Bauten zur Verfügung. Den Eingang zur Triumphstraße markierte das Triumphtor. Friedrich Wilhelm IV. skizzierte den Bau nach Vorbild des Argentarierbogens in Rom. Das Tor symbolisierte zugleich den Sieg des Königs über die Revolution von 1848/1849. Obwohl auf dem Fries die Rückkehr römischer Soldaten erkennbar ist, so erinnerte es doch an den badischen Feldzug der preußischen Armee. So handelt es sich um den auf einem Pferd reitenden Feldherren um Friedrich Wilhelms Bruder, Prinz Wilhelm.[75] Das einzige weitere, verwirklichte Bauprojekt der Potsdamer Triumphstraße war das Orangerieschloss.

Beteiligt war Friedrich Wilhelm IV. auch am Bau des Belvedere auf dem Pfingstberg und den Römischen Bädern, welche ebenfalls nach seinen Entwürfen entstanden.

Berlin und weitere Regionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lieblingsobjekt des Königs war das Schildhorndenkmal, dessen Sage „die königliche Phantasie in ihrem urchristlichen Gehalt am stärksten angeregt und zur eigenwilligsten Denkmallösung der Dreiergruppe geführt“ hat.[77] Für die künstlerische Umsetzung der Schildhornsage fertigte er 1844 eigenhändige Bleistiftskizzen an und beauftragte Stüler mit der Konzeption des Denkmals, das der Baurat Christian Gottlieb Cantian im Sommer 1845 errichtete.

Schloss Stolzenfels – Sommerresidenz von König Friedrich Wilhelm IV.

Südlich von Koblenz ließ er Schloss Stolzenfels und auch die Burg Hohenzollern, Stammburg seines Geschlechts bei Hechingen, im neogotischen Stil neu errichten.

Zu Beginn der 1840er Jahre fasste Friedrich Wilhelm den Entschluss, „mit der Errichtung von […] sinnvollen Monumenten die oft todten uninteressanten Gegenden“[78] der Mark zu beleben. Drei Wendepunkte der Landesgeschichte sollten den abgelegenen „Sandschellen“[79] Geschichte einhauchen und den Reisenden Anreize bieten.

1842 ernannte er Friedrich August Stüler zum „Architekten des Königs“. Stüler, mit dem er 1858/59 gemeinsam in Italien war, akzeptierte seine Konzeptionen bei Kirchenbauten (etwa in der Ausformung von Basilika und Campanile) oder bei Denkmälern in der Regel ohne größere Einwände.

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werke Friedrich Wilhelms fanden in der Regel wenig Beifall. Die Kunstkritikerin Eva Börsch-Supan vermisste beispielsweise die Geschmeidigkeit und den Trotz Stülers, dem „geistreichen königlichen Dilettanten“ entschieden entgegenzutreten. Dann wäre manches königliche Monument ein Projekt geblieben.[80]

Zitate über Friedrich Wilhelm IV. von Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einziges der fünf Berliner Reiterstandbilder preußischer Könige wurde das Friedrich Wilhelms IV. vor der Alten Nationalgalerie zu DDR-Zeiten weder versetzt noch zerstört

„Friedrich Wilhelm IV. ist durchaus ein Produkt seiner Zeit, eine Gestalt, die ganz aus der Entwickelung des freien Geistes und seinem Kampfe gegen das Christentum, und nur hieraus zu erklären ist. Er ist die äußerste Konsequenz des preußischen Prinzips, das in ihm in seiner letzten Aufraffung, aber zugleich in seiner vollkommenen Kraftlosigkeit gegenüber dem freien Selbstbewußtsein zur Erscheinung kommt. Mit ihm ist die gedankenmäßige Entwickelung des bisherigen Preußens abgeschlossen; eine neue Gestaltung desselben ist nicht möglich, und wenn es Friedrich Wilhelm gelingt, sein System praktisch durchzusetzen, so muß Preußen entweder ein ganz neues Prinzip ergreifen – und dies kann nur das des freien Geistes sein – oder in sich selbst zusammenstürzen, wenn es zu jenem Fortschritt nicht die Kraft haben sollte.“

Friedrich Engels[81]

„Friedrich Wilhelm IV. nimmt, wir erwähnten es schon, einen zentralen Platz in Ihrem Buch [Frank-Lothar Kroll: Das geistige Preußen. Zur Ideengeschichte eines Staates] ein. In mehreren Beiträgen arbeiten Sie überzeugend heraus, worin des Königs Verständnis von Monarchie und Gottesgnadentum wurzelte und daß sein Rückgriff auf das Mittelalter der hilflose Versuch war, sich den Anforderungen des industriellen Kapitalismus nach Liberalismus und Demokratie zu verweigern. Andererseits hat er politische Perspektiven im Kopf – ich denke an die nationale Frage –, die durchaus nicht rückwärtsgewandter Natur sind. Während die Reformen unter Friedrich Wilhelm III. zumindest den Hauch einer Revolution von oben vermittelten, rang die Revolution 1848 Friedrich Wilhelm IV. zwar eine Verfassung ab, die aber ihm wie auch den nachfolgenden preußischen Königen nicht mehr als ein jederzeit zu zerreißendes Papier bedeutete. Ist es nicht so, daß sich die Tendenz zum Verfassungsbruch bis Wilhelm II. als Prinzip preußischer Politik hält – Preußentum als Wortbruch?“

Hans-Jürgen Mende[82]

„Friedrich Wilhelm IV. war ein Mann, der seine Welt vor allem als Bild konzipierte, auch wenn er wortgewandt war und Tausende von Briefen schrieb. Er war eine Künstlernatur mit einem ausgeprägten Sinn für Architektur. Durch seine Zeichnungen lassen sich einmalige Einblicke in seine Vorstellungswelt gewinnen, zumal die Objekte, die er entwarf, keineswegs ‚nur‘ Traumbilder darstellten (auch wenn sie nicht realisiert wurden), sondern ideologisch-propagandistische Schaubilder seines monarchischen Projekts. Sie sollten Zweckobjekte sein und zur Verherrlichung seiner antirevolutionären Politik beitragen.“

David E. Barclay[83]

Ahnentafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahnentafel Friedrich Wilhelm IV. (Preußen)
Ururgroßeltern

König
Friedrich Wilhelm I. (Preußen) (1688–1740)
∞ 1706
Sophie Dorothea von Braunschweig- Lüneburg (1687–1757)

Herzog
Ferdinand Albrecht II. (Braunschweig-Wolfenbüttel) (1680–1735)
∞ 1712
Antoinette Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1696–1762)

Herzog
Christian III. (Pfalz- Zweibrücken) (1674–1735)
∞ 1719
Karoline von Nassau- Saarbrücken (1704–1774)

Landgraf
Ludwig VIII. von Hessen- Darmstadt (1691–1768)
∞ 1717
Charlotte Christine Magdalene Johanna von Hanau- Lichtenberg (1700–1726)

Graf
Christian Karl Reinhard von Leiningen- Dagsburg- Falkenburg (1695–1766)
∞ 1726
Katharina Polyxena von Solms-Rödelheim (1702–1765)

Herzog
Adolf Friedrich II. (Mecklenburg) (1658–1708)
∞ 1705
Christiane Emilie Antonie von Schwarzburg- Sondershausen (1681–1715)

Herzog
Ernst Friedrich I. (Sachsen- Hildburghausen) (1681–1724)
∞ 1704
Sophia Albertine von Erbach-Erbach (1683–1742)

Urgroßeltern

Prinz August Wilhelm von Preußen (1722–1758)
∞ 1742
Luise Amalie von Braunschweig-Wolfenbüttel (1722–1780)

Landgraf Ludwig IX. von Hessen- Darmstadt (1719–1790)
∞ 1741
Henriette Karoline von Pfalz-Zweibrücken (1721–1774)

Prinz Georg Wilhelm von Hessen- Darmstadt (1722–1782)
∞ 1748
Maria Luise Albertine von Leiningen- Dagsburg- Falkenburg (1729–1818)

Karl zu Mecklenburg (1708–1752)
∞ 1735
Elisabeth Albertine von Sachsen- Hildburghausen (1713–1761)

Großeltern

König Friedrich Wilhelm II. (Preußen) (1744–1797)
∞ 1769
Friederike von Hessen-Darmstadt (1751–1805)

Großherzog Karl II. (Mecklenburg) (1741–1816)
∞ 1768
Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt (1752–1782)

Eltern

König Friedrich Wilhelm III. (Preußen) (1770–1840)
∞ 1793
Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776–1810)

König Friedrich Wilhelm IV. (Preußen) (1795–1861)

Denkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiterstandbild Friedrich Wilhelm IV. von Gustav Blaeser an der Kölner Hohenzollernbrücke

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedrich Wilhelm IV. – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Friedrich Wilhelm IV. – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dirk Blasius: Friedrich Wilhelm IV., 1795–1861: Psychopathologie und Geschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, 1992, ISBN 978-3-525-36229-7, S. 25.
  2. a b Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV.: Der andere Preußenkönig. ISBN 978-3-938047-22-4, S. 12.
  3. Karl-Heinz Börner: Wilhelm I. Eine Biographie. S. 56. Berlin: Akademieverlag, 1984.
  4. Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang. S. 500.
  5. Karl-Heinz Börner: Wilhelm I. Eine Biographie. S. 16. Berlin: Akademieverlag, 1984.
  6. a b Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV. Der andere Preußenkönig. ISBN 978-3-938047-22-4, S. 15.
  7. Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV.: Der andere Preußenkönig. S. 19.
  8. Stiftung Stadtmuseum Berlin, Märkisches Museum (Hrsg.): Im Dienste Preussens: Wer erzog Prinzen zu Königen? 2001, ISBN 978-3-89487-404-9, S. 138.
  9. Maja Galle: Der Erzengel Michael in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts. 2002, ISBN 978-3-8316-0185-1, S. 45.
  10. Rolf Thomas Senn: In Arkadien: Friedrich Wilhelm IV. von Preussen : eine biographische Landvermessung. ISBN 978-3-86732-163-1, S. 84.
  11. Karl-Heinz Börner: Wilhelm I. Eine Biographie. S. 53. Berlin: Akademieverlag, 1984.
  12. Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang. Auflage: 10. Pantheon Verlag, 2007, ISBN 978-3-570-55060-1, S. 463.
  13. Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens von der Antike bis zum 20. Jahrhundert. C. H. Beck, S. 220.
  14. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Band 2. Von der Reformära bis zur industriellen und politischen Deutschen Doppelrevolution 1815–1845/49. Beck, München 2005 (4. Auflage), ISBN 3-406-32262-X, S. 367 f.
  15. Über Frankreich 1831–1837. Berichte über Kunst und Politik. De Gruyter, 1983, ISBN 978-3-05-001473-9, S. 76.
  16. Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang. C. H. Beck, 2008, S. 483.
  17. Dorothea Minkels: Elisabeth von Preussen: Königin in der Zeit des AusMÄRZens. S. 46.
  18. a b Anmut im märkischen Sand: Die Frauen der Hohenzollern. Aufbau Verlag, 2015, ISBN 978-3-351-03597-6, S. 34.
  19. Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV. Der andere Preußenkönig. S. 42.
  20. a b c Wolfram Letzner: Berlin - eine Biografie: Menschen und Schicksale von den Askaniern bis Helmut Kohl und zur Hauptstadt Deutschlands. Auflage: 1. Nünnerich Asmus Verlag & Media GmbH, 2016, ISBN 978-3-945751-37-4.
  21. Jürgen Angelow: Wilhelm I. (1797–1888). In: Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Preußens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II. Beck, München 2000, ISBN 3-406-46711-3, S. 248 f.
  22. Karl-Heinz Börner: Wilhelm I. Eine Biographie. S. 56. Berlin: Akademieverlag, 1984.
  23. Wolfram Siemann: »Deutschlands Ruhe, Sicherheit und Ordnung«: Die Anfänge der politischen Polizei 1806 - 1866. De Gruyter, ISBN 978-3-484-35014-4, S. 195.
  24. Wolfgang Ribbe: Geschichte Berlins: Von der Frühgeschichte bis zur Industrialisierung. Band 1. C. H. Beck Verlag, München, ISBN 978-3-8305-0166-4, S. 587.
  25. Wolf Nitschke: Adolf Heinrich Graf v. Arnim-Boitzenburg (1803–1868).: Eine politische Biographie. (Studien und Texte zur Erforschung des Konservatismus). Duncker & Humblot, 2004, ISBN 978-3-428-11114-5, S. 103.
  26. Wilhelm von Sternburg: Die Geschichte der Deutschen. Campus Verlag GmbH, S. 134.
  27. Wolfgang J Mommsen: 1848: die ungewollte Revolution. Die revolutionären Bewegungen in Europa 1830-1849. FISCHER Taschenbuch, Berlin 2000, ISBN 978-3-596-13899-9, S. 71.
  28. Olaf Jessen: Die Moltkes: Biographie einer Familie. Auflage: 2. C.H.Beck, 2010, ISBN 978-3-406-60499-7, S. 91.
  29. Daniel Schönpflug: Luise von Preußen: Königin der Herzen. Auflage: 3. C.H.Beck, 2010, ISBN 978-3-406-59813-5, S. 133.
  30. Zit. bei Iselin Gundermann [Planung und Katalog der Ausstellung]: Via Regia. Preußens Weg zur Krone. Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, Duncker & Humblot, Berlin 1998, S. 101.
  31. a b Dorothea Minkels: Elisabeth von Preussen: Königin in der Zeit des AusMÄRZens. Auflage: 1. Books on Demand, 2008, ISBN 978-3-8370-1250-7, S. 249.
  32. Gaby Huch: Zwischen Ehrenpforte und Inkognito: Preußische Könige auf Reisen: Quellen zur Repräsentation der Monarchie zwischen 1797 und 1871. Hrsg.: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. De Gruyter, 2016, ISBN 978-3-11-040915-4, S. 88.
  33. Jörg Meiner: Friedrich Wilhelm IV. von Preußen: Politik - Kunst - Ideal. Auflage: 1. Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, 2014, ISBN 978-3-86732-176-1, S. 125.
  34. Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang. C. H. Beck, S. 505.
  35. Wolfgang Ribbe: Geschichte Berlins: Von der Frühgeschichte bis zur Industrialisierung. S. 588.
  36. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. Auflage: 1. Band 1. C.H.Beck, 2014, ISBN 978-3-406-66080-1, S. 86.
  37. Patrick Eidden-Offe: Rat geben: Zu Theorie und Analyse des Beratungshandelns. Hrsg.: Michael Niehaus. Auflage: 1. Transcript, 2014, ISBN 978-3-8376-2359-8, S. 280.
  38. Frank-Lothar Kroll: Friedrich Wilhelm IV. von Preußen: Politik - Kunst - Ideal. Auflage: 1. Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, 2014, ISBN 978-3-86732-176-1, S. 27.
  39. Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang - 1600–1947. S. 525.
  40. Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV.: der andere Preussenkönig. 2007, S. 71.
  41. Michael Kotulla: Deutsche Verfassungsgeschichte: Vom Alten Reich bis Weimar (1495 bis 1934). S. 416.
  42. Karl Gutzkows: Arrivierungsstrategie unter den Bedingungen der Zensur (1830-1847). 1. Auflage. Peter Lang GmbH, Hamburg 2010, ISBN 978-3-631-61296-5, S. 129.
  43. Thomas Christian Müller: Der Schmuggel politischer Schriften - Bedingungen exilliterarischer Öffentlichkeit in der Schweiz und im Deutschen Bund (1830-1848). De Gruyter, 2001, ISBN 978-3-484-35085-4, S. 223.
  44. Dirk Blasius: Friedrich Wilhelm IV., 1795-1861: Psychopathologie und Geschichte. Vandenhoeck & Ruprecht, 2000, ISBN 978-3-525-36229-7, S. 96.
  45. Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV.: der andere Preussenkönig. 2007, ISBN 978-3-938047-22-4, S. 74.
  46. Johanna Kinkel: Romantik und Revolution. Universitätsverlag Winter GmbH Heidelberg, ISBN 978-3-8253-5987-4, S. 104.
  47. Friedrich Wilhelm IV., 1795-1861: Psychopathologie und Geschichte. S. 96.
  48. Christina Rathgeber: Von der Kirchengesellschaft zur Kirche in der Gesellschaft: Frömmigkeit, staatliches Handeln und die frühe Politisierung preußischer Katholiken (1815–1871). Band 8. De Gruyter Akademie Forschung, S. 50.
  49. Renate Matthaei: Sulpiz Boisserée und die Vollendung des Kölner Doms: Eine Biographie.
  50. Von der Kirchengesellschaft zur Kirche in der Gesellschaft. De Gruyter Akademie Forschung, 11. Juli 2016, S. 51.
  51. Deya, Hannelore: Neues historisches Lexikon: Edition Vorpommern. Auflage: 1. Haff Verlag, 2013, ISBN 978-3-942916-83-7, S. 29.
  52. Wolfgang Neugebauer: Handbuch der preussischen Geschichte. Band 1. De Gruyter, S. 210.
  53. Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV.: der andere Preussenkönig. 2007, ISBN 978-3-938047-22-4, S. 101.
  54. Preußen: Aufstieg und Niedergang. C. H. Beck, ISBN 978-3-421-05392-3, S. 515.
  55. Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik. C.H.Beck, 2014, ISBN 978-3-406-66049-8, S. 96.
  56. a b Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang. c. H. Beck, S. 528.
  57. Zit. nach Wolfgang J. Mommsen: 1848. Die ungewollte Revolution. Die revolutionären Bewegungen in Europa 1830–1849. Frankfurt 1998, ISBN 3-10-050606-5, S. 82 f.
  58. Dirk Blasius: Friedrich Wilhelm IV., 1795-1861: Psychopathologie und Geschichte. ISBN 978-3-525-36229-7, S. 118.
  59. Demokratische Tradition und revolutionärer Geist: erinnern an 1848 in Berlin. S. 13.
  60. Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang. 10. Auflage. Pantheon Verlag, ISBN 978-3-570-55060-1, S. 540.
  61. Brigitte Beier: Die Chronik der Deutschen. S. 227.
  62. Christopher Clark: Preußen: Aufstieg und Niedergang - 1600–1947. S. 540.
  63. Das Wirken der „Kamarilla“ ist im Nachlass Ernst Ludwig von Gerlachs im Gerlach-Archiv an der Universität Erlangen-Nürnberg dokumentiert.
  64. Billet die Baptisten betreffend; Sanssouci, 29. Mai 1852.
  65. Neun Forscher stellen Untersuchungen zur Landesgeschichte an. Die Beiträge erscheinen in der aktuellen Ausgabe der vom Geschichtsverein herausgegebenen Vierteljahresschrift „Hohenzollerische Heimat“. In: Schwäbische Zeitung vom 7. Juli 2011.
  66. Maren Goltz: Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914): Kultur als Behauptungsstrategie? Böhlau, Köln 2015, ISBN 978-3-412-50151-8, S. 59.
  67. Franz Herre: Friedrich Wilhelm IV.: Der andere Preußenkönig. S. 162.
  68. Die große Chronik-Weltgeschichte: Industrialisierung und nationaler Aufbruch. Auflage: 1. wissenmedia, 2008, ISBN 978-3-577-09073-5, S. 117.
  69. J. M. Knapp und J. G. Gutensohn: Denkmale der christlichen Religion oder Sammlung der christlichen Kirchen Roms. Rom 1822–1827. Auch: Die Basiliken des christlichen Roms. Mit 50 Kupfertafeln. München 1843.
  70. Eva Börsch-Supan: Karl Friedrich Schinkel. Arbeiten für König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.). Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2011.
  71. a b Potsdam Museum (Hrsg.): Potsdam und Friedrich: Die Erfindung seiner Stadt. Hirmer Verlag, Potsdam 2012, ISBN 978-3-7774-5541-9, S. 166.
  72. Joachim Mehlhausen: Vestigia Verbi: Aufsätze zur Geschichte der evangelischen Theologie. S. 255.
  73. Anke Reiß: Rezeption frühchristlicher Kunst im 19. und frühen 20. Jahrhundert: ein Beitrag zur Geschichte der Christlichen Archäologie und zum Historismus. Auflage: 1. J.H.Röll Verlag, 2008, ISBN 978-3-89754-274-7, S. 117.
  74. Jürgen Krüger: Rom und Jerusalem: Kirchenbauvorstellungen der Hohenzollern im 19. Jahrhundert. 1995, ISBN 978-3-05-002427-1, S. 116.
  75. a b Dagmar Klose: Die Herausbildung moderner Strukturen in Gesellschaft und Staat der Frühen Neuzeit. Universitätsverlag Potsdam, 2010, ISBN 978-3-86956-013-7, S. 269.
  76. Dorothea Minkels: Elisabeth von Preussen: Königin in der Zeit des AusMÄRZens. Books on Demand, 2008, ISBN 978-3-8370-1250-7, S. 271.
  77. Gregor Geismeier: Stülers „sinnvolle Monumente“ in der Mark, in: Die Mark Brandenburg, Marika Großer Verlag, Berlin 1999, Heft 35 (Der Architekt des Königs Friedrich August Stüler), S. 12.
  78. Eintrag von Ludwig Persius in seinem Tagebuch am 5. November 1844; wiedergegeben nach: Gregor Geismeier: Stülers „sinnvolle Monumente“ in der Mark. In: Die Mark Brandenburg: Marika Großer Verlag, Berlin 1999, Heft 35 (Der Architekt des Königs Friedrich August Stüler), S. 8.
  79. Die Bezeichnung „Sandschellen“ geht auf Friedrich den Großen zurück: „Förster, warum sind die Sandschellen nicht besäet?“ (Reise durchs Rhinluch, 1779)
  80. Eva Börsch-Supan: Berliner Baukunst nach Schinkel 1840–1870. Prestel-Verlag, München 1977, ISBN 3-7913-0050-4, S. 697 ff.
  81. Karl Marx/Friedrich Engels: Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 1. Berlin/DDR. 1976, S. 447.
  82. Was bleibt von Preußen übrig? Im Gespräch mit Frank-Lothar Kroll
  83. Catharina Hasenclever und Jörg Meiner im Gespräch mit David E. Barclay Friedrich Wilhelm IV. von Preußen: Politik und Architektur
Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich Wilhelm III. König von Preußen
1840–1861
Wilhelm I.