Friedrich Wilhelm von Mellenthin

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Friedrich Wilhelm von Mellenthin (* 30. August 1904 in Breslau; † 28. Juni 1997 in Johannesburg) war ein deutscher Offizier, Geschäftsmann und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte der alten pommerschen Adelsfamilie von Mellenthin und wuchs auf den Familiengütern Mellenthin und Lienichen auf. Er schlug wie sein Vater Paul von Mellenthin (1866–1918), der als Oberstleutnant während der letzten Offensiven an der Westfront bei Tournai fiel, und sein älterer Bruder Horst, der in der Wehrmacht bis zum General der Artillerie aufsteigen sollte, die Offizierslaufbahn ein.

Er diente im Zweiten Weltkrieg unter anderem als Dritter Generalstabsoffizier (Ic) im Stabe Erwin Rommels in Afrika, später als Chef des Generalstabes des XXXXVIII. Panzerkorps und der 4. Panzerarmee an der Ostfront sowie der Heeresgruppe G an der Westfront, jeweils unter Hermann Balck. Zeitweilig führte er die 9. Panzer-Division und wurde 1944 zum Generalmajor befördert. Seine letzte Position war die des Stabschefs der 5. Panzerarmee, die im April 1945 im Ruhrkessel unterging.

Nach seiner Freilassung aus der Kriegsgefangenschaft wanderte von Mellenthin nach Südafrika aus, heiratete dort die Eigentümerin der Trek Air und gründete nach seiner Scheidung später die Luxavia. 1961 wurde er Regionaldirektor der Deutschen Lufthansa für Afrika. 1969 trat er in den Ruhestand.

In Südafrika kam Mellenthin im Afrikanischen Jahr 1960 zu dem Schluss, der Westen könne sich fortan nur noch auf die Apartheid-Regimes in Südafrika (mit Südwestafrika) und Südrhodesien sowie auf die noch nicht unabhängigen Kolonien des NATO-Mitglieds Portugal (Mosambik und Angola) verlassen, während die neuentstandenen afrikanischen Staaten potentiell instabil seien. Er regte daher in einer militärpolitischen Studie die Gründung einer Southern Africa Treaty Organization (SATO) als Süderweiterung der NATO und die Aufstellung stets interventionsbereiter Kommandoeinheiten an.

Mellenthin ist Autor mehrerer militärhistorischer und -theoretischer Schriften und einer Autobiografie. Sein 1963 erschienenes Buch Panzerschlachten wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Wilhelm von Mellenthin heiratete 1932 in erster Ehe Ingeborg von Aulock (* 15. Mai 1913; † unbekannt), die Enkelin eines Südafrika-Auswanderers. Aus dieser 1954 geschiedenen Ehe stammen fünf Kinder. In zweiter Ehe heiratete er 1954 in Johannesburg Sybille Zeltmann (* 1925). Aus dieser Ehe stammen zwei Kinder.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Panzerschlachten. Eine Studie über den Einsatz von Panzerverbänden im 2. Weltkrieg. Vowinckel, Neckargemünd 1963, DNB-Info.
  • Deutschlands Generale des Zweiten Weltkriegs. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1980, ISBN 3-404-65027-1
  • mit R. H. S. Stolfi, E. Sobik: NATO Under Attack: Why the Western Alliance Can Fight Outnumbered and Win in Central Europe Without Nuclear Weapons. Duke Press Policy Studies, 1984.
  • Schach dem Schicksal. Ein deutscher Generalstabsoffizier berichtet von seiner Herkunft, seinem Einsatz im 2. Weltkrieg und seinem beruflichen Neubeginn nach dem Kriege. In: Soldatenschicksale des 20. Jahrhunderts als Geschichtsquelle. Bd. 11, Osnabrück 1988, ISBN 3-7648-1729-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]