Friedrich Zollinger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Friedrich Zollinger oder Fritz Zollinger (* 31. März 1880 in Wiesbaden; † 19. April 1945 in Aising-Kaltmühl; vollständiger Name: Friedrich Reinhard Balthasar Zollinger) war ein deutscher Architekt, Baubeamter und Stadtplaner. Er amtierte als Stadtbaurat in Merseburg und entwickelte das nach ihm benannte Zollingerdach und das gleichnamige Schüttbetonverfahren.

Fritz Zollinger war nicht verwandt mit dem 1924–1944 in Saarbrücken tätigen schweizerischen Architekten Otto Zollinger (1886–1970).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren und aufgewachsen in Wiesbaden, legte Zollinger 1898 das Abitur ab. Anschließend studierte er an der Technischen Hochschule Darmstadt Architektur und Städtebau. 1907 beendete er seine Ausbildung mit einer Diplomarbeit auf dem Gebiet des Städtebaus. Nach seinem Militärdienst arbeitete Zollinger in den Jahren 1908 bis 1911 als Regierungsbauführer (Bauassessor) im Großherzoglich Hessischen Ministerium der Finanzen zu Darmstadt und bei der Eisenbahndirektion Frankfurt am Main. Zwischen 1912 und 1918 wirkte Zollinger als Stadtbaumeister in Neukölln.

1918 wurde er zum Stadtbaurat in Merseburg berufen. Nach dem Ersten Weltkrieg bestand in der Industrieregion um Merseburg eine außerordentliche Wohnungsnot. Als Stadtbaurat entwarf Zollinger 1922 einen Generalbebauungsplan für die Stadt. Zusätzlich gründete er die Merseburger Baugesellschaft. Hier wurden seine kreativen Ideen wirksam, auf preiswerte Art und Weise Wohnraum zu schaffen. Die Schüttbetonbauweise, das Zollingerdach, eine rationalisierte Bauweise, bei der die späteren Bewohner bei einer Reihe von Bauarbeiten einbezogen werden konnten, wurde insgesamt mit dem Begriff „Zollbauverfahren“ umschrieben. So war es in kurzer Zeit möglich, eine große Menge preiswerten Wohnraums zu schaffen. Zwischen 1922 und 1929 schuf die Merseburger Baugesellschaft 1250 Wohnungen. 1930 verlängerte Zollinger seinen Vertrag mit der Stadt Merseburg nicht. In den folgenden Jahren war er freiberuflich tätig und unternahm verschiedene Studienreisen, u.a. nach Großbritannien und Frankreich.

1932 verließ Zollinger Merseburg endgültig. Bis 1934 unterrichtete er an der Technischen Hochschule Darmstadt, danach ging er nach München. Im Jahre 1945 starb Zollinger in Aising-Kaltmühl.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]