Bahnstrecke Fröttstädt–Georgenthal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Friedrichrodaer Bahn)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fröttstädt–Georgenthal
Streckennummer:6702
Kursbuchstrecke (DB):606
Streckenlänge:18,8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Höchstgeschwindigkeit:50 km/h
von Bebra
0,050 Fröttstädt (Keilbahnhof)
nach Halle (Saale) Hbf
0,844 Hörselgau
3,569 Waltershausen
Thüringerwaldbahn
6,129 Waltershausen Schnepfenthal (zuvor Bf)
8,767 Reinhardsbrunn-Friedrichroda (zuvor Bf)
Friedrichrodaer Tunnel (279 m)
9,854 Friedrichroda (zuvor Bf)
10,51 aktuelles Gleisende
12,50 Schweizerhof
Schilfwasser
14,24 Schönau-Ernstroda
von Gotha
18,84 Georgenthal (Thür)
nach Tambach-Dietharz
nach Gräfenroda
Die Strecke wird auch als Friedrichrodaer Bahn durch die STB vermarktet

Die Bahnstrecke Fröttstädt–Georgenthal, auch bekannt als Waldsaumbahn oder Friedrichrodaer Bahn, ist eine Nebenbahn in Thüringen. Die heute nur noch teilweise in Betrieb befindliche Strecke verläuft von Fröttstädt über Friedrichroda nach Georgenthal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eröffnet wurde die Bahnstrecke am 28. Mai 1848 als Stichbahn der Thüringer Bahn nach Waltershausen. Sie ist somit die älteste Nebenbahn in Thüringen. Die Verlängerung nach Friedrichroda wurde dann am 2. Juli 1876 eröffnet. Am 1. November 1896 wurde der weitere Streckenteil von Friedrichroda zur Ohratalbahn nach Georgenthal eröffnet, der jedoch bereits am 2. November 1947 als Reparationsleistung für die Sowjetunion wieder stillgelegt und abgebaut wurde.

Schon mehrfach wurde von der Nahverkehrsservicegesellschaft Thüringen (NVS) aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen (in direkter Nähe verläuft die Thüringerwaldbahn nach Gotha) die Abbestellung des Schienenpersonennahverkehrs auf der Gesamtstrecke in Erwägung gezogen. Der Verkehrsvertrag mit DB Regio zur Bedienung der Strecke endete am 10. Dezember 2017.[1] Die Strecke ist im sogenannten Dieselnetz Südthüringen enthalten, welches seit Ende 2017 von der Süd-Thüringen-Bahn (STB) betrieben wird.[2]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betriebsstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fröttstädt

Am Bahnhof Fröttstädt steht das Empfangsgebäude zurzeit leer. Teile der Bahnhofsanlage wurden mit dem Anschluss an das ESTW zurückgebaut.

Hörselgau

Der Haltepunkt wurde im Zusammenhang mit dem benachbarten Gewerbegebiet angelegt. Er ist lediglich Bedarfshalt.

Waltershausen
Bahnhof Waltershausen 2007, abgebrochen 2017

Im Bahnhof Waltershausen werden aufgrund begrenzter Signalisierungsmöglichkeiten durch Hauptsignale noch beide in Betrieb stehenden Bahnhofsgleise genutzt, da sich Ausfahrsignale jeweils nur an einem Bahnsteig befinden. Zugkreuzungen finden planmäßig nicht mehr statt. Der Bahnhof ist als einziger der Strecke mit einem Fahrdienstleiter besetzt, welcher zugleich den Fahrdienst im Zugleitbetrieb zwischen Waltershausen und Friedrichroda regelt. Das verfallene Hauptgebäude des Bahnhofs wurde im September 2017 abgebrochen, um auf der Fläche eine Verknüpfungsstelle zum Busverkehr und P+R-Plätze zu bauen.[3]

Waltershausen-Schnepfenthal

Das vormalige Empfangsgebäude wurde zurückgebaut und durch ein Wartehäuschen ersetzt.

Reinhardsbrunn-Friedrichroda
Bahnhof Reinhardsbrunn-Friedrichroda (2021)

Das Bahnhofsensemble ist denkmalgeschützt. Am 3. Juni 2015 hat die Stadt Friedrichroda den Bahnhof von der Bahn AG für 2.500 € ersteigert, um ihn zu erhalten und einer passenden Nutzung zuzuführen. Im September 2017 ließ sie nicht erhaltenswerte Anbauten und Nebengebäude abreißen.[4] Das Bahnhofsensemble galt wegen des reizvollen Empfangsgebäudes im Thüringer Fachwerkstil sowie des einzigartigen Fürstenpavillons mit seinen Bleiglasfenstern als eine der schönsten Anlagen in Thüringen.[5] Die Regionalzüge halten aktuell nur bei Bedarf.

Friedrichroda

Nach Einstellung des Güterverkehrs ist der aktuelle Endbahnhof Friedrichroda verfallen. Die umfangreichen stillgelegten Güter-Gleisanlagen und das heute überdimensioniert wirkende Empfangsgebäude mit großem Güterschuppen zeugen von einstiger Bedeutung der Strecke sowie dieses Bahnhofs. Während sich in einem Teil dieses Empfangsgebäudes zeitweise ein Jugendclub befand, ist der restliche Teil dem Verfall preisgegeben.

Schönau-Ernstroda

Das Bahnhofsgebäude wird als Einfamilienhaus genutzt.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regio-Schuttle bei der Ausfahrt in Reinhardsbrunn (2021)

DB Regio setzte bis 2017 Triebwagen der Baureihe 641 ein. Heute wird die von der Süd-Thüringen-Bahn (STB) befahrenen Strecke mit einem Stadler Regio-Shuttle RS 1 bedient.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Weiser und Mario Möller: Von der Waltershäuser Pferdebahn zur Waldsaumbahn Fröttstädt-Georgenthal 1848-1998 - Die Waltershäuser Pferdebahn 1848–1876. Die Friedrichrodaer Eisenbahn 1876–1896. Die Nebenbahn Fröttstädt-Georgenthal 1896–1997. Die Nebenbahn Fröttstädt-Friedrichroda 1947–1998, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 1998, ISBN 978-3-929000-89-4
  • Günter Fromm: Die Geschichte der Friedrichrodaer Eisenbahn 1876-1896, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 978-3-934748-98-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bahnstrecke Fröttstädt–Georgenthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. @1@2Vorlage:Toter Link/www.oepnvwettbewerb.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: http://www.oepnvwettbewerb.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2347&Itemid=24)
  2. Süd-Thüringen-Bahn erhält Zuschlag für Dieselnetz Südthüringen. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. 28. Oktober 2015, archiviert vom Original am 19. August 2018; abgerufen am 26. Januar 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/thueringen.de
  3. Conny Möller: Altes Bahnhofsgebäude steht vor Abriss. In: Thüringer Allgemeine. 22. Juni 2017, abgerufen am 28. März 2018.
  4. Wieland Fischer: Bahnhof steht wieder frei. In: Ostthüringer Zeitung. 21. September 2017, abgerufen am 23. November 2017.
  5. Heiko Stasjulevics: Der Bahnhof Reinhardsbrunn: Verfall und Vandalismus. Thüringer Allgemeine, 24. Mai 2014, abgerufen am 28. Mai 2014.