Friedrichsbau (Stuttgart)

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Friedrichsbau Varieté 2013
Friedrichsbau um 1900
Friedrichsbau-Theater 1903
Blick vom Schlossplatz zum Friedrichsbau-Theater 1915

Der Friedrichsbau ist ein Gebäude in der Stuttgarter Innenstadt. Es beherbergte unter anderem bis 2014 das Friedrichsbau Varieté.

Geschichte des Gebäudes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprüngliche Friedrichsbau wurde als Jugendstil-Gebäude im Jahr 1898 errichtet. Neben Büros beherbergte er im 1. Stock einen 800 Personen fassenden Theatersaal. 1943 erlitt das Gebäude schwere Kriegsschäden. Nach dem alliierten Bombenangriff in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 1944 brannte der Friedrichsbau komplett aus. Zehn Jahre nach Kriegsende, 1955, wurde der alte Friedrichsbau endgültig zugunsten einer Verbreiterung der Friedrichstraße abgerissen.

1993 wurde an der historischen Stelle von der landeseigenen L-Bank der neue Friedrichsbau errichtet. Es beherbergt neben Büros, Läden und Restaurants auch das neue Friedrichsbau Varieté.

Varieté[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1900 wurde im alten Friedrichsbau das Friedrichsbau Theater eröffnet. Erster Leiter des Theaters war Martin Klein. 1901 übernahm Ludwig Grauaug die Intendanz. In den 1920er und 1930er Jahren traten internationale Stars wie Grock, Josephine Baker, Charlie Rivel, Karl Valentin und Marita Gründgens im Friedrichsbau Theater auf. Zwischen 1931 und 1933 wurde das Theater umgebaut. 1933 sah sich Grauaug als Jude gezwungen, Stuttgart zu verlassen.[1] Unter der Intendanz von Emil Neidhard übernahm bei der Wiedereröffnung Willy Reichert die künstlerische Leitung des Theaters. Zusammen mit Oscar Heiler trat er regelmäßig im Friedrichsbau Theater auf. Die von beiden verkörperten schwäbischen Figuren Häberle und Pfleiderer sind eng mit dem Friedrichsbau Theater verbunden.

Im neuen Friedrichsbau wurde 1994 das Friedrichsbau Varieté eröffnet, das Platz für 369 Gäste bot. Erste Geschäftsführerin wurde Gabriele Frenzel, Künstlerischer Leiter wurde Bernhard Paul, der als Direktor des Circus Roncalli auch einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Nach Kündigung des Eigentümers und Sponsors L-Bank zog das Theater im Jahr 2014 an den Pragsattel.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Bogen (Text); Thomas Wagner (Fotos): Stuttgart. Eine Stadt verändert ihr Gesicht. Erfurt 2012, Seite 60-61.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier: „Sie brauchen nicht mehr zu kommen!“ Die Verdrängung der Künstlerinnen und Künstler jüdischen Glaubens und jüdischer Abstammung aus dem Stuttgarter Theater- und Musikleben durch die Nationalsozialisten, Stuttgart 2008.
  2. Aus rund und bunt wird eckig und schwarz Stuttgarter-Zeitung.de, 5. Dezember 2014, abgerufen am 5. Juni 2015.

Koordinaten: 48° 46′ 50″ N, 9° 10′ 34″ O