Friedrichshafen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Friedrichshafen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Friedrichshafen
Friedrichshafen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Friedrichshafen hervorgehoben
47.6541666666679.4791666666667400Koordinaten: 47° 39′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 69,91 km²
Einwohner: 57.333 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 820 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 88045–88048
Vorwahlen: 07541, 07544 (Efrizweiler, Kluftern, Lipbach), 07546 (Ettenkirch)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 016
Stadtgliederung: Kernstadt und 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Adenauerplatz 1
88045 Friedrichshafen
Webpräsenz: www.friedrichshafen.de
Oberbürgermeister: Andreas Brand (Freie Wähler)
Lage der Stadt Friedrichshafen im Bodenseekreis
Bodensee Österreich Schweiz Bayern Bermatingen Daisendorf Deggenhausertal Eriskirch Frickingen Friedrichshafen Hagnau am Bodensee Heiligenberg (Bodenseekreis) Immenstaad am Bodensee Kressbronn am Bodensee Langenargen Markdorf Meckenbeuren Meersburg Neukirch (Bodenseekreis) Oberteuringen Owingen Salem (Baden) Sipplingen Stetten (Bodenseekreis) Tettnang Überlingen Überlingen Uhldingen-Mühlhofen Landkreis Konstanz Landkreis Konstanz Landkreis Ravensburg Landkreis SigmaringenKarte
Über dieses Bild

Friedrichshafen [ˈfriːdrɪçshaːfən oder frɪdrɪçsˈhaːfən] ist eine Universitätsstadt am nördlichen Ufer des Bodensees. Sie ist die Kreisstadt des Bodenseekreises, zugleich dessen größte Stadt und nach Konstanz die zweitgrößte Stadt am Bodensee. Gemeinsam mit Ravensburg und Weingarten bildet Friedrichshafen eines von 14 Oberzentren (in Funktionsergänzung) in Baden-Württemberg. Seit April 1956 ist Friedrichshafen Große Kreisstadt, seit September 2011 außerdem Universitätsstadt.

Geographie[Bearbeiten]

Blick vom Bodensee auf Schlosskirche und Graf-Zeppelin-Haus
Zeppelin-Statue am Graf-Zeppelin-Haus, Säntis im Hintergrund; HDR Image
Hafenbahnhof / Zeppelin-Museum

Geographische Lage[Bearbeiten]

Friedrichshafen liegt in einer sanft geschwungenen Bucht des nördlichen Bodenseeufers und am Südwestrand des Schussenbeckens. Die Stadt erstreckt sich über eine Höhenlage von 395,2 m ü. NN am Bodenseeufer bis 501,6 m in Ailingen (Horach). Die Kernstadt befindet sich unweit westlich der Mündung der Rotach in den Bodensee. Von Oberteuringen kommend erreicht dieser Fluss westlich der Ortschaft Ailingen das Stadtgebiet und durchfließt einige kleinere Ortsteile, bevor er am Ostrand der Kernstadt in den See mündet. Die etwas größere Schussen streift die nordöstliche Ecke des Stadtgebietes, bevor auch sie – wenige Kilometer östlich von Friedrichshafen – im Bodensee endet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Friedrichshafen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt und gehören mit Ausnahme von Ravensburg alle zum Bodenseekreis:

Immenstaad am Bodensee (vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft), Markdorf, Oberteuringen, Ravensburg, Meckenbeuren, Tettnang und Eriskirch.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Lage der Stadtteile und Ortsteile von Friedrichshafen

Die Stadt besteht aus der Kernstadt und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten Gemeinden Ailingen, Ettenkirch, Kluftern und Raderach. Diese eingegliederten Gemeinden sind Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung; das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten in einer Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzenden. In jeder Ortschaft gibt es eine Ortsverwaltung, deren Leiter der Ortsvorsteher ist.

Zu fast allen Stadtteilen und zur Kernstadt gehören noch viele räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenen Namen, die oft nur wenige Einwohner haben oder Wohngebiete, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben und dann erhalten haben – und deren Grenzen oft nicht genau festgelegt sind. Teilweise handelt es sich auch um ehemals selbständige Gemeinden oder Gemeindeteile, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingemeindet wurden oder sich mit anderen Gemeinden zusammenschlossen. Im Einzelnen sind zu nennen:

Teilort Dörfer, Weiler und Wohnplätze
Kernstadt Allmannsweiler, Eichenmühle, Fischbach, Grenzhof, Heiseloch, Hofen, Jettenhausen, Löwental, Manzell, Meistershofen, Neuhäuser, Riedern, Rupberg, St. Georgen, Schnetzenhausen, Seemoos, Seewiesenesch, Spaltenstein, Sparbruck, Waggershausen, Windhag
Ailingen Berg (zwischen 1825 und 1937 selbständige Gemeinde, zu der auch die Siedlungen Holzhof, Ittenhausen, Jägerhaus, Kappelhof, Köstenbach, Langenloch, Unterraderach und Weiler an der Ach gehörten), Buchholz, Bunkhofen, Hagendorn (1812–1825 Name der damaligen Gemeinde Ailingen/Berg), Höhler, Holzhof, Ittenhausen, Lochenried, Martinshof, Oberailingen, Oberlottenweiler, Reinach, Unterailingen, Unterlottenweiler, Waldacker, Weilermühle, Wiggenhausen, Wolfenhof
Ettenkirch Appenweiler, Batzenweiler, Bettenweiler, Eggenweiler, Ellenweiler, Furatweiler, Habratsweiler, Hinterhof, Hirschlatt (bis 1937 selbständige Gemeinde), Huiweiler, Krehenberg, Lehhorn, Lempfriedsweiler, Lindenholz, Rosengarten, Waltenweiler, Wannenhäusern, Wirgetswiesen, Zillisbach
Kluftern Efrizweiler, Höge, Kreuzäcker, Lipbach, Mühlöschle, Ziegelacker
Sonstiges

Die Grenzlinie zwischen den ehemaligen Ländern Baden und Württemberg verlief am Grenzbach zwischen Friedrichshafen-Fischbach und Immenstaad. Zwischen der Bundesstraße 31 und der naturgeschützten Uferzone finden sich noch Reste des „Grenzhofs“.

Raumplanung[Bearbeiten]

Friedrichshafen bildet zusammen mit Ravensburg und Weingarten das Oberzentrum (in Funktionsergänzung) der Region Bodensee-Oberschwaben. Dieses übernimmt für den östlichen Teil des Bodenseekreises auch die Funktion eines Mittelzentrums. Im Einzelnen handelt es sich neben Friedrichshafen um die Gemeinden (in alphabetischer Folge) Bermatingen, Deggenhausertal, Eriskirch, Immenstaad, Kressbronn, Langenargen, Markdorf, Meckenbeuren, Neukirch, Oberteuringen und Tettnang.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Im Gebiet der Stadt Friedrichshafen sind durch das Regierungspräsidium Tübingen bzw. das Landratsamt Bodenseekreis als untere Naturschutzbehörde zurzeit (Stand: 31. Mai 2009) vier Naturschutzgebiete (Eriskircher Ried, Hepbacher-Leimbacher Ried, Lipbachsenke, Lipbachmündung), fünf Landschaftsschutzgebiete (Haldenberg, Hepbacher-Leimbacher Ried, Lipbachsenke, Württembergisches Bodenseeufer (Teilgebiete)), elf flächenhafte und 25 Einzel-Naturdenkmäler ausgewiesen.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima Friedrichshafens ist vor allem von den Einflüssen des Bodensees und der nahen Alpen geprägt (siehe Bodenseeklima). Im Vergleich zum Hinterland sind die Temperaturen eher mild. Durch die Nähe zu den Alpen entstehen die charakteristischen Föhnwinde sowie teilweise kräftige Gewitter. Außerdem bildet sich im Winter häufig Nebel, da der See Wärme speichert, die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnimmt und diese als Dunst wieder abgibt.

Friedrichshafen
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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-1
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Friedrichshafen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,3 4,2 8,8 13,1 18,0 21,3 23,2 22,3 19,3 13,2 7,4 3,4 Ø 13,1
Min. Temperatur (°C) -2,7 -1,9 0,8 4,1 8,2 11,8 13,7 13,2 10,3 6,1 1,9 -1,4 Ø 5,4
Niederschlag (mm) 60 61 54 73 96 121 133 120 81 65 73 58 Σ 995
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,7 4,2 5,3 6,7 7,2 8,0 7,0 5,6 3,3 1,8 1,2 Ø 4,5
Regentage (d) 10 10 9 11 12 13 13 12 9 8 10 10 Σ 127
Luftfeuchtigkeit (%) 84 83 77 73 70 73 74 76 79 85 86 87 Ø 78,9
T
e
m
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e
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a
t
u
r
2,3
-2,7
4,2
-1,9
8,8
0,8
13,1
4,1
18,0
8,2
21,3
11,8
23,2
13,7
22,3
13,2
19,3
10,3
13,2
6,1
7,4
1,9
3,4
-1,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Geschichte[Bearbeiten]

Buchhorn, Kupferstich von Merian, 1643/1656

Friedrichshafen entstand 1811 aus der ehemaligen Freien Reichsstadt Buchhorn (von der sie das Wappen übernahm) durch Zusammenschluss mit dem nahen Dorf und Kloster Hofen an derselben Bodensee-Bucht. Die Stadt gehörte zum Oberamt Tettnang, aus dem 1938 der Landkreis Tettnang hervorging. Im Jahr 2011 feierte Friedrichshafen seinen 200. Geburtstag.

Hauptartikel: Geschichte Buchhorns

Unter württembergischer Herrschaft[Bearbeiten]

Schlosskirche und Schloss

Friedrichshafen wurde nach dem ersten württembergischen König Friedrich I. benannt. Die Stadt prosperierte unter diesem König vor allem wirtschaftlich, als privilegierter Freihafen und Warenumschlagplatz für den Handelsverkehr mit der Schweiz. Dadurch wurden Neuansiedler angelockt, die sich in der Karl- und der Friedrichstraße niederließen und so die Ortsteile Buchhorn und Hofen nach und nach verbanden. Im 19. Jahrhundert diente Friedrichshafen den württembergischen Monarchen als Sommerresidenz. Das ehemalige Kloster Hofen wurde zum königlichen Schloss umgebaut. Unter König Wilhelm I. blühte die Wirtschaft neuerlich auf, was sich unter anderem in dem Kauf des Dampfschiffes Wilhelm widerspiegelte. Besonders das Schloss lockte viele Fremde nach Friedrichshafen, darunter auch Minister und hohe Beamte, die sich zum Teil im näheren Umkreis Villen errichten ließen. Auch die ersten Touristen kamen zum Stadtbesuch, unter ihnen soll sogar der russische Zar Alexander II. gewesen sein.

Erste Industrie[Bearbeiten]

Schwabenkinder in Friedrichshafen

Als erster isolierter Abschnitt der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahn wurde am 8. November 1847 das Südbahn-Teilstück Friedrichshafen–Ravensburg eröffnet. Ab 1. Juni 1850 konnte die erste Strecke des württembergischen Eisenbahnnetzes von Heilbronn bis Friedrichshafen durchgehend befahren werden. 1869 nahm das Bodensee-Trajekt den Betrieb auf mit Eisenbahnfähren, die Güter von Friedrichshafen nach Romanshorn in der Schweiz transportierten. 1859 wurde die Lederfabrik Hüni gegründet. Aber es wurden auch im 19. Jahrhundert die Schwabenkinder aus Tirol und der Schweiz an Bauern vermittelt.

Industrialisierung durch den Zeppelinbau[Bearbeiten]

Die Industrialisierung Friedrichshafens ist vor allem von Ferdinand von Zeppelin geprägt. Der in Konstanz geborene Graf siedelte in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts die Produktion seiner berühmten Starrluftschiffe, der Zeppeline, hier an. Am 2. Juli 1900 erhob sich die 128 m lange LZ1 in der Manzeller Bucht zum ersten Mal von der Startfläche. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten begann man 1906 damit, das Nachfolgermodell LZ2 zu testen. Der Begeisterung der Deutschen für die Luftschifffahrt war es zu verdanken, dass das gesamte Projekt trotz einiger Fehlversuche dennoch fortgesetzt wurde.

Luftschiff und Luftschiffwerft in Friedrichshafen in einer Fotomontage, um 1910

Die 1909 in Bissingen an der Enz durch Wilhelm Maybach auf Initiative Zeppelins gegründete Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH übersiedelte 1912 auch wegen veränderter technischer Anforderungen nach Friedrichshafen. Die Leitung des Unternehmens übernahm Karl Maybach (1879–1960), der älteste Sohn von Wilhelm Maybach. Um die gewaltigen finanziellen Mittel für Forschung und Produktion zu besorgen, wurde 1909 eine Aktiengesellschaft (AG) gegründet, die Deutsche Luftschifffahrts-AG (DELAG) mit Sitz in Frankfurt am Main, die erste Luftreederei weltweit.

Postkarte: Neue Uferstraße mit Luftschiff und Aeroplan 1916

Eine Erfindung des Ingenieurs Max Maag, die das Herstellen präziser Zahnräder in Serie erst möglich machte, trug zur Weiterentwicklung der Zeppeline bei und führte 1915 zur Gründung der Zahnradfabrik Friedrichshafen (ZF), die 1922 ebenfalls zu einer AG wurde. Mit dem Fortschritt im Luftschiffbau kam so ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung in Gang. Und mit der Zahl neuer Arbeitsplätze stieg auch der Zustrom an Feriengästen allmählich an. 1912 beschäftigte der Zeppelinkonzern etwa 200 Mitarbeiter, die großteils in einer eigens für sie errichteten neuen Siedlung, dem Zeppelindorf, lebten.

Der Beginn des Ersten Weltkriegs beschleunigte dieses Wirtschaftswachstum, da viele Luftschiffe für den Kriegseinsatz gebaut wurden. Graf Zeppelin starb 1917. Das Büro Dornier, das zunächst mit Metallflugzeugbau im Hause Zeppelin beschäftigt war, wurde 1922 von Claude Dornier übernommen; dies war der Startschuss für die späteren Dornier-Werke.

Die Zwischenkriegszeit[Bearbeiten]

An der Novemberrevolution 1918 beteiligten sich auch die Arbeiter Friedrichshafens, indem sie für Fälle von wichtigen Entscheidungen einen Arbeiter- und Soldatenrat einsetzten. Mit dem Ende der Monarchie hatte das Schloss als Königliche Sommerresidenz ausgedient, es wurde dem entmachteten Haus Württemberg zugesprochen. Der auf Rüstung spezialisierte Zeppelinkonzern musste nach Kriegsende den Großteil seiner Arbeiter entlassen. Die Tochterunternehmen widmeten sich nun anderen Produktionsbereichen und konnten so einen Teil der Belegschaft halten. Maybach-Motorenbau konzentrierte sich auf den Bau von Pkw-Motoren und produzierte 1922 das erste seiner später berühmten Automobile.

Die ZF produzierte nun vor allem einbaufertige Schaltgetriebe für die Automobilindustrie, die zu jener Zeit bereits enormes Potential hatte. Auch der Luftschiffbau wurde schon nach kurzer Zeit wieder aufgenommen. Dies ist vor allem Hugo Eckener zu verdanken, der über einen Spendenaufruf rund 2,5 Millionen Reichsmark für die neue Produktion einsammelte.

Die Dornier-Werke (ursprünglich Zeppelin-Werk Lindau GmbH, ab 1922 Dornier-Metallbauten GmbH, ab 1938 Dornier-Werke GmbH, ab 1966 Dornier GmbH) wurden in den 1930er Jahren durch Zweigbetriebe in Neuaubing und Oberpfaffenhofen (jeweils bei München) sowie in Wismar (Norddeutsche Dornier-Werke) erweitert. Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages konnte das berühmteste ihrer Flugzeuge, die Dornier Wal, zunächst (in Italien) nur in Lizenz gefertigt werden. Am Bodensee entstand „dafür” das seinerzeit größte Flugzeug der Welt, die Dornier Do X.

Das erste Luftschiff nach dem Krieg, die LZ 126, wurde als Wiedergutmachungsleistung an die USA übergeben. Seine Atlantiküberquerung sorgte für großes Aufsehen. Auch die folgenden Luftschiffe LZ 127 Graf Zeppelin und LZ 129 Hindenburg standen sehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nach der Hindenburg-Katastrophe in Lakehurst am 6. Mai 1937, bei der 36 Menschen infolge einer Explosion ums Leben kamen, wurde jedoch der Bau weiterer Luftschiffe (mit Ausnahme der LZ 130) eingestellt und auch der gesamte Flugverkehr der Zeppeline.

Im Nationalsozialismus und im Krieg[Bearbeiten]

In der nationalsozialistischen Zeit diente Friedrichshafen vor allem als Erholungsort für Arbeiter. So wurde der Fremdenverkehr zu einem wichtigen wirtschaftlichen Faktor. 1934 wurde der amtierende Bürgermeister Schnitzler durch Walter Bärlin ersetzt. Seit 1933 bestand in Friedrichshafen eine Außenhauptstelle der Württembergischen Politischen Polizei, die ab 1938 als "Geheime Staatspolizei - Grenzpolizeikommissariat Friedrichshafen" firmierte.[2]

Die Industrie, die auf Kriegswirtschaft umgestellt worden war, wuchs stetig. Von 1942 bis Ende 1944 fertigte die Firma Zeppelin auch Teile für die A4-Rakete (die so genannte V2); für die Überprüfung kompletter A4-Raketen wurde zwischen 1942 und 1943 bei Oberraderach eine Prüf- und Abnahmestelle gebaut, das V2-Werk Raderach.

Vier große Rüstungsbetriebe machten Friedrichshafen zu einem wichtigen Rüstungsstandort im Deutschen Reich:

  • Luftschiffbau Zeppelin GmbH (Radaranlagen, Peilanlagen, Fallschirme, Teile für den Flugzeug- und Raketenbau)
  • Maybach-Motorenbau GmbH (Fertigung aller Motoren für die Kettenfahrzeuge der Wehrmacht [allerdings nicht alle am Standort Friedrichshafen])
  • Zahnradfabrik AG (Getriebe für schwere Fahrzeuge)
  • Dornier-Werke GmbH (etwa 6000 Flugzeuge)

In diesen Betrieben sollen bis zu 14.000 ausländische Arbeitskräfte beschäftigt gewesen sein, darunter etwa 1.000 KZ-Häftlinge, die zum größten Teil in Lagern untergebracht waren.[3]

Das Zeppelin-Werk hatte ein eigenes Arbeitskommando des Konzentrationslagers Dachau, das dazugehörige Arbeitslager Friedrichshafen befand sich auf dem Firmengelände der Zeppelin-Werft (heute ZF). Zwischen Juni 1943 und September 1944 befanden sich ungefähr 1200 KZ-Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau im KZ-Außenlager Friedrichshafen. Nach der Zerstörung des Lagers (zwischen Hochstraße und Luftschiffbau) durch einen Bombenangriff am 28. April 1944 wurden die KZ-Häftlinge in die Nähe des V2-Werks in Raderach verlegt. Dort befand sich seit 1942 bereits ein Arbeitslager für kriegsgefangene Zwangsarbeiter. Am 25. September 1944 wurden 762 dieser KZ-Häftlinge in das KZ Dora-Mittelbau in Nordhausen gebracht.

Von Oktober 1944 bis April 1945 errichteten KZ-Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau einen unterirdische Stollen bei Überlingen, den Goldbacher Stollen, um die gefährdeten Friedrichshafener Produktionsstätten zu verlagern und so die Produktion vor den Bombardierungen zu schützen. Die beim Bau des Stollens gestorbenen Zwangsarbeiter wurden auf dem KZ-Friedhof Birnau beigesetzt.

Die Produktionsstätten elementarer Rüstungsindustrie waren der Grund dafür, dass Friedrichshafen zwischen Juni 1943 und Februar 1945 das Ziel von elf alliierten Luftangriffen war. Der folgenschwerste dieser Angriffe fand in der Nacht zum 28. April 1944 statt, ihm fielen der Kern der Altstadt und die Hafenanlagen mit mehreren Schiffen zum Opfer. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Friedrichshafen zu zwei Dritteln zerstört, es musste daher in den 1950er Jahren fast komplett neu aufgebaut werden.[4]

Die vollständige Zerstörung der Stadt wurde vermutlich durch die Entschlossenheit der Bürger und ihres Bürgermeisters verhindert, indem diese den Befehl missachteten, Friedrichshafen bis zum allerletzten Haus zu verteidigen. Bei Kriegsbeginn 1939 lebten 25.041 Menschen in Friedrichshafen, 1943 sogar 27.168; nach den Luftangriffen waren es zunächst noch 7.650, da zwei Drittel der Bevölkerung abgewandert oder evakuiert worden waren. Im Juni 1945 zählte die Stadt dann 10.126 und im Dezember 1945 schon wieder 14.979 Einwohner.

Der Wiederaufbau[Bearbeiten]

Nach dem Krieg wurden einige Firmen, darunter die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und die Dornier-Werke, zwangsaufgelöst. Dadurch verloren viele Menschen ihren Arbeitsplatz und damit ihr Auskommen. Die Zahnradfabrik und der Maybach-Motorenbau konnten jedoch gerettet werden, mussten aber ihre Produktion umstellen. Die erste wichtige Handlung des Wiederaufbaus war die Enttrümmerung der Stadt. Dazu wurde eine Schmalspurbahn angelegt, mit deren Hilfe bis 1949 die gesamte Altstadt freigeräumt wurde. Außerdem errichtete die Firma Hüni eine Trümmerwiederaufbereitungsanlage. 1950 konnte mit der Planung des Neuaufbaus begonnen werden, die vor allem bessere Verkehrsverhältnisse sowie größere Grünanlagen vorsah. Mit der Einweihung des neuen Rathauses wurde diese Bauphase 1956 abgeschlossen, doch es mangelte nach wie vor an ausreichendem Wohnraum.

Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt Friedrichshafen ist auch der Stiftung zu verdanken, die 1908 von Grafen Zeppelin gegründet worden war und der Förderung des Luftschiffbaus dienen sollte. Für den Fall, dass der ursprüngliche Stiftungszweck nicht mehr erfüllt werden könne, sollte die Stiftung an die Stadt Friedrichshafen fallen. In diesem Falle sollten die Erträge aus der Zeppelin-Stiftung für wohltätige Zwecke eingesetzt werden. Am 1. März 1947 ging das Stiftungsvermögen an die Stadt Friedrichshafen über. Die Zeppelin-Stiftung hält 93,8 Prozent der Aktien der ZF Friedrichshafen AG und ist Eigentümerin der Luftschiffbau Zeppelin GmbH und der Zeppelin GmbH. Mit den Erträgen aus diesen sogenannten Stiftungsbetrieben finanziert die Stiftung satzungsgemäß mildtätige und gemeinnützige Zwecke.

Neuere Geschichte[Bearbeiten]

Dank des rapiden Bevölkerungszuwachses (auf 53.000 Einwohner) wurde Friedrichshafen bei der Baden-Württembergischen Kreisreform am 1. Januar 1973 Verwaltungssitz des neu gegründeten Bodenseekreises. In jener Zeit datieren auch die meisten Eingemeindungen.

In dieser Zeit begann man auch damit, die Infrastruktur zu erweitern und auszubauen. Zahlreiche Bildungseinrichtungen sind seither entstanden, darunter ein Teil der öffentlichen Schulen, die Musikschule, die Volkshochschule sowie das Berufsschulzentrum. Hinzu kamen das Zeppelin-Stadion und die Bodenseesporthalle, das Hallenbad war bereits 1970 eröffnet worden.

1992 erfolgte der Abzug der französischen Garnison (Heeresflieger) aus ihrem Quartier Durand de Villers.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im heutigen Stadtgebiet gab es ab 1812 folgende Gemeinden: Stadt Friedrichshafen und die Gemeinden Hagendorn, Ettenkirch, Kluftern und Raderach. 1825 wurde die Gemeinde Hagendorn aufgelöst. Es entstanden daraus die Gemeinden Ailingen und Berg. 1850 wurde Schnetzenhausen von der Gemeinde Berg als selbständige Gemeinde abgetrennt, aber 1937 in die Stadt Friedrichshafen eingegliedert. Ebenfalls 1937 wurde die Gemeinde Berg in die Gemeinde Ailingen eingegliedert, die ihren Gemeindeteil Allmannsweiler jedoch an die Stadt Friedrichshafen abgeben musste. Somit bestanden ab 1937 neben der Stadt Friedrichshafen noch die Gemeinden Ailingen, Ettenkirch, Kluftern und Raderach.

Im Laufe der Geschichte wurden somit folgende Gemeinden bzw. Orte in die Stadt Friedrichshafen eingegliedert. Sie gehörten vor der Kreisreform soweit nicht anders angegeben zum Landkreis Tettnang.

  • 1. April 1910: Löwental, St. Georgen und Teile des Ortes Trautenmühle
  • 1. April 1914: Trautenmühle (Rest) sowie Jettenhausen, Meistershofen und Waggershausen (jeweils nur teilweise)
  • 1. April 1937: Schnetzenhausen (bis 1850 zur Gemeinde Berg gehörig), Jettenhausen (Rest) und Gemeindeteil Allmannsweiler der Gemeinde Ailingen
  • 1. Dezember 1971: Ailingen (bis 1825 und ab 1937 mit der Gemeinde Berg) und Raderach (Landkreis Überlingen)
  • 1. April 1972: Kluftern (mit Efrizweiler und dem durch das Genehmigungsschreiben des Innenministeriums 1861 eingegliederten Lipbach; Landkreis Überlingen)
  • 1. Dezember 1972: Ettenkirch (mit der 1937 eingegliederten Gemeinde Hirschlatt)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr / Datum Einwohner
1353 ca. 800
1798 ca. 800
1823 ca. 817
1843 1257
1855 1857
1861 2233
1871, 1. Dezember ¹ 2827
1880, 1. Dezember ¹ 3053
1900, 1. Dezember ¹ 4627
1910, 1. Dezember ¹ 7041
1925, 16. Juni ¹ 11.289
1933, 16. Juni ¹ 13.306
Jahr / Datum Einwohner
1939, 17. Mai ¹ 25.041
1950, 13. September ¹ 20.501
1961, 6. Juni ¹ 37.148
1970, 27. Mai ¹ 43.140
1975, 31. Dezember 51.544
1980, 31. Dezember 52.080
1987, 27. Mai ¹ 51.808
1990, 31. Dezember 54.129
1995, 31. Dezember 56.315
2000, 31. Dezember 57.163
2005, 31. Dezember 58.068
2010, 31. Dezember 59.002
Jahr / Datum Einwohner
2011, 31. Dezember 59.286

¹ Volkszählungsergebnis

Kirchen und Religionen[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Stadt Friedrichshafen gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Albgovia Kapitel Ailingen-Buchhorn unterstellt. Die Reformation wurde nicht durchgeführt. Nach einer ab 1593 durchgeführten Untersuchung in der Stadt Buchhorn wurde sogar bestimmt, dass niemand Bürgerrechte erwerben, Mitglied des Rates sein oder in städtische Dienste treten kann, der sich nicht unter Eid zur römisch-katholischen Kirche bekennt. Ursprünglich war Buchhorn kirchlich vom Kloster Hofen abhängig. Die dem Kloster zugehörige Kirche „St. Andreas und Pantaleon“ war auch die Kirche Buchhorns. 1325 wird in Buchhorn jedoch eine Nikolauskapelle erwähnt, die aber erst Ende des 16. Jahrhunderts zur Pfarrei erhoben wurde. Die katholische Gemeinde gehörte noch bis 1802 zum Bistum Konstanz und war dem Dekanat Theuringen, ab 1808 dem Ordinariat Ellwangen unterstellt, aus dem 1821/27 das neu gegründete Bistum Rottenburg, heute Bistum Rottenburg-Stuttgart, hervorging.

Katholische Gemeinden[Bearbeiten]

Die heutige Pfarrkirche St. Nikolaus wurde von 1745 bis 1750 vom Kloster Weingarten als Barockbau errichtet. 1928 entstand infolge starken Wachstums der Nikolausgemeinde die Kirche St. Petrus Canisius. Sie wurde am 24. November 1928 durch Bischof Joannes Baptista Sproll geweiht und zehn Jahre später zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben, die heute mit ihrer expressionistischen, dem Bauhausstil angenäherten Klinkerkirche (1928) die größte katholische Gemeinde Friedrichshafens ist.

Die trotz des Krieges weiter wachsende Bevölkerungszahl veranlasste den Stadtpfarrer, eine weitere Kirche, die er Christus der Gute Hirte nennen wollte, zu planen. Ihr Baustil mit dem muschelförmigen Kuppelbau und der aufgesetzten Glockenschale ist recht eigenwillig und sehr selten. Die Kirche wurde schließlich unter dem Namen Zum guten Hirten am 12. Mai 1962 geweiht, am 1. Oktober erhielt sie einen eigenen Pfarrer. Nach dem Absturz eines Sportflugzeuges musste das Dach der Kirche schon zehn Jahre nach der Weihe restauriert werden.

Da die alte Pfarrkirche St. Mariä Geburt aus dem 13. Jahrhundert im Stadtteil Jettenhausen zu klein geworden war, wurde sie 1960 durch einen Neubau, der der heiligen Maria geweiht war, ersetzt. Die zeltförmige Kirche St. Columban, deren Architektur durch das zweite vatikanische Konzil geprägt ist, wurde 1966 durch den italienischen Bischof Pietro Zuccarino aus Bobbio geweiht. Ihr Gemeindegebiet erstreckte sich im neu entstandenen Stadtteil Friedrichshafen Ost, sowie der Kitzenwiese. Die Gemeindearbeit ist durch die Chorgemeinschaft, die schon etliche nationale Auftritte (Katholikentag in Ulm, Ökumenischer Kirchentag in Berlin) verbuchen konnte, geprägt. Damit bestand die Gesamtkirchengemeinde aus fünf Teilgemeinden.

Auch in den anderen Stadtteilen Friedrichhafens gibt es jeweils katholische Gemeinden und Kirchen: St. Magnus Fischbach (erbaut 1955, alte Pfarrkirche St. Vitus 1834), St. Peter und Paul in Schnetzenhausen (erbaut 1754 auf älteren Resten), St. Nikolaus Berg (erbaut 1520, doch 1785 erneuert und um 1900 weiter verändert) und St. Petrus und Paulus Ettenkirch (erbaut im 17. Jahrhundert, 1884 wurde der Turm erhöht). Auch diese vier Gemeinden traten 1974 der Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen bei, St. Johann Baptist in Ailingen erst 2005. Die Katholische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen umfasst somit zehn Kirchengemeinden und ca. 25.000 Katholiken (Stand 2010).

Diese gehören heute zum Dekanat Friedrichshafen, das nach der Kreisreform 1973 aus dem bisherigen Dekanat Tettnang entstand (Umbenennung). Eine weitere Kirchengemeinde St. Gangolf Kluftern, gehört nicht zur Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen. Kluftern gehörte ab 1806 zum Land Baden, die Kirchengemeinde gehört somit bis heute zum Dekanat Linzgau innerhalb der Erzdiözese Freiburg. Die Katholiken im Stadtteil Raderach gehören zur Kirchengemeinde Bergheim. Es gibt jedoch seit 1837 in Raderach eine Kapelle Mariä Heimsuchung.

Evangelische Gemeinden[Bearbeiten]

Anfang des 19. Jahrhunderts zogen auch Protestanten in den Raum Friedrichshafen. Es waren zunächst vor allem Beamte und Bedienstete des württembergischen Königs, die ins Schloss Hofen, das ehemalige Kloster, einzogen. Für sie gründete König Friedrich von Württemberg eine evangelische Kirchengemeinde, der er die barocke Schlosskirche zur Verfügung stellte. 1845 wurde hier eine Pfarrei errichtet. Die evangelische Gemeinde wuchs stark an und so wurden nach dem Zweiten Weltkrieg weitere Kirchengemeinden gegründet und Kirchen erbaut. Es entstanden die Erlösergemeinde (1958), die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde (1968) und die Paul-Gerhardt-Gemeinde Jettenhausen (1978). Sie alle bilden mit der Schlosskirchengemeinde seit 1994 die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen. Diese gehört zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Ravensburg innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Weitere Kirchengemeinden bzw. Kirchen im Stadtgebiet Friedrichshafens befinden sich in Manzell (Kirche und Pfarrei von 1938), Ailingen (Kirche von 1949, eine Kapelle gab es bereits seit 1937) und Kluftern, wobei die letztgenannte zum Dekanat Überlingen-Stockach der Evangelischen Landeskirche in Baden gehört. Die Protestanten aus Ettenkirch werden von der Kirchengemeinde Ailingen, die Protestanten von Raderach von der Kirchengemeinde Markdorf betreut.

Weitere religiöse Gemeinden[Bearbeiten]

Neben den beiden großen christlichen Kirchen gibt es in Friedrichshafen auch eine serbisch-orthodoxe Kirchengemeinde sowie Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptistengemeinde), eine evangelisch-methodistische Gemeinde, eine Vineyard-Gemeinde, die Unabhängige evangelische Gemeinde und die Freie Christengemeinde Foyer FN. Auch die Neuapostolische Kirche, die Christliche Wissenschaft und die Zeugen Jehovas sind in Friedrichshafen vertreten.

Im Zuge der Anwerbung von Arbeitsmigranten aus dem Ausland kamen verstärkt seit den 1960er Jahren auch Angehörige der islamischen Religion nach Friedrichshafen. Nach Schätzungen leben rund 4000 Muslime vor allem sunnitischer Konfession hier. Seit 1998 betreibt die türkische DİTİB die Mehmet-Akif-Moschee am Rande des Stadtkerns in Richtung der Teilgemeinde Berg. Hinzu kommen zwei weitere kleinere islamische Gemeinden in der Kernstadt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2009
in Prozent
 %
30
20
10
0
25,9 %
23,4 %
20,8 %
10,3 %
7,7 %
5,5 %
3,6 %
2,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,7 %p
+5,5 %p
-0,4 %p
+2,3 %p
-2,7 %p
+2,6 %p
-1,1 %p
+0,5 %p

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 43,5 Prozent (- 3,6) zu folgendem Ergebnis:[5]

1
8
4
1
2
10
11
3
10 11 
Von 40 Sitzen entfallen auf:

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt Buchhorn standen ab dem 13. Jahrhundert der vom Stadtherrn eingesetzte Ammann (Amtmann) sowie der Rat, der zugleich Stadtgericht war. Ab 1397 wurde der Ammann als Vorsitzender des Rates durch einen Bürgermeister ersetzt, der Ammann war dann nur noch Vorsitzender des Gerichts. Die Zünfte hatten dann das Sagen in der Stadt. Sie bildeten den Kleinen und den Großen Rat. 1552 wurde durch Kaiser Karl V. die Geschlechterherrschaft eingeführt. Danach gab es drei Bürgermeister, die jeweils vier Monate im Amt waren. Im 18. Jahrhundert zerfiel die Verwaltung immer mehr, so dass 1752 ein kaiserlicher Kommandant eingesetzt werden musste.

Nach dem Übergang an Württemberg wurde in der nunmehrigen Stadt Friedrichshafen ein Stadtschultheiß eingesetzt. Seit 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1956 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heutzutage wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister hat zwei Beigeordnete als hauptamtliche Stellvertreter. Die Amtsbezeichnung des Ersten Beigeordneten ist „Erster Bürgermeister“, der Zweite Beigeordnete nennt sich schlicht „Bürgermeister“.

Bei der Bürgermeisterwahl am 5. April 2009 setzte sich Andreas Brand (Freie Wähler) mit 69,96 Prozent der gültig abgegebenen Stimmen (Wahlbeteiligung: 44,33 Prozent) gegen seinen Mitbewerber Peter Kienzle (CDU) durch. Amtsvorgänger Josef Büchelmeier (SPD) stand für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung.[6]

Die Stadtoberhäupter seit 1810:

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Friedrichshafen

Das Wappen der Stadt Friedrichshafen zeigt in gespaltenem Schild vorne in Gold eine bewurzelte grüne Buche, hinten in Rot ein silbernes Hifthorn mit goldener Fessel und goldenen Beschlägen. Die Stadtflagge ist grün-weiß. Das Wappen ist das frühere Stadtwappen der Freien Reichsstadt Buchhorn. Diese Stadt führte ein so genanntes redendes Wappen, die Buche und das Horn. Beide Wappensymbole sind schon seit 1274 in den Siegeln der Stadt belegt. Anfangs war auch noch der Reichsadler im Siegel zu sehen. Dieser verschwand jedoch seit dem 15. Jahrhundert. Die Symbole waren früher jedoch in anderer Form und Blasonierung dargestellt. So war das Horn bis ins 19. Jahrhundert noch schwarz tingiert.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Friedrichshafen unterhält Städtepartnerschaften mit

  • DeutschlandDeutschland Delitzsch, Sachsen seit 1990
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Peoria, Illinois, USA seit 1976
  • WeissrusslandWeißrussland Polozk, Weißrussland seit 1990
  • FrankreichFrankreich Saint-Dié-des-Vosges, Frankreich seit 1973
  • Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Sarajevo, Bosnien und Herzegowina seit 1972

Außerdem bestehen Städtefreundschaften mit

Patenschaft[Bearbeiten]

Die Stadt Friedrichshafen übernahm am 12. Dezember 1967 die Patenschaft über das Marinefliegergeschwader 3 aus Nordholz anlässlich der Verleihung des Traditionsnamens Graf Zeppelin an das Geschwader am 9. Juli 1967.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die größten Arbeitgeber der Stadt sind immer noch die Industrieunternehmen, deren Wurzeln in die Zeit des Luftschiffbaus zurückreichen.

Sauerstoffwerk Friedrichshafen

Die Sauerstoffwerk Friedrichshafen GmbH (SWF) wurde 1913 zur Herstellung von Wasserstoff als Traggas für Zeppeline gegründet. Heute stellt sie mit zwei weiteren Werken in Aitrach und Bielefeld Gase aller Art für den industriellen, handwerklichen und medizinischen Bedarf her.

Die ZF Friedrichshafen AG (ZF) wurde 1915 als Zahnradfabrik GmbH gegründet, um die Getriebe (in erster Linie waren es die Zahnräder) der Zeppeline zu verbessern. Das Unternehmen wurde 1921 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Heute ist die ZF ein bedeutender deutscher Automobilzulieferer.

Die MTU Friedrichshafen GmbH (MTU; nicht zu verwechseln mit der Motoren und Turbinen Union in München) zählt zu den weltweit führenden Herstellern von großen Dieselmotoren und kompletten Antriebssystemen. Sie entstand 1909 aus der Maybach-Motorenbau GmbH. Bis 1985 war sie nach und nach in den Daimler-Chrysler-Konzern integriert worden, der sie 2005 jedoch für 1,6 Milliarden Euro an die schwedische Private-Equity-Gruppe EQT verkaufte. Sie ist auch für Berufsanfänger in der ganzen Region von Bedeutung, da bei der MTU Jahr für Jahr eine große Anzahl an Fachkräften ausgebildet werden (2004: 388 Auszubildende).

Die Zeppelin Luftschifftechnik GmbH ist ein 1993 gegründetes Unternehmen, das die halbstarren Hybridluftschiffe vom Typ Zeppelin NT entwickelt und herstellt. Hauptanteilseigner sind die Luftschiffbau Zeppelin GmbH und die ZF. Die Deutsche Zeppelin-Reederei GmbH, ein Tochterunternehmen der Luftschifftechnik, ist zuständig für die Vermittlung der Flüge.

Die seit 1909 bestehende LZ-Gießerei ging 1948 in die Firma Metallbearbeitung Friedrichshafen eGmbH über, und gehört heute zur MWS-Unternehmensgruppe.

1859, also lange Zeit vor der Zeppelinproduktion, gründete Hans Heinrich Hüni östlich der Altstadt von Friedrichshafen die Firma Hüni. Ursprünglich produzierte sie Leder, inzwischen gilt sie als Spezialist für hochwertige Beschichtungen mit organischen Kunststoffen.

Friedrichshafen hat sich außerdem als Messestandort etabliert und nennt sich daher gerne Messe- und Zeppelinstadt. Zu den bekannteren regelmäßigen Veranstaltungen in der Messe Friedrichshafen gehören

  • die Luftfahrtmesse Aero
  • die Internationale Bodenseemesse (IBO) für Konsum- und Investitionsgüter
  • die Wassersportmesse Interboot.
  • die Fahrradmesse Eurobike.
  • die Auto-Tuningmesse Tuning World Bodensee.
  • die internationale Amateurfunk Ausstellung Ham Radio
  • die Fachmesse für Sportfachhandel Outdoor
  • die Fachmesse für Kunststoffverarbeitung Fakuma
  • die Pferdefachmesse Pferd Bodensee.
  • die Motorradmesse Motorradwelt Bodensee.

Am 21. Februar 2007 gewann die Stadt den von der Deutschen Telekom ausgeschriebenen Wettbewerb T-City.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Hafen von Friedrichshafen – Blick vom Moleturm

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Die Fährlinie Friedrichshafen–Romanshorn verbindet Friedrichshafen mit Romanshorn in der Schweiz. Seit 2005 verbinden die beiden Katamarane Fridolin und Constanze die Stadt mit Konstanz. 2007 kam ein drittes Schiff hinzu, der Katamaran Ferdinand.

Der Katamaran (Friedrichshafen–Konstanz) vor Friedrichshafen

Friedrichshafen ist durch den Linienverkehr der Bodensee-Schifffahrtsbetriebe (BSB, ugs.: Weiße Flotte) mit diversen Städten rund um den See verbunden (z. B. Meersburg, Überlingen, Konstanz, Lindau, Bregenz). Diese Schiffe verkehren nur während des Sommerhalbjahres.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Flughafen Friedrichshafen

Im Nordosten der Stadt (Richtung Meckenbeuren) befindet sich der Flughafen Friedrichshafen, der zugleich Heimatflughafen von InterSky, der größten Fluglinie vor Ort, ist. InterSky verfügt am Flughafen über ein eigenes Wartungszentrum. Des Weiteren wird der Flughafen regelmäßig von der Lufthansa, von Germanwings und weiteren Fluglinien angesteuert. Mehrmals täglich sind Flüge nach Frankfurt (Lufthansa), Köln/Bonn (Germanwings), Düsseldorf, Hamburg und Berlin (jeweils InterSky) im Angebot. Zudem besteht eine Verbindung nach Istanbul (Turkish Airlines).

Ferienflüge nach Palma de Mallorca, Kroatien, Antalya, Kreta, Monastir, Varna, Lamezia Therme, Madeira, Elba, Ibiza Hurghada und auf die Kanarischen Inseln werden ab dem Sommerflugplan 2013 von verschiedenen Fluglinien angeboten.

In der Wintersaison wird der Flughafen von Skitouristen aus Moskau, Oslo, Stockholm, Tallinn oder Minsk angeflogen.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Friedrichshafen liegt an der Bundesstraße 31 (Freiburg im BreisgauSigmarszell), die am nördlichen Bodenseeufer entlangführt, und ist durch die Bundesstraße 30 in Richtung Ravensburg und Ulm angebunden (es gab einmal Pläne, die B 30 zur Bundesautobahn 89 auszubauen). Nach der Umgestaltung der Innenstadt in eine verkehrsberuhigte Zone verfügt Friedrichshafen über vier Parkhäuser (See, Altstadt, Stadtbahnhof und Graf-Zeppelin-Haus).

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Der Stadtbahnhof in Friedrichshafen (September 2008)

Im Friedrichshafener Stadtgebiet gibt es insgesamt zwei Bahnhöfe sowie weitere sechs Haltepunkte. Die wichtigsten sind Friedrichshafen Hafen und Friedrichshafen Stadt, der ehemalige und der heutige Hauptbahnhof. An letzterem laufen mehrere Strecken zusammen: Zum einen die Regionalbahnverbindung der Bodenseegürtelbahn nach Radolfzell; in Richtung Ulm die Strecke des Interregio-Express (IRE), der teilweise Anbindung bis Stuttgart hat; zusätzlich verkehrt auf der Südbahn-Strecke täglich ein Intercity-Zugpaar in Richtung Münster (Westfalen)/Dortmund; aus Basel kommt außerdem alle zwei Stunden ein IRE-Sprinter zur Weiterfahrt nach Ulm, der die Strecke in verkürzter Fahrzeit zurücklegt; in Richtung Lindau bestehen neben IRE-Verbindungen auch solche mit Regionalbahnen. Darüber hinaus verkehrt zwischen Friedrichshafen Hafen und Aulendorf noch die Bodensee-Oberschwaben-Bahn.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Seit dem Jahr 1990 existiert das Busunternehmen Stadtverkehr Friedrichshafen GmbH, das 1999 umstrukturiert wurde und 2004 in den Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) eintrat. Heute verkehren in diesem Netz regelmäßig über 15 Buslinien, deren wichtigste Knotenpunkte der Hafen- und der Stadtbahnhof sind. Bei Messeveranstaltungen werden zusätzlich ein Messeexpress (Hafenbahnhof-Stadtbahnhof-Messe) und ein Messeshuttle (Flughafen-Messe) eingerichtet. Abends sind im Stunden- bzw. Zweistundentakt sechs Abendlinien von bzw. zum Stadtbahnhof, auf teilweise gegenüber den Tageslinien veränderten Routen, unterwegs. Außerdem bietet das Unternehmen das Ruftaxi RIA an.

Medien[Bearbeiten]

In Friedrichshafen befindet sich das Studio des SWR4-Bodenseeradiosenders des Südwestrundfunks, das für den Bodenseekreis sowie für die Landkreise Biberach, Ravensburg, Konstanz und Sigmaringen zuständig ist. SWR4 veranstaltet seit 1957[7] in vielen Städten am Bodensee, so auch in Friedrichshafen, zusammen mit dem Schweizer Sender DRS1 im Sommerhalbjahr Hafenkonzerte. Dort wird vor allem Volkstümliche Musik und Schlager gespielt. Das Studio von SWR4 befindet sich in der Altstadt, beim Parkhaus am See. Weitere regionale Radiosender sind das eher jugendorientierte Radio 7 und Radio Seefunk, die beide vorwiegend Rock- und Popmusik spielen.

Die Schwäbische Zeitung (ist auch an Radio 7 beteiligt) und der Südkurier halten sich eigene Lokalredaktionen in Friedrichshafen, die über das aktuelle Geschehen in der Stadt sowie aus der Region berichten.

In Friedrichshafen hat auch der über Kabel zu empfangende private Regionalfernsehsender Regio TV Bodensee – seit Mai 2001 Nachfolger von see tv – eine Niederlassung.

Behörden und Einrichtungen[Bearbeiten]

Als Kreisstadt des Bodenseekreises beherbergt Friedrichshafen dessen Verwaltung, das Landratsamt. Ferner vor Ort sind das Finanzamt und ein Notariat.

Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Friedrichshafen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Kindertageseinrichtungen[Bearbeiten]

In Friedrichshafen gibt es 37 Kindertageseinrichtungen.

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten]

Als Große Kreisstadt verfügt Friedrichshafen über ein Bildungsangebot, in dem alle gängigen Schularten vorkommen.

Für die Grundausbildung sorgen die drei Grund- und Werkrealschulen Ludwig-Dürr-Schule, Pestalozzischule und die private Bodenseeschule St. Martin, sowie die Gemeinschaftsschule Schreienesch und die fünf Grundschulen Dr.-Josef-Eberle-Grundschule in Ailingen mit einer Außenstelle in Berg, Grundschule Friedrichshafen-Fischbach mit Außenstelle in Schnetzenhausen, Albert-Merglen-Schule, Don-Bosco-Schule Ettenkirch und die Grundschule Friedrichshafen-Kluftern. An weiterführenden Schulen stehen die Dr.-Josef-Eberle-Realschule sowie die private Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth zur Verfügung. Ferner eine Abendrealschule. Ab dem Schuljahr 2014/2015 wird es außerdem zwei Gemeinschaftsschulen an der Gemeinschaftsschule Schreienesch und der Gemeinschaftsschule Graf Soden geben. Außerdem bietet die Stadt mit dem Graf-Zeppelin-Gymnasium und dem Karl-Maybach-Gymnasium zwei allgemeinbildende Gymnasien. Hinzu kommt die Merianschule als Förderschule und die Tannenhagschule als Sonderschule für Geistigbehinderte sowie die privaten Sonderschulen Schule am See (Sonderschule für Körperbehinderte) und Sprachheilschule (Sonderschule für Sprachbehinderte).

Die allgemeinbildenden Schulen in städtischer Trägerschaft bieten ein umfassendes und für alle Bedürfnisse maßgeschneidertes Angebot an ganztägigen Betreuungsformen.

Die SIS Swiss International School (Privatschule) bietet ein bilinguales Bildungsangebot vom Kindergarten über die Grundschule bis zum Gymnasium.

Im Berufsschulzentrum (im Osten der Stadt; Träger ist der Bodenseekreis) befinden sich die Claude-Dornier-Schule (gewerbliche Schule, u. a. mit dem Technischen Gymnasium und dem Informationstechnischen Gymnasium), die Hugo-Eckener-Schule (kaufmännische Schule, u. a. mit dem Wirtschaftsgymnasium) und die Droste-Hülshoff-Schule (haus- und landwirtschaftliche Schule, u. a. mit dem Ernährungswissenschaftlichen-, Sozialwissenschaftlichen- und Biotechnologischen Gymnasium). Die Bernd-Blindow-Schule bietet als private berufliche Schule u. a. ein Naturwissenschaftlich-technisches, ein Sozialpädagogisches und ein Medien- und Gestaltungstechnisches Gymnasium.

Ferner gibt es mehrere Bildungseinrichtungen, die das schulische Bildungsangebot abrunden: die Wissenswerkstatt will Interesse für Technik und technische Berufe wecken, die KinderUni FN bietet Vorlesungen für Kinder von 5-12 Jahre in allen Wissensbereichen und die Hector Kinderakademie fördert begabte Kinder im Grundschulalter.

Hochschulen[Bearbeiten]

Die 2003 gegründete, staatlich anerkannte Zeppelin Universität ist seit September 2011 (Verleihung der Promotions- und Habilitationsrechte durch das Wissenschaftsministerium) die zehnte Universität im Land Baden-Württemberg, Friedrichshafen ist somit Universitätsstadt. Die Universität befindet sich in rein privater Trägerschaft und beschreibt sich selbst als „Hochschule zwischen Wirtschaft, Kultur und Politik“. Angeboten werden die drei Studiengänge Wirtschaftswissenschaften, Kommunikations- und Kulturwissenschaften sowie Politik- und Verwaltungswissenschaften.

Die Fakultät Technik der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg (DHBW Ravensburg) bietet 14 Studienrichtungen in den Bereichen Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik, Wirtschaftsinformatik, Luft- und Raumfahrttechnik, Wirtschaftsingenieurwesen. Die Fakultät kann sich einer stetig wachsenden Studentenzahl erfreuen.

Außerdem befindet sich in Friedrichshafen ein Studienzentrum der privaten DIPLOMA – Fachhochschule Nordhessen.

Bibliotheken[Bearbeiten]

Neben der Stadtbibliothek „Medienhaus am See“ ist in Friedrichshafen die Bodenseebibliothek ansässig, die als Spezialbibliothek Werke zum Bodenseeraum und seiner Geschichte sammelt.

Soziale Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Evangelische Heimstiftung und die BruderhausDiakonie betreiben in Friedrichshafen Einrichtungen der Altenhilfe und der Sozialpsychiatrie. Die Stiftung Liebenau unterhält mehrere Seniorenzentren und das Hospiz St. Josef. Arbeiterwohlfahrt (AWO), Deutsches Rotes Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe, das THW, der Malteser Hilfsdienst und die DLRG unterhalten in Friedrichshafen Vertretungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Zeppelin Museum Schlosskirche Kulturzentrum K42 Aussichtsturm Friedrichshafen Pfarrkirche St. NikolausPanorama Friedrichshafens mit Uferpromenade, Altstadt und Hafen (Blick vom Moleturm)
Über dieses Bild

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Friedrichshafen liegt an der Hauptroute der Oberschwäbischen Barockstraße.

Die grenzüberschreitende Grüne Straße/Route Verte, die in den Vogesen in Contrexéville beginnt und bei Breisach den Rhein überschreitet, führt in der Nordroute über Friedrichshafen und endet in Lindau.

Promenade, Wanderwege und Pfade[Bearbeiten]

Häufig besucht ist vom Hafen aus gesehen westwärts die See- und Uferstraße als Promenade bis zum württembergischen Schloss und ostwärts der Weg durch das Naturschutzgebiet Eriskircher Ried, die Teil des Bodensee-Rundweges sind. Weiter westwärts in den Ortsteilen Manzell und Fischbach führt dieser wegen der Industrieanlagen nicht am Bodenseeufer, sondern an der vielbefahrenen Bundesstraße 31 entlang und erreicht den See erst wieder beim Campingplatz Immenstaad.

Der Geschichtspfad Friedrichshafen bietet Informationen zu geschichtlich interessanten Örtlichkeiten und Gebäuden. Auf inzwischen über fünfzig Informationstafeln an Originalstandorten in der Friedrichshafener Innenstadt und den näher gelegenen Stadtteilen werden Blicke hinter die Fassaden gewährt.

Eine Ergänzung des Geschichtspfads ist der Maybach-Weg. Die wichtigsten Stationen im Leben des Motoren- und Automobilkonstrukteurs Karl Maybach (* 1879; † 1960 in Friedrichshafen) werden durch ihn aufgegriffen. An zwölf Standorten im Stadtgebiet wird auf installierten Tafeln an sein Leben und seine Leistungen erinnert.

Der zwölf Kilometer lange Zeppelin-Pfad soll an neun Stationen die Geschichte der Stadt Friedrichshafen im 20. Jahrhundert, in deren Mittelpunkt die Geschichte der Zeppelin-Stiftung steht, erfahrbar machen. Er ergänzt ebenfalls das Angebot des Geschichtspfads.

Durch das Stadtgebiet Friedrichshafens verläuft die dritte Etappe des Jubiläumswegs, ein 111 Kilometer langer Wanderweg, der 1998 zum 25-jährigen Bestehen des Bodenseekreises ausgeschildert wurde. Er führt über sechs Etappen durch das Hinterland des Bodensees von Kressbronn über Neukirch, Meckenbeuren, Markdorf, Heiligenberg und Owingen nach Überlingen.

Als direkt am See liegende Stadt ist Friedrichshafen auch Station des Bodensee-Radwegs.

Zeppelinrundflüge und Schiffsrundfahrten[Bearbeiten]

Beliebte Attraktionen sind außerdem ein Rundflug mit dem Zeppelin NT über den Bodensee und das Hinterland, eine Rundfahrt mit einem der zahlreichen Passagierschiffe oder die Fahrt mit einem Kurs- oder Vergnügungsschiff.

Museen[Bearbeiten]

Dornier-Museum
Dornier-Museum

Das Dornier-Museum zeigt die Geschichte der Luft- und Raumfahrttechnik der Firma Dornier auf. Das direkt neben dem Flughafen Friedrichshafen in einem 25.000 Quadratmeter großen Landschaftspark erbaute Museum wurde im Juli 2009 eröffnet. Es ist einem Flugzeughangar nachempfunden und zeigt mit mehr als 400 Exponaten 100 Jahre Luft- und Raumfahrtgeschichte.
Zu sehen sind unter anderem von Claude Dornier entworfene Flugzeuge wie die Dornier Do 27, der Senkrechtstarter Dornier Do 31 oder ein Nachbau des Dornier Merkur. Darüber hinaus können auch Originalteile eines Spacelabs besichtigt werden. In der „Museumsbox“ wird die Geschichte des Unternehmens Dornier anhand von Filmen und Videos präsentiert.

Feuerwehrmuseum

Das Feuerwehrmuseum in Ettenkirch-Waltenweiler mit Ausstellungsstücken aus der Geschichte der Feuerwehr ist ab 2002 von ehrenamtlichen Helfern eingerichtet worden. Das 1930 erbaute Museumsgebäude diente der Ettenkircher Freiwilligen Feuerwehr bis 1977 als Feuerwehrhaus und stand danach bis zur Museumseröffnung im Jahr 2005 leer.

Schulmuseum Friedrichshafen

Das Museum wurde gegründet von Dr. Erich H. Müller-Gaebele, Professor an der Pädagogischen Hochschule Weingarten und Norbert Steinhauser, Rektor der Pestalozzischule, im Stadtteil Schnetzenhausen. Es war das erste Museum Baden-Württembergs, das schulgeschichtliche Sammlungen zeigte. 1989 wurde es auf Beschluss des Gemeinderates in die „Villa von Riss“ verlegt, um mehr Ausstellungsfläche zu Verfügung zu haben. Jeder Ausstellungsraum schildert einen Typ von Schule: Die Klosterschule, Schulräume aus den Jahren 1800, 1850, 1900 und 1930.
Das Thema Schule im Nationalsozialismus bildet einen besonderen Schwerpunkt. Die Vorstellung verschiedener Schultypen sowie ein Raum zum Thema „Schulstrafen“ ergänzen die umfangreiche Sammlung.[8]

Zeppelin-Museum
Zeppelin-Museum

Das Zeppelin-Museum befindet sich im Gebäude des ehemaligen Hafenbahnhofes und zeigt die Zeppelingeschichte und ihre wesentlichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Stadt Friedrichshafen. Geboten wird u. a. ein begehbares Segment aus dem Fahrgastraum eines Zeppelins mit Passagierzimmer und Schlafkabinen. Im zweiten Stockwerk des Gebäudes können unter dem Motto „Technik und Kunst“ Bilder von Otto Dix und anderen Künstlern betrachtet werden.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Auf dem Städtischen Hauptfriedhof befindet sich der sogenannte „Russenfriedhof“. Dort wird auf einem Gedenkstein an 450 Frauen und Männer erinnert, die als KZ-Häftlinge bei Zwangsarbeit in den Flugzeug- und Luftschiffwerken Dornier ihr Leben ließen.[9]

Eine Gedenktafel an der Hafenseite des Zeppelinmuseums erinnert an die Tausende sogenannter „Schweizer Kinder“, die 1946/47 „von großherzigen Menschen“ in die Schweiz eingeladen wurden.[10]

Musik[Bearbeiten]

Fanfarenzug Graf-Zeppelin
Der Seehasen-Fanfarenzug

Die Musikszene Friedrichshafens ist durch neun Musikvereine und einige Orchester und dadurch durch viele verschiedene Stilrichtungen geprägt. Neben Folklore und Jazz spielt vor allem auch die Blasmusik eine große Rolle.

Der Seehasenfanfarenzug, wurde 1956 anlässlich des Seehasenfestes von Erich Deisel, Lehrer am Graf-Zeppelin-Gymnasium gegründet. Damals bestand der Verein aus vier Trommlern und zwei Fanfarenbläsern. Im Jahr 1959 wurden die ersten typischen gelb-roten Kostüme, die an den Charakter der spanischen Epoche erinnern, getragen. 1972 nahm der Fanfarenzug an der Deutschen Meisterschaft der Fanfarenzüge teil und belegte den achten Platz. Bis zum 50-jährigen Jubiläum 2006 veranstaltete er viele Konzerte im Ausland und errang einige Preise bei deutschlandweiten Wettbewerben. Der jährliche Höhepunkt ist allerdings immer noch das Seehasenfest.

1965 traten einige Mitglieder des Seehasenfanfarenzuges aus und gründeten den Fanfarenzug Graf-Zeppelin (bis 1967 Seegockel-Fanfarenzug). Die Fusion beider Fanfarenzüge wurde 1976 verhindert. 1992 unternahm der Fanfarenzug Graf-Zeppelin eine Russland-Reise auf Einladung des Moskauer staatlichen Tschaikowsky Konservatoriums. Er nahm auch bei der Victory-Peace-Parade auf dem Roten Platz teil. Weitere Reisen sowie das Seehasenfest prägten die Entwicklung des Fanfarenzuges.

Der seit 1999 existierende Verein jazzport Friedrichshafen e. V. hat das Ziel, ein Forum für Jazzbegeisterte zu schaffen und Konzerte zu veranstalten. Seine Band, das New Jazzport Orchestra (NJPO) besteht vor allem aus Musikschullehrern und -schülern. Die Konzerte finden überwiegend im Flughafenrestaurant Halbhuber statt.

Die Musikschule Friedrichshafen wurde 1953 als städtische Bildungseinrichtung gegründet. Im Jahr 2003 zog sie in das neu erbaute Gebäude nahe dem Graf-Zeppelin-Gymnasium um. Angeboten wird neben der musikalischen Früherziehung und Grundbildung die gängigen Instrumente als Einzel- oder Gruppenunterricht, sowie verschiedene Ensembles und Orchester, die wichtigsten hierbei sind das symphonische Jugendblasorchester, das Folklore-Ensemble, das Jugend-Sinfonieorchester und die Bigband, die auch regelmäßig außerhalb der Region Konzerte geben. Am Wettbewerb Jugend musiziert nehmen viele der Schüler, teilweise mit großem Erfolg, teil.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Friedrichshafener Altstadt – Blick vom Moleturm
  • Schlosskirche: Das bedeutendste Bauwerk und Wahrzeichen der Stadt ist die ehemalige Klosterkirche des Klosters Hofen. Sie wurde 1695 bis 1702 von Christian Thumb neu erbaut. Die beiden charakteristischen Türme mit Zwiebeldach sind 55 Meter hoch. Die ehemalige Klosteranlage Hofen wurde 1824 zu einem Schloss umgebaut, das dem württembergischen Königshaus als Sommerresidenz diente. Das Schloss wurde mit der Schlosskirche erbaut, das „alte Gebäu“ von Michael Beer jedoch bereits 1654 bis 1661. Die Umbaumaßnahmen im 19. Jahrhundert plante Giovanni Salucci.
  • Pfarrkirche St. Nikolaus: Im Zentrum der früheren Stadt Buchhorn, im 17. Jahrhundert unter Einbeziehung einer Kapelle aus dem 13. Jahrhundert erbaut
  • Pfarrkirche St. Petrus Canisius: erbaut 1927–1928 nach Entwurf des Stuttgarter Architekten Hugo Schlösser
  • Stadtbahnhof: repräsentativer Bau, der 1846 erbaut wurde.
  • Hafenbahnhof: 1928 bis 1933 anstelle zweier Vorgängerbauten errichtet und zwischen 1994 und 1996 zum Zeppelin Museum umgebaut, seltenes Zeugnis des Neuen Bauens am Bodensee
  • Rathaus Friedrichshafen: 1954–1956 nach Plänen von Wilhelm Tiedje und Ludwig Hilmar Kresse erbaut
  • „Villa Winz“: Wohngebäude, 1915 von Paul Bonatz erbaut
  • Villa Wagner: Denkmalgeschützte Villa in Spaltenstein
  • Aussichtsturm: 2000 am Hafen errichtet
  • Die Tankstelle in der Werastraße wurde 1950 von der Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft (DAPG) errichtet. Der Klinkerbau mit typischem Flachdach dieser Zeit wird bis heute als Tankstelle betrieben. Im gesamten Bodenseekreis gibt es nur noch zwei Exemplare dieses Baustils, beide Tankstellen sind Kulturdenkmale.
Vogelbrunnen im Stadtgarten

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten]

Vor dem Rathaus befindet sich der von Gernot Rumpf mit grotesken Skulpturen gestaltete Buchhornbrunnen, der unter anderem an die Umbenennung von Buchhorn in Friedrichshafen im Jahr 1811 erinnert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Kulturbüro Friedrichshafen bietet mit knapp 300 kulturellen Veranstaltungen pro Jahr für eine Stadt dieser Größe ein ungewöhnlich umfangreiches Kulturprogramm. Hauptspielstätten sind das Graf-Zeppelin-Haus, der Kiesel im k42, der Bahnhof Fischbach sowie das Zeltfestival Kulturufer. Die Veranstaltungen haben jedes Jahr insgesamt etwa 60.000 Besucher, davon knapp 5.000 im Abonnement.

Ankunft des Seehasen mit dem Schiff
Seegockel beim Fasnetsumzug

Friedrichshafen hat eine Reihe von Stadt- und Heimatfesten, die jährlich veranstaltet werden. Seit 1985 findet jeweils zu Beginn der Sommerferien das Kulturufer statt, ein zehntägiges Zeltfestival in den Uferanlagen direkt am Bodensee. Bekannte und weniger bekannte Künstler und Gruppen aus der ganzen Welt treten in den Zelten und an der Uferpromenade auf. Die Darbietungen reichen von Musikveranstaltungen über Kabarett, Schauspiel und Tanz bis hin zu Lesungen, Akrobatik und Straßentheater. Auch für Kinder gibt es ein tägliches Theaterangebot im Zelt. Die Aktionswiese bietet darüber hinaus ein umfangreiches, attraktives Programm für Kinder, die Molke ein spezielles Angebot für Jugendliche an. Das Kulturufer wird veranstaltet vom Kulturbüro und dem Amt für Familie, Jugend und Soziales. Die Schwäbische Zeitung bietet außerdem eine Zeitungswerkstatt für Kinder und Jugendliche an, die so mit selbst erstellten Berichten in die Welt des Journalismus hineinschnuppern können. Im Durchschnitt zieht das Kulturufer etwa 70.000 Besucher an den See.

Eines der bekanntesten und ältesten Feste in Friedrichshafen ist das Seehasenfest, ein Kinder- und Heimatfest, das seit der Nachkriegszeit stattfindet und mit einigen kulturellen und gesellschaftlichen Höhepunkten aufwartet.

Ebenfalls in den Uferanlagen wird seit 1997 in den Sommerferien das kulinarische Stadtfest abgehalten. Verschiedene Gastronomieunternehmen der Umgebung bieten Köstlichkeiten verschiedener Nationalitäten an. Abends wird das internationale Flair durch ein musikalisches Rahmenprogramm abgerundet.

Friedrichshafen gehört zum Mundartbereich Bodenseealemannisch. Die Fasnet in Friedrichshafen wird nach schwäbisch-alemannischer Tradition gefeiert. Die ältesten Belege eines solchen Ereignisses in der Stadt Buchhorn stammen aus dem Jahr 1569. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fasnet wiederbelebt. Damals entstand die älteste Maske, die Buchhorn-Hexe. Drei Jahre später folgte der populäre Seegockel, beides Figuren der gleichnamigen Narrenzunft. Der Ablauf in Friedrichshafen konzentriert sich auf die Zeit vom Gumpigen Donnerstag, an dem Schul- und Rathaussturm stattfinden, bis zum Aschermittwoch. Höhepunkte sind der Bürgerball im Graf-Zeppelin-Haus und der Umzug.

Das Bodenseefestival, das internationale Stadtfest und der Christkindlesmarkt sind weitere wichtige Ereignisse der Stadt.

Kulturhaus Caserne[Bearbeiten]

Das Kulturhaus Caserne befindet sich im westlichen Teil der Stadt, im Fallenbrunnen. Der Name Caserne verweist auf die ursprüngliche Nutzung der Gebäude. Die Räumlichkeiten waren in den Jahren 1937 bis 1943 als Flakkaserne erbaut worden.

Die Friedrichshafener Kulturszene wird zu einem beträchtlichen Teil von dem 2002 gegründeten Culturverein Caserne e. V. bestimmt, bzw. von dessen Arbeit und seinem Angebot. Der Verein wird durch seine Mitglieder und die Stadtverwaltung finanziert. Im Theater Atrium finden außer Theater- und Kabarett- auch verschiedene Musikveranstaltungen statt. Zu einem wesentlichen Bestandteil des Culturvereins wurde die englischsprachige Amateurtheatergruppe Bodensee Players e. V., die großteils aus Muttersprachlern besteht. Das kleine studio17, ein Kino mit 88 Sitzplätzen, zeigt, ob in den eigenen Räumlichkeiten oder open air, vor allem alternative Kinofilme.

In dem ehemaligen Mannschaftskasino der französischen Garnison befindet sich ein Restaurant. Um die Programmvielfalt im Kulturhaus noch zu steigern, wurde Ende 1996 der Club Metropol als Disko und Konzerthalle eingerichtet. Schon drei Jahre wurde dieser aufgrund des starken Zuspruchs großzügig umgebaut und erweitert.1997 schließlich wurde die groove box eingerichtet, in der vornehmlich House und Jazz gespielt wird.

Graf-Zeppelin-Haus[Bearbeiten]

Graf-Zeppelin-Haus

Das Graf-Zeppelin-Haus (kurz: GZH) ist das Kultur- und Kongresszentrum der Stadt Friedrichshafen. Auf einer Bürgerversammlung 1964 wurde zum ersten Mal die Idee öffentlich, ein derartiges Gebäude zu errichten. Für ein solches Vorhaben erschien das freie Grundstück an der westlichen Uferpromenade direkt neben dem Yachthafen als geradezu idealer Standort. Nach langjährigen Überlegungen beschloss der Gemeinderat im Oktober 1978, den Planungsauftrag zu erteilen, um das Haus im Okt. 1985 zu eröffnen. Das Stuttgarter Architektenteam Breuning/Büchin erstellte ein zur Landschaft passendes Gebäude mit niedrigen Fassaden, die zum großen Teil aus Glas bestehen.

Die Aufgaben des Hauses kann man grob in zwei Kategorien unterteilen: Einerseits dient es als kulturelles Bürger-Zentrum für die Bewohner der Region, andererseits, in Ergänzung zur Messe, als Kongress- und Tagungszentrum für Verbände, Firmen und Institutionen. Der Hugo-Eckener-Saal bietet auf einer Fläche von (samt Erweiterung und Empore) 1300 m² bis zu 1300 Plätze. Dort finden auch die bedeutenderen kulturellen Veranstaltungen (Konzerte, Theateraufführungen etc.) statt. Das GZH beherbergt darüber hinaus acht kleinere Säle und Tagungsräume sowie zwei Restaurants, ein Café und eine Tiefgarage.

Kulturzentrum K42[Bearbeiten]

Das K42 und ein stadttypisches Spielgerät

Seit 2006 gibt es das „K42“ (in der Karlstraße 42), im ehemaligen Gebäude der KSK Friedrichshafen direkt am Hafen gelegen. Hier entstand 1973 nach Abbruch des Salzstadels 1967 ein Bankgebäudeneubau, der im Jahre 1973 bezogen wurde. Durch den Zusammenschluss verschiedener Sparkassen im Bodenseebereich bedurfte es jedoch eines größeren Verwaltungsgebäudes. Nach dem Auszug der KSK im Jahre 2002 stand der ehemalige Bank- und Verwaltungsbau seit 2002 leer. Im Jahr 2004 beschloss der Gemeinderat, das Gebäude nach den Plänen einer Projektgruppe in ein kombiniertes Geschäfts- und Medienhaus umzuwandeln. Nach einem Teilabschluss der Baumaßnahmen eröffnete darin am 2. Nov. 2006 eine große Buchhandlung. Im vorderen Teil des Gebäudes befindet sich seit Jahresbeginn 2007 ein Café-Restaurant. Im mittleren Gebäudeteil eröffnete am 1. März 2007 ein Textilkaufhaus, seit dem darauf folgenden Tag steht auch die Stadtbücherei – nun als „Medienhaus am See“ – an diesem Ort für den Publikumsverkehr offen.

Ein architektonisches Unikum ist der ebenfalls im März 2007 eröffnete Veranstaltungsraum Kiesel, der rund hundert Zuschauern Platz bietet. Auf der technisch bestens ausgestatteten Studio-Bühne wird von Beginn an ein anspruchsvolles, modernes Programm geboten. Schwerpunkte sind Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater (inkl. eines stetig wachsenden theaterpädagogischen Angebots) sowie Lesungen. Es werden aber auch Konzerte gespielt sowie Hörspiele und Filme präsentiert; außerdem gibt es im Kiesel Figurentheater für Erwachsene, Tanz- und Video-Performances. Für sein Kiesel-Programm im Bereich Kinder- und Jugendtheater wurde das Kulturbüro 2009 mit dem Veranstalterpreis der Assitej ausgezeichnet.

Sport[Bearbeiten]

Volleyball

Der VfB Friedrichshafen nimmt erfolgreich am Spielgeschehen der Volleyball-Bundesliga und der Champions League teil. 1969 gegründet, stieg der VfB 1981 erstmals in die erste Bundesliga auf. Nach dem dritten Aufstieg 1987 (seither durchgehend in der ersten Bundesliga) wurde er elfmal DVV-Pokalsieger und zwölfmal Deutscher Meister, achtmal konnte sich der VfB das Double sichern (Stand 2013). Am 1. April 2007 schrieb der VfB europäische Volleyballgeschichte: als erste deutsche Volleyballmannschaft konnte der VfB Friedrichshafen die Champions League gewinnen – und damit sicherte er sich das historische Triple (erster Verein in ganz Europa) aus Pokal, Meisterschaft und Champions League. Die Volleyball-Heimspiele werden seit 2003 in der ZF-Arena ausgetragen.

Lacrosse

2011 gründeten zwei Studenten der Zeppelin Universität das erste Lacrosseteam in Friedrichshafen. Seitdem ist das Team in der Bundesliga Süd etabliert. Es besteht aus Schülern, Arbeitstätigen und Studenten. Es gibt sowohl ein Herren als auch ein Damenteam. Gespielt wird die Sportart auf dem Gelände des VfB Friedrichshafen. Zuständig ist der Hochschulsportverein der Zeppelin Universität.

Badminton

Die 1953 gegründete Badmintonabteilung des VfB spielte in der Spielzeit 2010/2011 in der Regionalliga. 2006/2007 war die erste Mannschaft als Meister der zweiten Bundesliga Süd in die erste Bundesliga aufgestiegen.

Segeln

Der Württembergische Yacht-Club Friedrichshafen e. V. (WYC) ist ein weiterer bedeutender Sportverein der Stadt. Er wurde 1911 von König Wilhelm II. gegründet, noch im selben Jahr wurde mit dem Bau des Yachthafens begonnen. Natürlich wurde auch die Geschichte des WYC und ihrer Regatta, der Bodenseewoche, durch die beiden Weltkriege mit beeinflusst. Erst 1951 wurde der Regattabetrieb wieder aufgenommen. Sportliche Höhepunkte bilden die internationalen Erfolge einiger Clubmitglieder: 1976 wurden die Brüder Jörg und Eckart Diesch Olympiasieger im Flying Dutchman vor Kingston / Kanada, 1978 ersegelten Albert und Rudolf Batzill die Weltmeisterschaft im Flying Dutchman vor Hayling Island. Nach 20-jähriger Planung wurde 1992 der neue Yachthafen erbaut und eingeweiht. Der Club zählte 1999 über 1000 Mitglieder.

Fußball

Die erste Mannschaft der Fußballabteilung des VfB Friedrichshafen spielt aktuell in der Landesliga. 2009/2010 gab sie ein „Gastspiel” in der Verbandsliga, stieg aber sofort wieder ab.

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Friedrichshafen Mannschaftsquartier der iranischen Nationalmannschaft (auch die Niederlande, Norwegen, die Schweiz, Tschechien, Japan, die Slowakei und Russland hatten Interesse gezeigt). Das Team wählte das Ringhotel Krone in Schnetzenhausen als Mannschaftsquartier, trainiert wurde im VfB-Stadion im Norden der Stadt.

Radsport

Friedrichshafen war 2002 und 2005 jeweils Zielort der fünften und Startort der sechsten Etappe der ehemaligen Deutschlandtour. Friedrichshafen beherbergt vier Radsportvereine: RRMV Friedrichshafen für Kunstradfahren, RSV Immergrün aus Ailingen für Radball, RSV Seerose und den Freundeskreis Uphill e.V. (Organisator Deutsche Meisterschaft 2011[11] und 2012, ferner Betreiber und Projektleiter des Stoppomat).

Schwimmen

Die aktiven Mitglieder des Schwimmvereins Friedrichshafen 1932 e. V. trainieren regelmäßig neben der DLRG Ortsgruppe Friedrichshafen im Friedrichshafener Hallenbad. Erfolge konnten sie sowohl auf regionaler Ebene als auch bei internationalen Wettkämpfen verzeichnen.

Dachvereine

Der VfB Friedrichshafen führt neben seinen Hauptsparten Fußball und Volleyball auch aufgrund der Nähe zu den Alpen auch eine Ski- und Bergsportabteilung. Die TSG Ailingen deckt neben Fußball, Beachvolleyball auch Skisport und Turnen ab.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Stadt Friedrichshafen bzw. die früheren Gemeinden haben folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:[12]. Die Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers wurde erst im November 2013 aberkannt.

Friedrichshafen
Ehemalige Gemeinde Ailingen
  • 1867: Franz Josef Schaffrath, Lehrer, Mesner, Organist
  • 1865: Josef Wieland, Altbürgermeister
Ehemalige Gemeinde Ettenkirch
  • 1933: Paul von Hindenburg, Reichspräsident (2013 symbolisch aberkannt)
  • 1933: Wilhelm Schütterle, Gemeindepfleger
Ehemalige Gemeinde Kluftern
  • 1950: Heinrich Weißmann, Geistlicher Rat
  • 1963: Josef Braun, Fabrikant
  • 1964: Emil Higelin, Pfarrer

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Haller: Mühlen- in und um Friedrichshafen, Verlag Robert Gessler, Friedrichshafen,2010, ISBN 978-3-86136-138-1
  • Ernst Haller: Seewein – Die Geschichte des Weinbaus in und um Friedrichshafen. Robert Gessler Verlag, Friedrichshafen 2005, ISBN 3-86136-099-3
  • Ernst Haller: Fasnachtszeiten. Brauchtum von Buchhorn bis Friedrichshafen. Verein zur Pflege des Volkstums Friedrichshafen e. V. 1997.
  • Erich Keyser (Hrsg.): Friedrichshafen, Landkreis Tettnang. In: Deutsches Städtebuch. Band 4,2 Teilband Baden-Württemberg: Württembergisches Städtebuch. Kohlhammer, Stuttgart 1961.
  • Fritz Maier: Friedrichshafen. Robert Gessler Verlag, Friedrichshafen
    • Bd. 1: Die Geschichte der Stadt bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. 1983, ISBN 3-922137-22-9
    • Bd. 2: Die Geschichte der Stadt vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. 1994, ISBN 3-922137-46-6
    • Bd. 3: Stadtgeschichte(n) – Erinnerungen an Vorgestern und Gestern. Von der Nachkriegszeit bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts. 2004, ISBN 3-86136-085-3
  • Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Tettnang. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1838 (Volltext bei Wikisource)
  • Hans Schlieper: Eisenbahntrajekte über Rhein und Bodensee, Alba Verlag, Düsseldorf, 2009, ISBN 978-3-87094-369-1
  • Siegfried Seibold: Mein Weg - Kriegs- und Nachkriegszeit 1939-1955. Eigenverlag Siegfried Seibold, 87439 Kempten. (Zeitzeugenbericht Zweiter Weltkrieg und danach in Friedrichshafen).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Friedrichshafen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Friedrichshafen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Friedrichshafen – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern, Stuttgart 2013, ISBN 3-89657-138-9, S. 100-108 und S. 412f.
  3. Die Außenkommandos des KZ Dachau am Bodensee (O. Burger)
  4. Reinhold Mann: W.G. Sebald und der Luftkrieg – eine Ausstellung in Marbach und neue Bücher zum Thema. Erzählen, Erfinden, Erinnern. In: Schwäbische Zeitung vom 25. November 2008
  5. Stadt Friedrichshafen, Öffentliche Bekanntmachung vom 17. Juni 2009
  6. Staatsanzeiger Nr. 13 vom 9. April 2009, Seite 10
  7. 600. Hafenkonzert – swr.de, 7, 2006.
  8. Museumsdatenbank Kunst und Kultur
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 35f., ISBN 3-89331-208-0
  10. Gedenktafel der Stadt Friedrichshafen an die „Schweizer Kinder“ vom 21. Juni 2003 an der Hafenseite des Zeppelinmuseums.
  11. [1] Deutsche Meisterschaft Berg 2011
  12. Liste der Ehrenbürger