Friedrichswalde

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Friedrichswalde im Landkreis Barnim, zu weiteren Bedeutungen siehe Friedrichswalde (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Friedrichswalde
Friedrichswalde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Friedrichswalde hervorgehoben
53.03333333333313.71666666666775Koordinaten: 53° 2′ N, 13° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Barnim
Amt: Joachimsthal (Schorfheide)
Höhe: 75 m ü. NHN
Fläche: 45,07 km²
Einwohner: 809 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16247
Vorwahl: 033367
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 068
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Joachimsplatz 1-3
16247 Joachimsthal
Webpräsenz: www.amt-joachimsthal.de
Bürgermeister: Bernhard Ströbele (Einzelbewerber)
Lage der Gemeinde Friedrichswalde im Landkreis Barnim
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Friedrichswalde ist eine Gemeinde nördlich der Stadt Joachimsthal im brandenburgischen Landkreis Barnim mit der Kreisstadt Eberswalde. Sie besteht aus den beiden Ortsteilen Friedrichswalde und Parlow-Glambeck. Seit dem 24. Juli 2013 führt die Gemeinde offiziell, auch auf den Ortseingangsschildern, die Zusatzbezeichnung „Holzschuhmacherdorf“.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Friedrichswalde liegt am östlichen Rand der Schorfheide im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Siehe Liste der Naturdenkmale in Friedrichswalde

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1748 auf Erlass des preußischen Königs Friedrich II. gegründet, dem es seinen Namen verdankt. Er veranlasste auch, dass sich 30 Bauernfamilien aus der Kurpfalz und Rheinhessen hier ansiedelten, die gegen persönliche Erleichterungen die durch den Dreißigjährigen Krieg verwaisten Ländereien in Bearbeitung nahmen. Dazu kamen bis 1768 weitere 22 Büdner-Familien. Aus den von Friedrich II. gewährten Privilegien resultierte eine gewisse Sonderstellung zu den Bewohnern der Nachbarorte, was ziemlich lange einen speziellen Ruf der Friedrichswalder mit sich brachte, wie der Ortschronik zu entnehmen ist. Mit den Kolonisten wurde auch die Kenntnis für die Fertigung von Holzschuhen nach Friedrichswalde gebracht. Obwohl von Friedrich II. verboten, stellte schon nach wenigen Jahren jede zweite Familie in Friedrichswalde Holzschuhe her, die bis Mitte der 1950er Jahre hier produziert wurden. Daraus entstand die Bezeichnung als größtes Holzschuhmacherdorf Deutschlands. An diese Tradition knüpft die seit 2009 bestehende historische Holzschuhmacher-Werkstatt auf dem Pfarrhof an. Die 1776–1783 entstandene Reformiertenkirche, ein Fachwerkbau, wurde 1890 mit Backstein umbaut und erhielt ihre heutige Gestalt. Vor der Kirche befindet sich ein großer Granitstein, der den 30 Erstsiedlerfamilien gewidmet ist und Auskunft über ihre Ankunft in der Mark Brandenburg 1748 gibt.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Parlow-Glambeck wurde am 1. Februar 2002 eingemeindet.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 1 126
1890 1 074
1910 1 182
1925 1 116
1933 1 116
1939 1 121
1946 1 401
1950 1 416
1964 1 074
1971 992
Jahr Einwohner
1981 884
1985 806
1989 789
1990 754
1991 749
1992 780
1993 686
1994 717
1995 714
1996 713
Jahr Einwohner
1997 707
1998 718
1999 761
2000 756
2001 760
2002 944
2003 941
2004 963
2005 965
2006 940
Jahr Einwohner
2007 902
2008 894
2009 895
2010 888
2011 839
2012 844
2013 824
2014 809

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Friedrichswalde besteht aus 7 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[7]

  • Wählergruppe für Friedrichswalde 3 Sitze
  • Einzelbewerber Mario Jaensch 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Jutta Senften 1 Sitz
  • Einzelbewerber Heimfried Jaensch 1 Sitz
  • Einzelbewerberin Judith Schädler 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 12. November 1997 genehmigt.

Blasonierung: „Von Gold und Schwarz geteilt, oben ein durchgehender schwarzer Flechtzaun, unten ein linksgewendeter goldener Holzschuh.“[8]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Die Gemeinden Esselborn und Friedrichswalde vereinbarten im Oktober 1999 eine Partnerschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Friedrichswalde und in der Liste der Bodendenkmale in Friedrichswalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Kulturdenkmale.

Sehenswert ist die Dorfkirche und der Taubenturm im Ortsteil Glambeck.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnverkehr

Die Anbindung von Friedrichswalde an die Eisenbahn erfolgte 1898. Der Bahnhof Friedrichswalde (b Eberswalde) liegt an der Bahnstrecke Britz–Fürstenberg, die – zum Regionalnetz Ostbrandenburg der DB Netz AG gehörig – zuletzt im SPNV von der ODEG bedient wurde. Der SPNV zwischen Templin und Joachimsthal wurde ab Fahrplan 2007 vom Land abbestellt. Die restliche Strecke wird inzwischen von Zügen der NEB Betriebsgesellschaft mbH befahren. Die Strecke wird seitdem zwischen Templin und Joachimsthal nur noch gelegentlich für den Güterverkehr genutzt. Durch den Ortsteil Glambeck-Parlow verläuft der Fernradweg Berlin–Usedom.

Autoverkehr

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
nichtgewerblich zugelassene PKW (zum 1.1.)[9] 506 495 504 507 507 507 509
nichtgewerbliche PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 561 554 563 571 604 601 618
Vergleichswert Land Brandenburg 475 479 486 493 506 508 510

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm von Redern (1802–1883), preußischer Generalintendant und Politiker, Besitzer von Gut Glambeck
  • Paul Thränert (1875–1960), Gewerkschafter, in Friedrichswalde geboren
  • Bruno Endrejat (1908–1945), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, in Friedrichswalde geboren

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrichswalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Mitteilung des Innenministeriums Brandenburg
  3. Heimatverein Pfälzer Erbe e.V.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  5. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Barnim. S. 14–17
  6. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  7. Amtliches Ergebnis der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014
  8. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  9. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3