Frits Zernike

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Frits Zernike

Frederik „Frits“ Zernike (* 16. Juli 1888 in Amsterdam; † 10. März 1966 in Naarden) war ein niederländischer Physiker und Nobelpreisträger.

Leben[Bearbeiten]

Frits Zernike wurde als zweites von sechs Kindern des Lehrerehepaars Carl Frederick August Zernike und Antje Dieperink geboren. Er hatte das Interesse für die Physik und Naturwissenschaften von seinem Vater geerbt, da er in der Schule die nicht-naturwissenschaftlichen Fächer vernachlässigte, musste er später einen Immatrikulationstest in Griechisch und Latein zur Hochschulzulassung bestehen. Er begann 1905 an der Universität von Amsterdam ein Studium der Chemie mit den Nebenfächern Mathematik und Physik. 1913 wurde er Assistent von Jacobus C. Kapteyn an der Universität Groningen und promovierte 1915 über die Kritische Opaleszenz. Anschließend lehrte er als Dozent für mathematische Physik in Groningen und erhielt 1920 eine Professorenstelle. Zernike war zweimal verheiratet. Nach dem Tod seiner ersten Frau Dora van Bommel van Vloten († 1944), mit der er einen Sohn hatte, heiratete er 1954 L. Koperberg-Baanders. Auch einige Geschwister Zernikes erreichten größere Bekanntheit: ein Bruder Zernikes war ebenfalls Physikprofessor, seine Schwester Anne Zernike war mit dem Maler Jan Mankes verheiratet und wurde als mennonitische Theologin als erste Frau in den Niederlanden als Pfarrerin ordiniert, seine Schwester Elisabeth Zernike war eine bekannte Literatin der Niederlande.

Werk[Bearbeiten]

Zernike entwickelte ein empfindliches Galvanometer, das ab 1923 von Kipp und Söhne in Delft produziert wurde. Von 1930 an beschäftigte er sich mit der Optik und entwickelte noch im gleichen Jahr ein Phasenkontrastmikroskop, dessen Bedeutung jedoch von den Zeisswerken völlig unterschätzt wurde. Erst nachdem die deutsche Wehrmacht 1941 eine Bestandsaufnahme aller möglicherweise militärtechnisch interessanten Erfindungen durchgeführt hatte, wurden tatsächlich die ersten Mikroskope hergestellt. So entstand die groteske Situation, dass die Wehrmacht einer lange unterschätzten Erfindung Zernikes zum industriellen Durchbruch verhalf, während Zernike und seine Landsleute unter der Unterdrückung durch die gleichen Kräfte während der Besetzung der Niederlande zu leiden hatten. Nach dem Krieg wurden von mehreren Herstellern tausende Phasenkontrastmikroskope hergestellt, die sich in vielen Wissenschaftsbereichen, insbesondere der Medizin, als sehr nützlich erwiesen.

Zernike wurde 1953 mit dem Nobelpreis für Physik „für die von ihm angegebene Phasenkontrastmethode, im besonderen für seine Erfindung des Phasenkontrastmikroskops“ ausgezeichnet.

Zernike lieferte mit den nach ihm benannten Zernike-Polynomen, auf dem Einheitskreis orthogonale Funktionen, auch einen weiteren wichtigen Beitrag zur Optik, die beispielsweise zur Beschreibung von Abbildungsfehlern genutzt werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frits Zernike – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien