Fritz Bauer Institut

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Das Fritz Bauer Institut zur Geschichte und Wirkung des Holocaust in Frankfurt am Main ist ein Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Es ist Mitglied im Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute. Seit dem Jahr 2000 ist das Fritz-Bauer-Institut ein An-Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut erforscht interdisziplinär die Geschichte und Wirkung der nationalsozialistischen Massenverbrechen, insbesondere des Holocaust, und vermittelt die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit. Dabei versteht sich das Institut als Nahtstelle zwischen wissenschaftlicher Theoriebildung und kultureller Praxis. Es führt Forschungsprojekte durch, fördert wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse, entwickelt schulische wie außerschulische Bildungsangebote. Weiter organisiert das Institut Ausstellungen, Fachtagungen und andere Veranstaltungen, publiziert Forschungsergebnisse und Reflexionen verschiedener Disziplinen, pädagogische Materialien, künstlerische Auseinandersetzungen und historische Quellen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Januar 1995, 50 Jahre nach der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager, wurde es durch die drei Gründungsstifter Land Hessen, Stadt Frankfurt am Main und Förderverein Fritz-Bauer-Institut e.V. ins Leben gerufen.

Das Institut trägt den Namen des ehemaligen hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, des demokratischen Justizreformers und Initiators der Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Fritz Bauer verstand die NS-Prozesse als Selbstaufklärung der deutschen Gesellschaft in den Bahnen des Rechts. Mittels der juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen wollte er „Gerichtstag halten über uns selbst und über die gefährlichen Faktoren in unserer Geschichte“. Das Institut ist dem geistigen und politischen Erbe Fritz Bauers verpflichtet.

Es war Frankfurts damaliger Oberbürgermeister Volker Hauff, der unter dem Eindruck seines Besuchs in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, 1989 die Diskussion um ein Holocaust-Zentrum im „Land der Täter“ in Gang brachte. 1992 wurde mit dem Abschlussbericht der Planungsgruppe „Frankfurter Lern- und Dokumentationszentrum des Holocaust“ – eingesetzt im Auftrag des Dezernats Kultur und Freizeit der Stadt Frankfurt am Main – die von Hanno Loewy vorgelegte Konzeption des Fritz Bauer Instituts vorgestellt. Nach mehrjähriger Vorarbeit durch die Arbeitsstelle Fritz Bauer Institut der Stadt Frankfurt am Main wurde im Januar 1995 die Stiftung Fritz-Bauer-Institut gegründet.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut wird vom Förderverein Fritz Bauer Institut e.V. unterstützt, dieser zählt über 1.300 Mitglieder (Stand August 2005) im In- und Ausland.

Das Institut mit seinen vier wissenschaftlichen Abteilungen „Dokumentation und Bibliothek“, „Erinnerungskultur und Rezeptionsforschung“, „Pädagogik“ und „Zeitgeschichte“ ist die einzige Einrichtung in der Bundesrepublik Deutschland, deren Tätigkeit ausschließlich dieser Themenstellung gewidmet ist.

Die Projektarbeit des Instituts wird durch seinen interdisziplinär besetzten Wissenschaftlichen Beirat unterstützt und beraten. Der Beirat ist vertreten in der Findungskommission zur Berufung der Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Das Institut pflegt den Kontakt zu den Überlebenden des Holocaust. Der Rat der Überlebenden diskutiert und begleitet kritisch die Arbeit des Instituts in regelmäßigen Zusammenkünften. Die Arbeit des Instituts genießt internationale Aufmerksamkeit. Seit dem 17. November 2000 ist es offiziell als Bildungsträger anerkannt und arbeitet als selbständiges Kulturinstitut mit zahlreichen wissenschaftlichen Forschungsstätten, Gedenkstätten und Museen in aller Welt zusammen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]