Fritz Egger (Unternehmen)

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Fritz Egger
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1961
Sitz St. Johann in Tirol, Österreich
Leitung Walter Schiegl, Ulrich Bühler und Thomas Leissing
Mitarbeiter 7400 (2015) [1]
Umsatz 2,26 Mrd. EUR (2015) [1]
Branche Holzwerkstoffe
Website www.egger.com

Das seit 1961 bestehende Familienunternehmen Fritz Egger beschäftigt rund 7400 Mitarbeiter. Diese stellen europaweit an 17 Standorten eine umfassende Produktpalette aus Holzwerkstoffen (Span-, OSB- und MDF-Platten) sowie Schnittholz her. Damit erwirtschaftete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Umsatz von 2,26 Mrd. Euro. Egger hat weltweit Abnehmer in der Möbelindustrie, dem Holz-Fachhandel sowie bei Baumärkten. Egger-Produkte finden sich in unzähligen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens: in Küche, Bad, Büro, Wohn- und Schlafräumen. Dabei versteht sich Egger als Komplettanbieter für den Möbel- und Innenausbau, für den konstruktiven Holzbau sowie für Laminatfußböden.[2][3]

Firmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Egger in St. Johann in Tirol
Egger Holzwerkstoffe Brilon

Die Firma Egger wurde 1961 von dem Sägewerksbesitzer Fritz Egger sen. (1922–1982) gegründet.[4]

1961 erfolgte die Inbetriebnahme der ersten Spanplattenanlage in St. Johann, bald gefolgt von der Übernahme des Faserplattenwerkes in Wörgl 1966 und der Inbetriebnahme eines Spanplattenwerkes in Unterradlberg 1970. 1981 erwarb Egger 50 % der österreichischen Novopan in Leoben.[5] Zu diesem Zeitpunkt beträgt der Marktanteil bei den Holzspanplatte (dem damaligen Kernprodukt von Egger) in Österreich 68 %.[5] 1984 wurde eine der ersten modernen Contiroll-Spanplattenanlagen in St. Johann von der Firma Siempelkamp erbaut.[5]

1984 expandierte die Firma mit der Übernahme der Weyroc Gruppe[5] und dem Neubau des Spanplattenwerkes in Hexham nach Großbritannien, in den 1990er Jahren nach Deutschland mit den Standorten Gifhorn (1989 Übernahme der Dekoflex und Einstieg in die Laminatproduktion[5]), Brilon (1990), Bünde (1994 Übernahme Firma Otte[5]), Bevern (1995), Wismar und Marienmünster (1999 Übernahme Hagedorn[5]) und nach Frankreich mit den Standorten Rion-des-Landes (1994 Übernahme ROL Déko[5]) und Rambervillers (2000). Die Expansion erfolgte hauptsächlich durch Übernahmen. Im 21. Jahrhundert wurden Produktionsstandorte im russischen Schuja (2005) und im rumänischen Rădăuți (2008) neu errichtet. 2010 wurde der Kantenhersteller Roma Plastik im türkischen Gebze erworben, 2011 ein Spanplattenwerk im russischen Gagarin.

Daneben gab es immer wieder Erweiterungen, Modernisierungen und den Neubau existierender Werke. 2008 erfolgte die Inbetriebnahme des ersten gruppeneigenen Sägewerks in Brilon.[6][7]

Holzreste werden in eigenen Biomassekraftwerken thermisch genutzt.

Gruppenleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute befindet sich die Egger-Gruppe im Besitz der Brüder Michael und Fritz Egger, die als Eigentümer die strategischen Leitlinien mitbestimmen. Die operativen Geschäfte des Familienunternehmens werden von der Egger-Gruppenleitung mit Thomas Leissing, Ulrich Bühler und Walter Schiegl geführt.[8]

Standorte und Firmenentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egger produziert an 17 Standorten in Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rumänien, Russland und der Türkei Holzwerkstoffe mit einer Produktionskapazität von jährlich 7,59 Mio. m³ (Stand 2014/15).[1][9][10] Egger betreibt weltweit 24 Vertriebsbüros, großteils in Europa, aber auch vier Büros in Asien und jeweils eines in Australien und Chile.

Im Jahr 2014/15 erwirtschafteten die rund 7400 Mitarbeiter mit den Span-, OSB- und MDF-Platten und den daraus weiter veredelten Produkten einen konsolidierten Jahresumsatz von 2,26 Mrd. Euro. Für Forschung und Entwicklung wurden 6,1 Mio. Euro aufgewendet.[1] Im Vergleich zum Jahr 2008/09 wurde mit einer Ausweitung der Produktionskapazität um 20,7 % und 30,4 % mehr Mitarbeitern ein Umsatzzuwachs von 50,7 % erzielt.[11]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spektrum des Unternehmens umfasst Produkte für den Möbel- und Innenausbau, den konstruktiven Holzbau sowie für Fußböden (einschließlich Zubehör).[12][13]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fritz Egger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Pressemitteilung zur Jahres-Pressekonferenz. 30. Juli 2015, abgerufen am 16. November 2015.
  2. EGGER auf Cluster Wald+Holz NRW
  3. Egger musste am Anfang dicke Bretter bohren. In: www.derwesten.de – Abgerufen am 29. Oktober 2014
  4. EGGER Gruppe Unternehmensbroschüre, S. 4–6 (PDF; 14,7 MB)
  5. a b c d e f g h Ulrich Bühler: Chancen erkennen und nutzten. Egger sieht in modernen Holzwerkstoffen den Baustoff der Zukunft. In: www.forum-holzbau.com. 2000, abgerufen am 16. November 2015.
  6. Das Egger Sägewerk in Brilon. In: egger.com. 8. September 2008, S. 3, abgerufen am 16. November 2015.
  7. Geschichte. In: Webseite des Unternehmens. Abgerufen am 16. November 2015.
  8. Michael Egger wechselt aus der Gruppenleitung in den Beirat. In: Möbelmarkt Online vom 13. November 2008
  9. Stabiles Jahresergebnis für Egger. in: www.eurolignum.com vom 22. August 2014
  10. Werke und Vertriebsbüros. In: Webseite des Unternehmens. Abgerufen am 16. November 2015.
  11. Daten und Fakten. In: Webseite des Unternehmens. Abgerufen am 16. November 2015.
  12. Produkte. In: Webseite des Unternehmens. Abgerufen am 16. November 2015.
  13. Firmenporträt von Egger Holzwerkstoffe Brilon in: www.heinze.de - Gezielte Recherche nach Herstellern von Bau- und Ausstattungsprodukten

Koordinaten: 47° 30′ 22″ N, 12° 24′ 4″ O