Fritz Eisel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fritz Eisel (* 27. März 1929 in Lauterbach (Hessen); † 19. September 2010 in Langen Brütz) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Eisel wurde als ältestes von fünf Kindern in einer Arbeiterfamilie geboren. Anfang 1945 wurde er zur Eisenbahnflak nach Battenberg einberufen. Diesem Befehl folgte er nicht. Dann besetzte die US-Army Lauterbach noch rechtzeitig. 1946 wurde er Mitglied der KPD/Hessen. In dieser Zeit arbeitete er als LKW-Fahrer beim Straßenverkehrsamt. Im Jahr darauf bewarb er sich an der Hochschule für Baukunst und Bildende Künste Weimar und wurde angenommen.

Während der ersten Studienjahre von 1947 bis 1949 unter Hans Hoffmann-Lederer befasste sich Eisel sehr orthodox ausschließlich mit gegenstandslosen Versuchen und Übungen. Das nützte ihm – wie er selbst sagte – in gewisser Weise, schadete aber seinen gegenständlichen darstellerischen Fähigkeiten. Das änderte sich, als der aus Heilbronn an die Hochschule berufene Fritz Dähn 1950 seine weitere Ausbildung übernahm, die er von 1950 bis 1951 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden fortsetzte.

Im Gefühl, immer noch unterausgebildet zu sein, nahm er das Angebot wahr, an der Akademie für bildende Künste/Repin Institut Leningrad, weiter zu studieren. Einer seiner Lehrer war Boris Joganson.

Seit 1957 arbeitete Fritz Eisel als freischaffender Künstler, erst in Dresden, später in Potsdam. Hier entstand unter anderem das mehrteilige Mosaik am Rechenzentrum Potsdam. Von Potsdam aus arbeitete Fritz Eisel 1960 als Assistent von Fritz Dähn in dessen Institut Monbijou.

In der Potsdamer Zeit schloss sich Fritz Eisel auch einer geologischen Expedition in die Mongolei an, wo er als Dolmetscher und Kraftfahrer arbeitete. Die fremden Eindrücke verarbeitete er in zahlreichen Porträts und Landschaften. 1970 wurde Fritz Eisel Lehrer an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste, 1973 Professor. 1975 wurde er zum Rektor berufen. Als Rektor wurde er im gleichen Jahr Mitglied der Stadtleitung Dresden der SED.

1979, nach Ablauf seiner regulären Amtszeit als Rektor, weigerte sich Fritz Eisel kategorisch, erneut das Amt für eine weitere Wahlperiode zu übernehmen, weil er die durch das Präsidium des Verbandes Bildender Künstler und des DDR-Hochschulministeriums verlangte Veränderung der Ausbildungsprinzipien an der Hochschule für Bildende Künste Dresden entschieden ablehnte.

1980 zog Fritz Eisel nach Langen Brütz bei Schwerin. Die Zeit ab 1980 war die produktivste, es entstanden Landschaften, Porträts und Stillleben. In den Jahren 1983 und 1984 schuf er ein Wandmosaik am Haus der Berg- und Energiearbeiter (HBE), der heutigen Lausitzhalle Hoyerswerda.

Aus der 1951 geschlossenen Ehe mit Christa Eisel (geb. Lörsch) gingen zwei Kinder hervor, darunter die Journalistin und Autorin Carla Kalkbrenner.[1] Zwei seiner insgesamt vier Enkel sind die Musiker Paul und Fritz Kalkbrenner.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke Eisels befinden sich unter anderem in der Galerie Neue Meister, Dresden, Neuen Nationalgalerie Berlin, Staatlichen Museum Moritzburg, Staatlichen Kunstsammlungen Weimar, Staatlichen Museum Schwerin, National Gallery of Modern Art New Delhi, Sammlung der Deutschen Bank Luxemburg und in der Sammlung norddeutscher Malerei des NDR. Eine seiner seltenen Wandgestaltungen, der Volkstanz, befindet sich in Frankfurt (Oder)[2].

Eine weitere großflächige Wandgestaltung befindet sich in Potsdam in der Dortusstraße am ehemaligen Datenverarbeitungszentrum (1969–1971 geplant von Sepp Weber). Es ist ein Außenmosaik (bekleidet drei Seiten der Sockelzone des Gebäudes) mit dem Titel „Der Mensch bezwingt den Kosmos“. Neben der Darstellung des sowjetischen Kosmonauten Juri Alexejewitsch Gagarin befindet sich am äußersten Ende des Mosaikbandes folgendes Zitat von Karl Marx:

„Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf um Weizen, Vieh, etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu anderer Produktion, materieller oder geistiger. Ökonomie der Zeit – Darein löst sich schließlich alle Ökonomie auf. Ökonomie der Zeit, Sowohl wie planmäßige Verteilung der Arbeitszeit auf die verschiedenen Zweige der Produktion bleibt also erstes ökonomisches Gesetz auf Grundlage der gesellschaftlichen Produktion.“

Eine Besonderheit ist auf der Westseite (in der Dortustraße) zu entdecken – die dortigen Mosaiken wurden bei der Endmontage falsch eingesetzt. Eigentlich sollte über drei Flächen hinweg ein angeschnittener Planet zu sehen sein. Bei der Montage sind jedoch dessen äußere Flächen vertauscht und die links montierte Fläche um 180 Grad verdreht worden.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sager, Peter: Unterwegs zu Künstlern und Bildern – Reportagen und Porträts, DuMont Buchverlag Köln 1988 / S. 192–199
  • ZEITmagazin Nr. 51/10. Dezember Hamburg 1976 S. 24–38
  • Schumann, Henry: Ateliergespräche. Leipzig, E. A. Seemann Verlag, 1976
  • „Als fiele gebündeltes Licht auf sommerliches Land“ Fritz Eisel zum 75. Geburtstag/Artikel in der „Schweriner Volkszeitung“ vom 26. März 2009
  • Literatur von und über Fritz Eisel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Fritz Eisel • PICA-Datensatz)
  • Kurzbiografie zu: Eisel, Fritz. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fritz Eisel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Paul Kalkbrenner: Junge aus Ostberlin bei zeit.de, abgerufen am 25. Juli 2014
  2. Margrit Höfer, Akkordeon spielt zum Tanz, Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 18. Dez. 2006, S. 15
  3. http://www.potsdam-wiki.de/index.php/Rechenzentrum