Fritz Eisel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Fritz Eisel (* 27. März 1929 in Lauterbach (Hessen); † 19. September 2010 in Langen Brütz) war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisel absolvierte 1947 bis 1950 sein Studium an der Hochschule für Architektur und Bildende Künste Weimar. Seine Lehrer waren dort unter anderen Hans Hofmann-Lederer und Fritz Dähn. Dähn ging 1950 an die Hochschule für Bildende Künste Dresden, wohin ihm Eisel folgte. 1951 ging er an das Repin-Institut Leningrad der Akademie der Künste der UdSSR wo er mit Boris Joganson zusammenarbeitete.

Von 1957 bis 1959 lebte er in Dresden, wo er als freischaffender Künstler tätig war und 1958 den Kunstpreis der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft erhielt. 1959 zog er nach Potsdam, wo er bis 1970 bleiben sollte.

1970 folgte er einem Ruf an die Hochschule für Bildende Künste Dresden, wo er 1973 zum Professor berufen wurde. An derselben Hochschule war er von 1975 bis 1979 Rektor. Seit 1982 lebt er in Langen Brütz als freischaffender Künstler.

Aus der 1951 geschlossenen Ehe mit Christa Eisel (geb. Lörsch) gingen zwei Kinder hervor, darunter der Sohn Paul Eisel und die Journalistin und Autorin Carla Kalkbrenner.[1] Zwei seiner insgesamt vier Enkel sind die Musiker Paul und Fritz Kalkbrenner.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke Eisels befinden sich unter anderem in der Galerie Neue Meister, Dresden, Neuen Nationalgalerie Berlin, Staatlichen Museum Moritzburg, Staatlichen Kunstsammlungen Weimar, Staatlichen Museum Schwerin, National Gallery of Modern Art New Delhi, Sammlung der Deutschen Bank Luxemburg und in der Sammlung norddeutscher Malerei des NDR. Eine seiner seltenen Wandgestaltungen, der Volkstanz, befindet sich in Frankfurt (Oder)[2].

Eine weitere großflächige Wandgestaltung befindet sich in Potsdam in der Dortustraße am ehemaligen Datenverarbeitungszentrum (1969–1971 geplant von Sepp Weber). Es ist ein Außenmosaik (bekleidet drei Seiten der Sockelzone des Gebäudes) mit dem Titel „Der Mensch bezwingt den Kosmos“. Neben der Darstellung des sowjetischen Kosmonauten Juri Alexejewitsch Gagarin befindet sich am äußersten Ende des Mosaikbandes folgendes Zitat von Karl Marx:

„Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf um Weizen, Vieh, etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu anderer Produktion, materieller oder geistiger. Ökonomie der Zeit – Darein löst sich schließlich alle Ökonomie auf. Ökonomie der Zeit, Sowohl wie planmäßige Verteilung der Arbeitszeit auf die verschiedenen Zweige der Produktion bleibt also erstes ökonomisches Gesetz auf Grundlage der gesellschaftlichen Produktion.“

Eine Besonderheit ist auf der Westseite (in der Dortustraße) zu entdecken – die dortigen Mosaiken wurden bei der Endmontage falsch eingesetzt. Eigentlich sollte über drei Flächen hinweg ein angeschnittener Planet zu sehen sein. Bei der Montage sind jedoch dessen äußere Flächen vertauscht und die links montierte Fläche um 180 Grad verdreht worden.[3]

Zwei Mosaike an der Fassade zur Breiten Straße zeigen nach Westen fliegende MiG-Kampfflugzeuge, die „durchaus als militärische Drohgebärde verstanden werden können“.[4]

Nordseite:

Westseite links:

  • Ursprünglich geplante Plat­zierung des heute rechten Paneels

  • Fritz eisel mosaik dvz potsdam 3.jpg
  • Ursprünglich geplante Plat­zierung und Ausrichtung des heute linken Paneels (um 180° gedreht)

  • Westseite rechts:

    Südseite links:

    Südseite Mitte:

    Südseite rechts:

    Wirkung vor Ort:

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Sager, Peter: Unterwegs zu Künstlern und Bildern – Reportagen und Porträts, DuMont Buchverlag Köln 1988 / S. 192–199
    • ZEITmagazin Nr. 51/10. Dezember Hamburg 1976 S. 24–38
    • Schumann, Henry: Ateliergespräche. Leipzig, E. A. Seemann Verlag, 1976
    • „Als fiele gebündeltes Licht auf sommerliches Land“ Fritz Eisel zum 75. Geburtstag/Artikel in der „Schweriner Volkszeitung“ vom 26. März 2009
    • Literatur von und über Fritz Eisel im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Fritz Eisel • PICA-Datensatz)
    • Kurzbiografie zu: Eisel, Fritz. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band 1, Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Commons: Fritz Eisel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. a b Paul Kalkbrenner: Junge aus Ostberlin bei zeit.de, abgerufen am 25. Juli 2014
    2. Margrit Höfer, Akkordeon spielt zum Tanz, Märkische Oderzeitung/Frankfurter Stadtbote, 18. Dez. 2006, S. 15
    3. PotsdamWiki – Rechenzentrum (Memento vom 20. Dezember 2007 im Internet Archive)
    4. Andreas Kitschke: Die Garnisonkirche Potsdam. Krone der Stadt und Schauplatz der Geschichte. Bebra-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-86124-694-7, S. 197.