Fritz Erpenbeck

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Erpenbeck (rechts) mit Peter Hacks bei der Verleihung des Lessing-Preises, 1956

Fritz Erpenbeck (* 6. April 1897 in Mainz; † 7. Januar 1975 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller, Publizist und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erpenbeck absolvierte, unterbrochen durch den Militärdienst im Ersten Weltkrieg, eine Ausbildung als Schlosser in Osnabrück, wo er daneben auch Schauspielunterricht nahm. Seit 1920 war er in verschiedenen Engagements, unter anderem am Lessingtheater und der Piscator-Bühne in Berlin, wo er auch als Regisseur und Dramaturg wirkte. 1928 heiratete er die Schriftstellerin Hedda Zinner. Seit 1927 war er Mitglied der KPD. Seit 1929 arbeitete er auch journalistisch; 1931 bis 1933 war er Chefredakteur der Satirezeitschrift Roter Pfeffer.

1933 emigrierte er zunächst nach Prag, 1935 mit seiner Frau in die Sowjetunion. Dort arbeitete er als Redakteur für verschiedene Zeitschriften und wurde Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD). Im Rahmen seiner Tätigkeit für das NKFD war er stellvertretender Chefredakteur des NKFD-Senders Freies Deutschland. Wegen dieser Funktion wählte man ihn für die Gruppe Ulbricht aus.

1945 kehrte Erpenbeck mit ihr nach Deutschland zurück, wo er 1946 der SED beitrat. Er war 1946 bis 1958 Chefredakteur der Zeitschriften Theater der Zeit und Theaterdienst und gründete mit Bruno Henschel den Henschel Verlag. Seit 1951 war er Leiter der Hauptabteilung Darstellende Kunst und Musik beim Ministerrat der DDR. 1959 bis 1962 war er Chefdramaturg der Berliner Volksbühne, danach lebte er als freier Schriftsteller.

Erpenbeck erhielt 1956 den Lessing-Preis der DDR, 1957 die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille und 1972 die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden.

Grabstätte

Er starb am 7. Januar 1975 in Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof. Nach ihm ist eine Straße in Berlin-Pankow benannt.

Fritz Erpenbeck ist der Vater des Physikers, Philosophen und Schriftstellers John Erpenbeck, dessen Tochter Jenny Erpenbeck gleichfalls als Schriftstellerin bekannt wurde.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aber ich wollte nicht feige sein, Erzählung, 1932
  • Musketier Peters, Erzählung, 1936
  • Emigranten, Roman, Moskau 1937
  • Heimkehr, Novelle, 1939
  • Deutsche Schicksale, Erzählungen, 1939
  • Kleines Mädel im großen Krieg, Erzählung, 1940
  • Gründer, Roman, Moskau 1941 (= Band I)
  • Gründer, Roman (Band I und II), Berlin 1945 und 1949
  • Lebendiges Theater, Aufsätze und Kritiken, 1949
  • Wilhelm Pieck. Ein Lebensbild, 1951
  • M. Linzer (Hrsg.) Aus dem Theaterleben. Aufsätze und Kritiken, 1959
  • Künstlerpension Boulanka, Kriminalroman, Gelbe Reihe 1964
  • Vorhang auf!, Anekdoten und Geschichten, 1965
  • Tödliche Bilanz, Kriminalroman, 1965
  • Aus dem Hinterhalt, Kriminalroman, 1967
  • Nadel im Heu, Kriminalroman, 1968
  • Der Fall Fatima, Kriminalroman, 1969

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Darsteller
  • 1932: Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?
als Drehbuchautor
  • 1964: Pension Boulanka

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fritz Erpenbeck – Sammlung von Bildern