Fritz Paschke

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Fritz Paschke (* 2. März 1929 in Gösting) ist ein österreichischer Elektrotechniker und emeritierter Hochschullehrer. Er war von 1972 bis 1975 Rektor der Technischen Hochschule Wien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Paschke wurde in Gösting (damals noch eigenständige Gemeinde, ab 1938 Teil von Graz) geboren wo er auch in die Volkschule ging. Anschließend besuchte er die damalige Oberschule für Jungen, später wieder Realgymnasium, in der Grazer Lichtenfelsgasse, wo er 1947 maturierte. Danach studierte er vier Semester Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Graz, später auch Nachrichtentechnik an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1955 promovierte.

Nach kurzer Assistententätigkeit bei Herbert König ging Paschke in die USA an das David Sarnoff Research Center der Radio Corporation of America (RCA). Dort wies er als Erster das nichtlineare Verhalten von Elektronenstrahlröhren nach, schuf damit neue Grundlagen für die Konstruktion von Verstärkern und wurde dafür 1960 mit dem RCA Laboratories Award für Major Contributions to the Nonlinear Theory of Electron Beams ausgezeichnet. 1961 wechselte Paschke zu Siemens nach München, wo er bis 1966 als Entwicklungsleiter des Röhren-Werkes tätig war. Paschke war auch Leiter einer Gruppe von Technikern, denen es gelungen ist die Lebensdauer von Scheibentrioden zu erhöhen und damit zum Erfolg der Mariner IV Mission (1964–1967) beizutragen.[1]

1965 wurde er als Ordinarius des Instituts für Allgemeine Elektrotechnik an die Technische Hochschule Wien berufen, diese Position hatte er bis zu seiner Emeritierung 1997 inne. 1970/71 war er an der Hochschule Dekan der Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik, von 1972 bis 1975 Rektor der Technischen Hochschule. In seine Amtszeit fiel die Fertigstellung des neuen Elektrotechnischen Instituts, der Ankauf und die Adaptierung des ehemaligen Hotels Goldenes Lamm und der Resselgasse 3 sowie die Einrichtung eines interuniversitären Rechnerverbundes.

Von 1974 bis 1982 war Paschke Vizepräsident des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Seit 1977 ist er wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.[1] Ab 1978 war er Geschäftsführer der Wilhelm-Exner-Stiftung. Im Jahr 1985 begründete er die Gesellschaft für Mikro- und Nanoelektronik (GMe) mit und stand ihr von 1985 bis 1990 als Präsident vor.

1989 war er gemeinsam mit Josef Taus, Theobald Ettl und Manfred Leeb Mitbegründer der Management Trust Holding (MTH), deren Aufsichtsratsvorsitzender er seit der Gründung ist.[2] 2008 erhielt er von Landeshauptmann Jörg Haider für seinen Beitrag zum Technologie- und Wirtschaftsstandort Kärnten das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten verliehen. Paschke war an der Gründung des Infineon-Standortes in Villach mitbeteiligt.[3]

Fritz Paschke lebt in Wien, seinen Zweitwohnsitz hat er in Bodensdorf am Ossiacher See.[3] An der TU Wien wurde am Neuen Elektrotechnischen Institutsgebäude ein Hörsaal nach Fritz Paschke benannt.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968: Senderöhre für Marssonde Mariner IV und ihre Weiterentwicklung, Verlag der Technischen Hochschule, Wien 1968
  • 1984: Mikroelektronik - Chancen und Risken, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1984

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juliane Mikoletzky, Sabine Plakolm-Forsthuber (Herausgeber): Eine Sammlung von außerordentlicher Geschlossenheit/A Collection of Unusual Completeness: Die Rektorengalerie der Technischen Universität Wien/The Gallery of Rectors of the TU Wien. Festschrift 200 Jahre Technische Universität Wien, Band 13, Wien, Böhlau-Verlag 2015, ISBN 978-3-205-20113-7, Seite 146

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Wilhelm-Exner-Medaille: Fritz Paschke. Abgerufen am 13. Februar 2016.
  2. Management Trust Holding - Aufsichtsrat. Abgerufen am 11. Juli 2016.
  3. a b c TU Wien: Fritz Paschke erhielt das „Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten“. Artikel vom 28. August 2008, abgerufen am 13. Februar 2016.
  4. EI 10 Fritz Paschke Hörsaal - TU Wien. Abgerufen am 20. Februar 2016.