Frohnleiten

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Frohnleiten
Wappen fehlt
Frohnleiten (Österreich)
Frohnleiten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 153,82 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 15° 19′ O47.27027777777815.324444444444438Koordinaten: 47° 16′ 13″ N, 15° 19′ 28″ O
Höhe: 438 m ü. A.
Einwohner: 6.701 (1. Jän. 2015)
Postleitzahlen: 8130, 8131
Vorwahl: 03126, 03867
Gemeindekennziffer: 6 06 63
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brucker Straße 2
8130, 8131 Frohnleiten
Website: www.frohnleiten.org
Politik
Bürgermeister: Mag. Johannes Wagner (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(25 Mitglieder)
10
9
5
1
10 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Frohnleiten im Bezirk Graz-Umgebung
Deutschfeistritz Dobl-Zwaring Eggersdorf bei Graz Feldkirchen bei Graz Fernitz-Mellach Frohnleiten Gössendorf Gratkorn Gratwein-Straßengel Hart bei Graz Haselsdorf-Tobelbad Hausmannstätten Hitzendorf Hitzendorf Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Kumberg Laßnitzhöhe Lieboch Nestelbach bei Graz Peggau Raaba-Grambach Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Seiersberg-Pirka Semriach Stattegg Stiwoll Thal Übelbach Unterpremstätten-Zettling Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Graz SteiermarkLage der Gemeinde Frohnleiten im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Frohnleiten, vom Gschwendberg aus gesehen
Frohnleiten, vom Gschwendberg aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Frohnleiten um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Rathaus Frohnleiten
Blick auf den historischen Stadtkern von Frohnleiten
Gebäude des ehemaligen Bezirksgerichtes
Das Franziskanerkloster (ehemaliges Servitenkloster)
Das Leobener Tor war Teil der ehemaligen Stadtbefestigung

Frohnleiten ist eine Stadt mit 6701 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im Bezirk Graz-Umgebung im österreichischen Bundesland Steiermark. Am 1. Jänner 2015 wurden im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform die vormals eigenständigen Gemeinden Röthelstein und Schrems bei Frohnleiten eingemeindet.[1][2]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt 30 km nördlich der Landeshauptstadt Graz direkt an der Mur, dem wichtigsten Fluss des Bundeslandes, wo sich das Tal zwischen dem obersteirischen Verkehrsknoten Bruck an der Mur und Graz verengt. Die Mur bildet hier ein Durchbruchstal zwischen den Hochgebirgen der Gleinalpe (2.000 m) und des Hochlantschs (1.720 m) und bietet in den Biegungen malerische Ausblicke. Die Region ist durch den Gleinalmtunnel der Pyhrnautobahn auch aus Nordwesten gut erreichbar.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 23 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[3]):

  • Adriach (374)
  • Badl (72)
  • Brunnhof (117)
  • Frohnleiten (3108)
  • Gams (269)
  • Gamsgraben (32)
  • Gschwendt (275)
  • Hofamt (75)
  • Laas (109)
  • Laufnitzdorf (316)
  • Laufnitzgraben (2)
  • Leutnant Günther-Siedlung (102)
  • Maria Ebenort (91)
  • Peugen (45)
  • Pfannberg (71)
  • Röthelstein (218)
  • Rothleiten (473)
  • Schönau (366)
  • Schrauding (83)
  • Schrems (321)
  • Schweizerfabrik (39)
  • Ungersdorf (74)
  • Wannersdorf (205)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Adriach, Frohnleiten, Gams, Gamsgraben, Gschwendt, Hofamt, Laas, Laufnitzdorf, Laufnitzgraben, Mauritzen, Pfannberg, Röthelstein, Rothleiten, Schrems und Wannersdorf.

Frühere Gemeinde Rothleiten[Bearbeiten]

Am 1. Jänner 1992 wurde die Gemeinde Rothleiten eingemeindet.[4]

Stadterhebung[Bearbeiten]

Frohnleiten wurde am 12. Oktober 2002 zur Stadtgemeinde erhoben.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bruck an der Mur Pernegg an der Mur Pernegg an der Mur, Fladnitz an der Teichalm
Leoben Nachbargemeinden Semriach, Fladnitz an der Teichalm
Übelbach Deutschfeistritz, Semriach Peggau, Semriach

Geschichte[Bearbeiten]

1939 wurde bei Straßenarbeiten südlich des Ortes im Murtal ein latènezeitliches Gräberfeld entdeckt. Bei der folgenden Notgrabung wurden sieben Brandbestattungen freigelegt. Da bei der Bergung und Aufbewahrung die Grabbeigaben vertauscht worden waren, ist die Bewertung schwierig. Den Männergräbern wurden Waffen – eiserne Schwerter, Gürtelketten zur Schwertbefestigung mit den Schwertscheiden, Lanzen- und Pfeilspitzen, Schildbuckel – zugeordnet, sowie die teilweise erhaltene Einfassung eines ovalen Schildes. Dazu wurden noch Hiebmesser, Rasiermesser und eine Schere gezählt. Aus einem vermuteten Feinhandwerkergrab stammen eine Raspel und eine kleine Säge. Aus den Frauengräbern sind Armschmuck, Glasperlen und eine bronzene Gürtel-Gliederkette erhalten. Keramische Funde sind örtlicher Produktion entsprungen. Die ebenfalls gefundenen Fibeln ordnen die Grabfunde in die Mittellatènezeit (320–150 v. Chr.) ein.[5]

Die Gründung des Marktes erfolgte um 1280 durch die Grafen von Pfannberg, die auf der nahen Burg saßen und hier eine Murbrücke erbaut hatten. Diese Brücke war wirtschaftlich sehr wichtig, da sich der Hauptverkehrsstrom nach Graz hier auf das linke Murufer verlagerte. Deshalb entwickelte sich auch eine Schmugglerroute zwischen Leoben und Frohnleiten über den Gams- und Gössergraben, um dem Brückenzoll auszuweichen. Der Ort wurde hoch über dem Murufer errichtet. Der ursprüngliche Name Vreyliten (1306) bedeutet freie Leiten, das heißt freier Hang, grüne Wiese.

Am 1. Jänner 2015 wurde die vorher eigenständigen Gemeinden Röthelstein und Schrems bei Frohnleiten nach Frohnleiten eingemeindet.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges wurden unter anderem Kinder slowenischer Widerstandskämpfer nach Frohnleiten gebracht und von dort auf andere Lager verteilt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. August 1985.
Blasonierung (Wappenbeschreibung): Im roten Schild ein wasserfarbener Fluß, der die unterhalben Schildränder füllt und über den im Schildfuß eine silberne Brücke zu einem silbernen Turm führt; dieser mit geschindeltem hohen Pultdach, einem Zinnenkranz von vier Zinnen, darin schwarze Schlüssellochscharten, das Tor geöffnet mit einem sich vor schwarzem Grund hebenden silbernen Fallgitter, darüber zwei schwarze Öffnungen in Form von Schlüssellochscharten.[6]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kooperationen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Frohnleiten befinden sich Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie (Kartonfabrik Mayr-Melnhof Karton), Technisches Büro für Luftfahrt und Maschinenbau u. v. m. Die Waldbahn Frohnleiten war von 1925 bis 1951 in Betrieb.

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Frohnleiten liegt an der Österreichischen Südbahn. Die S-Bahn-Linie 1 verkehrt stündlich (in der Hauptverkehrszeit im 15–30-Minutentakt) nach Graz und Bruck an der Mur. Außerdem halten in Frohnleiten viele Regional- und Regionalexpresszüge, weiterhin gibt es Direktverbindungen in Richtung Mürzzuschlag, Unzmarkt, Spielfeld und Selzthal. Anschluss an InterCity-Züge besteht in den Bahnhöfen Graz Hauptbahnhof, Leoben und Bruck an der Mur.
Postbusse verkehren von Frohnleiten unter anderem nach Graz, Bruck an der Mur und Passail.
Der Flughafen Graz-Thalerhof liegt etwa 40 Kilometer von Frohnleiten entfernt.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Frohnleiten liegt direkt an der Brucker Schnellstraße S 35. Im Gemeindegebiet befinden sich die Anschlussstellen (von Süd nach Nord) Badl/Peggau, Frohnleiten, Rothleiten und Laufnitzdorf in Fahrtrichtung Süden gibt es mit Frohnleiten-Nord und Frohnleiten-Süd dabei jeweils eine Anschlussstelle an den Enden des Stadtzentrums. An der Anschlussstelle Frohnleiten-Süd zweigt die Rechberg Straße B 64 nach Gleisdorf ab. Sieben Murbrücken befinden sich im Gemeindegebiet.

Bildung[Bearbeiten]

In Frohnleiten gibt es nur mehr eine Volksschule (Zusammenlegung der VS I und VS II zur Volksschule Frohnleiten, Schließung der Volksschule Laufnitzdorf 2012), eine Hauptschule (ab 2012 NMS (Neue Mittelschule)), eine Musikschule und eine Fachschule für Gesundheits- und Krankenpflege. Die nächste Polytechnische Schule befindet sich in Deutschfeistritz. Die Zweigstelle der Volkshochschule gehört zur Volkshochschule Graz-Umgebung.

Die meisten Frohnleitner Schüler, die eine Schule außerhalb besuchen, pendeln nach Graz, Gratkorn (Computerhauptschule, PTS), Gratwein, Eisbach-Rein (Gymnasium), Deutschfeistritz, Kapfenberg und Bruck/Mur.

Krankenversorgung[Bearbeiten]

Die Rettungsstelle vom Roten Kreuz in Frohnleiten versorgt die umliegenden Gemeinden (Übelbach, Peggau und Deutschfeistritz).

Brandschutz[Bearbeiten]

Der Einsatzbereich der Freiwilligen Feuerwehr Frohnleiten und der Freiwilligen Feuerwehr Röthelstein ist das gesamte Stadtgebiet, sowie die umliegenden zur Gemeinde gehörenden Ortschaften. Außerdem bestehet die Betriebsfeuerwehr der Firma Mayr-Melnhof Karton

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Frohnleiten

Frohnleiten bietet durch den schön gestalteten Hauptplatz, den Volkshauspark, die vielen Wandermöglichkeiten und die gut erhaltenen Sehenswürdigkeiten einen guten Eindruck für die Besucher der Stadt.

Bekannt ist die Stadt auch dafür, dass es einen Abgang vom Hauptplatz gibt, der beheizt ist. Das rührt vom ehemaligen Reichtum der Stadt, der sich einst auf die Mülldeponie bezog. Eine Fußbodenheizung für den Hauptplatz, wie vielfach kolportiert wird, gibt es jedoch nicht.[7]

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Frohnleiten im Jahre 2000 mit einer Goldmedaille in der Kategorie Stadt ausgezeichnet.[8]

Sport[Bearbeiten]

Der SV Frohnleiten Fußball spielt seit der Meisterschaftssaison 2010/11 in der Landesliga. Das Sportstadion Frohnleiten bietet etwa 1500 Besuchern Platz (500 Sitzplätze, 1000 Stehplätze). Mit dem SV MM Faustballverein hat Frohnleiten ein weiteres Aushängeschild. In der Saison 2012/13 wurde am Feld der Aufstieg in die 1. Bundesliga verpasst. In der Landesliga war wieder einmal SV MM 1 vor SV MM 2. In der Halle das idente Bild in der Landesliga. Die Bundesligamannschaft ist wieder einmal in die höchste Spielklasse aufgestiegen. Besonders zu erwähnen ist das Internationale Faustballturnier, dass 2013 bereits zum 38. mal ausgetragen wurde. [9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt:

Literatur[Bearbeiten]

  • Othmar Pickl: Frohnleiten. 1956.
  • Othmar Pickl: 700 Jahre Frohnleiten. 1996.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Frohnleiten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 21. November 2013 über die Vereinigung der Stadtgemeinde Frohnleiten und der Gemeinden Röthelstein und Schrems bei Frohnleiten, alle politischer Bezirk Graz-Umgebung. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 6. Dezember 2013. Nr. 152, 35. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 682.
  2. Stadtjournal Ausgabe Juli/August 2012, Seite 5
  3. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  4. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 16. Dezember 1991 über die Vereinigung der Marktgemeinde Frohnleiten und der Gemeinde Rothleiten (politischer Bezirk Graz-Umgebung). Steiermärkisches Landesgesetzblatt, ausgegeben 30. Dezember 1991, Nr. 111/1991, 28. Stück, ZDB-ID 705127-x. S. 266.
  5. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 572 f.
  6. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 35/36, 1985/86, S. 57
  7. Radiosendung Diagonal auf Ö1 vom 11. November 2006
  8. http://www.blumenbuero.or.at/
  9. Homepage der Faustballer