Frontbann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frontbann-Abzeichen, getragen bis 1934, auf dem Hakenkreuz hinter dem Stahlhelm der Wahlspruch „Wir wollen frei werden“

Der Frontbann war eine Auffangorganisation für verschiedene, nach dem fehlgeschlagenen Hitlerputsch verbotene, rechtsextreme Wehrverbände in der Weimarer Republik. Die Organisation als solche wurde von Ernst Röhm im Mai 1924 aufgezogen. Der Name "Frontbann" als Bezeichnung für den neuen Verband will Röhm seinen Memoiren zufolge am 31. Mai 1924 während einer Fahrt nach Landsberg eingefallen sein.[1]. Im September des Jahres soll die Organisation bereits über 30.000 Mitglieder verfügt haben.[2]

Organisatorisches Zentrum des Frontbanns war das Oberkommando in München, wo zunächst Röhm und ab Mai 1925 Wolf-Heinrich von Helldorf die Organisation leitete. Tatsächlich blieben die Mitgliederorganisationen aber vielfach selbstständig.[2] Zu den angeschlossenen Organisationen gehörten unter anderem Altreichsflagge, Reichsadler, Deutschvölkischer Offiziersbund, Bildungsverein Luitpoldhain, Völkischer Wehrring Nürnberg, Frontkämpferbund Ostpreußen, die Jugendorganisation der Nationalsozialistischen Freiheitspartei sowie Teile der Sturmabteilung, des Freikorps Oberland, des Freikorps Roßbach und des Wehrwolfs.[3]

Schwerpunkt der Tätigkeit des Frontbanns war die militärische Ausbildung seiner Mitglieder; dabei war die Vermittlung militärischer Tugenden wichtiger als die Ausbildung an der Waffe. Der Gründungsaufruf des Frontbanns nannte als Zweck der Organisation die „Erhaltung des Wehrgedankens“ und die „innere Säuberung Deutschlands“ von „Verbrechern und Landesverrätern“. Im Wahlkampf zur Reichspräsidentenwahl 1925 unterstützte der Frontbann Erich Ludendorff.[2]

Ende 1924 wurde in Bayern ein Verfahren wegen Geheimbündelei gegen die Leitung des Frontbanns eingeleitet, das aber im September 1925 wegen einer Amnestie eingestellt wurde. Das Verfahren hatte jedoch zur Folge, dass die Gruppen- und Bezirkskommandos des Frontbanns von der Münchener Zentrale abgetrennt wurden.[2]

Im April 1925 war ein Richtungsstreit im Frontbann ausgebrochen, gegnerische Lager waren dabei einerseits das völkisch-nationalsozialistische um Ludendorff und andererseits eines um die Vereinigten Vaterländischen Verbände wie Stahlhelm, Bund Wiking und Olympia. Im Oktober des Jahres wurden zudem einige Führer des Frontbann-Nords wegen Geheimbündelei verhaftet.[2]

Nach der Neugründung der NSDAP im Februar 1925 begann der Verband sehr rasch wieder zu zerfallen. Die Masse der Mitglieder strömte wieder zur NSDAP und SA. Reste gingen auch zum Tannenbergbund.[3]

Organisation[Bearbeiten]

An der Spitze des Frontbanns stand als Beauftragter der Führung ein Kommandeur.

Dem Oberkommando des Frontbanns unterstanden die Gruppenkommandos als Führungsorgane der einzelnen regionalen Frontbann-Gruppen.

Den Gruppenkommandos unterstanden Landeskommandos und diesen wiederum Abschnittkommandos.

Den Abschnittkommandos waren Sturmtruppkommandeure und Bezirkskommandeure untersteht, wobei den letzteren örtliche Kommandeure unterstellt waren.

Die örtlichen Kommandos waren wiederum nach ihrer Stärke in Gruppen, Züge, Kompanien, Bataillone u.ä. gegliedert

Führer der Frontbann-Gruppen[Bearbeiten]

  • Gruppe Nord (Berlin):
  • Gruppe Mitte (Halle):
  • Gruppe Süd (München)
    • Kommandeur Oberstleutnant von Kapff
    • Stabschef: Rittmeister a.D. Freiherr voN Thüngen
  • Gruppe Ost (Salzburg)
    • Kommandeur: Hauptmann Brosche (später ersetzt durch Ingenieur Planchel)
    • S tabschef (Wien): Reschny

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Röhm: Geschichte eines Hochverräters, 2. Auflage, 1930, S. 292.
  2. a b c d e Martin Schuster: Die SA in der nationalsozialistischen «Machtergreifung» in Berlin und Brandenburg 1926-1934. Technische Universität Berlin 2005, S. 31-36.
  3. a b Kurt Finker: „Frontbann“, in: Dieter Fricke u.a. (Hg.): Die bürgerlichen Parteien in Deutschland. Band II. Das Europäische Buch, Berlin 1968, S. 93-95.