Frose

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Frose
Stadt Seeland
Wappen von Frose
Koordinaten: 51° 47′ 45″ N, 11° 22′ 44″ O
Höhe: 124 m
Fläche: 12,78 km²
Einwohner: 1501 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner/km²
Eingemeindung: 15. Juli 2009
Postleitzahl: 06464
Vorwahl: 034741
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Über dieses Bild
Lage von Frose in Seeland

Frose ist ein Ortsteil der Stadt Seeland in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frose liegt im nordöstlichen Harzvorland, östlich der unteren Selke. Das ausgeglichene Klima im Regenschatten des Harzes und die fruchtbaren Böden um Frose sorgen für hohe Erträge der intensiv betriebenen Landwirtschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelschiff der romanischen Stiftskirche St. Cyriakus
Historischer Wasserturm

Bereits im 9. Jahrhundert wurde in Frose möglicherweise ein Reichsstift unter König Ludwig dem Deutschen gegründet. Am 13. September 936 wurde der Ort Vrosa in der Gründungsurkunde des Servatiusklosters in Quedlinburg durch Otto I. erwähnt, aus dem Hörige Slawen übergeben wurden.[1] Um 959/61 wurde das Stift St. Cyriacus an Markgraf Gero übergeben, der es in ein Kanonissenstift umwandelte und dem von ihm in diesem Jahr errichteten Stift Gernrode als Propstei unterstellte.[2]

1511 verließen die beiden letzten Stiftsdamen die Propstei. 1515 und 1516 war Thomas Müntzer Propst im verlassenen Stift und arbeitete auch als Privatlehrer. 1544 wurde die Reformation eingeführt.

In Frose, Nachterstedt und Umgebung wurde bis 1990 Braunkohle im Tagebau gefördert. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten in der Grube der Anhaltischen Kohlenwerke noch fast 200 Bergleute. Im „Nachterstedter Revier“ wurde die Kohle einerseits zur Brennstoffversorgung der Region eingesetzt, zum anderen wurden im bis 40 m mächtigen Nachterstedter Oberflöz Braunkohlen mit besonders hohem Bitumengehalt gewonnen und in Amsdorf bei Eisleben zu Montanwachs verarbeitet.

In den letzten Jahren wurden die Böschungen saniert und aus den Tagebaurestlöchern entstand das Naherholungsgebiet „Seeland“, das der Verwaltungsgemeinschaft den Namen gab, zu der Frose bis zu seiner Eingemeindung gehörte. Der große Concordiasee war seit 2002 zum Baden freigegeben und wurde 2009 gesperrt, der etwas kleinere Königsauer See ist zu einem Biotop für seltene Vogelarten geworden. Beide Seen gehören zum Harzer Seeland.

Am 15. Juli 2009 bildete Frose zusammen mit vier weiteren Orten die neue Gemeinde Seeland.[3] Die letzte Bürgermeisterin war Christiane Kleist. Im August 2011 wurde das 1075-jährige Stadtjubiläum begangen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Frose war Christiane Kleist.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 2. Juli 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Von Silber und Grün im Sturzwogenschnitt gespalten, vorn ein grüner Wasserturm mit schwarzer Türöffnung, zwei Fensteröffnungen in der Turmbasis, drei (1:2) weiteren im Turmschaft und schwarzer Dachhaube auf dem durch Vertikalstreben miteinander verbundene Ringanker fachwerkartig gegliederten Wasserbehälter, hinten ein steigender silberner Fisch.“[4]

Das Wappen wurde 2009 vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und ins Genehmigungsverfahren geführt. Es beinhaltet in den traditionellen Farben Grün-Weiß durch Wellenschnitt gespalten die Symbole des örtlichen Wasserturms als weithin sichtbares architektonisches Denkmal sowie in Bezug zum Servatiuskloster und zur romanischen Stiftskirche St. Cyriakus den Fisch. Die Darstellung des Fisches als frühchristliches Symbol geht auf Petrus zurück. Petrus war Fischer; Jesus gebot ihm, ein „Menschenfischer“ (d. h. Missionar) zu sein. Der Wellenschnitt des Wappens bezieht sich auf die um den Ort liegenden Seen bzw. Teiche.[5]

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Grün-Weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Frose unterhielt Partnerschaftsbeziehungen zur Ortsgemeinde Holzappel (Rheinland-Pfalz).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romanische Stiftskirche St. Cyriakus

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige B 6 (BernburgAschersleben) führt südlich am Ort vorbei und wurde durch die vierspurige „Gelbe Autobahn“ (B 6n) in unmittelbarer Nähe ersetzt. Der Bahnhof von Frose liegt an der Bahnstrecke Halle–Halberstadt. Von dieser zweigte bei Frose bis 2003 die Bahnstrecke über Ballenstedt nach Quedlinburg (Bahnstrecke Frose–Quedlinburg) ab.

Ein Stich der Straße der Romanik führt von Falkenstein/Harz nach Frose.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frose – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Sickel (Hrsg.): Diplomata 12: Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. (Conradi I., Heinrici I. et Ottonis I. Diplomata). Hannover 1879, S. 89–90 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat) Nr. 1.
  2. Zur Geschichte von Stift und Ort ausführliche Darstellung Evangelische Kirchengemeinde
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  4. Genehmigung des Wappens und der Flagge für die Gemeinde Frose In: Amtsblatt für den Salzlandkreis Nr. 29/2009, Seite 419 (PDF; 88 kB)
  5. Jörg Mantzsch: Das Wappen der Gemeinde Frose, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Salzlandkreis 2009 (Gutachten: Landeshauptarchiv Magdeburg)