Frutta martorana

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Frutti della Martorana
Frutti della Martorana

Frutta martorana (Mehrzahl: Frutti della Martorana) sind Früchte aus Marzipan, die auf Sizilien zu den ältesten und beliebtesten Konditoreiwaren zählen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Frutta martorana geht zurück auf das Kloster La Martorana in Palermo, das Ende des 12. Jahrhunderts von Eloisia Martorana gegründet wurde. Die Nonnen kannten das Geheimnis der Marzipanzubereitung aus der Zeit der arabischen Vorherrschaft und gaben es seither von Generation zu Generation weiter. Anlässlich eines Festessens für Papst Clemens V. im Jahr 1308 wurden zwei Bäume mit echt wirkenden Äpfeln, Trauben und Feigen aus Marzipan behängt. Mit dem Erfolg, den die Früchte bei den Festgästen hatten, begann die traditionelle Produktion der Frutti della Martorana.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sizilianische Marzipanteig, auch Pasta reale genannt, wird aus geschälten Mandeln, Puderzucker, Zitronenessenz oder Orangenblütenwassser und Vanille hergestellt. Aus dieser Masse werden Früchte aller Art modelliert und mit pflanzlichen Farbstoffen so gefärbt und bemalt, dass sie täuschend echt aussehen. Zu Ostern werden aus der Pasta reale auch Picureddi, kleine Osterlämmer, und andere religiöse Symbole geformt.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Santa Maria dell’Ammiraglio, die im 15. Jahrhundert an das Kloster angegliedert wurde, trägt in Palermo seither den Namen La Martorana.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lilliana Ballina: La frutta martorana. Aurora Books, Santiago de Chile 1992, ISBN 950-99953-2-0 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]