Fußball-Bundesliga 1995/96 (Frauen)

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Fußball-Bundesliga 1995/96 (Frauen)
Meister TSV Siegen
Absteiger SC 07 Bad Neuenahr
Rot-Weiß Hillen
Polizei SV Rostock
TuS Wörrstadt
Mannschaften 20
Spiele 180
Tore 708  (ø 3,93 pro Spiel)
Torschützenkönig Deutschland Sandra Smisek (29 Tore)
Bundesliga 1994/95

Die Fußball-Bundesliga 1995/96 war die sechste Saison der Fußball-Bundesliga der Frauen. Der TSV Siegen holte durch einen 1:0-Sieg gegen die SG Praunheim seinen letzten Meistertitel.

Saisonverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torschützenkönigin Sandra Smisek

Grün-Weiß Brauweiler verteidigte den Staffelsieg im Norden mit einem Punkt Vorsprung vor Siegen. Insgesamt gab es nur wenig andere Platzierungen in der Nordgruppe. Siegen und der FC Rumeln-Kaldenhausen tauschten die Plätze 2 und 3, Tennis Borussia Berlin und der VfR Eintracht Wolfsburg tauschten die Plätze 7 und 8. Da der VfR Eintracht Wolfsburg vom Konkurs bedroht war trat die Frauenfußball-Abteilung zum Wendschotter SV über und trat als WSV Wolfsburg an.

Im Süden zog der FSV Frankfurt wieder einsam seine Kreise. Mit 99 geschossenen Toren wurde wieder ein neuer Rekord aufgestellt. Alleine das brandgefährliche Sturmduo Sandra Smisek und Birgit Prinz erzielte zusammen 48 Treffer. Zum ersten Mal erreichte die SG Praunheim die Endrunde und setzte sich gegen den wiedererstarkten TuS Niederkirchen durch, der Heidi Mohr zurückgeholt hatte. Ohne Mohr fiel der TuS Ahrbach wieder ins Mittelfeld zurück. Aufsteiger TSV Crailsheim hielt mit ganzen sieben geschossenen Toren die Klasse. Dafür stiegen der TuS Wörrstadt und mal wieder der SC 07 Bad Neuenahr ab.

Die Halbfinals waren spannend wie nie zuvor. Lediglich ein Tor gab den Ausschlag für Siegen und Praunheim. Im Finale setzte sich Siegen durch und holte die letzte Meisterschaft. Nach der Saison trat die Frauenfußball-Abteilung den Sportfreunden Siegen bei.

Ebenfalls ging die Ära der SSG 09 Bergisch Gladbach zu Ende. In der Qualifikation zur Aufstiegsrunde unterlag man dem Schmalfelder SV und trat danach dem TuS Köln rrh. bei. In der Aufstiegsrunde setzte sich der VfL Wittekind Wildeshausen souverän durch. Um den zweiten Aufstiegsplatz gab es ein Fotofinish, das schließlich der Schmalfelder SV für sich entscheiden konnte. Die Aufholjagd von Hertha Zehlendorf kam zu spät. Im Süden schaffte der FSV Schwarzbach den sofortigen Wiederaufstieg, während der SC Sand erstmals den Sprung ins Oberhaus schaffte.

Nord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine der Nordgruppe

Abschlusstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
 1. Grün-Weiß Brauweiler  18  15  1  2 080:170 +63 46
 2. TSV Siegen 1  18  14  3  1 070:100 +60 45
 3. FC Rumeln-Kaldenhausen  18  12  3  3 059:230 +36 39
 4. Eintracht Rheine  18  9  5  4 038:240 +14 32
 5. Fortuna Sachsenroß Hannover  18  7  2  9 031:500 −19 23
 6. SSV Turbine Potsdam  18  5  6  7 029:410 −12 21
 7. Tennis Borussia Berlin  18  5  4  9 024:330  −9 19
 8. VfR Eintracht Wolfsburg 2  18  5  4  9 018:400 −22 19
 9. Polizei SV Rostock (N)  18  1  3  14 018:570 −39 06
10. Rot-Weiß Hillen (N)  18  0  3  15 016:880 −72 03
1 Die Frauenfußballabteilung trat nach der Saison geschlossen zu den Sportfreunden Siegen über.
2 Wegen des drohenden Konkurses des VfR Eintracht Wolfsburg trat die Frauenfußballabteilung nach der Saison geschlossen zum WSV Wolfsburg über.
  • Teilnehmer am Halbfinale
  • Absteiger in die Regional-/Oberliga
  • (M) Titelverteidiger
    (P) Pokalsieger
    (N) Aufsteiger aus der Regional-/Oberliga

    Kreuztabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

    1995/96 Nord Grün-Weiß Brauweiler TSV Siegen FCR Duisburg FC Eintracht Rheine Fortuna Sachsenroß Hannover SSV Turbine Potsdam Tennis Borussia Berlin Wolf Polizei SV Rostock SG Rot-Weiß Hillen
    1. Grün-Weiß Brauweiler 2:1 3:0 4:1 8:1 8:0 4:2 3:0 7:0 11:0
    2. TSV Siegen 4:3 6:1 0:0 10:0 5:0 3:0 6:1 6:0 9:0
    3. FC Rumeln-Kaldenhausen 2:2 0:0 2:2 5:0 3:1 4:1 2:0 5:2 4:0
    4. FC Eintracht Rheine 1:3 2:3 2:0 6:1 2:2 3:2 3:1 4:0 5:2
    5. Fortuna Sachsenroß Hannover 1:3 0:5 0:1 3:0 1:1 1:1 6:0 2:1 5:1
    6. SSV Turbine Potsdam 3:2 0:1 1:4 0:0 2:0 1:1 2:0 3:1 5:5
    7. Tennis Borussia Berlin 0:1 0:2 3:5 0:0 1:3 2:1 0:1 3:2 3:1
    8. VfR Eintracht Wolfsburg 0:2 0:0 0:5 0:3 2:1 5:1 1:1 2:2 2:1
    9. Polizei SV Rostock 1:2 1:5 0:4 0:2 2:4 1:1 0:2 1:2 1:1
    10. Rot-Weiß Hillen 0:12 0:4 0:12 1:2 1:2 0:5 0:2 1:1 2:3

    Torschützenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Spielerin Verein Tore
    1. Carmen Holinka Grün-Weiß Brauweiler 28
    2. Jolanta Nieczypor FC Rumeln-Kaldenhausen 21
    3. Doris Fitschen TSV Siegen 17
    4. Bettina Wiegmann Grün-Weiß Brauweiler 15
    5. Claudia Müller Fortuna Sachsenroß Hannover 15

    Süd[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Vereine der Südgruppe

    Abschlusstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
     1. FSV Frankfurt (M/P)  18  16  1  1 099:600 +93 49
     2. SG Praunheim  18  11  6  1 031:110 +20 39
     3. TuS Niederkirchen  18  11  2  5 049:260 +23 35
     4. SC Klinge Seckach  18  10  4  4 028:170 +11 34
     5. TuS Ahrbach  18  6  5  7 022:310  −9 23
     6. VfL Sindelfingen  18  6  2  10 032:400  −8 20
     7. VfR 09 Saarbrücken  18  4  6  8 023:410 −18 18
     8. TSV Crailsheim (N)  18  2  8  8 007:270 −20 14
     9. TuS Wörrstadt  18  3  2  13 017:610 −44 11
    10. SC 07 Bad Neuenahr (N)  18  2  2  14 017:650 −48 08
  • Teilnehmer am Halbfinale
  • Absteiger in die Regional-/Oberliga
  • (M) Titelverteidiger
    (P) Pokalsieger
    (N) Aufsteiger aus der Regional-/Oberliga

    Kreuztabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

    1995/96 Süd FSV Frankfurt SG Praunheim TuS Niederkirchen SC Klinge Seckach TuS Ahrbach VfL Sindelfingen VfR 09 Saarbrücken TSV Crailsheim SC 07 Bad Neuenahr
    1. FSV Frankfurt 0:2 5:1 5:0 6:1 11:0 5:0 4:0 9:0 8:0
    2. SG Praunheim 0:0 1:0 1:1 2:2 2:0 4:0 1:1 2:1 5:0
    3. TuS Niederkirchen 0:5 1:2 0:0 1:2 1:0 3:1 7:0 9:1 6:2
    4. SC Klinge Seckach 0:5 1:0 1:2 0:2 4:0 1:1 0:0 2:1 5:0
    5. TuS Ahrbach 0:6 0:1 1:1 0:4 1:3 2:0 0:1 0:1 1:1
    6. VfL Sindelfingen 0:1 0:2 3:4 1:3 3:4 1:3 0:0 8:1 2:0
    7. VfR 09 Saarbrücken 1:10 1:2 1:3 0:2 0:0 3:3 1:1 2:0 4:0
    8. TSV Crailsheim 0:2 0:0 0:3 0:1 0:0 0:2 0:0 1:2 0:0
    9. TuS Wörrstadt 1:9 2:2 0:2 0:2 1:3 0:3 1:1 0:2 4:1
    10. SC 07 Bad Neuenahr 0:8 1:2 1:5 0:2 0:3 1:4 3:4 4:1 3:1

    Torschützenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Spielerin Verein Tore
    1. Sandra Smisek FSV Frankfurt 29
    2. Birgit Prinz FSV Frankfurt 19
    3. Patricia Brocker TuS Niederkirchen 17
    Heidi Mohr TuS Niederkirchen
    5. Katja Bornschein FSV Frankfurt 12

    Endrunde um die deutsche Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Halbfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die Spiele fanden am 12. und 19. Mai 1996 statt. Die jeweils erstgenannte Mannschaft hatte im Hinspiel Heimrecht.

    Gesamt Hinspiel Rückspiel
    TSV Siegen 3:2 FSV Frankfurt 2:1 1:1
    SG Praunheim 1:0 Grün-Weiß Brauweiler 1:0 0:0

    Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Ursprünglich hatte Siegen Heimrecht im Finale. Der Verein verkaufte das Heimrecht jedoch an die SG Praunheim.

    SG Praunheim TSV Siegen
    SG Praunheim
    2. Juni 1996 in Frankfurt am Main (Stadion am Brentanobad)
    Ergebnis: 0:1 (0:1)
    Zuschauer: 3.100
    Schiedsrichterin: Kirsten Warns (Hamburg)
    TSV Siegen


    Marleen WissinkSteffi JonesTina Wunderlich (78. Aleksandra Lesiak), Anastazja Kubiak – Lisa Häusler (47. Claudia Eigenbrodt), Beáta Fülöp, Pia Wunderlich, Anette Walter, Wiebke Werlein, Sabrina KochMartina Walter
    Cheftrainerin: Monika Staab
    Silke RottenbergAndrea EuteneuerCornelia Trauschke, Britta RöwerKarina Sefron, Monika Meyer (84. Alexandra Alfes), Louise Hansen (90. Manuela Frettlöh), Silvia Neid, Michaela KubatAndrea Limper (48. Doris Fitschen), Christine Chaladyniak
    Cheftrainer: Dieter Richard
    Tor 0:1 Michaela Kubat (29.)
    Gelbe Karten Marleen Wissink Gelbe Karten Michaela Kubat, Silvia Neid

    Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Insgesamt fielen 708 Tore (Schnitt 3,93), 27 Tore weniger als im Vorjahr. Davon entfielen auf die Nordgruppe 383 Tore (Schnitt 4,26) und auf die Südgruppe 325 Tore (Schnitt 3,61).

    Aufstiegsrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Die grün markierten Vereine schafften den Aufstieg in die Bundesliga

    Qualifikation Nord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Gesamt Hinspiel Rückspiel
    SSG 09 Bergisch Gladbach 0:8 Schmalfelder SV 0:2 0:6

    Gruppe Nord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
     1. VfL Wittekind Wildeshausen  6  4  2  0 011:700  +4 14
     2. Schmalfelder SV (A)  6  2  1  3 006:700  −1 07
     3. SG Wattenscheid 09 (A)  6  2  1  3 005:800  −3 07
     4. Hertha Zehlendorf  6  2  0  4 008:800  ±0 06

    Gruppe Süd 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
     1. FSV Schwarzbach (A)  4  3  1  0 016:200 +14 10
     2. TSV Schwaben Augsburg  4  2  1  1 017:300 +14 07
     3. Blau-Weiß Gusenburg  4  0  0  4 000:280 −28 00

    Der SC Siegelbach hat auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde verzichtet. Der potentielle Nachrücker Rot-Weiß Göckingen bekam vom DFB wegen zu spät eingereichter Unterlagen keine Lizenz.

    Gruppe Süd 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Pl. Verein Sp. S U N Tore Diff. Punkte
     1. SC Sand  4  2  2  0 011:900  +2 08
     2. SG Kirchardt  4  2  0  2 008:800  ±0 06
     3. TSV Ludwigsburg  4  0  2  2 003:500  −2 02

    Der FC Oster Oberkirchen und der SV Dirmingen verzichteten.

    Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    • Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 2: Bundesliga & Co. 1963 bis heute. 1. Liga, 2. Liga, DDR Oberliga. Zahlen, Bilder, Geschichten. AGON Sportverlag, Kassel 1997, ISBN 3-89609-113-1, S. 256.