Fußball-Europameisterschaft 2020

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
UEFA-Fußball-Europameisterschaft 2020
UEFA EURO 2020
Anzahl Nationen 24 (von voraussichtlich 55 Bewerbern)
Austragungsort Verbandslogo der UEFA Europa
Endspiel Wembley-Stadion
Spiele 51

Die Fußball-Europameisterschaft 2020 findet, als 16. Austragung des Wettbewerbs, in 13 europäischen Städten in 13 europäischen Ländern statt. Wie schon 2016 werden 24 Nationalmannschaften an der Endrunde teilnehmen. 20 Mannschaften qualifizieren sich direkt über die EM-Qualifikation, vier weitere über die UEFA Nations League 2018/19 Play-offs im März 2020.

Halbfinale und Finale werden im Wembley-Stadion in London ausgetragen.

Besondere Form zum 60-jährigen Bestehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. Juni 2012 äußerte der damalige UEFA-Präsident Michel Platini die Idee, den Wettbewerb europaweit statt in einem oder zwei Ländern auszutragen.[1] Am 6. Dezember 2012 entschied die UEFA, dass die Endrunde 2020 in ganz Europa ausgetragen werden soll.[2] DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock sagte in einem Interview, dass eine europaweite Europameisterschaft, die auch eine einmalige Sache wäre, anlässlich des dann 60-jährigen Bestehens des Wettbewerbs ausgetragen werden würde.[3] Die Spiele sollen in 13 Städten in 13 europäischen Ländern stattfinden. 12 Städte sind für jeweils drei Gruppenspiele und eine Achtel- oder Viertelfinalbegegnung vorgesehen. Die beiden Halbfinale und das Endspiel sollen in einer 13. Stadt ausgetragen werden.[4]

Reglement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die UEFA hat beschlossen, dass alle Mannschaften den Qualifikationswettbewerb zu bestreiten haben. Folglich sind die Mannschaften der 13 Austragungsländer nicht automatisch für die Endrunde qualifiziert. In der Endrunde dürfen pro Gruppe maximal zwei Ausrichterverbände vertreten sein. Zusätzlich soll jeder qualifizierte Ausrichter in der Gruppenphase zwei Heimspiele bestreiten dürfen. In der K.-o.-Phase gibt es kein Recht auf Heimspiele mehr.[4]

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Qualifikationsspiele zur EM 2020 werden von März bis November 2019 stattfinden. Die Sieger und Zweitplatzierten aller zehn Qualifikationsgruppen qualifizieren sich direkt für die Endrunde. Vier weitere Plätze werden in den Play-off-Spielen der UEFA Nations League 2018/19 im März 2020 vergeben.[5]

Die Qualifikationsgruppen werden nach Abschluss der Nations League Gruppenphase ausgelost. Die Lostöpfe werden auf Grundlage der Ergebnisse der Nations League Gruppenphase gebildet.[5]

An den Nations League Play-offs nehmen 16 Mannschaften (aus jeder der vier Nations-League-Divisionen vier) teil. Die vier Teilnehmer einer Division spielen dann innerhalb einer Play-off-Gruppe um ein EM-Ticket. Startberechtigt sind die Gruppensieger innerhalb der Divisionen. Sollte ein Gruppensieger bereits für die EURO 2020 qualifiziert sein, rückt das nächstbeste nicht qualifizierte Team nach, gegebenenfalls auch Mannschaften aus einer niedrigeren Division. Die Play-off-Spiele in den Gruppen werden im K.-o.-System ausgetragen, mit zwei Halbfinals und einem Endspiel um das EM-Ticket. Somit kann auch mindestens eine Mannschaft aus der niedrigsten Division mit den vermeintlich schwächsten Mannschaften an der EM teilnehmen.[5]

Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewerbungskriterien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewerbungskriterien wurden am 25. Januar 2013 beschlossen. Jeder von den zu dem Zeitpunkt 54 Nationalverbänden konnte maximal zwei Bewerbungen einreichen: Eine für die drei Gruppenspiele und Achtel- oder Viertelfinalbegegnung sowie eine für die Halbfinalspiele und das Endspiel. Dabei konnte ein Verband beide Bewerbungen mit derselben Stadt einreichen oder zwei verschiedene Städte vorschlagen. Die Mindestkapazitäten für die Stadien betrugen 70.000 Plätze für die Halbfinalspiele und das Endspiel, 60.000 Plätze für jeweils drei Gruppenspiele und ein Viertelfinalspiel sowie 50.000 Plätze für jeweils drei Gruppenspiele und ein Achtelfinalspiel. Es wurden bis zu zwei Ausnahmen gewährt für Stadien mit einer Netto-Mindestkapazität von 30.000 Plätzen für Gruppen-/Achtelfinalspiele. Geplante Stadionneubauten sind im Bewerbungsverfahren zulässig, doch müssen die Bauarbeiten spätestens 2016 beginnen. Andernfalls könnten die Spiele nachträglich an eine andere Stadt vergeben werden.[4]

Bewerberstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2013 erfolgte der Beginn des Bewerbungsverfahrens. Im September 2013 wurden die Bewerbungen der Kandidaten formell bestätigt. Bis April 2014 sollten die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden, sodass schließlich im September 2014 die Austragungsstädte durch das UEFA-Exekutivkomitee bestimmt werden konnten.[4]

Bewerberstädte (gelb Zuschlag für Finale; rot Zuschlag; grün nicht berücksichtigt)

Insgesamt 32 Mitgliedsverbände hatten bis zum ersten Stichtag am 12. September 2013 ihr Interesse an einer Ausrichtung bekundet. Von ihnen haben 19 Verbände bis zum 25. April 2014 eine Bewerbung eingereicht. Am 19. September 2014 benannte die UEFA die 13 Austragungsstädte (fett dargestellt).

Bewerbung für beide Halbfinale und das Finale:[6]

Bewerbung für drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinalspiel:[6]

1 Bau, Fertigstellung und EM-Ausrichtung aktuell fraglich[7][8]
2 für den Fall der Nichtnominierung für das Finalpaket

Bewerbung zurückgezogen:

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. August 2013 gab das DFB-Präsidium bekannt, dass sich für Deutschland München für die Austragung der EM bewerben wird. Die Bewerbung von Berlin wurde abgelehnt.[9] Am 3. September 2014 gab der DFB bekannt, auf eine Bewerbung Münchens zu den Final- und Halbfinalspielen zugunsten Londons verzichten zu wollen, wenn im Gegenzug der englische Fußballverband den DFB bei der Ausrichtung der EM 2024 in Deutschland unterstützt, und möchte seinerseits die Engländer bei der Ausrichtung der EM 2028 unterstützen. Endgültig auf die Halbfinalpartien und das Finale verzichten wollte der DFB jedoch nicht.[10][11]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. September 2013 wurde bekannt, dass Basel sich als Schweizer Spielort für die EM bewerben wird. Basel war die einzige Stadt in der Schweiz, welche Interesse an einer Ausrichtung bekundet hatte. Im St. Jakob-Park wurden 2008 bereits einige Spiele der damaligen Fußball-Europameisterschaft ausgetragen.[12]

Ursprüngliche Bewerber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aserbaidschan und Georgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aserbaidschan und Georgien hatten ursprünglich eine gemeinsame Bewerbung ins Auge gefasst,[13] zum Ablauf der Meldefrist gab jedoch nur Georgien seine Bewerbung ab.[14] Nachdem Aserbaidschans Hauptstadt Baku bei der Vergabe um die Olympischen Spiele 2020 gescheitert war, schloss sich das Land doch wieder der georgischen Bewerbung an.[15]

Irland, Schottland und Wales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irland, Schottland und Wales bewarben sich gemeinsam um die Austragung des Wettbewerbs.[14] Eine gemeinsame Bewerbung von Irland und Schottland für die Europameisterschaft 2008 war zuvor gescheitert.

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. April 2012 gab der türkische Verband seine Bewerbung für die Europameisterschaft bekannt.[16] Die Türkei war zuvor mit ihren Bewerbungen für 2008 (gemeinsam mit Griechenland), 2012 und 2016 gescheitert. Da die Türkei als haushoher Favorit für die alleinige Ausrichtung 2020 galt, versprach UEFA-Präsident Michel Platini Istanbul, auch nach der Nichtvergabe der Olympischen Spiele, die Finalspiele ausrichten zu dürfen. Am 25. April 2014 teilte der türkische Fußballverband TFF mit, dass man die Kandidatur zur EM 2020 zurückziehe aufgrund einer neuen Bewerbung zur EM 2024.[17]

Weitere Interessenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Beginn des eigentlichen Bewerbungsprozesses zeigten außerdem Interesse an der Austragung des Wettbewerbs:

Spielorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spielorte wurden am 19. September 2014 bekannt gegeben:[24]

EnglandEngland London DeutschlandDeutschland München AserbaidschanAserbaidschan Baku BelgienBelgien Brüssel
Wembley-Stadion
Kapazität: 90.652
Allianz Arena
Kapazität: 69.344
Nationalstadion Baku
Kapazität: 69.870
Eurostadion
Kapazität: ca. 60.000
Wembley-STadion 2013.JPG Allianz arena daylight Richard Bartz.jpg Das Nationalstadion in Baku im Juni 2015 im Bau
2 Halbfinale

Finale[25]

3 Gruppenspiele

1 Viertelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Viertelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

DanemarkDänemark Kopenhagen
SchottlandSchottland Glasgow
Parken
Kapazität: 38.190
Hampden Park
Kapazität: 52.500
Parken 1.jpg Hampden Park WP EN.JPG
3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

UngarnUngarn Budapest ItalienItalien Rom
Neues Nationalstadion
Kapazität: 65.000
Olympiastadion Rom
Kapazität: 72.689
im Bau Stadio Olimpico 2008.JPG
3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Viertelfinale

SpanienSpanien Bilbao NiederlandeNiederlande Amsterdam IrlandIrland Dublin RumänienRumänien Bukarest RusslandRussland Sankt Petersburg
San Mamés
Kapazität: 50.000
Amsterdam Arena
Kapazität: 52.960
Aviva Stadium
Kapazität: 51.700
Arena Națională
Kapazität: 55.600
Krestowski-Stadion
Kapazität: 69.501
San Mames, Euskal Herria.jpg Amsterdam Arena.jpg Aviva Stadium(Dublin Arena).JPG National-Arena-Bucharest-Romania.JPG Spb 06-2017 img42 Krestovsky Stadium.jpg
3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Achtelfinale[25]

3 Gruppenspiele

1 Viertelfinale[25]

Fernsehübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Mai 2016 schloss der Privatsender RTL einen Vertrag ab, demzufolge man alle Qualifikationsspiele zur UEFA EURO 2020 der deutschen Mannschaft übertragen wird. Ausgewählte Spiele ohne deutsche Beteiligung werden auf RTLnitro gesendet.[26]

Die Spiele der Endrunde 2020 werden von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern Das Erste und ZDF übertragen. Bereits im Oktober 2016 sicherten sich die beiden Fernsehanstalten die Übertragungsrechte durch SportA, der Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF. Die Kosten wurden nicht genannt.[27]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SID: EM: UEFA diskutiert europaweite EM 2020. In: focus.de. Focus, 30. Juni 2012, abgerufen am 12. August 2013.
  2. Eine EURO für Europa. In: uefa.com. UEFA, 6. Dezember 2012, abgerufen am 6. Dezember 2012.
  3. Berries Boßmann: Verständnis für die Wut der Fans. Hrsg.: Sport Bild. Nr. 45, 2012, S. 24/25.
  4. a b c d UEFA EURO 2020 in 13 Städten. In: uefa.com. UEFA, 25. Januar 2013, abgerufen am 25. Januar 2013.
  5. a b c Nations League: Format und Termine bestätigt. In: uefa.com. UEFA, 4. Dezember 2014, abgerufen am 13. Mai 2015.
  6. a b Nineteen bids for UEFA EURO 2020. In: uefa.com. UEFA, 26. April 2014, abgerufen am 26. April 2014 (englisch).
  7. Anderlecht zieht zurück – Eurostadion immer fraglicher. 20. Februar 2017, abgerufen am 1. Mai 2017.
  8. A. Kockartz: Brüssel: Neuer Rückschlag für das Eurostadion. In: FLANDERNINFO.BE. vrt, 23. März 2017, abgerufen am 1. Mai 2017.
  9. DFB-Entscheidung: München bewirbt sich für EM 2020. In: spiegel.de. Spiegel Online, 30. August 2013, abgerufen am 31. August 2013.
  10. Fußball-EM 2024: Deutschland schließt Deal mit England. In: spiegel.de. Spiegel Online, 3. September 2014, abgerufen am 3. September 2014.
  11. EM 2020: UEFA gibt Münchner Bewerbung gute Noten. In: gmx.net. GMX, 10. September 2014, abgerufen am 10. September 2014.
  12. dpa: EM 2020: Schweiz bewirbt sich mit Basel als Spielort. In: t-online.de. T-Online.de, 5. September 2013, abgerufen am 6. September 2013.
  13. Aserbaidschan und Georgien bewerben sich. In: kicker.de. Kicker-Sportmagazin, 7. März 2012, abgerufen am 18. April 2012.
  14. a b Kurzpässe: Georgien bewirbt sich um EM 2020, Wilmots betreut Belgien. In: spiegel.de. Spiegel Online, 15. Mai 2012, abgerufen am 21. Mai 2012.
  15. Azerbaijan, Georgia renew joint EURO 2020 bid. In: fifa.com. FIFA, 25. Mai 2012, abgerufen am 31. August 2013 (englisch).
  16. SID: International: Türkei bewirbt sich um Ausrichtung der EM 2020. In: focus.de. Focus, 17. April 2012, abgerufen am 17. April 2012.
  17. Nils Römeling: Türkei zieht Bewerbung zurück: EM 2020 oder EM 2024 in Deutschland? In: fussballnationalmannschaft.net. fussballnationalmannschaft.net, 28. April 2014, abgerufen am 28. April 2014.
  18. Haalt België Euro 2020 of WK -20 binnen? In: belgiumsoccer.be. 4. Dezember 2010, abgerufen am 8. März 2012 (niederländisch).
  19. a b Samir Huseinovic, Vladimir Minic, Goran Prokopec: Drei Länder für eine Fußball-EM. In: dw.de. Deutsche Welle, 8. Juli 2010, abgerufen am 18. April 2012.
  20. SID: EM: Bulgarien und Rumänien schielen auf EM 2020. In: focus.de. Focus, 12. November 2008, abgerufen am 8. März 2012.
  21. Niersbach fürchtet Stehplatzverbot. In: kicker.de. Kicker-Sportmagazin, 10. April 2012, abgerufen am 10. April 2012.
  22. SID: Niersbach: EM-Bewerbung wäre „reizvoll“. In: fifa.com. FIFA, 4. März 2012, abgerufen am 8. März 2012.
  23. KNVB richt zich nu op binnenhalen EK 2020. In: nu.nl. Sanoma Media Netherlands groep, 9. März 2011, abgerufen am 9. März 2012 (niederländisch).
  24. Wembley richtet Endspiel der UEFA EURO 2020 aus. In: uefa.com. UEFA, 19. September 2014, abgerufen am 19. September 2014.
  25. a b c d e f g h i j k l London richtet Finale der EURO 2020 aus. In: uefa.com. UEFA, 19. September 2014, abgerufen am 22. Juli 2016.
  26. RTL übertragt die Qualifikationsspiele zur EM 2020 und WM 2018 bzw. 2022. In: Fussballnationalmannschaft.net. 30. September 2016, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  27. Nils Römeling: Fußball EM 2020 im TV – ARD und ZDF übertragen alle Spiele im Free-TV. In: fussball-em-2020.com. Abgerufen am 5. Oktober 2016.