Fußball-Europameisterschaft 2024

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Fußball-Europameisterschaft 2024
UEFA EURO 2024
UEFA Euro 2024 logo.svg
Anzahl Nationen 24
Austragungsort DeutschlandDeutschland Deutschland
Eröffnungsspiel Juni 2024
Endspiel Juli 2024
Spiele 51

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 (offiziell UEFA EURO 2024) soll als 17. Austragung des Wettbewerbs in Deutschland stattfinden.

Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der deutsche und der türkische Verband reichten bis zum 27. April 2018 die vollständigen Bewerbungsunterlagen ein. Im nächsten Schritt prüfte die UEFA diese Unterlagen. Auch Inspektionsbesuche vor Ort waren vorgesehen. Die UEFA und mögliche von ihr beauftragte Experten erarbeiteten für jede Bewerbung einen schriftlichen Evaluationsbericht.[1][2] Diese wurden am 21. September 2018 vorgestellt. Der deutschen Bewerbung wurde eine „inspirierende, kreative und sehr professionelle Vision“ bescheinigt. Auch die Bewertung des türkischen Fußballverbandes fiel insgesamt positiv aus. Dennoch musste sich die türkische Bewerbung Kritik in mehreren Punkten gefallen lassen. So wird „das Fehlen eines Aktionsplans in Sachen Menschenrechte“ als „problematisch“ angesehen. Des Weiteren hieß es im Bericht: „Infolge der jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen im Land könnten geplante öffentliche Investitionen unter Druck geraten.“ Auch die höhere Stadionkapazität in Deutschland wurde angeführt. Insgesamt schnitt Deutschland in der Beurteilung durch die UEFA besser als die Türkei ab. Die Bewertung war für die Mitglieder des Exekutivkomitees jedoch nicht bindend.[3] Am 27. September 2018 wählte das UEFA-Exekutivkomitee den Austragungsort Deutschland, mit einem Ergebnis von 12:4 Stimmen für Deutschland, bei einer Enthaltung und einem krankheitsbedingten Ausfall. Stimmberechtigt waren 18 der 20 Komiteemitglieder, da Reinhard Grindel und Servet Yardımcı, die Vertreter der beiden Bewerberverbände, keine Stimme abgeben durften.

Spielorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 17. Februar 2017 konnten Städte und Stadien, die Spiele ausrichten wollten, eine Interessenbekundung beim DFB einreichen. Bis zu diesem Tag reichten 18 Städte und Stadien (Anforderung: mindestens 30.000 Sitzplätze) die erforderlichen Unterlagen ein.[4] Im Verlauf des Bewerbungsverfahrens zogen sich Dresden, Freiburg, Karlsruhe und Kaiserslautern zurück. Bis zum Stichtag am 26. April 2017 bekundeten noch 14 Spielorte ihr Interesse: Berlin, Bremen, Köln, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mönchengladbach, München, Nürnberg und Stuttgart.[5][6][7][8]

Die verbleibenden 14 Städte und ihre Stadien wurden hinsichtlich Stadionkapazität, Infrastruktur und Sicherheitsaspekte bewertet, und das Bewerbungskomitee des DFB bildete ein Ranking. Am 15. September 2017 wählte das DFB-Präsidium aus den verbliebenen 14 Bewerbern die zehn bestplatzierten Städte und Stadien aus: Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt.[9]

Am 22. Januar 2020 gab die UEFA die offiziellen, werbefreien Stadionnamen sowie die Zuschauerkapazitäten während des EM-Turniers bekannt.[10]

Dortmund Berlin Düsseldorf
Signal-Iduna-Park
(BVB Stadion)
Kapazität: 61.524
Olympiastadion Berlin
(Olympiastadion)
Kapazität: 70.033
Merkur Spiel-Arena
(Düsseldorf Arena)
Kapazität: 46.264
Signal Iduna Park Olympiastadion Berlin Merkur Spiel-Arena
Frankfurt am Main

Dargestellt sind die Standorte der Stadien.

Gelsenkirchen
Deutsche Bank Park
(Frankfurt Stadion)
Kapazität: 48.057
Veltins-Arena
(Arena AufSchalke)
Kapazität: 49.471
Waldstadion Veltins-Arena
Hamburg Köln
Volksparkstadion
(Hamburg Arena)
Kapazität: 50.215
Rheinenergiestadion
(Stadion Köln)
Kapazität: 46.922
Volksparkstadion Rheinenergiestadion
Leipzig München Stuttgart
Red Bull Arena
(RB Arena)
Kapazität: 46.635
Allianz Arena
(Fußball Arena München)
Kapazität: 66.026
Mercedes-Benz Arena
(Stuttgart Arena)
Kapazität: 50.998
Red Bull Arena Allianz Arena Mercedes-Benz Arena

Auslosung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auslosung der EM-Gruppenphase wird im Dezember 2023 in der Hamburger Elbphilharmonie stattfinden. Die 24 Teilnehmer werden auf 6 Gruppen zu je 4 Mannschaften gelost.[11]

Übertragung und Berichterstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spiele der Endrunde 2024 werden vom Pay-TV-Sender MagentaTV (alle 51 Spiele), von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern Das Erste und ZDF (gemeinsam 34 Spiele) sowie vom Privatsender RTL (17 Spiele) übertragen.

Am 23. Oktober 2019 gab die Deutsche Telekom bekannt, dass sie in Deutschland exklusiv die Europameisterschaft bei MagentaTV überträgt. Das Unternehmen selbst machte zur Höhe der Ausgaben keine Angaben.[12] Laut Medienberichten zahlte die Telekom für die Übertragungsrechte geschätzte 250 Millionen Euro.[13][14] Laut dem Rundfunkstaatsvertrag § 4 sind bestimmte „Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ (darunter fallen EM-Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie, unabhängig von einer deutschen Beteiligung, das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Endspiel) in frei empfangbaren und allgemein zugänglichen Fernsehprogrammen auszustrahlen und somit nicht exklusiv dem Pay-TV vorbehalten. Am 9. März 2021 wurde bekannt, dass sich die Telekom sowie die Sender ARD, ZDF und RTL nach langen Verhandlungen auf den Erwerb von Sublizenzen geeinigt haben. Die Teilung der Übertragungsrechte zwischen den öffentlich-rechtlichen Sendern Das Erste und ZDF sowie der Telekom ist Teil einer größeren Vereinbarung, bei welcher Das Erste und ZDF im Gegenzug teilweise Übertragungsrechte für die EM 2021 abtrat.[15] Das Unternehmen Telekom sowie die drei Sendeanstalten selbst machten zur Höhe der Ausgaben keine Angaben. Laut dem Fachmagazin Medienkorrespondenz zahlten Das Erste und ZDF für die Sublizenzierung an dieser Europameisterschaft 150 Millionen Euro.[16]

Das Erste und ZDF werden sämtliche Spiele der deutschen Nationalmannschaft übertragen. Sie werden insgesamt 22 Gruppenspiele (inkl. das Eröffnungsspiel), sechs Achtelfinalbegegnungen, drei Viertelfinalspiele, die beiden Halbfinals und das Endspiel übertragen. RTL wird insgesamt 14 Gruppenspiele, zwei Achtelfinalbegegnungen und ein Viertelfinalspiel übertragen. Alle drei Sender dürfen zudem Zusammenfassungen von allen 51 Spielen ausstrahlen. MagentaTV wird alle 51 Spiele übertragen.[16]

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Privatsender ServusTV sicherte sich die Übertragungsrechte für die Endrunde der Euro 2024 und einige Qualifikationsspiele mit österreichischer Beteiligung.[17] Laut der österreichischen Tageszeitung Der Standard soll ServusTV dafür 50 Millionen Euro bezahlt haben, der Sender bewertete die kolportierte Summe aber als zu hoch.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fußball-Europameisterschaft 2024 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bewerbungsreglement für die EURO 2024. (PDF) In: UEFA.de. 9. Dezember 2016, abgerufen am 29. April 2018.
  2. Türkischer Fußballverband reicht Bewerbungsunterlagen für die Ausrichtung der UEFA EURO 2024 ein. In: de.uefa.com. 26. April 2018, abgerufen am 21. Juli 2018.
  3. 1:0 für Deutschland gegen die Türkei. In: faz.net. 21. September 2018, abgerufen am 22. September 2018.
  4. 18 Städte und Stadien bekunden Interesse an EURO 2024. In: dfb.de. Deutscher Fußball-Bund, 17. Februar 2017, abgerufen am 17. Februar 2017.
  5. Grindel hinterlegt Interesse an Ausrichtung der EURO 2024. In: dfb.de. Deutscher Fußball-Bund, abgerufen am 1. März 2017.
  6. EM 2024: Freiburg zieht zurück. In: kicker.de. Kicker-Sportmagazin, 25. April 2017, abgerufen am 25. April 2017.
  7. Bewerbungsverfahren um EM 2024 beendet: Karlsruhe ist nicht mit dabei. In: regio-news.de. Regio News, 26. April 2017, abgerufen am 26. April 2017.
  8. Keine EM-Bewerbung von Kaiserslautern. In: kicker.de. Kicker-Sportmagazin, 15. Mai 2017, abgerufen am 18. Mai 2017.
  9. DFB-Präsidium legt Spielorte für Bewerbung um EURO 2024 fest. In: DFB.de. 15. September 2017, abgerufen am 15. September 2017.
  10. Stadionnamen und Kapazitäten der UEFA EURO 2024. In: stadionwelt.de. UEFA, 22. Januar 2020, abgerufen am 22. Januar 2020.
  11. Fußball-EM 2024: Auslosung in der Elbphilharmonie. 11. September 2020, abgerufen am 4. April 2021.
  12. Alexander Krei: Telekom sichert sich TV-Rechte an der Fußball-EM 2024. In: dwdl.de. 23. Oktober 2019, abgerufen am 12. Juni 2021.
  13. RedaktionsNetzwerk Deutschland: EM 2024 nicht bei ARD und ZDF im Free-TV? Deal mit Telekom könnte zu teuer werden. In: sportbuzzer.de. 25. September 2019, abgerufen am 12. Juni 2021.
  14. a b Bestätigt: Mateschitz kauft für Servus TV Fußball-EM 2024 und 2028. In: derstandard.de. 1. April 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.
  15. Alexander Krei: Telekom bei EM 2021 und WM 2022 dabei – Deal mit der Telekom: Fußball-EM 2024 auch bei ARD, ZDF und RTL. In: dwdl.de. 9. März 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.
  16. a b Volker Nünning: Fußball-EM und -WM: Sendergremien stimmen Rechtedeal von ARD und ZDF mit der Telekom zu. In: medienkorrespondenz.de. 10. Mai 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.
  17. ServusTV zeigt EM 2024 und 2028. In: quotenmeter.de. 1. April 2021, abgerufen am 12. Juni 2021.