Fußball-Verbandspokal

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Als Verbandspokal werden in Deutschland gemeinhin die derzeit 22 Pokalwettbewerbe der 21 Landesverbände des DFB bezeichnet, die jede Saison ausgetragen werden. Wenn sich das Gebiet eines Verbandes mit dem eines Bundeslandes deckt, ist die Bezeichnung Landespokal üblich. Die Verbands- und Landespokale, an denen grundsätzlich nur Vereine der 3. Liga und tieferer Spielklassen teilnehmen, beziehen ihre sportliche Bedeutung in erster Linie aus dem Umstand, dass die Pokalsieger in der Folgesaison für den DFB-Pokal qualifiziert sind, wo sie sich mit Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga messen können. Jeder der 21 Landesverbände hat dadurch mindestens einen festen Pokal-Startplatz für "unterklassige" Vereine. Die drei mitgliederstärksten Verbände (derzeit Bayern, Westfalen und Niedersachsen) haben einen zweiten Pokal-Startplatz; in Niedersachsen wird dieser durch einen zweiten Landespokalwettbewerb für Mannschaften unterhalb der Regionalliga ausgespielt, in Bayern und Westfalen werden diese zusätzlichen Teilnehmer in unterschiedlicher Weise über den Meisterschaftsspielbetrieb ermittelt.

Verbandspokale der Herren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht über die deutschen Verbandspokale (Stand: 2018)[1]
Verband Wettbewerb Mitglieder 1
Baden bfv-Rothaus-Pokal 0.0200.047
Bayern Bayerischer Toto-Pokal 01.593.309
Berlin AOK-Landespokal Berlin 0.0157.267
Brandenburg AOK-Landespokal Brandenburg 0.0100.597
Bremen Lotto-Pokal 0.0044.487
Hamburg Oddset-Pokal 0.0183.974
Hessen Bitburger Hessenpokal 0.0514.076
Mecklenburg-Vorpommern Lübzer Pils Cup 0.0058.894
Mittelrhein Bitburger-Pokal 0.0376.095
Niederrhein RevierSport-Niederrheinpokal 0.0409.539
Niedersachsen Krombacher Niedersachsenpokal 0.0632.939
Rheinland Bitburger-Rheinlandpokal 0.0180.262
Saarland Sparkassenpokal Saar 0.0097.640
Sachsen Wernesgrüner Sachsenpokal 0.0155.593
Sachsen-Anhalt FSA-Pokal 0.0091.505
Schleswig-Holstein SHFV-Lotto-Pokal 0.0181.243
Südbaden SBFV-Rothaus-Pokal 0.0275.643
Südwest Bitburger Verbandspokal 0.0232.633
Thüringen Köstritzer-Pokal 0.0098.303
Westfalen Krombacher Westfalenpokal 0.0972.972
Württemberg wfv-Verbandspokal 0.0533.089
Gesamte Mitgliederzahl des DFB: 0 7.090.107
1 Fettgedruckt sind die drei mitgliederstärksten Verbände

Teilnehmerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Vereine der 3. Liga und Amateurmannschaften der darunter befindlichen Spielklassen.

Die Teilnehmerzahl ist von Verband zu Verband unterschiedlich. Üblicherweise sind die Mannschaften der obersten Ligen (3. Liga, Regionalliga, Oberliga) automatisch teilnahmeberechtigt, während sich die Vereine der unteren Ligen über Bezirks-, Kreis- oder Stadtpokale qualifizieren müssen. In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise treten die Ober-, Verbands- und Landesligisten im Verbandspokal an. Dazu kommen die Mannschaften der niederen Ligen, die sich durch den Sieg im Bezirkspokal für den Landespokal qualifiziert haben. In Hamburg dagegen ist das Teilnehmerfeld mit über 200 Vereinen sehr breit angelegt. In Bayern wiederum finden die Pokalspiele in drei Etappen statt: Zunächst qualifizieren sich vier oder acht Mannschaften auf (Fußball-)Kreisebene für die Spiele auf Bezirksebene, aus denen sich insgesamt acht Teilnehmer für die Endrunde qualifizieren. In dieser wird schließlich um den eigentlichen Landespokal gespielt.

Spielmodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Üblicherweise werden die Pokalspiele im K.-o.-System ausgetragen, welches auch im DFB-Pokal gilt; Vereine aus niedrigeren Ligen haben gegen höhere Ligen in der Regel Heimrecht.

Auch im Spielmodus gibt es Unterschiede: In Bremen gibt es statt einer Verlängerung nach einem Unentschieden nach 90 Minuten sofort Elfmeterschießen. Steht es in Südbaden in einer Begegnung zweier Mannschaften aus verschiedenen Spielklassen nach Verlängerung unentschieden, kommt die klassenniedrigere Mannschaft eine Runde weiter.

Die Verbandspokal-Endspiele finden in der Regel im Mai oder Juni statt, sodass bei der Auslosung der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals bekannt ist, welche Amateurvertreter teilnehmen. In den drei „großen“ Verbänden entfällt dieser „Zeitdruck“, sodass das Endspiel in Bayern traditionell im Juli stattfindet. In der Saison 2004/05 war das hessische Pokalendspiel sogar erst für August angesetzt, da Finalist Offenbach als Meister der Regionalliga Süd automatisch für den nationalen Pokal qualifiziert war und somit der andere Finalist Eschborn als hessischer Amateurvertreter teilnahm.

Seit der Saison 2015/16 finden die meisten Endspiele Ende Mai an einem einzigen Finaltag der Amateure statt, der in drei Konferenzen hintereinander im Ersten übertragen wird.

Zur Saison 2018/19 finden die 21 Landespokalendspiele am Tag des DFB-Pokalfinales, dem 25. Mai 2019, statt. Das Erste zeigt erneut die Endspiele aller 21 Landespokale in einer großen Livekonferenz, verteilt auf drei verschiedene Anstoßzeitpunkte, vor dem DFB-Pokalendspiel am Abend.[2]

Bedeutung für den DFB-Pokal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sieger der Verbandspokale sind, sofern es sich nicht um Zweitvertretungen der ohnehin für den DFB-Pokal qualifizierten Lizenzvereine (also der 1. oder 2. Bundesliga) handelt, zur Teilnahme an der ersten Runde des DFB-Pokals der folgenden Saison berechtigt. Die drei Verbände mit den meisten Herren-Mannschaften im Spielbetrieb – derzeit Bayern, Niedersachsen und Westfalen – entsenden zusätzlich jeweils einen weiteren Teilnehmer. In Niedersachsen werden daher zwei Pokalwettbewerbe ausgetragen (einer für Mannschaften der 3. und der Regionalliga und einer für Mannschaften aus niedrigeren Spielklassen). In Bayern erhält der Meister der Regionalliga Bayern (keine Zweitvertretungen) den zusätzlichen Startplatz, in Westfalen der Sieger eines Spiels zwischen dem Meister der Oberliga Westfalen und der besten westfälischen Mannschaft der Regionalliga West (zweite Mannschaften ebenfalls ausgeschlossen). Somit qualifizieren sich pro Saison 22 Vereine über die Verbandspokale für den nationalen Pokalwettbewerb. Erreicht ein Verbandspokalsieger einen der ersten vier Plätze der 3. Liga, rückt der unterlegene Finalist bzw. der Gewinner eines Spiels um Platz 3 usw. nach.

Amtierende Pokalsieger und Rekordpokalsieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pokalwettbewerb Pokalsieger 2018/19 Rekordpokalsieger
BFV Logo.svg Badischer Pokal Karlsruher SC Logo 2.svg Karlsruher SC (8.)1 SV Sandhausen.svg SV Sandhausen (12)
Bayerischer Fussballverband.svg Bayerischer Pokal Würzburger Kickers Logo.svg Würzburger Kickers (3.) Jahn Regensburg logo2014.svg SSV Jahn Regensburg (7)1
Berliner Fussballverband.svg Berliner Landespokal FC Viktoria 1889 Berlin Logo.png FC Viktoria Berlin (8.) Tennis Borussia Berlin logo.svg Tennis Borussia Berlin (16)1
Fussball-Landesverband Brandenburg.svg Brandenburgischer Landespokal Logo Energie Cottbus.svg FC Energie Cottbus (9.)1 Logo Energie Cottbus.svg FC Energie Cottbus1 / SV Babelsberg 03.svg SV Babelsberg 03 (je 9)1
Logo Bremer Fußball-Verband2.svg Bremer Pokal FC Oberneuland.svg FC Oberneuland (7.) SV-Werder-Bremen-Logo.svg SV Werder Bremen (20)1
Hamburger Fußball Verband Logo.svg Hamburger Pokal TuS Dassendorf.gif TuS Dassendorf (3.) Stpauli logo.png FC St. Pauli (7)1
Logo Hessischer Fußball-Verband.svg Hessenpokal Logo SV Wehen Wiesbaden.svg SV Wehen Wiesbaden (6.) Logo Kickers Offenbach.svg Kickers Offenbach (11)
Logo LFVMV.svg Mecklenburg-Vorpommern-Pokal FC Hansa Logo seit 2009.png F.C. Hansa Rostock (9.) Hansa Rostock Logo Neu.svg F.C. Hansa Rostock (9)1
Logo Fußball-Verband Mittelrhein.svg Mittelrheinpokal Alemannia Aachen 2010.svg Alemannia Aachen (7.)1 Alemannia Aachen 2010.svg Alemannia Aachen (7)1
Logo Fußballverband Niederrhein.svg Niederrheinpokal Logo Uerdingen Od 1996.gif KFC Uerdingen 05 (3.) Logo Rot-Weiss Essen.svg Rot-Weiss Essen (9)
Logo Niedersächsischer Fußballverband.svg Niedersachsenpokal SV Drochtersen-Assel.png SV Drochtersen/Assel (3.) Salzgitter Sportfreunde.gif Sportfreunde Salzgitter / Logo Vfl Osnabrueck.svg VfL Osnabrück (je 4)
Logo Niedersächsischer Fußballverband.svg Niedersachsenpokal (Amateure)2 Atlas-DEL.jpg SV Atlas Delmenhorst (1.) Atlas-DEL.jpg SV Atlas Delmenhorst (1)
Logo Fußballverband Rheinland.svg Rheinlandpokal FSV Salmrohr.svg FSV Salmrohr (9.) Eintracht Trier.svg Eintracht Trier (15)1
Logo Saarländischer Fußball-Verband.svg Saarlandpokal 1. FC Saarbrücken.svg 1. FC Saarbrücken (11.) 1. FC Saarbrücken.svg 1. FC Saarbrücken (11)
Sfv logo.svg Sachsenpokal Chemnitzer FC Logo.svg Chemnitzer FC (10.) Chemnitzer FC Logo.svg Chemnitzer FC (10)
Fußballverband Sachsen-Anhalt Logo.svg Sachsen-Anhalt-Pokal Hallescher FC.svg Hallescher FC (10.) 1. FC Magdeburg.svg 1. FC Magdeburg (12)1
Coat of arms of Schleswig-Holstein.svg SHFV-Pokal VfB Lübeck.svg VfB Lübeck (15.) HK Wappen Marke 2017.jpg Holstein Kiel (16)1
SBFV Logo.png Südbadischer Pokal FC 08 Villingen.svg FC 08 Villingen (9.) FC 08 Villingen.svg FC 08 Villingen (9)
Logo Südwestdeutscher Fußballverband.svg Südwestpokal Logo 1 FC Kaiserslautern.svg 1. FC Kaiserslautern (2.)1 Logo Mainz 05.svg 1. FSV Mainz 05 (8)1
Thüringer Fußball-Verband.svg Thüringer Landespokal FSV Wacker 90 Nordhausen.svg FSV Wacker Nordhausen (4.) Logo FC Carl Zeiss Jena.svg FC Carl Zeiss Jena / Rot Weiss Erfurt Logo.svg FC Rot-Weiß Erfurt (je 10)
F+L Verband Westfalen.svg Westfalenpokal SV Rödinghausen 2.svg SV Rödinghausen (1.) SCP Logo CMYK 300dpi trans.png SC Paderborn 07 (9)
WFV-Logo.svg WFV-Pokal SSV Ulm 1846 Fussball.svg SSV Ulm 1846 (9.) SSV Ulm 1846 Fussball.svg SSV Ulm 1846 (9)
1 Die Landespokalsiege wurden ganz oder teilweise durch die zweite oder dritte Herrenmannschaft erspielt.
2 Im Niedersächsischen Fußballverband, der zwei Startplätze im DFB-Pokal hat, wird seit der Saison 2018/19 ein zweiter Pokalwettbewerb für Mannschaften unterhalb der Regionalliga ausgetragen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitglieder-Statistik 2018. dfb.de, abgerufen am 27. April 2019.
  2. Anstoßzeiten für Finaltag der Amateure 2019 sind festgelegt. dfb.de, abgerufen am 27. April 2019.