Fulvio Pelli

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Fulvio Pelli

Fulvio Pelli (* 26. Januar 1951 in Lugano; heimatberechtigt in Pura TI) ist ein Schweizer Politiker (FDP.Die Liberalen). Er war von 2009 bis 2012 erster Präsident der Partei und war zuvor seit 2005 letzter Präsident der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP), einer der Vorgängerparteien der FDP.Die Liberalen. Daneben war er von 1995 bis 2014 Nationalrat seiner Partei für den Kanton Tessin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Volksschulen und des Gymnasiums in Lugano studierte Pelli an den Universitäten Bern und Zürich Rechtswissenschaft. Er erwarb 1974 das Lizenziat in Zürich und promovierte drei Jahre später bei Arthur Meier-Hayoz. 1977 erwarb er zudem das Anwalts- und Notariatspatent. Während vier Jahren war er stellvertretender Staatsanwalt des Sottoceneri. 1981 trat er in die Anwaltskanzlei seines Vaters Ferruccio Pelli ein. Heute ist er Inhaber dieser Kanzlei. Ausserdem ist er Verwaltungsratspräsident von fünf Unternehmen, darunter der Tessiner Kantonalbank. Seit 2017 gehört er dem Museumsrat des Schweizerischen Nationalmuseums an.[1]

Pelli ist verheiratet und hat drei Töchter. Er lebt in Sorengo.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fulvio Pelli, bei seiner ersten Rede als Präsident der «FDP.Die Liberalen» nach der Parteigründung 2009.

Von 1980 bis 1990 war Fulvio Pelli Mitglied des Gemeinderats der Stadt Lugano. Von 1983 bist 1995 gehörte er dem Tessiner Kantonsrat an. Von diesem Amt trat er zurück, als er 1995 in den Nationalrat gewählt wurde. 2002–2005 präsidierte er die Freisinnig-Demokratische Fraktion in der Bundesversammlung. Bei den Eidgenössischen Wahlen 2007 wurde er mit dem besten Resultat aller Kandidaten des Kantons Tessins in seinem Amt bestätigt, vier Jahre später hingegen bei den Wahlen vom 23. Oktober 2011 nur äusserst knapp mit 58 Stimmen Vorsprung wiedergewählt. Bei der Bundesratswahl zur Nachfolge von Bundesrat Couchepin wurde Pelli von seiner Kantonalpartei als Bundesratskandidat vorgeschlagen, wurde allerdings von der Bundeshausfraktion seiner Partei nicht offiziell nominiert. Er selber liess zuvor lange offen, ob er überhaupt kandidieren wolle.[2] Pelli trat per 6. März 2014 aus dem Nationalrat zurück.[3]

Fulvio Pelli ist ausserdem Mitglied der Neuen Europäischen Bewegung Schweiz (nebs), wo er zeitweise auch Präsident der Tessiner Regionalsektion war.[4]

Parteipräsident der FDP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 5. März 2005 bis zur Fusion mit der Liberalen Partei der Schweiz am 1. Januar 2009 war Pelli letzter Präsident der Freisinnig-Demokratischen Partei. Ab der Fusion der beiden Parteien zur FDP.Die Liberalen war er deren erster Präsident (Gründungspräsident) bis 2012.[5] Dies war bereits sein zweites Präsidialamt: von 1988 bis 2000 stand er der Tessiner FDP vor.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 37 Gründe liberal zu sein. Orell Füssli, Zürich 2007, ISBN 978-3-280-06102-2.
  • Fulvio Pelli, Béatrice Acklin Zimmermann, Yann Grandjean (Hrsg.): Was heisst denn heute liberal? Liberale Antworten auf Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2015, ISBN 978-3-03810-108-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fulvio Pelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Museumsrat des Nationalmuseums: Ernennung eines neuen Mitglieds. Medienmitteilung des Schweizerischen Bundesrates. 12. April 2017; abgerufen am 29. Juni 2017.
  2. Warum Pelli nicht Bundesrat werden sollte. 11. August 2009; abgerufen am 29. Juni 2017.
  3. Fulvio Pelli auf der Website der Bundesversammlung. Abgerufen am 29. Juni 2017.
  4. Die politische Mitte vor der EU-Remedur. In: Neue Zürcher Zeitung vom 9. Juli 2010
  5. Fulvio Pelli: «Im April trete ich zurück». In: Berner Zeitung vom 24. Oktober 2011
VorgängerAmtNachfolger
Präsident der FDP.Die Liberalen
2009–2012
Philipp Müller