Funktastatur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eine Funktastatur oder umgangssprachlich Schnurlose Tastatur oder Wireless-Tastatur ist eine kabellose Tastatur, die ihre Daten über ein Funksignal zum PC überträgt. In jedem Fall ist die Tastatur der Sender und eine an den PC angeschlossene Einheit der Empfänger.

Im Gegensatz zu Infrarot-Tastaturen müssen Tastatur und Empfänger nicht in direktem Sichtkontakt zueinander stehen. Hindernisse, wie z. B. ein Bücherstapel zwischen ihnen, sind also kein Problem.

Funktastaturen benötigen eine eigene Stromversorgung.

Sicherheit bei Funktastaturen gegenüber Kabeltastaturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei allen Verfahren sind Reichweiten innerhalb eines Zimmers von 3 bis 5 m meistens problemlos zu bewältigen. Nachteil des Funks: Bei einer zu großen Reichweite können die Daten theoretisch auch im größeren Umkreis (benachbarte Wohnungen) empfangen werden. Das stellt ein ernst zu nehmendes Sicherheitsproblem dar, da die meisten günstigen Funktastaturen ihre Daten unverschlüsselt versenden.[1]

Allerdings können auch Kabeltastaturen abgehört werden, da das meist nur kaum oder gar nicht abgeschirmte Anschlusskabel als Sendeantenne wirkt.[2] Auch können sich die Impulse der Signalübertragung im Stromnetz fortpflanzen.[3] Mit entsprechendem Aufwand und Messequipment lassen sich in beiden Fällen die Signale auslesen. Eine Funktastatur mit Verschlüsselung kann also unter Umständen sicherer sein als eine Kabeltastatur ohne Verschlüsselung.

Ob und wie gut[4] die Eingaben verschlüsselt werden, kann beim Hersteller in Erfahrung gebracht werden. Bei einigen Herstellern ist heute 128-Bit-AES-Verschlüsselung für alle alphanumerischen und modifizierenden (Alt, Shift usw.) Tasten üblich.[5][6] Dadurch können die Signale zwar abgehört, aber nach derzeitigem Stand praktisch nicht entschlüsselt werden. Allerdings ist die Sicherheit der Verschlüsselung mit 128-Bit-AES auch von der Implementierung der Verschlüsselung abhängig; bei fehlerhaft Implementierung gibt es Angriffspunkte. Die Funktastaturen des Herstellers Logitech mit ihrer Unifying-Technologie, bei denen der Hersteller eine 128-bittige AES-Verschlüsselung angibt, wurden beispielsweise aufgrund einer fehlerhaften Implementierung schon gehackt.[7][8] Einige Hersteller bieten auch komplette Sets aus Funktastatur und -maus an. Diese arbeiten meist im 2,4-GHz-Bereich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heise Security: Software zum Abhören von Funktastaturen veröffentlicht. In: heise. 17. Juni 2009.
  2. CNET: Keystrokes can be recovered remotely. In: cnet. 22. Oktober 2008.
  3. CNET: Sniffing keystrokes via laser and keyboard power. In: cnet. 13. September 2009.
  4. Heise Security: Sicherheitsfirma knackt Verschlüsselung von Microsoft Funktastaturen. In: heise. 1. Dezember 2007.
  5. Logitech: Advanced 2.4 GHz Technology With Unifying Technology Archiviert vom Original am 2. April 2010. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.logitech.com (PDF) In: logitech. 7. Juli 2009.
  6. Logitech: Secure Connect™: A Major Leap In The Cordless Desktop Experience. (PDF) In: logitech. 12. August 2005.@1@2Vorlage:Toter Link/logitech-louk.navisite.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Artikel und experimentelle Umsetzung über die praktische Aushebelung der Verschlüsselung moderner 2,4 GHz-Funktastaturen. Abgerufen am 15. September 2013.
  8. Videovortrag über die Aushebelung der Verschlüsselung moderner 2,4 GHz-Funktastaturen. Abgerufen am 15. September 2013.