Gämsen-Binse

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Gämsen-Binse
Gämsen-Binse (Juncus jacquinii)

Gämsen-Binse (Juncus jacquinii)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Binsengewächse (Juncaceae)
Gattung: Binsen (Juncus)
Art: Gämsen-Binse
Wissenschaftlicher Name
Juncus jacquinii
L.

Die Gämsen-Binse (Juncus jacquinii), auch Jacquins Binse genannt, ist eine seltene, zur Familie der Binsengewächse (Juncaceae) gehörende Blütenpflanze.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gämsen-Binse ist ein mehrjähriger, überwinternd grüner Hemikryptophyt. Die Binse wird zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch und bildet über kurze Ausläufer dichte dunkelgrüne Rasen. Die runden Stängel wachsen aufrecht und sind glatt bis schwach gerippt. Die Blütenstängel sind am Grund scheidig. Sie verfügen über nur ein Hüllblatt im Bereich des Blütenstandes, der diesen weit überragt. Die Grundblätter sind dünn, glatt und an einer Seite schwach rinnig.

Der schwarz-braune Blütenstand ist eine kopfige Spirre. Er steht seitenständig und ist fünf- bis 12-blütig. Die zwittrigen Einblüten tragen sechs glänzend rote bis schwarz-braune, mit einem etwas helleren Mittelnerv versehene Perigonblätter, sechs Staubblätter und drei lange grünliche bis rote korkenzieherartig gedrehte Narben. Die Kapselfrucht ist stumpf, dreikantig, von gleicher Farbe wie die Blütenblätter und kürzer als diese. Die Gämsen-Binse blüht zwischen Juli und Oktober.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = ca. 170.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gämsen-Binse ist ein mitteleuropäischer Endemit und kommt nur in Österreich, Frankreich, Schweiz, Serbien und Italien in subalpinen bis alpinen Höhenlagen der Alpen, Pyrenäen, Karpaten und im nördlichen Apennin zwischen 1700 und 3200 m über NN in Rasen, Fels- und Geröllfluren des Hochgebirges vor. Ihre Bestände gelten europaweit als nicht gefährdet. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Himmeleck in Bayern bis 2145 Metern und am Nordwestgrat des Grünen Kopfes bis 2200 Metern Meereshöhe auf.[2]

Die Gämsen-Binse ist kalkmeidend und wächst bevorzugt auf stark sauren bis sauren sowie auf stickstoffärmsten Lehm- und Steinböden. Ihr Hauptvorkommen hat die Pflanze in Kleinseggenrieden der Alpinen Braun-Seggen-Sümpfe (Caricetum fuscae subalpinum) sowie ein Schwerpunktvorkommen in Alpinen Sauerbodenrasen (Caricion curvulae).

Gämsen-Binse (Juncus jacquinii)

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gämsen-Binse verträgt als Volllichtpflanze keine Beschattung. Als Kälte- bis Kühlezeiger kennzeichnet sie ihren Standort in Hochgebirgen oberhalb der Waldgrenze.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • J. Grau, B. P. Kremer, B. M. Möseler, G. Rambold, D. Triebel: Gräser. Mosaik-Verlag, München 1996, ISBN 3-576-10702-9.
  • H. Haeupler, Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • E. Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 148.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 298. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Juncus jacquinii – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien