Górnik Zabrze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Górnik Zabrze
Wappen
Vorlage:Infobox Fußballunternehmen/Wartung/Kein Bild
Sitz Zabrze, Polen
Gründung 14. Dezember 1948
Farben weiß, blau, rot
Präsident Dariusz Czernik
Website gornikzabrze.pl
Fußballunternehmen
Vorlage:Infobox Fußballunternehmen/Wartung/Kein Bild
Name Górnik Zabrze Spółka Akcyjna
Geschäftsführerin Małgorzata Miller-Gogolińska
Erste Mannschaft
Cheftrainer Jan Urban
Spielstätte Ernst-Pohl-Stadion
Plätze 31.871
Liga Ekstraklasa
2020/21 10. Platz
Heim
Auswärts

Górnik Zabrze ist ein polnischer Fußballverein aus der oberschlesischen Stadt Zabrze. Entstanden ist Górnik Zabrze 1948 aus einer Fusion der vier lokalen Fußballvereine RKS Concordia, KS Pogoń, RKS Skra und KS Zjednoczenie. Mit 14 Meistertiteln ist Górnik Zabrze polnischer Vizerekordmeister, konnte jedoch seit 1988 nicht mehr an vergangene Erfolge anknüpfen. Seit jeher ist der Fußballverein ein Symbol der Bergarbeiter des Schlesischen Industriereviers.

Die Spielstätte des von Górnik Zabrze ist seit der Gründung das Ernst-Pohl-Stadion an der Ulica Roosevelta 81. Das Stadion wurde 2004 nach dem deutsch-polnischen Fußballspieler Ernst Pohl benannt. Internationale Spiele wurden zudem teilweise im Schlesischen Stadion im benachbarten Chorzów ausgetragen. Viele ältere Fans erinnern sich noch an Partien gegen Austria Wien oder AS Rom vor über 100.000 Zuschauern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Górnik Zabrze ist nach Legia Warschau zusammen mit Ruch Chorzów polnischer Vizerekordmeister mit 14 Titeln in der Meisterschaft und sechs Pokalsiegen des PZPN. In den 1960er Jahren dominierte Górnik Zabrze im polnischen Fußball und sicherte sich in zehn Jahren gleich sechs Meistertitel und drei Pokalsiege. Am 29. April 1970 stand Górnik Zabrze im Finale des Europapokals der Pokalsieger, in dem es sich allerdings Manchester City in Wien mit 1:2 geschlagen geben musste. Der Fußballverein stellte somit die einzige polnische Mannschaft überhaupt, die ein europäisches Finale erreicht hat. In den 1980er Jahren gab es nochmals vier weitere Meistertitel für Górnik Zabrze. Viermal hintereinander beendete die Mannschaft die Saison als erste in der Tabelle und machte ihren Fußballverein zum Rekordmeister.

Nachdem Górnik Zabrze Mitte der 1990er Jahre noch international vertreten war, ging es anschließend aufgrund finanzieller Probleme ständig bergab. Der Fußballverein suchte jahrelang vergeblich nach neuen Sponsoren und musste mehrmals um die Lizenz bangen. Die finanzielle Misere wirkte sich auch auf die sportliche Situation aus, in den Jahren 2005, 2006 und 2007 konnte man sich nur knapp vor dem Abstieg retten. In den schwierigsten Zeiten waren die Fans diejenigen die Górnik Zabrze gerettet haben. Beim Abstiegskampf 2006 und 2007 pilgerten bis zu 20.000 Fans ans Ernst-Pohl-Stadion. Górnik Zabrze konnte trotz schlechter Leistung zeitweise den höchsten Zuschauerzuspruch vor Ort verzeichnen.

2007 gewann Górnik Zabrze nach langer Suche mit dem Versicherer Allianz wieder einen zahlungskräftigen Sponsor und Miteigentümer, wodurch die finanzielle Zukunft des Fußballvereins bis auf Weiteres gesichert wurde.[1] Sportlich konnte jedoch vorerst kein neuer Erfolg erzielt werden. 2009 stieg Górnik Zabrze sogar bei einem Heimspiel gegen Polonia Warszawa vor über 22.000 Fans von der Ekstraklasa in die zweitklassige 1. Liga ab. Damit besiegelte die Mannschaft den zweiten Abstieg des Fußballvereins nach 31 Jahren in der Ekstraklasa; das erste Mal war man 1978 abgestiegen. Nach nur einem Jahr in der 1. Liga konnte Górnik Zabrze allerdings den Wiederaufstieg in die Ekstraklasa feiern, obwohl es zwischenzeitlich aufgrund ausbleibender Siege nach nur sechs Monaten einen Trainerwechsel gab. Ryszard Komornicki wurde durch Adam Nawałka ersetzt, der von GKS Katowice zu Górnik Zabrze wechselte. Während der Rückrunde kam auch ein alter Bekannter wieder ans Ernst-Pohl-Stadion. Tomasz Wałdoch übernahm den Posten des Sportdirektors.

Nach erneuten finanziellen Problemen und einer teilweisen Übernahme des Fußballvereins durch die Stadt Zabrze wurde 2011 die Umfirmierung in eine Aktiengesellschaft und der Komplettumbau des Ernst-Pohl-Stadions bekannt gegeben. Aufgrund der Baueinschränkungen wurde die Stadionkapazität zwischenzeitlich auf 3.000 Sitzplätze begrenzt. Seit den Umbaumaßnahmen fasst das Ernst-Pohl-Stadion nun rund 32.000 Zuschauer.

In der Saison 2015/16 wurde Górnik Zabrze mit einem Punkt Rückstand auf Górnik Łęczna Vorletzter und musste damit zum dritten Mal in die 1. Liga absteigen. In der nächsten Saison gelang als Vizemeister hinter Sandecja Nowy Sącz der direkte Wiederaufstieg. In der Saison 2017/18 wurde der Fußballverein als Aufsteiger Dritter und durfte daher an der Qualifikation zur UEFA Europa League 2018/19 teilnehmen, wo er in der zweiten Runde am slowakischen FK AS Trenčín scheiterte.

Zur Saison 2021/22 unterschrieb Lukas Podolski einen Einjahresvertrag bei Górnik Zabrze, dessen Fan der Wahlkölner und im benachbarten Gliwice geborene Spieler seit seinem Kindesalter ist.[2]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platzierungen von Górnik Zabrze in der Ekstraklasa von 1955 bis heute

Anmerkung: Im Superpokal stehen sich der Meister und der Pokalsieger des jeweiligen Spieljahres gegenüber.

Europapokalbilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Wettbewerb Runde Gegner Gesamt Hin Rück
1961/62 Europapokal der Landesmeister Vorrunde EnglandEngland Tottenham Hotspur 05:10 4:2 (H) 1:8 (A)
1963/64 Europapokal der Landesmeister Vorrunde OsterreichÖsterreich FK Austria Wien 3:2 1:0 (H) 0:1 (A)
2:1 in Wien
1. Runde TschechoslowakeiTschechoslowakei FK Dukla Prag 3:4 2:0 (H) 1:4 (A)
1964/65 Europapokal der Landesmeister Vorrunde TschechoslowakeiTschechoslowakei FK Dukla Prag 004:4(L) 1:4 (A) 3:0 (H)
0:0 n. V. in Duisburg
1965/66 Europapokal der Landesmeister Vorrunde OsterreichÖsterreich LASK 5:2 3:1 (A) 2:1 (H)
1. Runde TschechoslowakeiTschechoslowakei Sparta Prag 1:5 0:3 (A) 1:2 (H)
1966/67 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Deutschland Demokratische Republik 1949DDR FC Vorwärts Berlin 6:4 2:1 (H) 1:2 (A)
3:1 in Budapest
1967/68 Europapokal der Landesmeister 1. Runde SchwedenSchweden Djurgårdens IF 4:0 3:0 (H) 1:0 (A)
2. Runde Sowjetunion 1955Sowjetunion Dynamo Kiew 3:2 2:1 (A) 1:1 (H)
Viertelfinale EnglandEngland Manchester United 1:2 0:2 (A) 1:0 (H)
1968/69 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Bulgarien 1967Volksrepublik Bulgarien Spartak Sofia 1    
1969/70 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde Königreich GriechenlandKönigreich Griechenland Olympiakos Piräus 7:2 2:2 (A) 5:0 (H)
2. Runde SchottlandSchottland Glasgow Rangers 6:2 3:1 (H) 3:1 (A)
Viertelfinale Bulgarien 1971Volksrepublik Bulgarien Lewski-Spartak Sofia (a)4:4(a) 2:3 (A) 2:1 (H)
Halbfinale ItalienItalien AS Rom (L)4:400 1:1 (A) 2:2 (H)
1:1 n. V. in Straßburg
Finale EnglandEngland Manchester City 1:2 1:2 in Wien
1970/71 Europapokal der Pokalsieger 1. Runde DanemarkDänemark Aalborg BK 9:1 1:0 (A) 8:1 (H)
2. Runde TurkeiTürkei Göztepe Izmir 4:0 1:0 (A) 3:0 (H)
Viertelfinale EnglandEngland Manchester City 3:5 2:0 (H) 0:2 n. V. (A)
1:3 in Kopenhagen
1971/72 Europapokal der Landesmeister 1. Runde FrankreichFrankreich Olympique Marseille 2:3 1:2 (A) 1:1 (H)
1972/73 Europapokal der Landesmeister 1. Runde MaltaMalta Sliema Wanderers 10:00 5:0 (A) 5:0 (H)
2. Runde Sowjetunion 1955Sowjetunion Dynamo Kiew 2:3 0:2 (A) 2:1 (H)
1974/75 UEFA-Pokal 1. Runde Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Partizan Belgrad 2:5 2:2 (H) 0:3 (A)
1977/78 UEFA-Pokal 1. Runde FinnlandFinnland Valkeakosken Haka 5:3 5:3 (H) 0:0 (A)
2. Runde EnglandEngland Aston Villa 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)
1985/86 Europapokal der Landesmeister 1. Runde Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland FC Bayern München 2:6 1:2 (H) 1:4 (A)
1986/87 Europapokal der Landesmeister 1. Runde BelgienBelgien RSC Anderlecht 1:3 0:2 (A) 1:1 (H)
1987/88 Europapokal der Landesmeister 1. Runde GriechenlandGriechenland Olympiakos Piräus 3:2 1:1 (A) 2:1 (H)
2. Runde SchottlandSchottland Glasgow Rangers 2:4 1:3 (A) 1:1 (H)
1988/89 Europapokal der Landesmeister 1. Runde LuxemburgLuxemburg Jeunesse Esch 7:1 3:0 (H) 4:1 (A)
2. Runde SpanienSpanien Real Madrid 2:4 0:1 (H) 2:3 (A)
1989/90 UEFA-Pokal 1. Runde ItalienItalien Juventus Turin 2:5 0:1 (H) 2:4 (A)
1991/92 UEFA-Pokal 1. Runde DeutschlandDeutschland Hamburger SV 1:4 1:1 (A) 0:3 (H)
1994/95 UEFA-Pokal 1. Runde IrlandIrland Shamrock Rovers 8:0 7:0 (H) 1:0 (A)
2. Runde OsterreichÖsterreich FC Admira/Wacker 3:6 2:5 (A) 1:1 (H)
1995 UEFA Intertoto Cup Gruppenphase DanemarkDänemark Aarhus GF 1:4 1:4 (A)  
SchweizSchweiz FC Basel 1:2 1:2 (H)  
EnglandEngland Sheffield Wednesday 2:3 2:3 (A)  
DeutschlandDeutschland Karlsruher SC 1:6 1:6 (H)  
2018/19 UEFA Europa League 1. Qualifikationsrunde Moldau RepublikRepublik Moldau FC Zaria Bălți 2:1 1:0 (H) 1:1 (A)
2. Qualifikationsrunde SlowakeiSlowakei FK AS Trenčín 1:5 0:1 (H) 1:4 (A)
Legende: (H) – Heimspiel, (A) – Auswärtsspiel, (N) – neutraler Platz, (a) – Auswärtstorregel, (i. E.) – im Elfmeterschießen, (n. V.) – nach Verlängerung

Gesamtbilanz: 80 Spiele, 32 Siege, 16 Unentschieden, 32 Niederlagen, 134:128 Tore (Tordifferenz +6)

1 Beide Mannschaften aus Protest zurückgezogen.

Kader 2021/22[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 9. September 2021[3]

Nr. Position Name
1 PolenPolen TW Daniel Bielica
2 PolenPolen AB Przemysław Wiśniewski
5 GriechenlandGriechenland AB Stefanos Evangelou
6 PolenPolen MF Krzysztof Kubica
8 GambiaGambia MF Alasana Manneh
9 SpanienSpanien ST Jesús Jiménez
10 DeutschlandDeutschland ST Lukas Podolski
11 PolenPolen ST Mateusz Cholewiak
15 PolenPolen MF Norbert Wojtuszek
16 PolenPolen AB Dariusz Pawlowski
17 PolenPolen MF Bartosz Nowak
18 NordmazedonienNordmazedonien ST David Toševski
19 UkraineUkraine MF Arsen Grosu
20 FrankreichFrankreich ST Vamara Sanogo
Nr. Position Name
21 PolenPolen ST Piotr Krawczyk
22 PolenPolen MF Dariusz Stalmach
23 KamerunKamerun MF Jean Jules
24 OsterreichÖsterreich ST Alex Sobczyk
26 PolenPolen AB Rafal Janicki
27 PolenPolen AB Adrian Gryszkiewicz
29 PolenPolen MF Adrian Dziedzic
31 PolenPolen TW Pawel Sokol
44 SerbienSerbien MF Filip Bainovic
64 SlowenienSlowenien AB Erik Janza
70 PolenPolen MF Krzysztof Kiklaisz
78 PolenPolen AB Jakub Szymanski
96 PolenPolen AB Robert Dadok
99 PolenPolen TW Grzegorz Sandomierski

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fanchoreographie
Górnik-Zabrze-Fans im Stadion

Name der Kurve: Torcida

Standort der Torcida: Früher Block 13 in der Kurve unter der Anzeigetafel. Seit dem Jahr 2000 stehen die Fans geschlossen auf der Gegengeraden (Block 9–10).

Größe der Gruppe: 1500–4000 Personen (je nach Gegner)

Gruppen: Torcida (Hauptgruppe), Stara Gwardia

Freundschaften: ROW Rybnik, Wisłoka Dębica, GKS Katowice, Torcida Split

Feindschaften: Ruch Chorzów, Widzew Łódź, Wisła Kraków, Legia Warszawa, Zagłębie Sosnowiec, Śląsk Wrocław

Sektionen: Die Torcida hat große Sektionen in ganz Oberschlesien. Außerhalb Schlesiens und im Ausland lassen sich kleinere Fangruppen finden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Górnik Zabrze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sport.pl: Allianz Polska sponsorem Górnika Zabrze!
  2. Lukas Podolski wechselt zu Gornik Zabrze nach Polen. In: Der Spiegel. Abgerufen am 6. Juli 2021.
  3. Kader 2021 bei transfermarkt.de