Gödel-Universum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Gödel-Universum bezeichnet ein von dem österreichischen Mathematiker Kurt Gödel 1949 entwickelte kosmologische Lösung der Gleichungen der Allgemeinen Relativitätshteorie (ART). Es beschreibt ein rotierendes, geschlossenes, stationäres, homogenes Universum mit negativer kosmologischer Konstante und zeichnet sich dadurch aus, dass in ihm Zeitreisen möglich sind, das heisst es gibt geschlossene zeitartige Geodätische zu jedem Ereignispunkt. Da damit auch Zeitreiseparadoxien verbunden sind zeigt dass Modell, dass für deren Vermeidung weitere Prinzipien über die ART hinaus notwendig sind.

Das Gödel-Universum verletzt auch das Machsche Prinzip in der ursprünglich von Einstein für die ART avisierten Form. Durch Betrachtung eines endlichen statt unendlichen Universums konstruierten Ozsvath und Engelbert Schücking 1962 eine Variante ohne Zeitreisen in die Vergangenheit, die immer noch das Machsche Prinzip verletzt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Gödel: An Example of a New Type of Cosmological Solutions of Einstein's Field Equations of Gravitation, Rev. Mod. Phys., Band 21, 1949, S. 447
  • Hawking, Ellis: The large scale structure of space-time, Cambridge UP 1973
  • Rüdiger Vaas: Tunnel durch Raum und Zeit. Kosmos, Stuttgart 2005, 6. aktualisierte Aufl. 2013, ISBN 3-440-09360-3.
  • Palle Yourgrau: Gödel, Einstein und die Folgen: Vermächtnis einer ungewöhnlichen Freundschaft, C.H.Beck, 2005, ISBN 3-406-52914-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nahin, Times Machines, Springer 1999, S. 84