Gorizia

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Gorizia / Gurize / Gorica / Görz
Wappen
Gorizia / Gurize / Gorica / Görz (Italien)
Gorizia / Gurize / Gorica / Görz
Staat Italien
Region Friaul-Julisch Venetien
Provinz Gorizia (GO)
Koordinaten 45° 56′ N, 13° 37′ OKoordinaten: 45° 56′ 0″ N, 13° 37′ 0″ O
Höhe 84 m s.l.m.
Fläche 41 km²
Einwohner 34.742 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 847 Einw./km²
Postleitzahl 34170
Vorwahl 0481
ISTAT-Nummer 031007
Volksbezeichnung Goriziani / Görzer
Schutzpatron Santi Ilario und Taziano
Website Gorizia

Gorizia (deutsch Görz, slowenisch Gorica, furlanisch Gurize) ist eine Stadt am Isonzo im Nordosten Italiens direkt an der Grenze zu Slowenien. Gorizia hat 34.742 Einwohner (Stand 31. Dezember 2016) und ist Hauptstadt der Provinz Gorizia, die zur Region Friaul-Julisch Venetien gehört. Daneben ist sie Sitz des Erzbistums Görz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde die Stadt im Jahr 1001, als Kaiser Otto III die Burg und den zugehörigen Ort dem Patriarchat von Aquileja und dem Grafen Werichen von Friaul schenkte, von dem der Besitz auf die Grafen von Eppenstein überging.

Österreichisches Görz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gorizia und die Burg der Grafen von Görz
Gorizia

Die Stadt war seit dem Spätmittelalter Sitz der Grafen von Görz, die sich vom Patriarchat Aquileia unabhängig gemacht hatten. Nach dem Aussterben der Grafenfamilie kam ihr Gebiet um 1500 an die Habsburger. Görz war nun Hauptstadt der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca. Von 1809 bis 1814 gehörte Görz zu Frankreichs Illyrischen Provinzen, danach bis 1815 zum Königreich Illyrien.

Von 1815 bis 1918 gehörte das Gebiet wieder zu Österreich, bis 1849 weiterhin im Königreich Illyrien. 1849–1861 war das Österreichische Küstenland Kronland im Kaisertum Österreich. 1861 wurde die Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca wie Triest und Istrien eigenständiges Kronland (und Österreichisch(-illirisch)es Küstenland nur mehr als zusammenfassende Bezeichnung für diese drei ab 1867 cisleithanischen Kronländer Österreich-Ungarns verwendet). Der k.k. Statthalter für Görz residierte in Triest. Bis 1866 gehörte auch das benachbarte Venetien zu Österreich. Im Osten grenzte die Grafschaft an das ebenfalls österreichische Herzogtum Krain. Am Ende des Ersten Weltkriegs wurde Görz Anfang November 1918 wie der Westrand Krains, Triest und Istrien vom siegreichen Königreich Italien besetzt und 1919 annektiert.

Die Stadt war von alters her dreisprachig (italienisch, slowenisch, deutsch). 1900 hatte Görz inklusive Garnison 25.432 Einwohner, davon 16.112 Italiener, 4.754 Slowenen und 2.760 Deutsche.[2] Görz liegt an der Bahnstrecke Udine–Triest, auf die hier seit 1906 die aus den Julischen Alpen kommende Wocheiner Bahn trifft, Teil der damals neuen alpenquerenden Bahnverbindung SalzburgTriest (Neue Alpenbahn bzw. Transalpina).

Görz war Sitz eines Fürsterzbischofs, des Landtages und des Landesausschusses der Gefürsteten Grafschaft Görz und Gradisca, einer Bezirkshauptmannschaft und eines Kreisgerichts. Um 1900 war Görz ein beliebter Winterkurort, denn die durchschnittliche Wintertemperatur betrug + 3,5 Grad.[3]

Nach dem Kriegseintritt Italiens gegen Österreich-Ungarn im Mai 1915 war es erklärtes Ziel der italienischen Heeresleitung, am Isonzo vorzustoßen. Im Sommer 1916 gelang Italien die Eroberung von Görz, im Herbst 1917 wurde die Stadt in der Zwölften Isonzoschlacht von Österreich-Ungarn zurückgewonnen.

Italienisches Gorizia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Krieg kam im Vertrag von Saint-Germain das gesamte Gebiet zusammen mit Istrien an Italien.

Für im Ersten Weltkrieg gefallene italienische Soldaten wurde in der Zwischenkriegszeit auf einem Hügel im nördlich gelegenen Vorort Oslavia ein auch architektonisch bemerkenswertes Beinhaus (Ossario) errichtet. Auf einer Stele vor dem Eingang wird einiger italienischer Staatsangehöriger Altösterreichs gedacht, die am Krieg auf italienischer Seite teilgenommen haben.

Slowenisches Nova Gorica[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten 1945 jugoslawische Partisanen den Görzer Bahnhof der Wocheiner Bahn (italienisch Ferrovia Transalpina) und erhoben Anspruch auf die Stadt. Als mit dem Frieden von Paris (1947) von den Siegermächten die Staatsgrenze zwischen Italien und Jugoslawien neu gezogen wurde, sanktionierte man auch die Teilung der Stadt. Der kleinere östliche Teil mit dem Bahnhof kam zu Jugoslawien und bildet seither die erst später zur solchen ausgebaute slowenische Stadt Nova Gorica.

Die Italiener platzierten auf dem Görzer Burghügel eine besonders große Tricolore, die bis weit nach Jugoslawien hinein sichtbar ist. Im Gegenzug war (und ist bis heute) auf einem Hügel bei Nova Gorica in riesigen Steinen der Name TITO zu lesen, in ganz Görz sichtbar.

Überwindung der Teilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der EU-Beitritt Sloweniens 2004 und das Inkrafttreten des Schengen-Abkommens für diese Grenze am 21. Dezember 2007 bedeuten, dass nun erstmals seit 1945 die durch die Stadt verlaufende Staatsgrenze – besonders auffällig an der Piazza Transalpina, dem Bahnhofsplatz, über den sie verläuft – an jeder beliebigen Stelle überschritten werden kann.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gorizia ist über die Autobahn A34 an das italienische Autobahnnetz angebunden, die Staatsstraße SS55 verbindet die Stadt mit Triest. Gorizia hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Udine–Triest und einen Flugplatz für die allgemeine Luftfahrt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palazzo Attems Petzenstein mit der Pinakothek und wechselnden Gemäldeausstellungen
  • Synagoge, erbaut 1756
  • Die Burg und das Museum des ersten Weltkrieges
  • Piazza della Vittoria
  • Der Dom
  • Villa Coronini mit Garten
  • Der Piuma-Park am Isonzo
  • Das Rathaus
  • Corso Italia-Verdi
  • Das Verdi-Theater
  • Piazza della Transalpina vor dem Bahnhof

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptsprache in Gorizia ist Italienisch, daneben werden Slowenisch und Friulanisch gesprochen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. K.K. Statistische Central-Commission, Special-Orts-Repertorien der im Oesterreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Band VII Küstenland (Wien 1883) S. 8.
  3. Meyers Konversations-Lexikon. 5. Aufl., 7. Band. Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1895, S. 774.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Baum: Die Grafen von Görz in der europäischen Politik des Mittelalters, Klagenfurt 2000; italienisch: I Conti di Gorizia, Gorizia 2001
  • Kurt F. Strasser, Harald Waitzbauer: Über die Grenzen nach Triest. Wanderungen zwischen Karnischen Alpen und Adriatischem Meer. Wien-Köln-Weimar 1999
  • Putzger-Bruckmüller: Historischer Weltatlas S. 60/61, 62 und 64

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gorizia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien