Götteldorf

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Götteldorf
Koordinaten: 49° 24′ 25″ N, 10° 37′ 38″ O
Höhe: 392 m ü. NHN
Einwohner: 135 (2016)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 90599
Vorwahl: 09824
Kirche St. Leonhard
Der Gumbertusbrunnen

Götteldorf (umgangssprachlich: Gedldorf [2]) ist ein Ortsteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kirchdorf fließen der Lerchenbach (links) und der Feldgraben (rechts) zum Kanzelbach zusammen, der ein rechter Zufluss der Bibert ist. Im Südosten erhebt sich der Ritterbuck, circa 500 Meter östlich liegt der Dennenweiher und das Bayreuther Holz.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals bezeugt wurde der Ort 1265 in einer Schenkungsurkunde als „Gotelndorf apud Lewenrode“, in der Wolfram von Dornberg dem Kloster Heilsbronn ein Gut vermachte. Der Zusatz „apud Lewenrode“ (bei Leonrod) diente wohl zur Unterscheidung von dem in der Nähe liegenden Göddeldorf. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Godilo, der als Gründer des Ortes anzunehmen ist.[2]

Götteldorf hatte seit 1625 eine einklassige Volksschule, deren erster Lehrer Hans Neubronner war. 1954 wurde noch ein neues Schulhaus gebaut. Wenig später wurde die Schule aufgelöst. 1650 kamen österreichische Glaubensflüchtlinge und halfen das durch den Dreißigjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogene Götteldorf wieder aufzubauen.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Götteldorf 24 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Dietenhofen inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherrn: 14 Anwesen dem Fürstentum Bayreuth (Kastenamt Dietenhofen: 9, Kastenamt Neuhof: 1, Kirche Götteldorf: 4), 7 Anwesen dem Rittergut Neudorf der Herren von Leonrod, 2 Anwesen dem Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg und 1 Anwesen dem Nürnberger Eigenherrn von Oelhafen. Neben den Haushalten gab es noch die Kirche und kommunale Gebäude (Schulhaus, Zehntscheuer, Hirtenhaus, Brechhaus).[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Götteldorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Unternbibert zugeordnet. Es gehörte auch der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Unternbibert an.[6] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Götteldorf gebildet, zu der Methlach und Ziegelhütte[7] gehörten.[8] Die Gemeinde unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Ansbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ansbach (1920 in Finanzamt Ansbach umbenannt).

1833 beantragten Götteldorf, Sondernohe, Unternbibert und Virnsberg einen Wechsel ins Landgericht Markt Erlbach, was jedoch abgelehnt wurde.[9] Von 1862 an wurde Götteldorf vom Bezirksamt Ansbach (1938 in Landkreis Ansbach umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1870 beim Landgericht Ansbach, 1870–1879 Stadt- und Landgericht Ansbach, seit 1880 Amtsgericht Ansbach.[10] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,954 km².[11] Im Zuge der Gebietsreform wurde Götteldorf am 1. Mai 1978 nach Dietenhofen eingemeindet.[12]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baubeschreibungen: → Liste der Baudenkmäler in Dietenhofen#Götteldorf

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Götteldorf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 182 181 179 178 178 172 165 174 178 164 145 149 159 161 180 165 161 155 150 242 224 199 147 146
Häuser[13] 29 33 32 32 32 30 31 32
Quelle [14] [15] [16] [16] [17] [16] [18] [16] [16] [19] [16] [16] [20] [16] [16] [16] [21] [16] [16] [16] [22] [16] [11] [23]

Ort Götteldorf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002005 002016
Einwohner 162 165 165 153 152 149 150 210 142 143 132 143 135
Häuser[13] 26 29 29 29 28 29 30 30
Quelle [14] [15] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [11] [23] [24] [25] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Andreas (Dietenhofen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt, heute sind sie nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Andorf, Ebersdorf zur Kreisstraße AN 24, Rüdern, zur Staatsstraße 2255 bei Rosenberg und zur Kreisstraße AN 17 in der Nähe von Adelmannsdorf.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Götteldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.dietenhofen.de
  2. a b E. Fechter, S. 85.
  3. Götteldorf im BayernAtlas
  4. J. Kollar, S. 162.
  5. M. Jehle, Bd. 2, S. 860.
  6. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 961.
  7. Wird nur 1846 und 1856 als Ortsteil geführt.
  8. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 24 (Digitalisat).
  9. M. Jehle, Bd. 2, S. 949; Hanns Hubert Hofmann: Neustadt-Windsheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 2). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1953, DNB 452071216, S. 176 (Digitalisat).
  10. M. Jehle, Bd. 2, S. 990.
  11. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 754 (Digitalisat).
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707.
  13. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 30 (Digitalisat). Für die Gemeinde Götteldorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Methlach (S. 58).
  15. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 40 (Digitalisat).
  16. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 164, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  17. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 984, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  18. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1148, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1088 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1152–1153 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1189 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1025 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 169 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 325 (Digitalisat).
  25. Statistik der Einwohnerzahlen in den Ortsteilen. (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.is) auf: dietenhofen.de