Götterswickerhamm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Götterswickerhamm
„In Rot eine achtstrahlige goldene (gelbe) Lilienhaspel.“
Koordinaten: 51° 34′ 51″ N, 6° 39′ 50″ O
Höhe: 22,5 m
Fläche: 1,64 km²
Einwohner: 545 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 332 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1922
Eingemeindet nach: Löhnen
Postleitzahl: 46562
Vorwahl: 02855
Karte
Lage von Götterswickerhamm in Voerde (Niederrhein)

Götterswickerhamm ist einer der ältesten Ortsteile der Stadt Voerde (Niederrhein) im Kreis Wesel, Nordrhein-Westfalen. Götterswickerhamm liegt am rechten Ufer des Niederrheins bei Rheinkilometer 800[1] und zählt 545 Einwohner. Bis 1913 bildete der heutige Ortsteil Götterswickerhamm die Gemeinde Görsicker im damaligen Kreis Dinslaken.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Götterswickerhamm liegt 4 km südwestlich vom Kernort Voerde an der Landesstraße 4 direkt am rechten Rheinufer. Begrenzt wird der Ortsteil im Westen von Mehrum, im Norden von Löhnen und Voerde-Mitte, im Osten von Möllen und im Süden vom Naturschutzgebiet Rheinvorland im Orsoyer Rheinbogen. Das gesamte Ortsgebiet ist Teil des Naturschutzgebiets Rheinvorland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Götterswickerhamm wurde erstmals in einer Urkunde vom 19. Mai 1003 als Goterswich / Goterswick erwähnt, als der Kölner Erzbischof Heribert einen Tauschvertrag über Güter in Mehrum und Götterswick gegen den Hof Hohenbudberg abschloss.[2]

Lage der ehemaligen Gemeinde Görsicker

Die preußische Bürgermeisterei Götterswickerhamm umfasste seit 1816 die sechs Gemeinden Görsicker (das heutige Götterswickerhamm), Löhnen, Mehrum, Möllen, Spellen und Voerde.[3][4][5] Der Name der Bürgermeisterei wurde 1911 in Bürgermeisterei Voerde-Niederrhein geändert.[6] Die beiden Gemeinden Mehrum und Görsicker wurden 1913 in die Gemeinde Löhnen eingegliedert.[7] In den 1930er Jahren bürgerte sich für den Ortsteil Görsicker der Name Götterswickerhamm ein. 1950 entstand durch die Vereinigung der Gemeinden Löhnen (mit Götterswickerhamm) und Voerde die neue Gemeinde Voerde.[8]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Görsicker:

Ortsteil Götterswickerhamm:

  • 2003: 562
  • 2012: 557

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der kleine Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel direkt am Rheinufer. Hier verläuft der Rhein ein kurzes Stück von Ost nach West. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt die Gerichtslinde, Tagungsort des Schöffengerichtes Götterswickerhamm, nachgewiesen durch eine Urkunde des Stiftes Rees vom 31. Juli 1327. Diese urkundlich nachweisbare Thingstätte wurde erst 1753 durch die preußische Verwaltung als Gerichtsstätte aufgehoben und danach das Landgericht Dinslaken eingerichtet. Zu den Wahrzeichen des Rheindorfes zählt die im 11./12. Jahrhundert erbaute evangelische Kirche. Sie trug das seltene Patronat des heiligen Nicodemus und war ursprünglich Eigenkirche der Herren von Götterswick. Die Gründung der romanischen Kirche könnte im 10. Jahrhundert gelegen haben. Die ehemalige, erstmals 1142 erwähnte Wasserburg "Haus Götterswick" war Stammsitz der Edelherren von Götterswick, welche 1241 die Herrschaft Bentheim-Steinfurt übernahmen. Die genaue Gründung von Haus Götterswick ist unbekannt. Nach einer Sage soll zur Zeit des Fränkischen Reichs Ritter Godert inmitten eines Wicks ein festes Haus gebaut haben, wonach das Haus und die Siedlung Godswick benannt wurden. Das 2011 restaurierte Gebäude wurde um 1800 als Bürgermeisteramt und später als Pfarrhaus verwendet. Die ehemalige Windmühle "Haus Storchennest", erbaut 1849, stillgelegt 1900, wurde 1924 bis 1930 mit einem achteckigen Aussichtsraum versehen und als Ausflugslokal eingerichtet. Seit 1967 befindet sich das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in Privatbesitz. Die einladende Südlage der Rheinpromenade, an der verschiedene Ausflugslokale liegen, zieht zu allen Jahreszeiten Touristen an.

Die Hochspannungsfreileitung Wesel – Moers mit ihren eindrucksvollen Tragmasten quert bei Götterswickerhamm den Rhein.

Bildung und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Götterswickerhamm gibt es keine Schule mehr; sie befand sich früher im Dorfgemeinschaftshaus.[10] Im Ortsgebiet gibt es den Schützenverein "Wacht am Rhein Götterswickerhamm".

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rheinkilometer 800. Abgerufen am 1. April 2013.
  2. Götterswickerhamm - Geschichte. Abgerufen am 1. April 2013.
  3. a b Johann Georg von Viebahn: Statistik und Topographie des Regierungs-Bezirks Düsseldorf. 1836, S. 88 ff., abgerufen am 5. Mai 2014 (Digitalisat).
  4. a b Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885
  5. territorial.de: Bürgermeisterei Götterswickerhamm
  6. Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1911, S. 143
  7. Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1913, S. 177
  8. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  9. Gemeindeverzeichnis 1900, Landkreis Ruhrort
  10. Götterswickerhamm - Dorfinformationen