Göttinger Gedenktafeln

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Eduard Albrecht (Weender Landstraße 8)
Johann Andreas Eisenbarth (Kurze Straße 12)
Franciscus Lubecus (Paulinerstraße 10/12)

Die Göttinger Gedenktafeln sind Kleindenkmäler in der Stadt Göttingen, die an herausragende Persönlichkeiten der niedersächsischen Universitätsstadt erinnern.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Göttinger Gedenktafeln sind rechteckig und aus weißem Marmor gearbeitet. Sie werden an den Häusern (bzw. an später an gleicher Stelle errichteten Nachfolgebauten) angebracht, in denen die zu Ehrenden in Göttingen gelebt haben. Die auf den Gedenktafeln genannten Jahreszahlen geben dabei die Zeitspanne an, in denen sich die betreffende Person in Göttingen aufgehalten hat. Geehrt werden auf diese Weise bedeutende ehemalige Studenten und Hochschullehrer der Georg-August-Universität, aber auch bekannte Bürger der Stadt und international bekannte Persönlichkeiten, die aus anderem Anlass und möglicherweise auch nur kurz in Göttingen gelebt haben.

Über die Anbringung neuer Gedenktafeln entscheidet der Kulturausschuss der Stadt auf Vorschlag des Stadtarchivs Göttingen nach Anhörung des Denkmalbeauftragten der Georg-August-Universität.

Neben den im Auftrag der Stadt Göttingen angebrachten Tafeln gibt es inzwischen auch privat angebrachte Tafeln, die in Material und Ausführung oft den städtischen Gedenktafeln entsprechen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Göttinger Gedenktafeln wurden 1874 nach dem Vorbild der Universitätsstadt Jena auf Initiative des Göttinger Bürgermeisters Georg Merkel in Göttingen eingeführt, um herausragende Persönlichkeiten Göttinger Stadtgeschichte zu ehren. Seit dem Jahr 1874 gab es 320 (Stand 2002)[1] solcher Gedenktafeln, von denen einige allerdings nicht erhalten sind und deren Erneuerung auch nicht beabsichtigt ist.

Wer im Zusammenhang mit den Göttinger Gedenktafeln als "herausragende Persönlichkeit" eingestuft wird, ist dem Wandel der Zeit unterworfen. Das Stadtarchiv Göttingen bemerkte dazu: „Der überzeugte Preuße und bekennende Antisemit Heinrich von Treitschke [erhielt] bereits in seinem Todesjahr 1896 eine Tafel ... während die als erste Frau in Deutschland zum Doktor der Philosophie promovierte Dorothea Schlözer über 150 Jahre warten musste, bis es 1976 endlich soweit war.“[2]

Einige der zuletzt angebrachten Gedenktafeln erinnern an den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz, den ungarisch-amerikanischen Physiker Eugene Paul Wigner, den Aufklärer Adolph Knigge, den Mathematiker Paul Bernays, den Komponisten Franz Herzog und den Kunsthistoriker Johann Dominicus Fiorillo, sowie die jüngsten an den Physiker Julius Robert Oppenheimer, den Naturwissenschaftler Johann Andreas Segner und den Mathematiker Hugo Steinhaus (Stand: Mai 2018)[3].

Personen mit mehreren Gedenktafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto von Bismarck (Rote Straße 27)
  • Carl Friedrich Gauß erhielt die meisten Gedenktafeln: zeitweilig waren es vier, heute sind es noch drei.
  • Otto von Bismarck, der bekannteste Göttinger Student des 19. Jahrhunderts und spätere Reichskanzler, wird mit zwei Gedenktafeln geehrt: Die eine befindet sich an der ersten Studentenwohnung in der Roten Straße 27 und die zweite, von der Hannoverschen Eisengießerei gestiftete an der weiteren Studentenwohnung Bismarcks, dem Bismarck-Häuschen in den Wallanlagen am südlichen Rand der Innenstadt. Sie ist aus Eisenguss und nicht aus Marmor, wie die übrigen.
  • Robert Koch erhielt zwei Gedenktafeln, nämlich an den Häusern Goetheallee 4 und Burgstraße 22/23. Eine weitere, anders gestaltete Tafel für ihn ist am Gebäude Zindelstraße 1 angebracht.
  • Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein erhielt zwei Gedenktafeln, nämlich an der Weender Straße 23/25 und an der Paulinerstraße 5.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Nissen, Christina Prauss, Siegfried Schütz: Göttinger Gedenktafeln. Ein biografischer Wegweiser. Vandenhoeck & Ruprecht, 2002, ISBN 3-525-39161-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Göttinger Gedenktafeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stand 2002 nach Nissen u. a.
  2. Stadtarchiv Göttingen: Gedenktafeln
  3. http://www.stadtarchiv.goettingen.de/

Koordinaten: 51° 32′ 2″ N, 9° 56′ 8″ O