Götzmannsgrün

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Götzmannsgrün
Koordinaten: 50° 11′ 29″ N, 11° 53′ 35″ O
Höhe: 530 m ü. NN
Fläche: 2,5 km²
Einwohner: 22
Bevölkerungsdichte: 9 Einwohner/km²
Postleitzahl: 95126
Vorwahl: 09284
Götzmannsgrün (Bayern)
Götzmannsgrün

Lage von Götzmannsgrün in Bayern

Ortsansicht
Geschmücktes Haus

Götzmannsgrün ist ein Ortsteil der Stadt Schwarzenbach an der Saale im oberfränkischen Landkreis Hof am westlichen Rand der Förmitztalsperre.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Götzmannsgrün liegt im südwestlichen Gemeindegebiet von Schwarzenbach an der Saale. Nördlich liegt die Ortschaft Förbau und im Süden Förmitz. Im Westen schließt direkt das Gemeindegebiet der Gemeinde Weißdorf an, zu der das Nachbardorf Albertsreuth gehört.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bekannte Erwähnung der Ortschaft Götzmannsgrün stammt vom 12. Juli 1361, als Hans von Sparneck mit seinen Söhnen Hans, Rüdiger und Nikol die Burg und das Dorf Sparneck, die Güter in „Nymmersdorf“ (heute Friedmannsdorf), „Götzmannsgrün, Förmitz, Albertsreuth, Meyerhöflein“ (heute Hallerstein), „Gettengrün“ (das spätere Geilengrün), „Losnitz, Straas, Mussen, Poppenreuth, Gottersdorf, Schlegel, Markersreuth, Benk, Wüstenselbitz, Hildbrandsgrün, Reuthlas, Weißlenreuth“ und den „Zehnten in Jehsen“ an den in der Nähe von Asch sitzenden Konrad von Neuberg und seine Gemahlin Petrissa gegen Wiederlösung innerhalb zweier Jahre um 3000 Pfund Heller verkaufte.

Das Hallersteiner Kastenamt wurde gebildet, als Markgraf Georg Friedrich am 27. Oktober 1562 die Adelsherrschaft Hallerstein mit dem Schloss Hallerstein, dem zugehörigen Meierhof, den Dörfern Förmitz, Götzmannsgrün, Völkenreuth, Benk, Biengarten, Schweinsbach, vier Höfen in Bärlas, je zwei Höfen in Rieglersreuth, Wundenbach und Hildbrandsgrün – alles böhmische Lehen – und etlichen reichslehenbaren Gütern in Martinlamitz von dem böhmischen Grafen Joachim Schlick für 11.500 Taler erwarb. Die Übergabe dieses Komplexes erfolgte am 1. Mai 1563. Im Jahre 1662 gehörten zum Amt Hallerstein Besitzungen in Biengarten, Förmitz, Hallerstein, Götzmannsgrün, Martinlamitz, Benk, Bärlas, Wundenbach, Rieglersreuth, Schweinsbach, Seulbitz und Völkenreuth.

Als Markgraf Christian Ernst 1680 eine Verwaltungsvereinfachung durchführte, schuf er Oberämter, die beieinanderliegende Amtsbezirke in sich vereinigten. Götzmannsgrün gehörte zum neu geschaffenen Oberamt Münchberg-Stockenroth, das sich aus den bisherigen Kastenämtern (zuständig für die Verwaltung der landesherrlichen Urbargüter) Münchberg, Stockenroth und Hallerstein zusammensetzte. Götzmannsgrün gehörte zum Kastenamt Hallerstein.

Aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung versuchte Markgraf Karl Alexander, die Oberämter aufzulösen. Wegen der vielen Einwände entschied die Regierung erst am 7. Oktober 1777, die Oberämter nach und nach aufzulösen.

Bis zum Frieden von Teschen am 13. Mai 1779 blieben viele Ansitze und Dörfer im Lehensverband mit Böhmen. Es waren dies die Burg Waldstein, Schloss und Dorf Sparneck, die Sitze Stockenroth und Hallerstein mit ihren Zugehörungen und mehr oder weniger große Teil der Dörfer Zell, Reinersreuth, Groß- und Kleinlositz, Germesreuth, Benk, Förmitz, Götzmannsgrün, Bärlas, Ober- und Niedermeierhof (davon ist eines in Hallerstein aufgegangen, das andere, südlich von Benk in der Nähe der Lohmühle gelegene, abgegangen), Völkenreuth, Mussen, Straas, Poppenreuth, Hildbrandsgrün, Wüstenselbitz, Schieda und der Wüstung Gettengrün.

Aus einer Beschreibung des Hofer Landeshauptmanns aus dem Jahre 1791 ist ersichtlich, dass Götzmannsgrün mittlerweile zum Rittergut Weißdorf mit seinen Besitzungen in Albertsreuth, Eiben, Götzmannsgrün, Bärlas, Posterlitz, Seulbitz und Wulmersreuth gehörte.[1]

Nach Ernst[2] bestand der Ort 1868 aus zwölf Häusern mit 17 Familien bzw. 85 Einwohnern. Bei der Gründung der Bezirke und der Bezirksämter im Jahre 1860 wurde Götzmannsgrün dem Bezirksamt Münchberg zugeteilt. Als aus den Bezirken 1939 die Landkreise wurden, gehörte Götzmannsgrün zum Landkreis Münchberg. Bis 1972 verlief an den nördlichen Ortsgrenzen die Grenze zwischen den Landkreisen Münchberg und Hof. Für die kommunale Verwaltung war seinerzeit die Gemeinde Seulbitz zuständig. Diese Zuständigkeit endete mit dem 30. April 1978. Nach den Vorschlägen der Regierung von Oberfranken sollte Götzmannsgrün anlässlich der Gebietsreform in Weißdorf eingemeindet werden. Durch den Bau der Förmitztalsperre wurde es jedoch der Stadt Schwarzenbach an der Saale zugeordnet, da man für das Gebiet des Förmitzspeichers nicht zwei Flächennutzungspläne erstellen wollte.

Baudenkmal ist ein Pechölstein vor Haus Nummer 5. [3][4]

Der Schwarzenbacher Landschaftsmaler Anton Richter fertigte Bilder des Ortes und seiner Umgebung.

Blauer Fels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blauer Fels
Serpentinit

Der Blaue Fels ist eine Felswand ca. 300 m nördlich von Götzmannsgrün, die beim Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop geführt wird.

Die Felswand liegt auf einer Höhe von 543 m über NN und hat eine Länge von ca. 130, eine Breite von 50 und eine Höhe von 4 Metern. Die Gesteinsart ist Serpentinit und die Oberfläche wird forstwirtschaftlich genutzt. Die Serpentinitlinse innerhalb der Prasinit-Phyllit-Serie ist in mehreren kleinen Hanganrissen und lokalen Bruchstein-Entnahmestellen zu erkennen.

Das Gebiet gehört zur geologischen Raumeinheit des Frankenwaldes und vom Naturraum her zur Münchberger Hochfläche. Der Wert für die Geowissenschaft wird als bedeutend eingeschätzt.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Götzmannsgrün verläuft die Dammstraße von der Förmitztalsperre her kommend über Albertsreuth in Richtung Weißdorf. Nach Süden führt eine Gemeindeverbindungsstraße über Förmitz nach Hallerstein. Auf dem Flurgebiet von Götzmannsgrün verläuft nördlich die Bahnstrecke Bamberg–Hof.

Kirchliche Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Götzmannsgrün war bis Mitte des 20. Jahrhunderts kirchlich geteilt. Die hohenzollerischen Untertanen gehörten zur Kirchengemeinde Hallerstein, die ritterlichen Untertanen eines Anwesens in Götzmannsgrün gehörten zur Adel. Patronatspfarrei war Weißdorf.

Bis 1613 gehörten die Anwesen von Götzmannsgrün zur Pfarrei Weißdorf. Eine Stiftung der Kirche in Hallerstein wurde aber schon 1447 als Schlosskapelle bestätigt. Die Stiftung muss jedoch schon vor 1418 erfolgt sein. So gingen die Götzmannsgrüner Einwohner schon im 15. Jahrhundert nach Hallerstein ins Gotteshaus. Im genannten Jahr 1613 wurde dann Hallerstein eigenständige Pfarrei, zu der bis auf das genannte Anwesen das gesamte Dorf gehörte.

Die zum Rittergut Weißdorf gehörenden Untertanen waren gemäß den Pfarrbeschreibungen aus den Jahren 1676 und 1774 in Weißdorf gepfarrt. Ob es sich um mehr als den genannten einen Hof handelte, ist nicht bekannt. Schon im Jahr 1590 war in dem erstellten Verzeichnis von diesem Götzmannsgrüner Hof, der zum Rittergut Weißdorf gehörte, die Rede. [6]

Erst Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgte der Wechsel des Anwesens zur Kirchengemeinde Hallerstein, die nun für die evangelische Bevölkerung des gesamten Dorfes zuständig ist. Für die Katholiken ist die Kuratiegemeinde Maria, Helferin der Christen in Sparneck zuständig.

Feuerwehrwesen/Brände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Seublitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Jahr 1875 leisteten die männlichen Einwohner von Götzmannsgrün in der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Seulbitz aktiven Feuerwehrdienst. Diese Gemeindefeuerwehr wurde im Sommer 1890 aufgelöst.

Freiwillige Feuerwehr Albertsreuth-Götzmannsgrün[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Albertsreuth-Götzmannsgrün wurde am 11. Januar 1891 in Götzmannsgrün gegründet. In dieser neu gegründeten Feuerwehr leisten die Einwohner nun ihren Feuerwehrdienst ab. 1978 kam es zu einer Kuriosität. Im Zuge der Gebietsreform wurde Albertsreuth der Gemeinde Weißdorf zugeschlagen, während Götzmannsgrün in die Stadt Schwarzenbach an der Saale eingegliedert wurde. Die gemeinsame Wehr bestand aber weiterhin. Die Federführung der Wehr übernahm die Stadt Schwarzenbach an der Saale. Im Jahre 1984 wurde ein Feuerwehrverein gegründet, der seinen Sitz in Götzmannsgrün hat. Dieser wurde 2008 in das Vereinsregister eingetragen.

Brände in Götzmannsgrün[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste bekannte Brand in Götzmannsgrün ereignete sich am Kerwamontag, den 24. September 1877. Damals brannte das Anwesen Götzmannsgrün 7 ab. Am 27. Dezember 1911 brannte das Anwesen Götzmannsgrün 2 bis auf die Grundmauern nieder. Einen weiteren Brand im Anwesen Haus-Nr. 2 gab es am 10. Mai 2011, als eine Heizungsanlage in Flammen aufging. Am 2. August 1982 brannte eine Fischerhütte im Waldgebiet von Götzmannsgrün am Göllitzbach.

Bäche in Götzmannsgrün[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Göllitzbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Göllitzbach entspringt östlich von Weißdorf und fließt im Waldgebiet am Westrand von Götzmannsgrün vorbei zur Saale.

Lindenbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lindenbach entspringt südöstlich von Götzmannsgrün und mündet nach ca. einem Kilometer in den Göllitzbach.

Sächsische Saale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Saale grenzt das Flurgebiet von Götzmannsgrün sowie die Gemarkung Seulbitz in der nördlichen Richtung zur Gemarkung Förbau ab.

Wendlersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wendlersbach entspringt südlich von Götzmannsgrün zwischen Albertsreuth und Förmitz. Er durchfließt Götzmannsgrün seit Anfang der 1980er Jahre unterirdisch, als im Zuge der Ortserneuerung das Feuerwehrhaus gebaut wurde und die Straßen asphaltiert wurden. Der Bach hat eine Gesamtlänge von ca. 1,8 km und mündet in die Saale.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Götzmannsgrün – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1. Band der Geschichte der Amts- und Industriestadt Münchberg von Karl Dietel - Herausgegeben von der Stadt Münchberg, 1963
  2. J. Erh. Ernst: Geschichte und Beschreibung des Bezirks und der Stadt Münchberg (...). Bayreuth 1868. S.156.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 688.
  4. Hans Höllerich: Pechsteine und vorindustrielle Pechgewinnung. In: Archiv für Geschichte von Oberfranken. 67. Band. Bayreuth 1987. S.180.
  5. Bayerisches Landesamt für Umwelt, Geotop-Nr. 475A027 (PDF)
  6. Annett Haberlah-Pohl: Münchberg (Historischer Atlas von Bayern F 39), München 2011 ISBN 978-3-7696-6556-7