Günter Haase (Geograph)

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Günter Haase (geb. 16. Januar 1932 in Pulsnitz; gest. 2. Februar 2009 in Leipzig) war ein deutscher Geograph.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haase studierte ab 1951 Geographie an der Universität Leipzig. Von 1959 bis 1962 arbeitete er als Assistent von Ernst Neef – zunächst in Leipzig, danach am Geographischen Institut der TU Dresden. 1962 promovierte er mit der Arbeit Landschaftsökologische Untersuchungen im Nordwest-Lausitzer Berg- und Hügelland und wurde wissenschaftlicher Sekretär der Geographischen Gesellschaft der DDR. 1969 habilitierte er sich (Titel der Arbeit: Die Gliederung der Pedosphäre in regionalgeographischer Sicht. Beiträge zu Theorie und Methodik der regionalen Bodengeographie), folgte dem Ruf Edgar Lehmanns und wurde Mitarbeiter am Institut für Geographie der Akademie der Wissenschaften der DDR. Von 1986 bis 1998 leitete er Arbeitsgruppe Naturhaushalt und Gebietscharakter an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Ab 1990 arbeitete er zudem am Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle. Von 1990 bis 1997 war er Professor für Physische Geographie an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Universität Leipzig und von 1991 bis 1996 Präsident der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.

Haases Arbeitsschwerpunkt lag in der Allgemeinen und Regionalen Landschaftsökologie. Geprägt von Neefs Verständnis der Geoökologie verband er das Ökologiekonzept der Biowissenschaften mit dem Landschaftskonzept der Geografie. Er definierte Landschaft als „ein von den Naturbedingungen vorgezeichneter und vom Menschen überprägter bzw. gestalteter Ausschnitt der Erdoberfläche“.[1][2][3][4]

Zusammen mit Rolf Schmidt war er verantwortlich für die Erstellung der Bodenkarte im Atlas DDR. Nach der Wiedervereinigung war er zusammen mit Schmidt und Günter Roeschmann an der Entwicklung der gesamtdeutschen Bodenübersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:1.000.000 (BÜK 1000) beteiligt.[5][6][7]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landschaftsökologische Untersuchungen im Nordwest-Lausitzer Berg- und Hügelland (T. 1–3). Leipzig 1962
  • Die Gliederung der Pedosphäre in regionalgeographischer Sicht : Beiträge zu Theorie u. Methodik d. regionalen Bodengeographie. [1–3]. Dresden 1969
  • Struktur und Gliederung der Pedosphäre in der regionischen Dimension. Akademie-Verlag, Berlin 1978
  • Das Geom als regionischer Normtyp der Naturraumgliederung. Hirzel, Stuttgart 1998

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Mannsfeld und Klaus-Dieter Jäger: Prof. Dr. Günter Haase In: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin – Nachrufe auf verstorbene Mitglieder, 105 (2010), S. 54–57
  • Klaus Beyer, Dieter Scholz: Landschaft – Theorie, Praxis und Planung: Günter Haase zum 65. Geburtstag. Hirzel, Stuttgart (u. a.) 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hartmut Leser, Jörg Löffler: Landschaftsökologie. 5. Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart 2017
  2. Günter Haase, Hans Richter: Geographische Landschaftsforschung als Beitrag zur Lösung von Landeskultur- und Umweltproblemen. In: Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften der DDR, 5 N, Berlin 1980, S. 23–51
  3. Olaf Bastian: Wissenschaftliche Grundlagen der Landschaftsplanung. In: Landschaftsplanung. Springer, Berlin u. Heidelberg 2015
  4. Karl Mannsfeld: Die Erforschung der Kulturlandschaft mit dem Konzept der Landschaftsökologie. In: Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften. Heft 8 (2012), S. 85–103
  5. Günter Haase, Rolf Schmidt: Konzeption und Inhalt der Karte Boden 1:750 000 im Atlas DDR. In: Petermanns Geographische Mitteilungen 129 (1985), S. 199–204
  6. Nachruf. In: bgr.bund.de. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, abgerufen am 8. Januar 2018.
  7. Bodenübersichtskarte der Bundesrepublik Deutschland 1:1.000.000 (BÜK1000). In: bgr.bund.de. Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, abgerufen am 8. Januar 2018.
  8. Mitgliedseintrag von Günter Haase bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 8. Januar 2018.
  9. Mitgliedseintrag von Günter Haase. Sächsische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. Januar 2018.
  10. Mitgliedseintrag von Günter Haase. Mitglieder der Vorgängerakademien. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. Januar 2018.
  11. Günter Haase. Academia Europaea, abgerufen am 8. Januar 2018.