Günter Radtke (Pressezeichner)

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Radtke in seinem Atelier

Günter Radtke (ehemals Günther Radtke; * 27. Februar 1920 in Insterburg; † 3. Januar 2018 in Hamburg[1]) war ein deutscher Pressezeichner, Illustrator, Maler und Mitbegründer des Stern.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radtke besuchte eine Schule in Berlin, wo er auch zur Kunsthochschule ging.[2] Radtke absolvierte eine Lehre zum Setzer (1935–1937) im Zentralverlag der NSDAP und durfte als Zeichner bei den Olympischen Sommerspielen 1936 arbeiten. Darüber hinaus besuchte er den Abendunterricht der Kunstgewerbeschule Charlottenburg und danach die höhere grafische Kunstanstalt.[3] 1937 wechselte er ins Illustratorengewerbe und arbeitete beim Eher-Verlag für die Zeitschriften NS-Funk, Volksfunk und Die HJ. Dort veröffentlichte Radtke seine ersten Grafiken. Er dachte sich regimetreue und reißerische Darstellungen alltäglicher Themen aus und entwarf außerdem propagandistische Blätter.[3]

Radtke war als Pressezeichner beim Deutschen Afrikakorps tätig. Im Juni 1942 war er in einem Lazarett am Tempelhofer Ufer in Berlin und leistete anschließend bis Kriegsende Dienste für Berichte.
Wie Radtke die ersten Nachkriegsjahre verbrachte, ist nicht überliefert.

In seinem Atelier in Uetze zeichnet Radtke den überwiegenden Teil seiner Grafiken auf großformatigen Kartons von Schöllershammer.

Illustrator beim Stern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 1948 der Lizenzantrag für den Stern von Henri Nannen gestellt wurde, wird Radtke im Antrag als zukünftiger Pressezeichner genannt. Nannen und Radtke haben sich vermutlich in den Nachkriegsjahren in Hannover kennengelernt und blieben zeit ihres Lebens enge Freunde. Radtke blieb über 50 Jahre Chefillustrator des Sterns. Er hat Zeichnungen zu Situationen, bei denen keine Kamera zugegen war, entworfen und wurde somit wichtiger Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts. Seine Zeichnungen zu den Stammheim-Prozessen oder der Untergang des letzten deutschen Windjammers, der Pamir, sind Teil deutscher Pressegeschichte.

Weitere Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radtke war gelegentlich als Zeichner für mare und geo tätig. Er gab auch einige Bücher heraus und war als Art Director für Aldus-Books London und Bertelsmann – Bücher (Idee und Gestaltung) tätig.

Radtke war auch als freischaffender Künstler tätig. Beispielsweise hat er das Plakat für die Eröffnung der Emdener Kunsthalle entworfen.[4] Darüber hinaus besitzt die Hochschule Mittweida 6 Auftragsarbeiten Radtkes, welche zwischen 1994 und 2007 entstanden.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radtke wurde 2003 Ehrenbürger der Stadt Uetze. Dort ziert ein großes Bild Radtkes das Foyer des Rathauses.[5] Des Weiteren kleiden zwei großformatige Gemälde zur Kreuzigung und Auferstehung Christi eine Friedhofskapelle in Uetze.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Günter Radtke. Website der Günter Radtke Sammlung, abgerufen am 6. Januar 2018.
  2. Uetze in der Kröpcke-Uhr: „illustrierte Weltgeschichte“. Illustrationen von Günter Radtke. 19.06.2009 – 09.08.2009. (Memento des Originals vom 20. April 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.leinekunst.de LeineKunst.de, 4. September 2009, abgerufen am 6. Januar 2018.
  3. a b Tim Tolsdorff: Von der Stern-Schnuppe zum Fix-Stern: zwei deutsche Illustrierte und ihre gemeinsame Geschichte vor und nach 1945. von Halem, 2014, ISBN 978-3-86962-097-8, S. 289.
  4. Hermann Schreiber: Henri Nannen: drei Leben. Bertelsmann, Gütersloh 1999, ISBN 978-3-570-00196-7, S. 410.
  5. Ehrenbürger. Gemeinde Uetze, abgerufen am 6. Januar 2018.
  6. Die Ölgemälde des Uetzer Malers Günter Radtke in der Friedhofskapelle. Website der Ev. luth. Kirchengemeinde Uetze Katensen St. Johannes der Täufer, 22. März 2016, abgerufen am 6. Juni 2017.