Günther Kuhl

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Günther Kuhl (* 14. Dezember 1907 in Barmen; † 9. Dezember 1948 in Hameln) war ein deutscher Jurist, SS-Obersturmbannführer und leitender Gestapomitarbeiter.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuhl beendete seine Schullaufbahn 1928 mit dem Abitur und absolvierte anschließend ein Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Bonn. Mit der Dissertation: „Das Verhältnis von Verschulden, Verantwortlichkeit und Bösgläubigkeit Minderjähriger auf Grund des § 828 BGB“ promovierte er 1935 in Freiburg zum Dr. jur. Nach der Rechtsreferendarzeit bestand er 1937 das zweite juristische Staatsexamen und war anschließend am Amtsgericht Wuppertal-Barmen als Richter beschäftigt.

Kuhl war bereits nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten Anfang Mai 1933 der NSDAP (Mitgliedsnummer 1.947.319) und noch im selben Jahr der SA beigetreten. Von der SA wechselte er 1938 zur SS (SS-Nr. 308.005).[1] Spätestens 1938 wurde Kuhl als Regierungsassessor bei der Gestapo in Hamburg tätig. Im Juli 1938 übernahm er von Bruno Streckenbach die Leitung der Staatspolizeileitstelle Hamburg, bis ihm 1940 Heinrich Seetzen in dieser Funktion nachfolgte. Im Oktober 1942 wurde er zur Staatspolizeistelle Braunschweig versetzt, die er offiziell von Anfang Januar 1943 zunächst als Regierungsrat und ab 1944 als Oberregierungsrat bis zum Kriegsende leitete.[2] Innerhalb der SS stieg er im November 1944 bis zum SS-Obersturmbannführer auf.[3]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich Kuhl in britischer Internierung. Durch ein britisches Militärgericht wurde er 1948 aufgrund begangener Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 9. Dezember 1948 im Zuchthaus Hameln vollstreckt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerhard Wysocki: Die Geheime Staatspolizei im Land Braunschweig. Polizeirecht und Polizeipraxis im Nationalsozialismus. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 1997, ISBN 3-593-35835-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gerhard Wysocki: Die Geheime Staatspolizei im Land Braunschweig. Polizeirecht und Polizeipraxis im Nationalsozialismus., Frankfurt/M. 1997, S. 75
  2. a b Herbert Diercks: Dokumentation Stadthaus. Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus. Texte, Fotos, Dokumente, KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg 2012, S. 34
  3. Günther Kuhl auf http://www.dws-xip.pl