Günther Matzinger

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Günther Matzinger Leichtathletik

Österreichs Sportlerler des Jahres mit Behinderung 2012 Günther Matzinger 2.jpg
Günther Matzinger mit dem Preis als Österreichs
Sportler des Jahres
mit Behinderung 2012

Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 16. Mai 1987 (32 Jahre)
Geburtsort Tamsweg
Größe 183 cm
Gewicht 68 kg
Karriere
Disziplin Sprint, 800 m
Verein ÖTB Salzburg Leichtathletik
Trainer Eduard Holzer
Status aktiv
Medaillenspiegel
IPC logo (2004).svg Paralympische Spiele
0Gold0 2012 London 400 m
0Gold0 2012 London 800 m
0Bronze0 2016 Rio de Janeiro 400 m
IPC logo (2004).svg Weltmeisterschaften der Behinderten
0Bronze0 2011 Christchurch 800 m
0Silber0 2011 Christchurch 400 m
0Gold0 2013 Lyon 400 m
0Gold0 2017 London 400 m
IPC Europameisterschaften der Behinderten
0Silber0 2014 Swansea 400 m
0Silber0 2016 Grosseto 200 m
0Gold0 2018 Berlin 400 m
IWAS World Games
0Gold0 2009 Bangalore 400 m
0Silber0 2009 Bangalore 800 m
letzte Änderung: 24. August 2018

Günther Matzinger (* 16. Mai 1987 in Tamsweg, Salzburg) ist ein österreichischer Sprinter und Mittelstreckenläufer. Er ist weitgehend auf die Distanzen 400 und 800 m spezialisiert, in denen er 2012 in London jeweils paralympisches Gold gewann. 2013 und 2017 wurde er Behinderten-Weltmeister über die 400 m. Darüber hinaus gewann er bereits mehrere österreichische Staatsmeistertitel in der allgemeinen Klasse.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günther Matzinger wurde mit einer Dysmelie des rechten Unterarms geboren.[1] Er startet daher in der paralympischen Klasse T46, nimmt aber auch an Wettkämpfen in der allgemeinen Klasse teil.

Sportkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matzinger ging erstmals 2008 in Peking bei Paralympischen Sommerspielen an den Start, wo er zunächst über 200 m den siebenten Platz belegte. Über 400 m schrammte er als Fünfter mit einem Rückstand von lediglich fünf Hundertstelsekunden nur knapp an einer Medaille vorbei.[1] 2009 feierte er seine ersten großen Erfolge und gewann bei den IWAS World Games in Bangalore Gold über 400 m und Silber über 800 m. Zwei Jahre später errang er über dieselben Distanzen Silber und Bronze im Rahmen der IPC-Weltmeisterschaften.

Der große Durchbruch gelang Matzinger bei den Paralympics 2012 in London. Zunächst krönte er sich mit neuem Europarekord in 48,45 Sekunden zum Sieger über die 400 m. Vier Tage später gewann er auch die Goldmedaille über 800 m in der Weltrekordzeit von 1:51,82 Minuten. Diese Erfolge brachten ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, unter anderem die Wahl zu Österreichs Sportler des Jahres mit Behinderung. Sie bewogen ihn auch dazu, den Weg einer professionellen Sportkarriere einzuschlagen.[2]

2013 gewann Matzinger WM-Gold über 400 m, 2014 und 2016 jeweils eine weitere Medaille über 400 bzw. 200 m bei den IPC-Europameisterschaften. Bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro musste er sich als Titelverteidiger mit Bronze über 400 m begnügen, während der 800-m-Bewerb nicht mehr ausgetragen wurde. Neben vier Behinderten-Staatsmeistertiteln gewann Matzinger bereits vier Titel in der allgemeinen Klasse – davon einmal mit der Staffel. Sein erster Sieg gelang ihm 2013 nur einen Tag nach seinem IPC-WM-Titel in Lyon, als er sich über die 800-m-Distanz gegen Mario Haberfellner durchsetzte.[3]

Seit 2015 läuft Matzinger mit einer spezialangefertigten Carbonprothese, die sowohl die fehlende Schwungmasse kompensieren als auch für einen besseren Start sorgen soll.[2][4]

Im Oktober 2016 wurde Matzinger als einer von fünf Parasportlern beim Bundesheer angestellt. Der über vier Jahre laufende Dienstvertrag dient der Vorbereitung auf die Paralympics 2020 in Tokio.[5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Günther Matzinger schloss ein Studium für Exportorientiertes Management an der Fachhochschule Krems ab und arbeitete eine Zeit lang in einer Bank für Kapitalmarktfinanzierung in München, bevor er sich 2012 dem Profisport zuwandte.[1] Nach einem Bandscheibenvorfall im Jahr 2014 entwickelte Matzinger ein Trainingsprogramm in Form eines Kartensets, das er auch in den Handel brachte und über seinen eigenen Onlineshop vertreibt. Darüber hinaus ist er Mitentwickler des Bots MyWorkout, der via Facebook Messenger seinen Usern individuelle Workouts vorschlägt.[2][5]

Im Oktober 2012 erspielte er bei der Promiausgabe der Millionenshow gemeinsam mit Thomas Geierspichler die Höchstsumme von 75.000 Euro für die Österreichische Sporthilfe.[6]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matzinger (links) im paralympischen Finale in Rio über 400 m (2016)

Paralympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IPC Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IWAS World Games[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bangalore 2009: Gold über 400 m (49,57 s), Silber über 800 m (1:55,65 min)

IPC Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dreifacher österreichischer Staatsmeister über 800 m (2013, 2015 und 2016, allgemeine Klasse)
  • Österreichischer Staffel-Staatsmeister über 3 × 1000 m (2016, allgemeine Klasse)
  • Dreifacher österreichischer Behinderten-Staatsmeister über 400 m (2011, 2014 und 2015)
  • Österreichischer Behinderten-Staatsmeister über 100 m (2011)

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Distanz Zeit Datum Ort
100 m 11,44 s 25. Juni 2016 Linz
200 m 22,21 s 25. Juni 2016 Linz
300 m 35,66 s 1. Mai 2015 Gilching
400 m 48,28 s 30. Juli 2016 Salzburg
800 m 1:50,77 min 1. August 2015 Linz
1000 m 2:32,26 min 15. August 2015 Andorf

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Günther Matzinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Projekt Rio – Günther Matzinger. (Nicht mehr online verfügbar.) Sportministerium, ÖOC und ÖPC, archiviert vom Original am 14. Januar 2017; abgerufen am 14. Januar 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.projektrio.at
  2. a b c Doppel-Paralympics-Sieger Günther Matzinger: Bilder im Kopf. Wüstenrot, 2015, abgerufen am 14. Januar 2017.
  3. Leichtathletik-Staatsmeisterschaften 2013. ÖLV, 27. Juli 2013, abgerufen am 14. Januar 2017.
  4. Matzinger will mit Bestleistung in Rio zu Gold. Salzburger Nachrichten, 31. August 2016, abgerufen am 14. Januar 2017.
  5. a b Matzinger beschreitet Weg nach Tokio als Heeressportler. Günther Matzinger, 1. November 2016, abgerufen am 14. Januar 2017.
  6. 160.000 Euro für die Österreichische Sporthilfe bei Armin Assingers "Promi-Millionenshow". APA-OTS, 22. Oktober 2012, abgerufen am 14. Januar 2017.