Għajnsielem

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Għajnsielem
Wappen Karte
Wappen
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Über dieses Bild
Basisdaten
Staat: Malta
Gzejjer: Gozo and Comino
Distretti: Gozo and Comino
Fläche: 7,176193 km²
Einwohner: 2656
(31. Dezember 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 370 Einw./km²
ISO 3166-2: MT-13
Website: www.ghajnsielem.com
Politik
Bürgermeister: Francis Cauchi (PN)

Koordinaten: 36° 2′ N, 14° 17′ O

Għajnsielem ist eine Gemeinde im südöstlichen Teil der maltesischen Insel Gozo. Sie hatte 2656 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013).

Teil dieser Gemeinde ist auch der wichtigste Hafen Gozos, Mġarr, von dem die Fähren zur Hauptinsel Malta ablegen (nicht zu verwechseln mit Mġarr auf der Hauptinsel Malta). Die Inseln Comino und Cominotto (malt.: Kemmuna, Kemmunett) in der Meerenge zwischen Malta und Gozo gehören zum Gemeindegebiet.

Blick über den Hafen von Għajnsielem auf die Ortschaft
Der Hafen von Mġarr auf Gozo
Pfarrkirche von Għajnsielem
Einfahrt in den Hafen von Mġarr

Archäologische Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Għajnsielem ist ein Siedlungsplatz der maltesischen Tempelkultur auf der Insel Gozo. Er liegt westlich der Gabelung der Hauptstraßen Triq il-Qala und Triq l-Imġarr, die von Mġarr und Fort Chambray kommend über Għajnsielem in Richtung Xewkija führen. Im Jahre 1988 gelang hier der spektakuläre Fund einer differenzierten Siedlungsarchitektur. Die Ausgräber fanden zwei Baustrukturen, die aus in den anstehenden Felsen eingetieften Mulden bestehen. Die umlaufenden, jedoch nicht vollständig erhaltenen Felsgrate einer ovalen und einer runden Struktur trugen noch die Reste des originalen Mauerwerks aus Lehmziegeln. Zwischen beiden fanden sich die Reste eines Lehmziegelpfeilers.

Die Strukturen gehören in die Ġgantija-Phase der Tempelkultur, als der Bau von Steintempeln bereits voll entwickelt war. Die Lehmziegelbauten von Għajnsielem zeigen wie jene von Skorba den Zusammenhang zwischen dieser, dem Zweck nach unbekannten Architektur und der Tempelbaukunst (kurvierte Grundrisse, Verzicht auf Fundamente – stattdessen Herrichtung von Felsmulden als Baugrund, Böden aus Torba (verschlämmte Masse) mit kleinsteiniger Unterfütterung).

Das Oval[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größere, ovale Struktur mit 8 m Länge und 5 m Breite ist ca. 0,4 m in den Felsen eingetieft, der umlaufende Felsgrat ist ca. 0,3 m breit. Die Mulde war mit Steinsplitt unterfüttert, der drei Schichten Torbaböden trug. Im Zentrum der Struktur lag ein bis zur Höhe von 0,3 m erhaltener Pfeilerrest aus Lehmziegeln, der ursprüngliche eine Dachkonstruktion im Zentrum abgestützt haben könnte.

Vorstellbar ist, dass die ovale Struktur wie vergleichbare in Skorba an der westlichen Breitseite einen Eingang besaß. Die architektonische Miniatur aus Ta’ Ħaġrat belegt, dass Ovalbauten nicht nur in Lehmziegel-, sondern auch in megalithischer Bauweise existierten.

Der Kreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleinere, runde Struktur von etwa 2,5 m Durchmesser weist fünf übereinander liegende Torbaböden auf, die Spuren kontinuierlicher Ausbesserungen erkennen lassen.

Zwischen beiden stand ein in eine Felsvertiefung eingesetzter Pfeilerrest aus Lehmziegeln. Im Zentrum seiner Basis stand ein mit rotem Ocker bemalter Steinkegel (abgerundete Spitze; Höhe ca. 6 cm). Dieses Objekt ist als sakrosankt zu deuten.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche von Għajnsielem kann man schon von der Hauptinsel Malta aus sehen. Sie wurde im 20. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaut. Die frühere Kirche war zu klein für die wachsende Gemeindebevölkerung geworden.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Għajnsielem und der italienischen Gemeinde Tolfa in der Metropolitanstadt Rom, Region Latium, bestehen seit 2002 partnerschaftliche Beziehungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim von Freeden: Malta und die Baukunst seiner Megalith-Tempel. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1993, ISBN 3-534-11012-9, S. 281

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Għajnsielem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. National Statistics Office Malta: Demographic Review 2013 (PDF-Datei; 850 kB)