G33/40

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Gewehr G33/40
G33/40 Gesamtansicht, linke Seite
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung: Gewehr G33/40
Gebirgsjägerkarabiner
Einsatzland: Deutschland
Entwickler/Hersteller: Brünner Waffenwerke
Entwicklungsjahr: 1940
Herstellerland: Deutschland
Produktionszeit: seit 1940
Waffenkategorie: Gewehr
Ausstattung
Gesamtlänge: 995 mm
Technische Daten
Kaliber: 7,92 × 57 mm
Munitionszufuhr: Ladestreifen von jeweils 5 Schuss
Visier: Offene Visierung
Verschluss: Mauser: Drehriegelverschluss
Ladeprinzip: Repetierwaffe
Listen zum Thema
G33/40 Schulterstütze, linke Seite
G33/40 Verschluss
G33/40 Schiebevisier zur Entfernungsverstellung

Bei dem G33/40 (für Gewehr 33/40) handelt es sich um eine Handwaffe der deutschen Wehrmacht, die im Verlauf des Zweiten Weltkrieges vorwiegend an Gebirgsjäger (und, in geringerem Umfang, Fallschirmjäger) ausgegeben wurde. Der G33/40 basiert als Repetiergewehr auf dem Mauser System 98 (benannt nach seiner ordonnanzmäßigen Einführung im Jahre 1898).

Nach dem Ersten Weltkrieg war das Deutsche Reich durch die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages nicht allein in seiner Heeresstärke und Rüstungsindustrie starken Beschränkungen unterworfen, sondern hatte im Rahmen von Reparationsleistungen auch komplette Fertigungsanlagen zur Waffenherstellung an ehemalige Kriegsgegner abzutreten. Hieraus resultierte, seit den 1920er Jahren, eine umfangreiche Fertigung und Weiterentwicklung von 98er Militär- und Zivilwaffen, u. a. bei der Fabrique Nationale d’Armes de Guerre (FN; in Herstal/Belgien) und den Brünner Waffenwerken (Brno/Tschechoslowakei).

Nach Annexion des Sudetenlandes und Zerschlagung der Tschechoslowakei infolge des Münchner Abkommens 1938 gelangten die Brünner Waffenwerke in den deutschen Machtbereich und wurden mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in die deutsche Rüstung einbezogen. Fortan fertigten die Brünner Waffenwerke für die Wehrmacht originär deutsche Militärwaffen (wie den Karabiner 98 kurz). Daneben wurden auch Eigenentwicklungen aus der Zwischenkriegszeit zum Einsatz in den deutschen Streitkräften herangezogen. Hierzu zählte auch das Gewehr 33/40, bei dem es sich tatsächlich nicht um ein Gewehr, sondern eine besonders kurze und führige Karabinerversion auf Basis des Systems 98 handelte.

Das G33/40 wurde ab 1940 unter dem Fertigungscode „945“ speziell für den Einsatz bei der deutschen Gebirgstruppe modifiziert. Es zeichnet sich u. a. durch folgende Besonderheiten aus:

  1. deutlich geringere Gesamtlänge als der K98k (rd. 12 cm kürzer)
  2. Stahlschaftkappe und Schutzblech an der (linken) Innenseite des Schafts, als Schutz vor Beschädigung durch die Schuhnägel der Bergschuhe beim Einsatz der Waffe als Bergstock
  3. Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung (dünnere Systemhülse, Ausfräsungen – äußerlich nicht sichtbar, hohl gebohrter Kammerstängel, modifizierter Magazinkasten und Abzugsbügel)
  4. durchgehender Holzhandschutz zur Vermeidung von Verbrennungen bei heiß geschossener Waffe
  5. kleineres Schiebevisier mit verringerter Entfernungseinteilung
  6. modifizierter Oberring
  7. serienmäßiger Kornschutz
  8. seitliche Riemenbefestigung mit Schaftdurchbruch und Lochplatte als Hilfsmittel zur Zerlegung des Schlosses (nach Muster des K98k)

Das Laufinnenprofil des G33/40 weicht gleichfalls vom Vorbild des K98k ab.

Den Vorteilen des G33/40 stand der Nachteil gegenüber, dass die Waffe unverändert die deutsche Standard-Patrone 7,92 × 57 mm verschoss, die bereits bei Verwendung im K98k als „überdimensioniert“ für eine Infanterie-Handwaffe angesehen wurde. Der ohnehin deutliche und vielfach unangenehm empfundene Rückstoß verstärkte sich dadurch nochmals, gleichfalls nahmen Mündungsfeuer und Mündungsknall spürbar zu.

Der G33/40 hat während des Zweiten Weltkriegs – gemessen an anderen Waffen – keine weite Verbreitung gefunden und blieb letztlich ein Notbehelf. Aus diesem Grund gelten im Originalzustand erhaltene G33/40 heute als rare und teuer bezahlte Sammlerwaffen. Für die Verwendung zum sportlichen Ordonnanzgewehrschießen ist der G33/40 dagegen eher ungeeignet, gleichfalls – wegen seiner Seltenheit – für einen Umbau als Jagdwaffe.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dieter Storz: Gewehr & Karabiner 98, Die Schußwaffen 98 des deutschen Reichsheeres von 1898 bis 1918, ISBN 978-3-902526-04-5
  • Friedrich Graf: Karabiner 98 kurz. Technische Studie zu den Änderungen der Firma Mauser Werke AG Oberndorf/Neckar am Karabiner 98 kurz (K98K) in den Kriegsjahren 1939 bis 1945, ISBN 978-3-936632-14-9