GAD (Unternehmen)

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GAD eG.

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Rechtsform Genossenschaft
Gründung 26. Dezember 1963
Auflösung 30. Juni 2015
Auflösungsgrund Zusammenschluss zur Fiducia & GAD IT AG
Sitz Münster
Leitung
  • Claus-Dieter Toben (Vorsitzender)
  • Klaus-Peter Bruns (stv. Vorsitzender)
  • Jens-Olaf Bartels
  • Martin Beyer
  • Jörg Dreinhöfer
  • Wolfgang Eckert
  • Steffen Jentsch
  • Carsten Pfläging
  • Jörg Staff
Mitarbeiterzahl 1.815 GAD eG
rund 2000 Konzern
(Stand: Dezember 2013)
Umsatz 441 Mio. Euro GAD eG
761 Mio. Euro Konzern
(Stand: Dezember 2013)
Branche IT-Dienstleistungen
Website www.gad.de

Die GAD eG. war bis zum Zusammenschluss mit der Fiducia IT AG zur Fiducia & GAD IT AG am 30. Juni 2015[1] ein IT-Dienstleister, Rechenzentrum und Softwarehaus für die Volksbanken und Raiffeisenbanken im nord- und westdeutschen Raum mit Sitz in Münster. Im Geschäftsjahr 2013 erwirtschaftete die GAD-Unternehmensgruppe einen Umsatz von 761 Mio. Euro. Neben dem Hauptsitz in Münster ist die GAD auch mit einem Büro in Frankfurt am Main vertreten.

Mit der Bankensoftware bank21 bietet die GAD ihren Kunden eine mehrmandantenfähige, integrierte Gesamtbanklösung, die alle Bereiche des Bankgeschäfts abdeckt und modular aufgebaut ist. Seit Sommer 2007 haben alle GAD-Mitgliedsbanken vom Vorgängerverfahren BB3 auf bank21 umgestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GAD (ehemaliges Akronym für Gesellschaft für automatische Datenverarbeitung) wurde am 26. Dezember 1963 als das erste genossenschaftliche Rechenzentrum im nordwestdeutschen Raum gegründet, weitere Gründungen folgten in mehreren anderen Städten. Die GAD hatte bei ihrer Gründung 23 Mitarbeiter. Zuerst in der Rechtsform einer GmbH wurde sie 1966 in eine eG umgewandelt. In diesem Jahr verarbeitete die GAD bereits 30 Mio. Buchungsposten. 1971 floss die Rechenzentrale der westdeutschen Volksbanken in die GAD ein.

1974 setzte die GAD als erste genossenschaftliche Rechenzentrale den Mikrofilm ein. Ab 1978 konnten die Kunden der GAD erstmals online auf aktuelle Daten im Rechenzentrum zugreifen und sie ändern. Mit der Einführung des Bildschirmtexts 1983 war die GAD als erstes Rechenzentrum in Deutschland rund um die Uhr für die Kunden erreichbar. Mit Home Cash für Privat- und Profi Cash für professionelle Anwender führte die GAD 1996 einen Vorläufer des späteren Internet-Bankings für ihre Kunden ein. Rund um die Uhr konnte nun der bargeldlose Zahlungsverkehr von zu Hause abgewickelt werden.

1997 übernahm die GAD die GFI, einen Zusammenschluss der genossenschaftlichen Rechenzentren Köln und Koblenz. 2001 erfolgte der Betriebsübergang nach § 613 BGB der GRZ Genossenschafts-Rechenzentrale Norddeutschland GmbH mit Sitz in Lehrte durch die GAD Gesellschaft für automatische Datenverarbeitung eG zur GAD eG. Alle Mitgliedsbanken wurden 2002 an das Rechenzentrum in Münster angeschlossen.

Anfang 2006 fanden Sondierungsgespräche mit dem IT-Dienstleister für Volks- und Raiffeisenbanken im süddeutschen Raum, der Fiducia IT AG, über eine mögliche Unternehmenszusammenführung statt, die jedoch scheiterten. Im Januar 2008 stellte Anno Lederer, Vorstandsvorsitzender der GAD, einen Zusammenschluss für 2010 in Aussicht.[2][3] 2010 lag die Zahl der Buchungsposten bei über 2,25 Mrd. bei rund 29,7 Mio. verwalteten Konten.

Im Jahr 2011 wurden auf Druck der Eigentümer erneut Sondierungsgespräche mit der Fiducia aufgenommen. Im Zuge dieser Verhandlungen kam es zu Unstimmigkeiten bezüglich einer möglichen zukünftigen Rechtsform, die dazu führten, dass die Verhandlungen erneut abgebrochen wurden. Zudem trat der bisherige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der GAD, Elmar Pritsch, von seinem Posten zurück.[4][5]

Anfang Oktober 2014 wurde bekannt gegeben, dass sich die Aufsichtsräte der beiden Unternehmen einstimmig für den Zusammenschluss ausgesprochen haben. Am 26. November 2014 stimmte die GAD-Generalversammlung, bestehend aus den Mitgliedsbanken der GAD, mit 94 % für den Zusammenschluss der beiden genossenschaftlichen Rechenzentralen.[6] Am 4. Dezember stimmte die außerordentliche Hauptversammlung der Fiducia mit 100 Prozent für den Zusammenschluss der beiden Häuser.[7] Die Fusion zur „Fiducia & GAD IT AG“ erfolgte am 30. Juni 2015.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GAD-Unternehmensgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur GAD-Unternehmensgruppe zählten verschiedene Beteiligungen:

  • ELAXY (Sitz: Coburg, 220 Mitarbeiter) bietet Finanzunternehmens-Software u. a. zur Kundenberatung, Transaktionsabwicklung und Vertriebssteuerung (inklusive Provisionsabrechnung) an. Die Software wird unter anderem von Union Investment und Sparkassen Broker eingesetzt.
  • gbs Gesellschaft für Banksysteme GmbH (Sitz: Münster, weiterer Standort: Düsseldorf, 70 Mitarbeiter) vermarktet und implementiert die GAD-Lösungen für Privat- und Spezialbanken.
  • Ratiodata IT-Lösungen & Services GmbH (Sitz: Münster, 400 Mitarbeiter), ein IT-Dienstleister, der neben Lösungen für IT-Handel und Personalwirtschaft auch Archivierung von elektronischen wie konventionellen Dokumenten anbietet.
  • VR Netze (Sitz: Frankfurt und Münster, 120 Mitarbeiter) bietet Telekommunikations- und Netzwerkservices an.
  • Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme (GWS) (Sitz: Münster, 250 Mitarbeiter) entwickelt Warenwirtschaftssysteme für ca. 1100 Kunden.
  • Lucke EDV (Sitz: Wuppertal, 80 Mitarbeiter) unterstützt Finanzunternehmen bei diversen IT-Projekten.

Weitere Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Beteiligungen hielt die GAD eG an folgenden Unternehmen:

  • BBE, Betriebswirtschaftlicher Beratungs- und Entwicklungsverbund BBE GmbH
  • CardProcess GmbH
  • giropay GmbH
  • SDT Service-Direkt Telemarketing Verwaltungsgesellschaft GmbH
  • VR-BankenService GmbH
  • VR-NetWorld GmbH
  • VR VertriebsService GmbH

Geschäftszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Umsatz der gesamten Unternehmensgruppe lag 2012 bei 715 Mio Euro.

Die Beschäftigungszahlen 2011 lagen bei 1.796 bei der eG und rund 2.000 in der gesamten Gruppe.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bankensoftware bank21[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von bank21

Mit bank21 bietet die GAD ein Anwendungsverfahren für Kreditinstitute mit dem Schwerpunkt Retail-Geschäft, das alle Bereiche des Bankgeschäfts abdeckt. Kreditinstitute können mit bank21 den Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit festlegen und interne sowie unternehmensübergreifende Prozesse zum In- und Outsourcing von Geschäftsfeldern individuell gestalten. Die modular aufgebaute bank21-Technologie unterstützt Banken, die für den Geschäftsbetrieb erforderlichen Funktionen individuell zu nutzen oder diese in Kooperationen auf einer gemeinsamen Datenbasis zu skalieren. Die Konzeption von bank21 sieht vor, dass die genossenschaftlichen Verbundpartner mit ihren Produkten und Dienstleistungen in das System eingebunden werden. bank21 ist damit eine Integrationsplattform, die den direkten Weg zum Bankkunden wie auch den wichtigen Partnern herstellt.

Rechenzentrum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand Dezember 2012:

Großrechner 2 × IBM EC12 / 4 × IBM z196
Tapekapazität 4.270 TB
Anzahl Unix-Server 1.764
Anzahl Linux- und Windows-Server 4.101
Gesamtspeicherkapazität 862 TB

Verarbeitungsvolumen (Zahlen und Fakten)[8][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand Dezember 2012:

Angeschlossene Banken 425
Bankarbeitsplätze 65.323
SB-Geräte 15.448
Aktive Konten in Mio. 31,57
Buchungsposten 2012 in Mrd. 2,52
Geldautomaten-Abhebungen in Mio. 219,09
SB-Kontoauszüge in Mio. 234,22
Transaktionen 2012 in Mrd. 19,47

Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GAD stellt auch moderne Sicherheitslösungen für das Online-Banking bereit. Die Zwei-Schritt-TAN-Verfahren Sm@rtTAN plus, Sm@rtTAN optic sowie Sm@rtSign und mobileTAN werden angeboten. Diese TANs sind nur für einen bestimmten Überweisungsauftrag und keinen anderen Auftrag gültig. Betrüger können somit eine abgefangene TAN nicht für einen anderen Auftrag verwenden.

Dieses bereits bestehende Portfolio wird ergänzt um die „Signaturkarte“ als neues Sicherheitsmedium im Internet-Banking und Internet-Brokerage: Für die sichere Abwicklung von Banktransaktionen via Internet benötigt der Bankkunde lediglich seine VR-BankCard (EC-Karte) mit HBCIready-Funktion und ein spezielles Kartenlesegerät mit Display (Secoder).

Produktübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bank21 – CoreBanking-System für Kreditinstitute mit dem Schwerpunkt Retailgeschäft
  • Cash & Go – Aufladen von Prepaid-Karten für Mobiltelefone am Geldautomaten oder im Internet
  • Sm@rtTAN plus, Sm@rtTAN optic und mobileTAN – Zwei-Schritt-TAN-Verfahren für sicheres Online-Banking
  • Signaturkarte – elektronische Signatur auf der EC-Karte für sicheres Online-Banking

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. handelsregister.de Eintrag im Handelsregister der Fiducia & GAD IT AG (Amtsgericht Frankfurt am Main HRB 102381)
  2. Rechenzentrale GAD will 2010 mit Fiducia fusionieren. In: FAZ, 15. Januar 2008
  3. Rechenzentralen reden wieder über Fusion. In: Börsen-Zeitung, 16. Januar 2008
  4. Fiducia und GAD frieren Fusionsgespräche ein. In: Handelsblatt, 12. September 2011
  5. GAD sagt die Fusion ab – IT-Dienstleister schließen sich vorerst nicht zusammen. In: Westfälische Nachrichten, 20. September 2011
  6. gad.de (Memento des Originals vom 8. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gad.de
  7. gad.de (Memento des Originals vom 8. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gad.de
  8. GAD Geschäftsbericht 2012

Koordinaten: 51° 55′ 56″ N, 7° 35′ 22″ O